Insel-Hopping durch Dänemark: Kopenhagen, Seeland, Mon und Fünen

Ostseeküste Dänemark
Kopenhagen, Kreidefelsen und Strand

Kopenhagen steht ja bei dem ein oder anderen auf der Liste für einen kleinen Wochenendtrip. Und das ist auch völlig berechtigt, denn die dänische Hauptstadt ist wirklich sehr schön. Auf dem Weg dorthin gibt es aber auch noch ein paar Highlights, so dass es sich lohnt, nicht mit dem Flugzeug sondern mit dem Auto – und am besten natürlich mit einem Campingwagen herzukommen.

Anfahrt
Du kannst entweder über Flensburg hoch nach Jütland fahren und von dort aus dann irgendwann nach Osten Richtung Kopenhagen. Alternativ fährst du bis Fehmarn und nimmst ab dort die Fähre nach
Rødbyhavn. Beide Wege haben ihre Vor- und Nachteile. Die Fähre ist preislich mit fast 100 Euro für 2 Personen und KfZ schon ziemlich happig – andererseits ist der Weg dann sehr viel kürzer. Wir haben uns für einen Rundweg entschieden und haben die Fähre auf der Hinfahrt genommen und sind dann den längeren Weg zurückgefahren. 

 

Møn
Auf unserem Weg nach Kopenhagen sollte man unbedingt einen Abstecher zu den Kreidefelsen Møns Klint auf der Insel Møn machen. Wie eine Schwester der Insel Rügen, erheben sich die weißen Riesen an der Ostseeküste. Vorteil hier: man kann auch noch unten am Ufer entlang spazieren. Die Atmosphäre hat dort etwas besonderes und unwirkliches. Alles ist irgendwie in Weiß-und Grauschattierungen – als hätte jemand die Sättigung herausgedreht. Am Ufer liegen zahlreiche kleine graue Kieselsteine und Treibholz und alles scheint von etwas Kreidepulver bedeckt zu sein. Das klare Wasser sticht dagegen in einem hellen türkis als Kontrast heraus – fast ein bisschen wie eine Eislandschaft. 
Zum Strand gelangt man übrigens über eine der recht langen und steilen Holztreppen, die hübsch durch den Wald führen. Blöd, wenn man das Ufer entlang läuft um die nächste dann wieder hinaufzusteigen – und dann macht einem die Flut einen Strich durch die Rechnung. Der Strand ist hier so schmal, dass an einer Stelle (kurz vor der Treppe) das Wasser dann bis an die Felsen steigt. Statt wie alle anderen umzukehren und zurückzulaufen schnürte ich den Rucksack mit der Kamera hoch und wir wateten durch das schwappende Wasser. Da der Boden dort naturgemäß auch voller Kieselsteine lag (und ich mit der Kamera ungern ausrutschen wollte…) ließ ich meine Chucks einfach an. Klappte wunderbar! 😀 

Wer danach in der Umgebung sein Lager aufbauen möchte, dem kann ich den nahe gelegenen Campingplatz empfehlen „Camping Møns Klint“. Der ist wirklich schön und man findet in den vielen einzelnen Ecken auch gut ein abgelegenes Plätzchen. Wir hatten eine ganze Wiese für uns – abgetrennt durch einen Hügel mit Blick auf die Felder. Herrlich. Und Sterne kann man da auch wunderbar gucken! 

 

Seeland: Kopenhagen
Am nächsten Morgen sollte man dann früh nach Kopenhagen aufbrechen, das Auto dort irgendwo parken und los geht’s!
Ein schöner Startpunkt ist der Schlossgarten Kongens Have rund um das Roseborg Schloss. Hier kann man sich ein bisschen treiben lassen und dann zum Kastell laufen. Die Festung ist nicht super spannend, aber man kann schön durch die Grünanlagen spazieren wenn man auf dem Weg zum Wahrzeichen Kopenhagens ist: der kleinen Meerjungfrau D
en Lille Havfrue. Hier tümmeln sich sämtliche Touristen und versuchen ein kreatives Foto gemeinsam mit der Statue aufzunehmen, wobei es sicherlich nicht selten zu Duellen mit Selfie-Sticks kommt.  

 Von hier aus spaziert man durch den Langeline Park, vorbei an der Victoria Säule „Iver Huitfeldt Memorial“ zum Gefion-Brunnen. Der Brunnen mit der Frau, die ihre Stiere mit der Peitsche antreibt, steht dem ein oder anderen römischen Brunnen in nichts nach. Auch die Frederiks Kirke, die man danach besuchen sollte, erinnert mit ihrer schönen Kuppel ein bisschen an Rom. 

Als nächstes steht das wohl meist verwendete Postkartenmotiv Kopenhagens auf dem Programm: der Nyhavn. Hier ist für jeden etwas dabei: wunderschöne bunte Häuserfassaden, alte Schiffe, Essen… Am besten holt man sich ein riesiges Eis beim „Rajissimo 3“ und setzt sich damit an den Kai und beobachtet die Menschen, die vorbeiziehen. 
Wer dem Getümmel danach entfliehen will, kann für wenige Euros auf den etwa 35 Meter hohen
 Rundetårn steigen und die schöne Aussicht auf Kopenhagen genießen. Der Turm ist das älteste funktionsfähige Observatorium Europas und steht inmitten der Einkaufsstraßen. Nach oben gelangt man treppenfrei über einen spiralförmigen Gang. Unterwegs sollte man die Augen aufhalten nach einem kleinen Tor in das Innere des Turmes. Dort ist eine Glasplatte eingelassen, auf die man sich (wenn man den Mut dazu hat ;)) stellen kann und so in einigen Metern Höhe über dem dunklen Schlund schwebt. 

Über die Regierungsinsel Slotsholmen  – vorbei am Schloss Christianborg und der ehemaligen Börse Børsen geht es über die Knibbelsbro-Brücke mit ihren fotogenen Brückentürmen Richtung Christianshaven. Hier liegt die Freistadt Christiania – meinem persönlichen absoluten Highlight Kopenhagens. In dem kleinen Hippie-Viertel ist fotografieren leider nicht erlaubt, daher kann ich es leider nur versuchen zu beschreiben. Alle Gebäude sind bunt angemalt, auf dem „Marktplatz“ legen zwei Rastas Kiffer-Musik auf und die Musik ist auch allseits Programm. Die Stimmung ist entsprechend entspannt :).
Leider scheint die Kommune aber auch immer mehr dem Tourismus zu verfallen und irgendein Drogenboss verdient sich an den Einnahmen wahrscheinlich ein weißes Näschen. Die typischen Souvenir-Stände gibt es also auch hier – wobei man darunter auch durchaus noch hübschen Ethno-Schmuck finden kann. Insgesamt ist das Dorf aber auf jeden Fall einen Besuch wert und ein günstigeres Abendprogramm als der Tivoli. Der stand zwar ursprünglich auf dem Programm, wurde dann aber wegen des wucher Eintrittspreises von über 20 Euro (ohne dass da irgendwelche Fahrgeschäfte oder Shows inklusive wären) kurzerhand gestrichen. 

 

Seeland: Norden
Wer keine Lust hat, auf einem Parkplatz in der Stadt zu schlafen, der fährt noch eine knappe dreiviertel Stunden nach Norden zum Nivå Havn (55°56’19.1″N 12°31’44.0″E). Dort kann man auf einem schmalen Parkstreifen direkt am Wasser stehen und hinüber nach Schweden schauen. Herrlich!

Am nächsten Tag geht es Richtung Strand. Auf dem Weg lohnt sich ein kleiner Abstecher zum Fredensborg Slot und dem Esrum Sø. Mit Glück hängt die Affenschaukel noch an dem kleinen Parkplatz am See (56°01’54.8″N 12°24’59.7″E). 

 Wer danach einfach noch ein bisschen Zeit am Strand verbringen möchte, der fährt nach GillelejeEin kurzer Abstecher auf die Klippen Gilbjerghoved für einen schönen Blick und danach zum Smidstrup Strand

 

Fünen
Der Rückweg führt über die lange und schicke Storebælt Brücke auf die Insel Fünen. In Føns am Gamborg Fjord kann man gut ein letztes Nachtlager aufschlagen um dann am nächsten Tag den restlichen Weg nach Hause zurückzulegen. Alternativ kann man seine Reise in Jütland fortsetzen. Tipps für einen Trip entlang der dänischen Nordseeküste gibt es hier.  

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