Leben in Bangkok Teil 2: Alltag in Thailands Hauptstadt

Leben in Bangkok – Teil 2
– Seide, Street Art und Shopping – 

In meinem ersten Bericht über das Leben in Bangkok erzählte ich euch von unserer Ankunft, dem Apartment und dem Alltag (Leben in Bangkok – Teil 1). Heute vergrößere ich den Radius und führe euch durch das Moderne Bangkok – abseits der alten Tempel, den Tagestouristen und der berüchtigten Khao San Road. 

Seidenherstellung und Wunschgarten im Jim Thompson House
In vielen Reiseführern hoch gelobt und meist aufgeführt als Sightseeing-Ziel ist das „Jim Thompson House“. Hierbei handelt es sich um eine Ansammlung einiger traditionell thailändischer Teakholzhäuser, umgeben von einem kleinen Dschungel-Garten. Hintergrund ist der amerikanische Unternehmer Jim Thompson, der Mitte des letzten Jahrhunderts die Seidenherstellung in Thailand kommerzialisierte und nebenbei zahlreiche Kunstgegenstände sammelte. Unter anderem ließ er besagte Häuser in Ayutthaya abbauen und in Bangkok neu errichten. 
Für 150 THB, also knappe 4 Euro, kann man die Häuser besichtigen. Allerdings nur im Zuge einer Führung, die im Preis mit inbegriffen ist. Während der 30-Minütigen Führung kann man die ein oder andere Holzstatue, bunt bemalte Schüsseln oder einen ausgefallenen Nachttopf bewundern. Nebenbei erfährt man von der sagenumwobenen Geschichte des Herren hinter dem Museum. Dieser ist nämlich offenbar eines Tages im malaysischen Dschungel verloren gegangen…
Wesentlich spannender ist dann fast schon das Treiben im Innenhof, denn hier kann man live sehen, wie die feinen Seidenfäden eigentlich entstehen – vom Kokon bis hin zum bunten Faden. Nebenan gibt’s noch ein paar Tänzerinnen und natürlich den obligatorischen Shop mit teuren Seidenprodukten. 
Fazit: Wer nur für ein paar Tage in Bangkok ist und ein ähnlich hohes Interesse an Geschirr hat wie ich, der sollte seine Zeit vielleicht lieber dem „echten“ Bangkok widmen…

 

 

Street Art am Kanal
… Zum Beispiel direkt hinter dem Jim Thompson House. Dort fließt der Kanal „Phanfa Bridge Water Gate“, den man zu Fuß oder per Wassertaxi erkunden kann. Wer ein Herz für bunte Streetart hat, der sollte vom Jim Thompson House am Ufer entlang in Richtung Phayathai Road spazieren. Das Schild zu Beginn des Weges, mit dem Hinweis „No painting please“, scheinen einige als Aufforderung genommen zu haben, denn entlang des Wassers wurden so einige Liter Farbe kunstvoll versprüht.

 

 

Graffiti Park: Chalermla Park
Wer von Graffitis dann noch nicht genug hat, sollte über die Brücke mit den Elefantenköpfen „Saphan Chaloemla 56“ nach Norden zum Chalermla Park weiterspazieren. Die Fassaden werden von dem ein oder anderen Motiv geschmückt und der Rest einer Hauswand wirkt wie ein überdimensionales Comicbuch. Wer auf die Suche geht, findet unweit des Parks vielleicht sogar den alten König…

 

 

Shopping-Überfluss in Siam
Vom Graffiti Park ist es dann auch nur noch ein kurzer Marsch zum Siam Square, einer Ansammlung von zahlreichen Einkaufszentren. Ganz im Westen das „MBK“, eine Ansammlung von trashigen Souvenirshops, kitschigen Handtaschen und billigem Plunder. Rings herum um die BTS-Station „Siam“ reihen sich das kleine „Siam Discovery“, das „Siam Center“ mit einigen bekannten Ketten und das „Siam Paragon“, das hauptsächlich für den vollen Geldbeutel ist. 
Inzwischen der ganzen Shopping Center gibt es übrigens noch ein riesig großes Graffiti: ein drei-äugiges Baby im Hasenkostüm. Die Figur mit dem Namen „Mardi“ stammt aus der Feder (bzw. Sprühdose) eines der bekanntesten Streetart-Künstlers Thailands, Patcharapol Tangruen. Unter seinem Künstlernamen „Alex Face“ hat er die ein oder andere Wand Thailands verziert und nicht nur in Bangkok lief mir Mardi über den Weg… Übrigens war er auch im Chalermla Park – habt ihr ihn entdeckt?

Auf der anderen Straßenseite befindet sich das „Siam Square One“, das ich vor allem wegen seines Dachgartens „Siam Green Sky“  besuchte. Nach langem Suchen (nur ein Aufzug von vielen fährt bis ganz nach Oben) musste ich feststellen, dass die Dachterrasse mittlerweile dauerhaft geschlossen ist. Den Garten konnte ich nur noch durch eine Glasscheibe bewundern… Bei dieser Gelegenheit gab es aber immerhin noch ein paar versteckte Graffitis zu entdecken. 
Noch mehr Klamotten (und Streetart) gibt es in den vielen kleinen Gassen am Siam Square – ein schier endloses Gewirr aus kleinen Lädchen, die weder H&M, noch Souvernirshop sind. 

 

 

Park @ Siam
Der Dachgarten blieb mir zwar verschlossen, doch dafür entdeckte ich einen kleinen gemütlichen Park, der zu einem kleine Campus gehört und von einem gemütlichen Coffee-Shop abgerundet wird. 

 

 

Shopping Center Terminal 21
Natürlich hat Bangkok noch weit mehr Shopping-Zentren zu bieten als nur die bereits erwähnten in Siam. Mich verschlug es eines Tages in das „Terminal 21“, denn dort ist jedes Stockwerk entsprechend eines Landes dekoriert. Von der römischen Statue im Erdgeschoss, über Geishas und Winkekatzen, marokkanische Lampen und vietnamesische Lampions – die Deko lässt sich sehen. 
Doch ich war nicht für die Deko gekommen: ich hatte eine Mission. Für einen schicken Empfang brauchte ich ein Kleid. Weder die mitgebrachten Strandkleider noch die Büro-Outfits erschienen mir passend, also musste ein neues her. Das sollte in Bangkok ja nun wirklich nicht schwierig sein…
In einer der Etagen des „Terminal 21“ fand ich mehr oder weniger was mir vorschwebte. Elegante Kleider, aber nunmal nicht die bekannten Schnitte aus Deutschland, sondern eben thailändisch. Die Kleider hingen zum Begutachten an der Stange – verschieden Größen gab es nicht. Aber die Kleider schienen meiner Größe zu entsprechen und so fragte ich die Verkäuferin, ob ich es wohl irgendwo anprobieren könnte. Ihr kategorisches „Nein“ verdutzte mich zunächst, doch schob ich es auf die nunmal oft bestehende Sprachbarriere (ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich nur wenige thailändische Wörter gelernt habe). Also versuchte ich dem Problem auf den Grund zu gehen und war zumindest damit auch erfolgreich. Es stellte sich heraus, dass die Verkäuferin mir das Kleid tatsächlich nicht zur Anprobe geben wollten, da es die Kleider nicht in „europäischer Größe“ gäbe. Als ich ihr zu verstehen gab, dass das ja kein Problem sei, denn das käme ja ungefähr hin, schüttelte sie vehement den Kopf und erklärte mir, das wäre auf gar keinen Fall meine Größe. Wumms. In diesem Moment war es vielleicht ganz gut, dass ich kein Thailändisch beherrschte… das wäre eher unschön geworden. Nachdem sich diese Situation auch noch in einem anderen Shop schräg gegenüber wiederholte gab ich auf. Sauer, frustriert und völlig entgeistert über das Erlebte kaufte ich Schmuck eine Etage höher (Schmuck passt ja immer…). 
Es wurde am Ende übrigens mal wieder ein Kleid von H&M – in Größe XS…

 

 

Sehnsucht nach Frühstück…
Ich probiere ja schrecklich gern fremde Küchen aus. Doch beim Frühstück bleibe ich gerne beim Vertrauten… In Bangkok kann man natürlich in mehreren Cafés hervorragend brunchen gehen. Ein ganz besonders leckeres und Frühstück und sündhaft leckere Kuchen gibt’s zum Beispiel im „(Not just) another cup“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.