Angkor
– Tempel, Dschungel und Siem Reap – 

Ankunft in Siem Reap
Nach einem kurzen Flug von Saigon landeten wir am Abend auf kambodschanischen Boden. Der Blick hinaus aus dem Fenster brachte mich zum Schmunzeln. Wie ein Auto hatten wir einfach so vor einer kleinen Reihe Holzhäuser „geparkt“.


Wir stiegen die Treppen des Flugzeugs hinab und traten in den „International Airport“ ein – eine mehr oder weniger verlassene, kleine aber sehr hübsche Halle – und reihten uns in die lange Schlange der Immigration ein. Zum Glück hatten wir unsere Visa schon an der Botschaft in Berlin per Post beantragt, denn die Reihe vor dem Visa-Schalter war seeeehr lang. Unsere Rucksäcke erwarteten uns bereits am Gepäckband, ebenso unser Tuk-Tuk-Fahrer, der uns gratis vom Hotel geschickt wurde. Die Tuk Tuks sind hier ganz anders als die von uns in Myanmar liebgewonnenen Fahrzeuge. Während sie dort eher einem Mini-Traktor glichen, auf deren Ladefläche zwei schmale Holzbänke montiert sind, ähnelt die kambodschanische Variante vielmehr einer kleinen Kutsche mit gepolsterter Sitzbank, wobei der Wagen mit einer Art Anhängerkupplung am Motorrad befestigt wird. Bequemer ist das ja schon… Doch die Traktor-Variante hatte irgendwie mehr Flair.

Unser Fahrer versuchte uns dann noch recht vehement für den nächsten Tag als Kundschaft zu gewinnen und bei ihm eine Rundfahrt für die Tempel zu buchen. Wir hatten zwar schon vor per Tuk Tuk durch Angkor zu düsen, hatten uns aber Uhrzeit und Route noch nicht genau überlegt. Unabhängig davon empfanden wir sein beinahe bettelndes und nachdrückliches Fragen als sehr aufdringlich und verspürten daher nicht so viel Lust auf seine Gesellschaft für den folgenden Tag. In unserem Hotel empfing uns ein kleiner Pool, laut quakende Frösche und ein riesiges Zimmer. Doch wir marschierten schnell wieder los, denn Freitagabends soll es im „Ivy Guesthouse“ leckere und günstige asiatische Tapas geben. Leider waren wir zu spät und als wir endlich ankamen, war der Laden gerade schon am Schließen… In der Kneipenstraße wurden wir zwar noch fündig und konnten unsere Mägen füllen, viel mehr als Touri-Läden und Karaokebars war dort allerdings nicht zu finden und so verkrümelten wir uns bald ins Hotel.

 

Bei Angkors Tempeln
Am nächsten Morgen bestellten wir uns an der Hotelrezeption ein Tuk Tuk und wurden wenig später von einem zurückhaltenden aber netten Fahrer abgeholt. Ohne großes Hin und Her fragte er uns, was wir sehen wollten – wir zeigten ihm unsere geplante Route und schon ging’s los. Den ersten Stopp mussten wir noch am Ticketoffice einlegen, wo wir einen Dreitagespass für Angkor kauften. Wir wussten zwar bereits, dass wir nur zwei Tage bleiben würden, aber es gibt nur Tickets für einen oder drei Tage (natürlich…). Da der Dreitagespass etwas günstiger ist als zwei einzelne Tickets und man sich so am zweiten Tag auch das Ticketoffice sparen kann, hieß es für uns also gute 60 Dollar Eintrittsgeld (pro Person!). Das sprengte sämtliche Eintrittspreise, die wir zuvor gezahlt hatten. Es stand auch in krassem Widerspruch zum notierten Preis von ca. 40 Dollar in meinem schlauen Notizbuch. Am Ticketschalter konnten wir auch herausfinden wieso: im Februar diesen Jahres haben die Kambodschaner offenbar eine Preiserhöhung von ca. 50% vorgenommen… Naja, was soll man sagen? Es ist eben eine der berühmtesten Tempelstätten der Welt…
Ausgestattet mit zwei personalisierten Tickets inklusive Fotos (damit man auch ja nicht sein Ticket nach zwei Tagen weiterverkauft…) tuckerten wir also los zu den einzelnen Tempeln. Die Fahrt zwischen unseren Stopps führte uns über asphaltierte Straßen durch schöne Natur, vorbei an Seen und riesigen Bäumen. Wir überquerten kleine Flüsse über Brücken, die von großen Steinfiguren flankiert wurden und wir trafen die ersten Elefanten! Es war allerdings keine sehr schöne Begegnung, denn die wunderschönen Tiere werden hier mit Touris beladen, die sich in den Holzkörben auf ihnen herumtragen lassen – ohne sich darüber Gedanken zu machen, unter welchen Bedingungen die Tiere gehalten werden und dass  ihnen das Reiten in den Körben sehr schadet.

 

 

Angkor Thom
Wir begannen die Route des ersten Tages am Angkor Thom, eine Tempelanlage, die sogar noch wesentlich größer ist als der berühmte Angkor Wat. Berühmt ist die Anlage vor allem für den „Gesichtertempel“ Bayon. Den Spitznamen trägt er völlig zu Recht, denn die einzelnen Türme des Tempels bestehen jeweils aus riesigen Stein-Gesichtern, die in alle vier Richtungen schauen. Ob sich die Macher des Mount Rushmore dort Inspiration gesucht haben?
Leider sind die Steingesichter natürlich nicht die Einzigen die man dort antrifft. In den schmalen Gängen und auf den kleinen Zwischenebenen drängeln sich zahlreiche Menschen und so richtig atmosphärisch ist es daher nicht.
Trotz allem kann man sich in den kleinen verwinkelten Gängen und vielen Zwischenebenen hervorragend verlaufen, mehrfach im Kreis laufen und hat wahrscheinlich trotzdem nicht alles gesehen, während die Steinköpfe einen amüsiert von oben dabei beobachten.


Wir schafften es mithilfe der Googlemaps-Kompassnadel irgendwann dann doch, den richtigen Ausgang zu finden und schlenderten weiter zum Baphuon, einem riesigen Tempelberg der über eine Art antiken „Laufsteg“ erreicht wird. Das pyramidenförmige Gebäude (ohne Spitze) hat zu allen vier Seiten Treppen und natürlich sind wir – in der Hoffnung auf einen Wahnsinnsblick – hinauf gekraxelt. Eine schöne Aussicht hat man – keine Frage. Allerdings stellt man auch recht schnell fest, dass ein Weitblick, wie man ihn in Bagan hat, in Angkor nicht zu finden ist. Dafür gibt es dort einfach viel zu viele große Bäume. Aber keine Sorge – auch der Blick auf den kambodschanischen Dschungel sind die Stufen wert!  


Auf dem Weg zurück zur Straße entdeckten wir noch einen kleinen Gang, der sich als die „Terrasse des Lepra-Königs“ herausstellte. Hohe Steinwände bilden einen Zickzack-förmigen Flur und sind übersät mit wunderschönen Reliefs.

 

 

Ta Prohm
Nach dem weitläufigen Areal Angkor Thoms ging es tiefer in den Dschungel zu Ta Prohm. Hier hat sich die Natur ein Stückchen Erde über Jahrhunderte zurückerobert und die ursprüngliche Form des Tempels ist kaum mehr zu erkennen. Überall  verlaufen riesige Wurzeln (und wenn ich riesig sage, dann meine ich wirklich richtig richtig groß!) entlang und sind teilweise so eng mit dem Mauerwerk verbunden, dass man Tempel und Pflanze kaum mehr voneinander trennen könnte. Aber ganz ehrlich: wer würde dieses Wunderwerk der Natur auch verändern wollen? Der Ort hat etwas Magisches – auch wenn man natürlich in reger Gesellschaft anderer Touristen ist. Die Magie hat übrigens auch der Regisseur von Lara Croft erkannt und den Tempel zum Drehort des Filmes gemacht.

 

 

Angkor Wat
Nach unserem Besuch beim Hollywood-Star, steuerten wir am Nachmittag den unangefochtenen Welt-Star an: Angkor Wat. Wie ein pompöser Palast erheben sich die Türme aus der Landschaft und über einen langen, schnurgeraden Weg läuft man durch einen symmetrisch angelegten Garten auf den beeindruckenden Tempel zu. Im Innern erwarten einen zahlreiche Apsara-Tänzerinnen, die als Reliefs über die Sandsteinmauern tanzen. Der Aufbau des Tempels gleicht ein bisschen dem eines Klosters, mit kleinen Innenhöfen und Kollonnadengängen, deren Säulen und Decken mit roten Verzierungen geschmückt sind. Von einer großen Freifläche auf einer Zwischenebene gelangt man hinauf in die Turm-Ebene. Ein bisschen Geduld muss man für die Aufstieg allerdings mitbringen, denn es darf (zur Erhaltung des Tempels) nur eine gewisse Zahl von Menschen gleichzeitig hinauf. Wer keine Lust hat lange in der Sonne anzustehen, verpasst aber auch nicht sooo viel. Der Blick auf den „Vorgarten“ ist zwar ganz schön, aber im Vordergrund sieht man vor allem den recht überlaufenen Innenhof und diverse Baugerüste.
Den schönsten Blick auf den Tempel hat man übrigens vom kleinen See davor, auf dessen Wasseroberfläche sich die markanten Türme sehr schön spiegeln.

 

 

Sonnenuntergang in Angkor
In meinem schlauen Notizbuch hatte ich mir fett „Sonnenuntergang: Phnom Bakheng“ notiert. Vom kleinen Berg im Nordwesten von Angkor Wat soll man einen tollen Blick haben. Ein Geheimtipp ist das allerdings nicht… Unser Tuk Tuk Fahrer setzte uns deshalb bereits um kurz nach vier am Fuß des Hügels ab und erklärte uns, dass auch hier nur eine gewisse Anzahl auf den kleinen Bergtempel hinauf dürften. Wir marschierten also (mit den restlichen Menschenmassen) hinauf und reihten uns in die Schlange ein. Die Sonne brannte hinunter und auch zwanzig Minuten später hatten wir uns kaum weiter bewegt. Gegen fünf Uhr (also etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang) lief einer der dort Angestellten die Schlange entlang und erklärte, dass man gerne stehen bleiben könne, es aber aussichtslos sei, dass man noch zum Sonnenuntergang hinauf käme. Und tatsächlich – in der gesamten Zeit die wir dort gestanden hatten, waren gerade mal eine Hand voll Menschen – unter lautem Gejubel der Vordersten in der Schlange – hinabgestiegen. Vor uns standen noch gut hundert Menschen in der Schlange. Dass so viele Menschen in der letzten Stunde vor dem Sonnenuntergang wieder hinabkommen würden, war in der Tat völlig aussichtslos. Also verließen wir die Schlange und spazierten (naja zugegebenermaßen schlurfte ich etwas schmollend) um den kleinen Tempel herum. Auf der Rückseite hatten wir immerhin einen schönen Blick auf Angkor Wat und uns wurde bewusst (es hätte uns ja aufgrund der Himmelsrichtungen schon klar sein müssen), dass man die untergehende Sonne jedenfalls nicht hinter Angkor Wat sehen würde. Trotzdem wollten wir so gern noch auf den Tempel hinauf und zogen tatsächlich kurz in Erwägung, auf der Rückseite einen der Angestellten zu bestechen… (Wir haben uns dann aber doch nicht getraut, die blickten schon so grimmig drein).

Kurz vor knapp beschlossen wir dann, dass der Blick vom Berg nun auch nicht der Oberknaller ist und marschierten schnell hinab zum Tuk Tuk Fahrer. Wir klagten ihm unser Leid und er zauberte schnell noch eine Notlösung hervor und setzte uns an einer der Statuen-Brücken ab. Von hier aus konnten wir die Spiegelung der untergehenden Sonne im Fluss bewundern und fanden den Blick ehrlich gesagt wesentlich schöner als vom Berg. In den letzten Momenten schob sich dann ohnehin noch eine fette Wolke davor und unser Tuk Tuk Fahrer kommentierte augenzwinkernd „die Leute auf dem Tempel sehen jetzt auch nur eine Wolke“. Recht hatte er…

 

 

Cellokonzert in Siem Reap
Mein Schmollmund hatte sich jedenfalls verzogen und ich freute mich auf das geplante Abendprogramm: ein Cellokonzert des schweizer Arztes Dr. Beat Richner „Beatocello“ im Kinderkrankenhaus in Siem Reap. Jeden Samstagabend gibt er – gegen eine Spende –  ein kleines Konzert und erzählt von seiner Arbeit in Kambodscha. Jeden?…
Wir ließen uns vom Tuk Tuk Fahrer vor dem Krankenhaus absetzen und sahen bereits die Plakate, die auf das wöchentliche Konzert hinwiesen. Wir liefen zum Eingang und fragten, wo genau das Konzert stattfinden würde und erfuhren dort, dass der Doktor diese Woche nicht da sei… Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass mein Schmollmund da ganz schnell wieder zurück war, war es doch nun nach Tapas-Laden und Sonnenuntergang die dritte Sache innerhalb von 24 Stunden, die nicht geklappt hatte (wieder einmal Jammern auf hohem Niveau!). Im Gegensatz zum Schmollmund war unser Tuk Tuk Fahrer natürlich schon längst weg…
Statt Musik gab es dann leckeres Curry im Restaurant „Lillypop“, ein kleiner Laden fern der Touri-Gegend und eine super entspannende Fußmassage.
[Anmerkung zu Bild Nr. 1: Neben dem ehrlich gesagt etwas gruseligen Plakat für das Cello-Konzert, beachte man bitte den Roller, der vollgepackt mit Hühner ist und die Kühe, die einfach so am Straßenrand chillen.]

 

 

Preah Khan
Für den zweiten Tag hatten wir uns die etwas kleineren und weiter entfernten Tempel vorgenommen und hofften, dem Touristenstrom dort zumindest etwas entgehen zu können. Nach langem hin und her überlegen und Internetrecherche hatten wir uns auch gegen einen Sonnenaufgang bei Angkor Wat entschieden. Was man so liest, ist es dort derartig überlaufen, dass man eigentlich nur Köpfe sieht und eine ruhige Atmosphäre sucht man dort vergeblich.
Stattdessen ließen wir uns entspannt am Vormittag von unserem Tuk Tuk Fahrer des Vortages abholen und starteten unsere Tour am Preah Khan. Der kleine Tempel ist ähnlich wie Ta Prohm von großen Baumwurzeln überwuchert. In einem Kreuzgang steht ein kleiner, glockenförmiger Stupa und ein paar Meter weiter seilt sich eine fette Wurzel durch das Tempeldach ins Innere hinab. Und tatsächlich: uns begegneten hier nur eine gute Hand voll anderer Menschen!
Am Ausgang des Tempels wartete unser Tuk Tuk und ein großer See, der ein bisschen an eine Sumpflandschaft erinnerte.

 

Neak Pean
Unsere Fahrt führte uns am See entlang zu einem langen Holzsteg, der zu einer kleinen Insel inmitten der Sumpflandschaft führte. In der Mitte der Insel befindet sich ein kleines, künstlich angelegtes Wasserbecken, in dessen Mitte wiederum ein kleiner Tempel steht. Zu dem Tempel selbst gelangt man zwar nicht hinüber, doch die Atmosphäre am Wasser inmitten von Dschungel-Pflanzen ist wunderschön ruhig und eignete sich hervorragend für eine kleine Tempel-Pause.

 

 

Ta Som
Den nächsten Stopp legten wir an einem weiteren kleinen, überwucherten Tempel ein. Der Ta Som kann zwar nicht ganz mit Ta Prohm mithalten, doch dafür ist es hier auch deutlich ruhiger. Unser Tuk Tuk Fahrer gab uns noch den Tipp, zum Tor auf der Rückseite des Tempels zu gehen. Der Tipp war gut! Das Tor ist komplett vom Wurzelwerk überwuchert und an der Seite blitzt gerade noch so das Relief einer Figur hervor.

 

Pre Rup
Der letzte Stopp unserer Route führte uns nochmal hoch hinauf auf die Pre Rup Pyramide. Die roten Steine erheben sich zwischen kleinen Türmen empor und werden von Sphinx-ähnlichen Löwen-Statuen bewacht. Der Blick von oben ist sehr schön und im Vergleich zu den vorherigen Aussichtspunkten auch recht weitläufig. Von oben erinnert das Areal mit seinen verfallenen Säulen fast ein bisschen an das Forum Romanum

 

Banteay Kdei
Ein bisschen Zeit und Lust hatten wir noch, also fragten wir unseren Tuk Tuk Fahrer kurzerhand, welchen Tempel er noch in der Nähe empfehlen könnte. Er fuhr uns zum Banteay Kdei, einem kleinen Tempel, der ein bisschen was von allem hatte: ein bisschen Wurzelwerk, ein kleiner Steinweg und ein Tor mit einem Steingesicht. Doch bereits nach der Hälfte des Weges durch das Areal hielten wir an und kamen zu dem Ergebnis, dass wir nun genug Tempel gesehen hatten. Versteht mich nicht falsch, es waren faszinierende, wunderschöne und bombastische Motive, die wir innerhalb von zwei Tagen geboten bekamen. Doch irgendwann ist die Festplatte im Kopf nunmal voll und alles sieht mit der Zeit gleich aus. Um uns nicht komplett zu überfrachten sagten wir also “Tschüss Angkor” und ließen uns vom Fahrtwind trocken pusten (bei schwülen 38 Grad ist man nämlich sehr schnell komplett durchgeschwitzt…).

 

Abendprogramm in Siem Reap
Nach einer kleinen Abkühlung im Hotelpool stand für den letzten Abend in Siem Reap noch ein bisschen Kultur auf dem Programm. Da das Konzert sich ja erledigt hatte, hatten wir uns stattdessen Tickets für den „Phare – the Cambodian Circus“ gekauft.   
Doch vorher gab es noch ein kleines Entertainment kulinarischer Art, denn wir gönnten uns ein leckeres „Cambodian BBQ“. Mein liebster Reisebegleiter, der ein Semester in Seoul studiert hatte, hat mir schon so oft vom Korean BBQ vorgeschwärmt, dass wir diese gemütliche Art des Essens nun mal in Kambodscha ausprobieren mussten.  Auf jedem Tisch steht eine Schale, die von unten mit Kohle erhitzt wird. In der Schalenmitte wölbt sich eine Metall-Kuppel nach oben, auf der man die kleinen Fleischstücke grillt. Um die Kuppel herum wird heißes Wasser gefüllt (also wie ein „Hot Pot“-Ring) in dem die Beilagen, bestehend aus Gemüse und Reisnudeln, gedünstet werden. Als Fleisch gab es eine wilde Auswahl aus Hühnchen, Rind und Schwein, aber auch Hai, Kalmare, Schwertfisch und Krokodil. Toll so viele auszuprobieren!


Nach diesem kulinarischen Erlebnis nahmen wir ein Tuk Tuk zum außerhalb gelegenen Zirkuszelt. Der Zirkus stammt ursprünglich aus Battambang, wo junge Kambodschaner an der Schule „Phare Ponleu Selpak“ verschiedene Künste erlernen können. Wir hatten die günstigsten Tickets ganz oben und seitlich – doch waren die völlig ausreichend um alles sehen zu können. Die Show wurde mit einem kleinen Intro auf Leinwänden eingeleitet, in der man ein bisschen von der Schule und dem Projekt erfuhr. Danach folgten etwa 90 Minuten Unterhaltung pur! Ich bin als Ex-Turnerin und Musical-Nerd wirklich recht picky, was derartige Shows angeht und muss sagen: die Jungs und Mädels waren wirklich top! Mit sympathischer Ausstrahlung und  hervorragender Mimik schafften sie es, eine kleine Geschichte zu erzählen – ohne dass es zum Verständnis noch einer Erklärung bedurft hätte. Neben Feuerfackeln und Partnerakrobatik gab es kleine Einlagen am Tuch-Trapez, der Stange und dem Schleuderbrett. Auch wenn die artistischen Kunststücke vielleicht nicht das Niveau eines Cirque du Soleil erreichen, so war es aber dennoch eine tolle Show, die einfach Spaß brachte und deren Stimmung auch für den letzten Banausen ansteckend ist.


Zurück in Siem Reap schlenderten wir noch über den wirklich hübschen Nachtmarkt und ich versuchte vergeblich, heimlich ein Geburtstagsgeschenk für meinen liebsten Reisebegleiter zu besorgen. In Siem Reap gibt es nämlich an jeder Ecke große Leinwände mit abstrakten bunten Abbildungen von Buddhaköpfen. Doch es war aussichtslos, gerade als ich den Preis verhandelt hatte, bog das Geburstagskind in spe schon wieder um die Ecke.

 

Fisch-Kur in Siem Reap
Statt Bild gab es für uns aber noch einen Besuch bei „Dr. Fish“. Nein, wir sind nicht bei „Findet Nemo“ gelandet – aber in Siem Reap gibt es zahlreiche Aquarien mit der Aufschrift „Dr. Fish can do massage too“. Alles klar – das mussten wir ausprobieren. Man zahlt pro halbe Stunde, setzt sich an eine der Bänke am Beckenrand und taucht die Füße ins Wasser. Die Fische knabbern dann die alte Haut ab und nach 30 Minuten werden die  platten Tempel-Treter wieder zu samtweichen Baby-Füßen. Wir hatten unterwegs schon so einige Touris gesehen, deren Füße entspannt im Wasser baumelten – also musste es ja gut sein! Also ab auf die Bank, Beine hochgeschwungen und rein – NEIN! Doch nicht!…
In dem Moment, als die Füße fast die Wasseroberfläche berührten kamen die Fische angeschossen und wie eine Horde wilder Piranhas tobten sie unter einem in ihrer unbändigen Gier nach Haut… Es kostete uns dann doch erstaunlich viel Überwindung die Füße (dann doch erstmal zu den kleinen Fischen) ins Wasser zu stecken. Und dann ging es los: von wegen Entspannung! Das geknabber kitzelte so sehr, dass wir es anfangs immer nur wenige Sekunden aushielten, bis wir den verfressenen Mäulern unsere Zehen wieder entreißen mussten. Die ganze Situation war so urkomisch, dass uns irgendwann vor Lachen die Tränen kamen. Wir konnten uns beim besten Willen nicht vorstellen, wie die anderen Menschen sich dabei entspannen konnten… Doch irgendwann gewöhnte man sich tatsächlich dran und ich wagte es am Ende dann doch noch ins Becken zu den „großen“ Fischen hinein. Die Zehen sind dran geblieben und die Füße waren danach wirklich samtig weich. Aber vor allem war es einfach ein saukomisches Erlebnis!


Vor lauter Fischen hätten wir dann übrigens fast vergessen, dass wir die Nacht ja gar nicht mehr im Hotel verbringen würden, sondern einen Nachtbus nach Phnom Penh gebucht hatten. Aber diesmal lief mal alles glatt und für unsere Verhältnisse fast schon langweilig so ganz ohne Zeitstress und Sprint zum Fortbewegungsmittel.  

 
Fazit zu Angkor:
Die Tempel sind schon wirklich eine Wucht! Insbesondere die überwucherten Ruinen und großen Wurzeln haben etwas Zauberhaftes. Ein Tag ist dafür wirklich nicht genug Zeit, denn die reicht gerade mal so für die drei bekanntesten Tempel. Wer auch mal ein paar weniger überlaufene Tempel sehen möchte, der braucht einen zweiten Tag.
Wir waren schon ziemlich vollgefrachtet von unseren 4 Wochen Reise durch Myanmar und Vietnam und konnten es dadurch vielleicht nicht mehr ganz so sehr aufsaugen, wie man es am Anfang einer Reise gekonnt hätte. Aber trotz einer gewissen Tempelmüdigkeit hat uns einiges in Angkor doch noch völlig aus den Socken gehauen! Das Eintrittsgeld ist den Besuch daher in jedem Fall wert und es ist schön zu sehen, dass man hier darum bemüht ist, dieses Weltkulturerbe zu erhalten – auch wenn das eben bedeutet, dass man dann vielleicht mal nicht auf einen Tempel hinauf kommt. Vielleicht sollte man das in Bagan auch einführen… sonst stehen Pagoden wie die Shwesandaw wahrscheinlich in wenigen Jahren nicht mehr.

 

 

4 Kommentare

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  1. […] Tag 28: Angkor Tag 29: Angkor; Nachtbus nach Phnom Penh Tag 30: Phnom Penh Tag 31: Phnom Penh; Bus nach […]

  2. […] Direkt daneben befindet sich der Wat Ratchaburana, ein Tempel mit einem Turm, der denen des Angkor Wat ähnelt. Im Gemäuer lässt sich noch das ein oder andere Relief entdecken und von oben hat man […]

  3. […] mit seinen sieben Türmen und teilweise verfallenen Thewada-Reliefs ein bisschen an die Ruinen in Angkor erinnert. Ungewöhnlich ist der kleine Stupa, der mit so vielen bunten Bändern geschmückt ist (ein […]

  4. […] hiervon auf der Insel Koh Rong Samloem. Die Eindrücke des Landes „beschränken“ sich daher auf Siem Reap und die Tempel Angkors, die Hauptstadt Phnom Penh, die Küstenstadt Sihanoukville und das Paradies Koh Rong Samloem. Auch […]

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