Koh Tao: Berge, Strand und Unterwasserwelt

Koh Tao
– Bergauf, bergab und Unterwasser – 

Thailand hat sooo viele Inseln – und wir wollten zumindest eine davon sehen! Doch welche? Die meisten Inseln liegen vor der Westküste Thailands, doch im Sommer, während der Regenzeit besteht ein nicht zu verachtendes Risiko, dass der Kurztrip ins Wasser fällt.

Nachdem uns genau das in Krabi passiert war, hatten wir wenig Lust unser letztes langes Wochenende wieder nur im Bungalow zu verbringen. Also ab zu den Inseln im Golf von Thailand. Die Wahl auf eine der dreien fiel nicht schwer – wir wollten es möglichst klein und ruhig: Koh Tao.

 

Anreise nach Koh Tao
Nachdem die Entscheidung gefallen war, begann die nächste Qual der Wahl: wie kommen wir hin?
Man kann bequem nach Koh Samui fliegen und von dort aus die Fähre nehmen – allerdings kostet allein der Flug schon 200 Euro. Ein bisschen günstiger fliegt man nach Chumphon oder Surathani und steigt dort (nach einem Bustransfer) ins Boot um.
Da wir aber erst am Abend aufbrechen konnten und wir auf gar keinen Fall einen unserer Urlaubstage für Anreise verplempern wollten, blieb uns nur der lange Weg über Land.

 

Fahrender Schlafsaal mit Weckservice: Nachtzug von Bangkok nach Chumphon
Über die asiatischen Nachtzüge hatten wir bereits viel Gutes gehört und so zuckelten wir am Abend von Bangkok’s Hauptbahnhof los in Richtung Süden. [Hier geht’s zu den Abfahrtszeiten]
Das Schlafabteil sieht erst mal aus wie ein gewöhnlicher Zug, doch über den Sitzgruppen befinden sich Klappen, die ein bisschen wie die Gepäckfächer im Flugzeug aussehen. Darin befindet sich das obere Bett, das später durch die Zugbegleiter hinuntergeklappt wird. Das untere Bett (das übrigens sehr viel größer und gemütlicher ist und dadurch, wie leider auch in unserem Fall, bereits schnell ausgebucht ist) wird wie in einem Wohnwagen aus dem Vierersitz gebaut. Die Zugbegleiter beziehen in Windeseile Matratzen, haken Vorhänge ein und versehen jede Schlafkoje mit frischen Kissen und Decken. Verrückt.
Wir konnten darin jedenfalls erstaunlich gut schlafen – einzig die grelle Beleuchtung, der man im oberen Bett leider sehr nah ist, stört ein bisschen. Aber mit Schlafmaske (die ich natürlich in Bangkok liegen gelassen hatte) oder einer Kapuze kann man dem ganz gut ausweichen. Wer dann noch an Ohrenstöpsel denkt, kann sogar die Schnarchgeräusche ausblenden.
Rechtzeitig vor Ankunft beim gewünschten Bahnhof kommen die Zugbegleiter und wecken alle, die dort aussteigen müssen (man sollte also besser keine Betten tauschen, denn der Weckservice funktioniert anhand einer Liste mit Bettnummern).

 

 

Auf dem Sonnendeck: Mit der Fähre von Chumphon nach Koh Tao
Mitten in der Nacht, gegen halb vier, stolperten wir auf den Bahnsteig in Chumphon und wollten uns, verschlafen wie wir waren, erstmal in die lange Schlange reihen um unser Anschlussticket für die Fähre abzuholen. Von einer energischen Mitarbeiterin wurden wir dann allerdings mit vielsagenden Handbewegungen zu einem anderen Büro in 500 Metern Entfernung zum Bahnhof verwiesen, da wir kein Ticket des bekannten Anbieters Lomprayah hatten.
Etwas verwirrt wanderten wir die verlassenen Straßen entlang, wurden aber irgendwann fündig. In dem halboffenen Bistrobereich eines Hostels erhielten wir unsere Tickets und nach einer Stunde sogar einen Kaffee, gleichzeitig mit einem kleinen Van, der uns zur Fähre bringen sollte (dachten wir). Stattdessen parkten wir nach 5 Minuten Fahrt wieder am Bahnhof um nun in einen großen Doppeldecker-Bus umzusteigen (kein Scherz…). Nach etwa einer Stunde Fahrt gelangten wir endlich an den Pier und während der Himmel sich langsam von dunkel- zu hellgrau verwandelte, legten wir ab in Richtung Koh Tao. Umso näher wir der Insel kamen, desto schöner wurde das Wetter und einen Großteil der 2 Stunden an Board, ließen wir uns bei mittlerweile strahlend blauem Himmel auf dem „Sonnendeck“ die salzige Luft um die Ohren peitschen.
Irgendwann war es dann soweit: wir legten an und uns empfing klares türkisfarbenes Wasser vor einer Skyline aus dunkelgrünem Dschungel und hellgrauen Felsformationen. Wir hatten Koh Tao erreicht.

 

 

 

Bett mit Aussicht: Unser Bungalow im P. D. Beach Resort
Angekommen am Pier und einen Anruf später, holte uns ein Mitarbeiter unseres Resorts ab. Resort klingt jetzt erstmal schweineteuer und luxuriös, ist aber eher eine der günstigeren Alternativen auf Koh Tao. Auf der Fahrt dorthin bekamen wir dann bereits einen ersten Eindruck von den Straßen der Insel: steil bergauf und bergab, manchmal nur Schotter und scharfe Kurven. Wie bei einer (zum Glück langsamen) Achterbahnfahrt rollten wir über einen Kamm und konnten dabei nicht einmal mehr die Straße hinab sehen, so steil war es! Meine Reaktion zum liebsten Reisebegleiter: „Das Roller-Fahren kannst du hier vergessen!“
Wir erreichten unser Resort, eine einfache Bungalow-Anlage am Hang (in Koh Tao ist fast alles am Hang) an einer kleinen verlassenen Bucht. Der Restaurant-Bereich ist sehr schlicht: ein paar einfache Tische mit Stühlen und ein großer Balkon ohne Geländer, direkt am Meer. Für uns ist es perfekt.
Noch perfekter ist übrigens unser Timing, denn wir ergattern den mit Abstand besten Bungalow der Anlage: in erster Reihe, mit nur wenigen Metern Abstand zum Meer und eigenem Balkon. Eine kleine Katzenfamilie fand das übrigens auch und hielt sich am liebsten dort mit uns auf. (Mein morgendliches Yoga auf der Terrasse wurde dadurch allerdings zu einem kleinen Eiertanz, denn bei jedem Positionswechsel musste erst mal ein Fellknäuel beiseitegeschoben werden). Es gibt wohl kaum etwas schöneres als Abends zum Meeresrauschen, zu zweit auf dem gemütlichen Sessel mit einer schnurrenden Katze auf dem Bauch einzudämmern und am nächsten Morgen mit Blick aufs Meer im Bett zu erwachen…
Apropos Meeresrauschen: Obwohl Koh Tao ja im eher ruhigen Golf von Thailand liegt, hatten wir an einigen Abenden an unserer Bucht eine richtig starke Brandung mit lauten Wellen… Wunderschön.

 

 

 

Nachbarpool mit Aussicht: Das Pinnacle Resort
Einen Pool gab es in unserer Bungalow-Anlage zwar nicht, aber wenn man sich einen Cocktail in der benachbarten Poolbar des Pinnacle Resorts gönnt, darf man deren schönen Pool mit Blick aufs Meer nutzen. Das haben wir natürlich getan, auch wenn der Himmel immer mehr von Plantschwetter zu Weltuntergangsstimmung wechselte. Fröstelnd unterhielten wir uns mit drei anderen Hamburgern, die schon einige Mal auf Koh Tao zum Tauchen waren und uns dringlichst zuredeten, wir sollten uns doch einen Roller mieten. Anders wäre es sehr kompliziert und vor allem teuer, die Insel zu erkunden.

 

 

Mit dem Roller Koh Tao erkunden
Nach dem ersten Tag in der Anlage merkten wir dann schon sehr schnell: uns fehlte das Herumcruisen, das Auskundschaften und spontane Anhalten bei interessanten Plätzen. Also wagten wir es und mieteten uns einen Roller. (Mir ist dabei die Ironie durchaus bewusst, dass wir uns einerseits mittlerweile so lässig durch den verrückten Verkehr Bangkoks schlängelten, dass ich mich dabei hinten im Kleid seitlich sitzend, nicht mal mehr eine Hand zum festhalten brauchte, sondern entspannt auf Instagram postete, ich mir aber bei verlassenen Straßen ins Hemd machte… Aber unser Bremsen-Debakel in Chiang Mai hat sich eben eingebrannt.)
Schnell stellten wir fest, dass wir mittlerweile nun doch schon zu den erfahrenen Roller-Fahrern gehörten und so waren die steilen Straßen und Schotterpisten kein Problem mehr für uns und wir genossen das Herumfahren über die Insel voll und ganz. Die schönsten und steilsten Strecken habe ich euch übrigens im Koh Tao-Film am Ende des Beitrags mitgebracht, wobei ich zugeben muss, dass man die Steigungen darauf nur erahnen kann…
(Wenn du auch mit dir am Ringen bist, ob du dich dort auf einen Roller wagen sollst: mach es, wenn du schon ein bisschen Fahren kannst – lass es wenn du noch nie gefahren bist. Für Anfänger sind die Steigungen echt zu krass. Tipp: wenn du jetzt schon weißt, dass du bald nach Koh Tao reisen wirst, dann übe doch einfach jetzt schonmal in einfacher Umgebung das Rollerfahren. Die Kosten, die du vorher zum Üben investierst, werden sich auf der Insel an gesparten Taxikosten und schönen Erlebnissen rentieren.)

 

 

Außergewöhnlicher Ausblick: Der John Suwan Viewoint
Mit dem Roller ging es direkt zum ersten Viewpoint und es sollte auch der spektakulärste werden!
Ganz weit im Süden, auf einem kleinen Zipfel gibt es einen Aussichtspunkt, von dem aus man in Richtung Norden auf die Insel schaut. Der Weg hinauf ist gut ausgeschildert und nach ca. 10 Minuten bergauf erreichten wir einen großen Fels, an deren Rückseite man mit Hilfe eines Taus hinaufklettern kann (Anmerkung: auch wenn es einige geschafft haben, ohne abzustürzen oder sich einen Fuß zu brechen – Flip Flops sind nicht so ganz das richtige Schuhwerk hierfür…).
Oben angelangt teilten wir den Stein mit etwa 8 anderen Leuten und genossen einen ganz besonderen Blickwinkel: Koh Tao ist an dieser Stelle so schmal, dass man vom Viewpoint nicht nur die Chalok Bay an der Westküste, sondern auch gleichzeitig die gegenüber liegende Shark Bay an der Ostküste bestaunen kann. Ein göttlicher Anblick für alle Symmetrie-Fanatiker.

 

 

Chillen und Essen am Freedom Beach
Nachdem wir den außergewöhnlichen Anblick in uns aufgesogen hatten machten wir noch einen kurzen Stopp am hübschen Freedom Beach. Der kleine Strand ist nahe des Viewpoints gelegen und von der nördlich gelegenen Chalok Bucht durch Felsen und Wald getrennt.
Uns erwartete hellweißer Sand und eine kleine fotogene Baumreihe, in der Hängematten und Korrallen-Ketten hingen. Am Ende des Strandes gibt es nur ein einziges Restaurant, das mit einer großen offenen Holzterrasse und gemütlichen Sitzkissen zu leckeren Burgern mit Blick auf den Strand einlädt.

 

 

Tauchen in der Tanote Bay
Von dort aus düsten wir über die Insel Richtung Norden und auf die andere Seite, zur Tanote Bay. Schnorcheln stand auf dem Programm. In einer Tauchschule leihten wir uns Schnorchel und Brille – Flossen darf man auf Koh Tao nicht benutzen, denn damit zerstört man schnell mal eine Koralle.
Die Bucht ist zwar nicht so hübsch wie der Freedom Beach, dafür ist sie durch die alten Boote und den großen Fels im Wasser sehr fotogen. Zum Schnorcheln eignet sie sich übrigens hervorragend und uns erwartete eine sagenhafte Landschaft aus Korallen und zahlreichen bunten Fischen von klein bis groß. Als wir um besagten großen Fels in der Bucht herumschwammen, wurden wir übrigens fast gefressen: dort gibt es ca. Handteller-große dunkelbraun/schwarze Fische, die das Gebiet offenbar zu ihrem Territorium gemacht haben. Wenn man da so nichtsahnend umher schwimmt und plötzlich so ein Fisch zielstrebig auf einen zu geschossen kommt um einen in den Zeh zu beißen ist das im ersten Moment gar nicht mal so witzig. Man weiß ja nie wieviele Brüder der hat…
Es sei dazu gesagt, dass ich das Schnorcheln generell faszinierend und unheimlich zu gleich finde. Man taucht komplett in eine andere Welt ab und durch die Taucherbrille hat man nicht nur ein eingeschränktes Sichtfeld – alles hat auch andere Proportionen. Oft sehen Dinge weiter entfernt aus, als sie sind und ZACK stößt man mit dem Fuß gegen eine scharfe Koralle. Man verliert auch einfach komplett die Orientierung Unterwasser und beim Auftauchen ist man manchmal verwundert wie man da jetzt hingekommen ist und dass man von oben nicht einmal ansatzweise die Welt unter einem ausmachen kann. Doch wahrscheinlich macht es genau das zu etwas so faszinierendem. Schau es dir doch selbst im Trockenen und ganz ohne Brille und Schnorchel in meinem Koh-Tao-Film am Ende an.

 

 

Shark Bay mit blutigem Ende
Am nächsten Tag wollten wir einen zweiten Schnorchelgang in der Shark Bay starten, denn dort soll man am frühen Vormittag eine gute Chance auf Riffhaie (und mit ganz viel Glück sogar Schildkröten!) haben. Ich scheuchte meinen liebsten Reisebegleiter also schon früh aus den Federn und wir erreichten die Bucht gegen neun Uhr. Die Shark Bay besteht offenbar nur aus einem einzigen Riesen-Resort, der sogar eine eigene Tauchschule besitzt. Wir zahlten ein paar Euro Eintritt, mieteten uns Schnorchel und erreichten den Strand, als noch alle anderen Menschen am Frühstückstisch oder in ihren Betten lagen. Im Wasser war keiner. Die anfängliche Freude wurde schnell von Verwirrung verdrängt und als wir nah ans Wasser kamen, war auch klar, wieso: Ebbe. Na gut – dann laufen wir eben ein Stück raus. Zwei Meter später war klar: no Chance. Der Boden bestand komplett aus Korrallenflechten (ganz abgesehen davon, dass es das Riff zerstört, würde es auch einfach höllisch wehtun, darüber zu laufen). Also schwammen wir, bei einem Wasserstand so niedrig, dass wir gerade so mit der Bauchdecke drüber passten. Auf Dauer war das auch keine Lösung und das Wasser wurde einfach nicht tiefer.
Letzte Option: wir paddelten zurück an Land und kletterten gut 20 Minuten über Geröll und scharfe Felsen hinaus aus der Bucht. In der Hand Schnorchel, Brille und GoPro und stets darauf bedacht, nicht auszurutschen.
Vorn angelangt wollten wir gerade ins Wasser krabbeln, als ich (komplett stillstehend) auf einem flachen Stein ausrutschte. Wie im Comic zog es mir komplett die Füße unter dem Körper weg und ich landete mit einem schmerzhaften Krachen auf dem, lediglich in einem Bikini-steckenden Hinterteil. Die erste Sorge galt dem Rücken und den Handgelänken, doch das schien alles soweit in Ordnung zu sein. Doch als ich aufstehen wollte, bemerkte ich, wie sich der, von Algen ganz grüne, Stein plötzlich dunkeltrot verfärbte. Ein paar Sekunden später hatten wir die undichte Stelle gefunden: ich hatte mir den linken Fuß aufgeschlitzt. Nicht so ein bisschen. Das Blut schoss regelrecht hinaus.
Schnorcheln war so keine Option mehr (Blutend durch die Shark-Bay schwimmen… klingt wie das Drehbuch zu einem typischen Hollywood-Hai-Film). Leider war weit und breit auch kein Mensch oder Straße in Sicht. Also blieb nur: den Weg zurück klettern, den wir gekommen waren.
Während uns die Sonne so langsam auf den Rücken brannte, kletterte ich mit Händen und 1,5 Füßen über die Felsen zurück und verteilte meine DNA dabei in einer hübschen Spur entlang der Bucht. Im Gegenzug nahm ich gefühlt aber auch einen Eimer Sand und Dreck mit und verkrampfte mich schon bei dem Gedanken an die Schmerzen, die es verursachen würde, das alles wieder dort hinaus zu bekommen…
Ich erspare euch ein Foto (wir hatten ehrlich gesagt auch anderes im Sinn, als von Fuß oder der Bucht noch Fotos zu machen) und komme zum Ende des Blutbads: nach einer halben Stunde erreichten wir die Tauchschule und einer der Lehrer versorgte die Wunde recht fachmännisch (noch nie habe ich mir vormittags so sehr einen Schnaps herbei gesehnt). Danach ging es ab in die Klinik, wo eine zweite Säuberung und Antibiotika auf mich warteten.
Wasser (egal ob Meer oder Pool) war für den Rest der Zeit auf Koh Tao damit gelaufen. Die Entzündungsgefahr ist laut Ärztin einfach zu hoch. Stattdessen gab es in den folgenden eineinhalb Wochen einen täglichen Verbandswechsel inklusive Säuberung und antibiotischer Salbe. Aber ich hatte Glück (im Unglück): die Entzündung blieb aus, der Fuß ist noch dran und rechtzeitig für den Urlaub auf Bali war ich wieder fit für’s Meer. Und so ein bisschen Zwangspause auf unserem Balkon war übrigens auch ganz nett.

 

 

Touri-Trubel: Abends am Sairee Beach
So schön es abends auf unserem kleinen Balkon auch war, fuhren wir am Abend zum Sairee Beach, dem Hauptsttrand von Koh Tao. Dort merkt man dann recht schnell, dass die Insel mittlerweile auch schon komplett touristisch ist. Beachbars mit Tauchtouristen und Backpackern reihen sich aneinander und Restaraurants mit einem Angebot von Pizza bis Burger ziehen sich entlang der kleinen Straßen. Den Sonnenuntergang kann man aber dennoch ganz hübsch bei einem Cocktail im Sand betrachten.

Danach suchten wir eine Weil einen empfohlenen Italiener – und wurden irgendwann auch fündig. In einer kleinen versteckte Gasse, in einem düsteren Hinterhof, der an ein Rocky-Filmset erinnert gibt’s leckere Pizza bei „La Pizzeria“.

 

 

Humpelnd über Stock und Stein: Hinauf zum Koh Tao Viewpoint
Da ja Wasser nun tabu war, wollten wir die restlichen Aussichtspunkte von Koh Tao abklappern. Erster Anlaufpunkt des Tages sollte der Koh Tao Viewpoint inmitten der Insel sein. In scharfen Kurven ging es immer steiler hinauf, bis Googlemaps uns ca. 800 Meter vor dem Ziel aufforderte rechts abzubiegen. Und tatsächlich zeigte auch ein kleines Holzschild in diese Richtung.

Der „Weg“ war allerdings alles andere als befahrbar. Weg ist eigentlich auch zuviel gesagt. Trampelpfad mit plötzlich aufreißenden Erdlöchern, Felsen und Gewächs trifft es eher.
Mit anständigen Schuhen und einer normalen Fitness absolut machbar. Humpelnd mit Verband ein bisschen eine Herausforderung. Aber: Ich. Wollte. Da. Hoch. Also gingen wir hoch.
Oben erwartete uns eine Art Rohbau eines kleinen Hauses, von dessen unfertiger (aber bunt dekorierter) Dachterrasse man einen herrlichen Ausblick auf die Westküste von Koh Tao bis hin zu der kleinen Inselgruppe Ko Nang Yuan hat.
Nach einer kleinen Verschnaufpause und einem kühlen Wasser, das im Erdgeschoss verkauft wird, schlitterten wir den Weg wieder hinab zum Roller (was sich humpelnd tatsächlich noch schwieriger als hinauf herausstellte).

 

 

Essen mit Aussicht: Das Blue Heaven Restaurant
Ein weiterer schöner Punkt wäre wohl noch die Mango Bay im Nordern gewesen. Allerdings war die einzige Straße dorthin gerade gesperrt. Auf Warterei hatten wir wenig Lust und die zahlreichen Stufen hinab zur Bucht klangen mit besagtem Klumpfuß auch nicht gerade einladend.

Also folgten wir einer Empfehlung und fuhren zum Blue Heaven Restaurant, das man ebenfalls als Aussichtspunkt bezeichnen könnte. Von der Dachterrasse, die bei unserem Besuch wie leergefegt war, blickt man wunderschön auf die Bucht Ao Leuk, in der wir am liebsten auch nochmal geschnorchelt wären.
Stattdessen genossen wir leckeres Essen bei toller Aussicht – bis wir plötzlich schwarze Wolken in einer rasanten Geschwindigkeit auf uns zurasen sahen. In windeseile fuhren wir zurück zu unserem Resort und schafften es mit den ersten Tropfen gerade noch in unseren Bungalow.

 

 

Wunderschöne Atmosphäre: Der Sonnenuntergang im Dusit Buncha Resort
Der Regen hörte Richtung Abend zum Glück wieder auf und so machten wir uns auf die Suche nach einem netten Plätzchen für einen letzten Sonnenuntergang am Meer.
Wir ließen den überlaufenen Sairee Beach hinter uns und fuhren weiter nach Norden, bis wir am Ende einer Straße auf ein Schild mit der Aufschrift „Sunset Restaurant“ entdeckten.
Unter einem umgefallenen Felsen ging es hindurch und nach einem akzeptablen Eintrittsgeld schlenderten wir durch das schöne Resort vor zum Meer. Einen Strand gibt es dort zwar nicht, doch dafür wurden verschiedene Holzterassen auf die Felsküste gebaut, von deren Bambussitzgruppen man einen wunderschönen Ausblick auf die gegenüberliegende Inselgruppe Ko Nang Yuan hat. Einen ganz besonderen Platz gibt es der Terrasse vorgelagert: Auf einem großen Felsen steht eine einzelne kleine Sitzgruppe unter einem weißen Baldachin. Wir waren noch recht früh, doch natürlich war der Platz schon besetzt – blieb es zu unserem Glück allerdings nicht mehr lange. Und so konnten wir vom absoluten Prime-Spot bewundern, wie die Sonne langsam zwischen den kleinen Inseln gegenüber unterging.
Irgendwann wurden wir dann zwar doch noch von dort vertrieben, da den Mitarbeitern dann wohl eingefallen ist, dass sie den Platz nur mit Reservierung (und ich nehme mal an mit Mindestverzehr) hinausgeben. Wir hatten wohl einfach Glück gehabt…
Aber auch unten an den Felsen lohnte es sich noch eine Weil zu sitzen und dem lauten Meeresrauschen zu lauschen.

 

 

Drei Inseln und eine Sandbank: Ko Nang Yuan
Der letzte Tag war bereits angebrochen, doch wir hatten noch Zeit bis zum Nachmittag, wenn unsere Fähre zurück nach Chumphon ablegen würde. Also noch Zeit für einen Ausflug zur Inselgruppe Ko Nang Yuan. Die drei kleinen Erdhügel liegen vor der Nordwestküste von Koh Tao und sind durch eine breite Sandbank miteinander verbunden. Ein außergewöhnliches Bild und oft gepostetes Instagram-Motiv. Um dem Touristenstrom möglichst auszuweichen machten wir uns schon am Morgen auf den Weg. Wir checkten aus unserem Bungalow aus und wurden mit Sack und Pack zum Pier gebracht, wo wir uns Tickets für ein Longtailboot nach Ko Nang Yuan kauften. Die großen Rucksäcke konnten wir beim Ticketbüro lassen und los ging es. Vorbei an der Westküste von Koh Tao knatterten wir gen Norden und bereits nach ca. 20 Minuten legten wir am Steg der kleinsten der drei Inseln an. Uns erwartete klares Wasser, hellgraue Felsen und eine gleißendweiße Sandbank. Diese ließen wir allerdings erstmal hinter uns und stiegen auf den Viewpoint der südlichsten Insel. Nach einigen Stufen und einer großen Ladung Mückenspray erreichten wir einen kleinen Felsvorsprung, von dem aus man den bekannten – aber trotz dessen wunderschönen – Blick auf die Sandbank und die anderen Inseln hat. Wagemutig und trotz verbundenen Fußes kletterten wir über ein paar große Felsen noch weiter hinauf, denn dort kann man um einen großen Fels herum gehen und hat eine weitere sensationelle Aussicht Richtung Süden auf die Küste von Koh Tao.
Lange genossen wir den Blick allerdings nicht, denn gegen halb elf stürmten die ersten Touristengruppen hinauf und belagerten den ganzen Viewpoint. Da waren wir wohl gerade noch rechtzeitig gekommen.
Zurück auf der Sandbank war das klare Wasser beinah zu verlockend für den kaputten Fuß, doch die Touristenmassen im Wasser sorgten zum Glück für Abschreckung und so genossen wir den Blick bei einem (unfassbar überteuerten) Kaffee an der Beachbar.
Viel mehr schien es auch nicht zu geben auf der Attraktions-Insel, die uns immer mehr wie eine künstliche Resortlandschaft vorkam. Wir vergruben uns in unsere Bücher und warteten darauf, dass uns unser Longtailboot wieder abholen würde.
Auf dem Weg zurück sorgte ein gehöriger Wellengang noch für durchnässte Kleidung und zwischenzeitliche Befürchtungen, dass wir am Ende noch komplett im Wasser landen würden, denn unser Fahrer fuhr waghalsig parallel zu den Wellen, so dass sie uns jedes Mal drohten umzukippen.
Wir kamen dann doch irgendwie an und zogen als Fazit, dass sich ein kurzer Ausflug nach Ko Nang Yuan am frühen Vormittag zum Viewpoint lohnt, ein längerer Aufenthalt allerdings wohl kaum. Aber für uns war es ein netter Abschluss unserer Reise nach Koh Tao.

 

 

Mit dem Bus zurück nach Bangkok
Für den Rückweg nach Bangkok hatten wir die Alternative zum Nachtzug gewählt, denn mit diesem wären wir nicht rechtzeitig zum Dienstbeginn am nächsten Tag angekommen. Stattdessen fuhren wir Nachmittags mit der Lomprayah-Fähre zurück nach Chumphon, von wo aus wir ca. 8 Stunden mit einem Doppeldecker-Bus zurück nach Bangkok fuhren. Ziemlich lang, aber wir hatten wieder einmal verdammt viel Glück. Als erste im Bus stürmten wir im oberen Stockwerk ganz nach hinten zum Notausgang, vor deren Tür eine Sitzreihe fehlte und stattdessen eine Matratze lag (warum auch immer). Abwechselnd konnten wir auf dieser hervorragend schlafen, bis wir irgendwann nach Mitternacht Bangkok erreichten.

 

 

Bergauf, bergab und Unterwasser: Mein Koh Tao Film

 

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