AcroYoga

Die Kunst des Fliegens

Hast du als Kind auch vom Fliegen geträumt? Bist auf den Beinen deiner Eltern “Flugzeug geflogen” und oben auf den Schultern war der beste Ort der Welt? Warum damit aufhören, wenn es doch so schön war? 

AcroYoga lässt dein inneres Kind wieder aufleben, wenn du als Flieger den “Bird” machst, im “Throne” sitzt oder über Kopf im “Star” stehst. Vielleicht bleibst du aber auch lieber fest mit der Erde verwurzelt und lässt als Base deinen Flieger durch die Luft tanzen.

AcroYoga ist allerdings noch mehr als das!

Was ist AcroYoga?

Wenn ich Freunden erzähle, “ich bin heute Abend beim AcroYoga”, schaue ich meistens in verwirrte Gesichter. Nein, das hat nichts mit Aggressionen zu tun. Ganz im Gegenteil: schlechte Laune, Sorgen und Stress verfliegen bei mir in dem Moment, wenn sich meine Hände mit der Base verbinden, wir gemeinsam einatmen und ich mich in die Lüfte emporschwinge. 

AcroYoga – das ist Partnerakrobatik, therapeutisches Fliegen und Thai-Massage. Drei Komponenten, die Herausforderung, Bewegung und Entspannung miteinander verbinden und gemeinsam mit den Weisheiten des Yoga und dem Miteinander zu etwas Großartigem machen. 

Geschichte des AcroYoga

AcroYoga wurde 2003 in Kalifornien geboren, als die Yoga-Lehrerin Jenny auf den Turner Jason traf und sie ihre Leidenschaften miteinander verbanden. Akrobatische Elemente, Hebefiguren und Handstand, gepaart mit Achtsamkeit, Miteinander und Positionen aus  dem Yoga. 

Und Thai-Massage? Ich hab mir sagen lassen, der Mitbewohner von Jenny und Jason war Thai-Masseur und irgendwie passte das gut mit rein. Keine Ahnung ob da was dran ist, aber klingt nach einer plausiblen Erklärung, wie ich finde. 

Die Elemente des AcroYoga

 

Partnerakrobatik

Das Partnerakrobatik-Element ist wahrscheinlich das bekannteste des AcroYoga, denn es ist für den Zuschauer das eindrucksvollste. Elegante Hebefiguren und abgefahrene Positionswechsel machen auf Youtube was her und inspirieren zum Nachmachen.

Bei den Übungen gibt es stets eine „Base“, die den „Flieger“ in die verschiedensten Positionen hebt. Ganz klassisch liegt die Base dabei auf dem Rücken und streckt die Beine im 90-Grad-Winkel in die Luft – wie ein „L“ (deshalb auch „L-Basing“). Auf diese Weise sind Hände und Füße frei zum Heben und Herumwirbeln des Fliegers. Es gibt übrigens auch das Basen im Stehen – das ist aber nochmal eine ganze Spur akrobatischer und anspruchsvoller.
Als Flieger lässt man sich aber nicht passiv in verschiedene Positionen bugsieren. Es ist vielmehr ein gemeinsames Bewegen und Finden der nächsten Position. Als Flieger braucht es Vertrauen in die Base, in sich selbst und vor allem eine ganze Portion Körperspannung. Ihr könnt ja mal versuchen eine weichgekochte Spaghetti auf einem Finger zu balancieren… funktioniert so mäßig gut.
Die wichtigste Person im AcroYoga-Gespann ist allerdings oft der „Spotter“. Eine dritte Person, die nicht teilnahmslos daneben steht sondern die Positionen verfolgt, ihre Arme stets auffangbereit mitführt und im Notfall den Flieger vor einem unangenehmen Absturz bewahrt.

Was für Positionen und abgefahrene Übergänge man dann so miteinander machen kann und wie man diese auch als totaler Anfänger lernen kann, das erzähle ich euch in einem eigenen Artikel zur Partnerakrobatik im AcroYoga.

Therapeutisches Fliegen

Das therapeutische Fliegen gleicht auf den ersten Blick der Partnerakrobatik, denn auch hier liegt die Base als “L” auf dem Boden und der Flieger liegt auf Füßen und Händen. Doch während es bei der Akrobatik um Positionen, Übergänge und Körperspannung geht, so hat das therapeutische Fliegen vor allem Entspannung im Sinn. Für die klassischen Yogis unter euch: Partnerakrobatik entspricht wohl ein bisschen dem „Hatha-Yoga“, bei dem verschiedene Figuren („Asanas“) geübt werden. Therapeutisches Fliegen ist wohl eher „Yin-Yoga“, bei dem in ruhigen Positionen gedehnt und entspannt wird.

Als Flieger darf und sollte man dabei sämtliche Körperspannung loslassen und sich einfach mal hängen lassen (wobei das manchmal gar nicht so leicht fällt). Die Base zieht den Flieger lang, dehnt und massiert und während man gemeinsam Ein- und Ausatmet stellt sich langsam eine ganz tiefe Entspannung ein.

Bei meiner Lieblingsübung, dem „Folded Leaf“ wird der Rücken mit jeder Minute länger und am Ende liegt der Kopf auch mal auf dem Bauch der Base.

Thai-Massage

Wem das therapeutische Fliegen noch nicht Entspannung genug ist, der wird spätestens bei der Thai-Massage glücklich werden. Den meisten sollte diese Art der Massage ein Begriff sein – von Reisen nach Thailand oder vom Massagestudio um die Ecke.

Hierbei wird der ganze Körper – von den Füßen, über Beine und Arme, zum Rücken und Bauch bis hinauf zum Kopf – durch Druck gelockert. Der Druck entsteht dabei nicht durch Armkraft des Massierenden, sondern dadurch, dass er sein eigenes Körpergewicht einsetzt und auf den Empfänger überträgt.

Wer das richtig gut kann und die eigene Atmung damit in Einklang bringt, der schafft es sogar, sich selbst zu entspannen, während er die Massage gibt.

Die wundersame Wirkung von AcroYoga

AcroYoga ist also ein bisschen Akrobatik und ein bisschen Entspannung. Aber irgendwie auch noch mehr. 

AcroYoga ist vor allem “Gemeinsam” – und zwar nicht nur im physischen Sinn. Ganz offenkundig kann man AcroYoga nicht allein im stillen Kämmerlein machen, denn so eine Figur erfordert nunmal  mindestens eine Base und einen Flieger. Doch – auf die Gefahr hin, dass ich nun wie ein Guru klinge – AcroYoga erfordert auch, dass man sich mental miteinander verbindet.

Natürlich kann man die einzelnen Figuren und Übergänge einfach irgendwie machen, die Base ihren Flieger irgendwie da hin bugsieren, wo sie ihn haben möchte oder der Flieger einfach auf den Füßen und Händen der Base Kunststücke vollbringen. So richtig schön und flüssig werden die Bewegungen allerdings nur dann, wenn Base und Flieger sich als Einheit bewegen, sich ohne Worte verständigen und Impulse durch gemeinsames Atmen oder einen leichten Händedruck ausgetauscht werden. Wenn das klappt, dann wird aus Akrobatik plötzlich AcroYoga. Und dieses Gefühl ist wahnsinnig schön.

In meiner Lernzeit für das zweite Examen waren die AcroYoga-Treffen mein bester Ausgleich, denn bei keinem anderen Sport kann ich die Bücher und den Druck so gut vergessen. Den Fokus hundert prozentig im Moment und der gemeinsamen Bewegung. Kein Blick aufs Smartphone, keine umherschwirrenden Gedanken und keine To-Do-Liste im Kopf erstellen. 

Was fasziniert dich an AcroYoga?

Das sagen die Hamburger AcroYogis:

“Das Miteinander, das aufeinander Aufpassen, das Spiel mit den richtigen Bewegungen und das Vertrauen was man aufbringen muss um es überhaupt umzusetzen.”

 

 

“Es lehrt mich, mich und meinen Körper zu spüren und zu verstehen Meine Gefühle und Gedanken mit anderen zu teilen und achtsam zu kommunizieren. Es lehrt mich Geduld, Gelassenheit und den Umgang mit Vertrauen.”

“Eine Herausforderung für Körper Geist und Seele. Hoher Koordinationsanspruch, Spaß und gemeinsame Erfolgserlebnisse. Tolle Menschen, die man dabei kennen lernt!”

Herausforderung AcroYoga – Jeder kann es lernen

Vielleicht bist du von Fotos und Videos im Internet total beeindruckt und glaubst jetzt “sowas kann ich nicht”. NOCH nicht! Was jetzt wie ein ausgelutschter Postkarten-Spruch klingt, ist allerdings wahr: jeder fängt klein an – aber jeder kann es lernen. Auch du. 

Dabei können einem ganz unterschiedliche Herausforderungen begegnen: vielleicht hast du ein bisschen Höhenangst, oder glaubst du hättest nicht genug Kraft. Vielleicht hast du noch nie über Kopf gestanden oder noch nie Yoga gemacht. Vielleicht fällt es dir einfach nur schwer, anderen zu vertrauen oder Berührungen mit anderen Menschen einzugehen. 

Ich habe früher viel geturnt und natürlich fallen mir deshalb die meisten Flieger-Positionen schnell sehr leicht. Aber dafür liegt meine Herausforderung darin, als kleine Frau auch mal Base zu sein – und auch das geht! Vor allem aber war meine Herausforderung, Kontrolle auch mal abzugeben und sich (im wahrsten Sinne des Wortes) auch mal hängen zu lassen. So etwas fällt mir nämlich gar nicht so leicht… 

  • Wer?

    Menschen jeden Alters, Berufs und jeder Herkunft. In der Hamburger Community ist von jung bis alt alles und wahrscheinlich jede Berufsgruppe vertreten. Und Sprache ist beim AcroYoga sowieso zweitrangig.

  • Welches Level?

    Jeder, der Lust darauf hat – mit und ohne Vorerfahrung. Beginne mit simplen Positionen und lerne in deinem Tempo immer mehr dazu.

  • Wo?

    zum Beispiel im Center Of Gravity in Hamburg. Dort gibt’s auch Wochenend-Workshops für Nicht-Hamburger. [unbezahlte Werbung]

    Vielleicht gibt’s in deiner Stadt ja auch ein Studio. Oder eine Facebook-Gruppe, die sich regelmäßig im Park trifft.