Australien

mit Kindern und Wohnmobil ans andere Ende der Welt

Australien mit Wohnmobil

Australien mit Wohnmobil? Super Idee!
Australien mit Kindern? Auf jeden Fall! 

Im Winter 2002/2003 buchten meine Eltern 5 Flüge ans Ende der Welt! Es war unsere erste große Reise. Mit an Bord: meine zwei jüngeren Brüder (damals 3 und 9) und ich (damals 13). 

Vier Wochen würden wir mit einem gemieteten Wohnmobil Australiens Küste von Brisbane bis nach Adelaide erkunden. Vier Wochen? Schwierig mit Kindern, denn es gibt nur drei Wochen Weihnachtsferien. Doch mit ein bisschen Überzeugungskraft meiner Eltern wurden wir  für eine Woche von der Schulleitung frei gestellt. 

Wir waren aufgeregt wie Bolle und waren uns sicher “Das wird der beste Urlaub!” (Zitat aus meinem Reisetagebuch).

Apropos Reisetagebuch. Der ein oder andere wird sich fragen: wieso schreibt man denn fast 20 Jahre nach einer Reise noch einen Blogbeitrag dazu? Das ist doch alles nicht mehr aktuell! 

Stimmt. Deshalb gibt’s auch keine klassischen Tipps für Restaurants, Stellplätze oder Eintrittspreisen von mir. Was sich aber hoffentlich nicht verändert hat, sind die wunderschöne Landschaft und die tolle Tierwelt in Australien. Und darum drehte sich damals unsere Reise. Vor allem aber ist es ein Rückblick, der zeigen soll: auch als fünfköpfige Familie mit einem Kleinkind und einem Teenager (nur um jetzt mal die Extreme aufzuzeigen), kann man eine abenteuerliche Reise auf engstem Raum unternehmen! 

Australien Karte

Wie ich zu diesem Artikel kam? Bei meinem Umzug fiel mir mein altes Reisetagebuch aus Australien in die Hände. Ich fing an zu lesen und amüsierte mich prächtig über meine Teenager-geprägten Kommentare. Besonders lustig wurde es dann, als ich das Reisetagebuch meiner Mama daneben legte und die Passagen miteinander verglich. Welch unterschiedliche Wahrnehmungen man doch auf so einer Reise hat! Aber ich möchte nicht zu viel verraten: einige Zitate werdet ihr an entsprechender Stelle finden. 

Also Abflug in unsere Zeitreise ins Jahr 2002!

Zwischenstopp in Hongkong

Gegen 18 Uhr verlassen wir den Frankfurter Flughafen. Vor uns liegen die ersten elf Stunden Flugzeit unserer Reise nach Australien. Meine Eltern sind wahrscheinlich ein bisschen nervös, ob wir Kinder den langen Flug ohne Nörgelei überstehen. Doch Kinder sind ja manchmal einfach gestrickt: endlich 11 Stunden am Stück Filme gucken! Jeder auf seinem eigenen Bildschirm. So vergeht die Zeit wortwörtlich wie im Flug. Selbst mein dreijähriger Bruder kugelt sich bald nach dem Essen im Sitz zusammen und schläft bis zum Landeanflug durch. 

Um 12 Uhr Mittags erreichen wir Hongkong. Hier haben wir elf Stunden Aufenthalt, bevor es weiter nach Australien geht. Genug Zeit um ein bisschen den Flair einer asiatischen Metropole zu schnuppern. Mit dem Zug sind wir schnell auf Hongkong Island und staunen über die vielen hochmodernen Wolkenkratzer.

Wir lassen uns durch die Straßen treiben und stolpern zufällig in eine kleine Gasse mit zahlreichen Marktständen. Alte, runzlige Asiatinnen sitzen neben ihren Auslagen, die mir meinen ersten Kulturschock verursachen: Abgehackte Ochsenschwänze an eine Holzwand genagelt, abgetrennte Tierköpfe und noch lebende Fische, die im blutroten Wasser von nicht mehr so lebendigen Fischen schwimmen. Mir wird’s zuviel und ich flüchte hinaus und zurück zwischen die modernen Türme aus Glas. 

Im idyllischen Hongkongpark erholen wir uns von Kulturschock und Flug. Mir gefällt vor allem der kleine See mit Wasserschildkröten. Nach einem kurzen Nickerchen auf der Parkbank fahren wir abends  mit einer alten Standseilbahn hinauf auf den “Peak”. Es geht steil hinauf auf 552 Meter. Oben erwartet uns ein toller Ausblick auf Hongkong und zur Freude von uns Kindern Pizza! 

“Kaum war es dunkel, konnten wir eine Großstadt mit vielen Hochhäusern wie in Manhattan oder New York beobachten. Viele der Gebäude waren mit bunten Lichterketten geschmückt. Es sah soooo toll aus!”

Zitat aus meinem Reisetagebuch

Eines muss ich noch erwähnen. Nicht nur der Marktbesuch, auch einige Verhaltensweisen der Chinesen verursachten bei mir einen Asien-Schock. Neben (aus europäischer Sicht) rüpelhaftem Verhalten wie Schmatzen, Rotzhochziehen und Spucken, war es vor allem der seltsame Umgang mit uns Kindern, der damals bei mir eine gewisse Asien-Abneigung auslöste.

Als europäische Kinder waren wir zwischen den Asiaten eine kleine Sensation und vor allem mein jüngster Bruder wurde wohl als Glückssymbol betrachtet. Ähnlich des abergläubischen Brauchs, dass es Glück bringt, einen Schornsteinfeger zu berühren, nahmen sie “Kontakt” mit ihm auf. Das ging vom Anlachen, Ansprechen bis hin zu Streichelversuchen, die wir meistens gerade noch so schafften zu verhindern. Mein Bruder trug’s mit Fassung – ich pendelte irgendwo zwischen Unwohlsein und Empörung. 

Mein Fazit nach einem Tag Asien lautete daher noch einige Jahre: NIE WIEDER ASIEN! Schon komisch, dass ich mir 15 Jahre später ausgerechnet Bangkok für meinen Auslandsaufenthalt aussuchte. In diesem Rahmen kehrte ich übrigens nach Hongkong zurück. Aber das ist eine andere Geschichte. Mehr zu Hongkong mit aktuellen Tipps gibt’s daher hier.

Ankunft in Australien: Wohnmobil abholen in Brisbane

Am späten Abend fliegen wir weiter nach Australien. Ein letzter Zwischenstopp in Cairns, bis wir gegen Mittag endlich in Brisbane landen. Hier beginnt nun unser Familien-Abenteuer Australien! Mit einem Großraumtaxi fahren wir zur Wohnmobil Vermietung. Unterwegs erhaschen wir erste Blicke auf die australische Stadt. Wir haben Mitte Dezember und alles ist bereits weihnachtlich geschmückt – und das bei fast 30 Grad. Irgendwie schräg. 

Irgendwann haben sich meine Eltern endlich alles am Wohnmobil zeigen lassen und es geht los. Erster Stopp: Supermarkt. Ein Großeinkauf für die ganze Familie, der Stück für Stück in Schränken und Schubladen verstaut wird. Dann noch fix die Koffer auspacken und alles wegräumen. Immerhin wird das Wohnmobil die nächsten Wochen unser Zuhause sein.

Vielmehr passiert an so einem ersten Tag auch nicht und wir steuern den nächsten Campingplatz an. Nach einem leckeren Barbeque fallen wir alle hundemüde in die Kojen. Meine Eltern oben über den Fahrersitzen, wir drei Kinder quer verteilt auf den unteren Betten.

Brisbane: Großstadt, Tiere und Südseefeeling

“Um 5:30 Uhr bin ich wach und schaue erstaunt aus unserer Dachluke. Es ist taghell. Mühsam schlafe ich nochmal ein, aber eigentlich bin ich viel zu unternehmungslustig um liegen zu bleiben. Die Kinder liegen kreuz und quer in ihren Betten – Zigeunerleben eben.”

Zitat aus Mamas Reisetagebuch

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf und düsen nach dem Frühstück mit dem Bus ins Zentrum von Brisbane. Die Einkaufszone ist überraschend modern und schick und wir sehen viele Straßenkünstler. 

In einer typisch englischen Passage kaufen wir fünf Akubra-Hüte (das sind ganz typische “Aussi”-Lederhüte), die wir Kinder als vorgezogene Weihnachtsgeschenke bekommen, damit sie uns bereits auf der Reise begleiten können. 

Am Nachmittag besuchen wir das Lone-Pine-Sanctuary, einer der größten und ältesten Tierparks dieser Art in Australien. Wir Kinder sind begeistert: neben Wollabys, Dingos, Kängurus und Wombats gibt es über 100 Koalabären! Sogar eine Mutter mit Jungem sind darunter. 

“Aber das tollste war: Wir konnten in ein großes Freigehege für Kängurus und sie füttern und streicheln. Das war so toll! Die haben einem aus der Hand gefressen und hatten ein tolles Fell. Und die Pfoten! Die sahen ganz hart und fest aus, waren aber eigentlich weich und fühlten sich wie Leder an.
Aber das war noch längst nicht alles! Zum Schluss durfte ich nämlich noch einen Koala auf dem Arm halten. Der war ganz schön schwer! Das war unglaublich toll!”

Zitat aus meinem Reisetagebuch

Am zweiten Tag in Brisbane steht erstmal ein bisschen Sightseeing auf dem Programm. Der Turm der City-Hall hat leider geschlossen. Schade, bei uns in der Familie ist es nämlich üblich auf jeden, wirklich JEDEN Turm zu steigen, an dem wir vorbeikommen.

Stattdessen spazieren wir durch den botanischen Garten und am Ufer des Brisbane River. Hier nehmen wir die Fähre zu den South Bank Parklands: eine künstliche Lagune mit echtem Südseeflair! Heller, feiner Sand, Palmen und türkisblaues Wasser. Ich bin total begeistert!

Brisbane’s Norden: Glashouse Mountains und Australia Zoo

Am nächsten Morgen klingelt um 6 Uhr der Wecker – nichts ungewöhnliches bei unseren Reisen, auch nicht für uns Kinder. Wir machen unser Wohnmobil schnell startklar und brechen auf nach Norden. Unser Ziel sind die Glashouse Mountains.

Wir fahren mit dem Wohnmobil soweit hinauf, wie es geht und frühstücken erst einmal. Gestärkt treten wir zu Fuß die letzten 700 Meter an. Eigentlich keine lange Strecke – wir kommen trotzdem ganz schön ins Schnaufen, denn der Weg ist sehr steil und es ist verdammt heiß. Doch es lohnt sich: uns erwartet ein Blick auf die Kegel der Glashouse Mountains. Sie sind Überreste ehemaliger Vulkane und wurden früher von den Aborigines als Heiligtümer verehrt.

Ich hatte als Teenager wohl noch nicht ganz so viel übrig für Landschaften. So beschreibt meine Mama den Ausblick als “fantastisch”– ich bin mit “eigentlich ganz gute Aussicht” etwas zurückhaltender. Ich wette, heute würde ich es anders sehen.

Uns Kinder begeistert mehr die Tierwelt und so wird der anschließende Besuch im Australia Zoo zum Highlight des Tages. Wir beobachten die Fütterung der acht Meter langen Salzwasserkrokodile. Die Mitarbeiter des Parks sind irgendwas zwischen mutig und verrückt. Sie halten den riesigen Tieren das Fleisch vor die lange Zahnreihe und lassen es sich aus der Hand schnappen. Hoffentlich schielt keines der Krokodile und erwischt am Ende mehr Fleisch, als geplant. Mich begeistert die Fütterung nicht ganz so sehr wie meine Brüder, dafür haut mich das Alter einer großen Schildkröte aus den Socken: 172 Jahre ist die Gute alt! Wahnsinn. 

Mein Highlight ist allerdings die Möglichkeit, sich eine Python um die Schultern zu legen. Die Schlange ist riesig, dick und verdammt schwer. Sie scheint auch aus reiner Muskelmasse zu bestehen, denn ich merke recht schnell, wie viel Kraft ich aufwenden muss um Kopf und Schwanz auseinander zu drücken. Dass so eine Schlange einen Menschen in Nullkommanichts erwürgen kann, bezweifel ich keine Sekunde. Aber keine Sorge, es stehen ja genug Profis drum herum, die einem das riesige Reptil schnell wieder abnehmen. Natürlich erst nach einem Beweisfoto! 

Nach unserem Tagesausflug in die Glashouse Mountains fahren wir am Abend wieder zurück nach Brisbane, von wo aus wir am nächsten Tag Richtung Küste aufbrechen werden.

Brisbane’s Küste: Moreton Bay und Bribie Island

Heute geht es endlich an Australiens berühmte Küste und ich sitze endlich mal vorn im Wohnmobil. Wir fahren wir zur Moreton Bay, die Küste vor Brisbane. Von hier aus kann man auch zu den vorgelagerten Inseln fahren – unter anderem Moreton Island. Uns ist es zu teuer und wir bleiben auf dem Festland. Wir erreichen den kleinen Küstenort Redcliffe und treffen auf einige Pelikane. Wir haben Glück: kurz nach unserer Ankunft, um 10 Uhr, werden sie gefüttert. Sieht irgendwie komisch aus, wie sie mit ihren wabbeligen Schnabeltaschen fressen. 

Wir begeben uns auf die Suche nach einem schönen Strand und fahren die Küste entlang Richtung Norden. Eine kleine Kekspause an einem Viewpoint und weiter geht’s. Endlich finden wir einen schönen Strand. Ich ziehe mich in Windeseile um und will gerade zum Wasser rennen, da heißt es STOP. Mein Bruder hat seinen teuren Australien-Lederhut verloren. Wir suchen das ganze Wohnmobil ab, doch irgendwann ist klar: der Hut liegt noch an der Keks-Pausen-Bank. Also Kind und Kegel wieder rein ins Wohnmobil und zurück. Und tatsächlich, der Hut liegt noch an Ort und Stelle. Was für ein Glück. 

Zurück am Strand stürme ich endlich zum Wasser. Es ist herrlich! Die Wellen sind klasse und es ist richtig warm. Irgendwann knurren die Mägen und wir begeben uns auf die Suche nach einem Seafood-Restaurant. Nach ewiger Suche werden wir endlich fündig und schlagen uns die Bäuche mit “Fish and Chips” und Burger voll. 

Nachmittags fahren wir nach Bribie-Island, wo uns ein wunderschöner Strand mit weißem, feinen Sand erwartet. Eigentlich gilt die Ansage, dass wir hier nicht schwimmen gehen (Ich glaube wir hatten keine Zeit). Doch als Teenager macht man ja selten das, was einem gesagt wird…

“Katharina ist nicht zu bremsen und springt in Unterwäsche in die Fluten”.

aus Mamas Reisetagebuch

Abends fahren wir über den Bruce Highway zurück zu unserem Stellplatz in Brisbane und grillen Fisch.

Brisbane nach Sydney: Wasserfälle und Papageien

Heute verlassen wir die Region Brisbane und machen uns auf den Weg Richtung Sydney. 1000 Kilometer liegen vor uns und wir planen mindestens zwei Tage dafür ein. Wir nehmen nicht den Pacific Highway entlang der Gold Coast, sondern den New England Highway über das ca. 700 Meter hohe Hochplateau. 

Wir erreichen den Main Range National Park und parken am höchsten Punkt, dem Cunningshams Gap. Von hier aus sind es noch 400 Meter zu Fuß zu einem Viewpoint. Nach einem tollen Ausblick geht’s weiter nach Warwick und einem spontanen Abstecher nach Killarney. Zum Glück – denn es würde das Highlight des Tages werden. 

Ziel sind eigentlich die Queen Mary Falls. Doch bevor wir uns zum Wasserfall begeben, machen wir Picknick auf einer Bank. 

“Plötzlich kommen Vögel angeflattert. Es sindhauptsächlich graue, langweilige Vögel und ein oder zwei schwarze sind auch darunter. Doch auf einmal kommt erst ein, dann immer mehr Papageien angeflogen. Sie sind alle total bunt aber ganz verschiedenfarbig: kleine rote und blaue und einige größere in orange-rot und grün. Wir versuchen sie mit Brot zu füttern, doch sie fliegen nach kurzer Zeit davon. Wir folgen ihnen zu einem Laden, in dem es Vogelfutter zu kaufen gibt.

Als ich mit den geschlossenen Tüten aus dem Laden komme, stürzen sich bestimmt 50-60 Vögel auf uns. Ich erschrecke zuerst, doch dann finde ich es irgendwie toll! Ein Vogel hat sich in meinen Haaren festgekrallt, zwei sitzen auf meiner Schulter und zwei picken auf den Tüten herum. Einige sitzen auf meinen Armen und die anderen fliegen wild drum herum.”

aus meinem Reisetagebuch

Irgendwann müssen wir uns schweren Herzens von den Vögeln (die offenbar ziemlich intelligent waren) trennen und machen uns auf den Weg zum Wasserfall. Dieser stellt sich am Ende leider nur als Rinnsal heraus. Die Landschaft drumherum ist allerdings trotzdem wunderschön. 

Abends fahren wir noch weiter bis nach Glen Innes

“Es ist schon dunkel geworden und es wird höchste Zeit den Highway zu verlassen. Zu groß ist die Gefahr, dass ein Känguru über die Straße hüpft. Unser Campingplatz ist sehr naturbelassen. Wir sehen viele Käfer und halten uns lieber im Wagen auf. Ich bin gespannt, welche Abenteuer morgen auf uns warten.”

aus Mamas Reisetagebuch

Auf dem weiteren Weg nach Sydney spazieren wir durch die beschauliche, britische Universitätsstadt Armidale. Mir gefallen die alten Gebäude, die alle in einem sehr guten Zustand sind. Kurzentschlossen fahren wir noch einen Umweg nach Wollomombi und laufen – mal wieder – zu einem Wasserfall. Leider fehlt auch hier dem Wasserfall das Wasser. Aber die Schlucht ist toll! Wir sehen sogar ein Wallaby und ein Stacheltier.

Einen kurzen Stopp legen wir noch im Weinanbaugebiet “Hunter Valley” ein. Auf der Terrasse eines irischen Restaurants genießen wir Essen und Livemusik. Irgendwann – nach einer schier nicht endenden Fahrt – erreichen wir Sydney. Genau genommen  den Vorort Berowra, denn hier campt es sich besser als in der Großstadt. Ein kurzer Abstecher ans Meer – doch heute fällt Baden aus. Es fängt an zu regnen und gewittern, also schnell zurück ins Wohnmobil. 

Sydney: Aquarium und Hafen

Das Wohnmobil lassen wir am Bahnhof stehen und fahren mit dem Zug in das Zentrum von Sydney. Kurz vor unserer Ankunft fahren wir über die Harbour Bridge und genießen einen sensationellen Ausblick auf die Oper von Sydney. 

Wir starten unsere Tour im Sydney Aquarium, das nicht nur für uns Kinder ein tollen Erlebnis ist.

“Es gibt so viele verschiedene Fische in vielen tollen Farben. Auch viele Seesterne und Seehunde – die sind total süß. Aber die Attraktion ist ein Glasgang durch das Wasser. Man läuft also nicht nur vorbei, sondern mittendurch! Von hier aus kann man große Haie, Rochen und Schildkröten beobachten. Es war einfach nur toll!”

aus meinem Reisetagebuch

Nach dem Besuch im Aquarium bummeln wir Richtung Hafen.

Sydney pulsiert nur so vor Leben. Alles bunt  und durcheinander: alle Nationalitäten, Geschäftsleute und Rucksackreisende. Endlich sehen wir die Oper. Ein komisches Gefühl. Wir haben sie so oft auf Bildern gesehen, aber jetzt davor zu stehen – irre.”

aus Mamas Reisetagebuch

“Ach ja – die Sydney Oper habe ich mir irgendwie ganz anders vorgestellt. Sie ist irgendwie sehr gelblich, aber trotzdem toll.”

aus meinem Reisetagebuch

Weihnachten in Sydney

We wish you a merry christmas!

Es ist Heiligabend und unsere Familie ist mitten im Sommer am anderen Ende der Welt. Verrückt. 

Mit dem Wohnmobil fahren wir in Sydneys Zentrum und lassen es auf einem Parkplatz für Trucks und Busse stehen. Der Besuch im Botanischen Garten lässt mich irgendwie kalt, auch wenn Mama schreibt, dass es “einer der schönsten der Welt sein soll”. Immerhin, die Fledermäuse an einem Baum finde ich dann auch cool.

Von hier aus laufen wir um den Hafen – “ewig lang!”. Ziel ist der Mrs Macquaries Point, der angeblich schönste Ausblick auf die Harbour Bridge und die Sydney Oper. Vom Sydney Tower genießen wir später eine herrliche Aussicht hinab auf die Stadt. 

Sehr faszinierend finde ich den Didgeridoo-Spieler in einem Laden für Aborigine Kunst. Er erklärt uns wie man das typische Instrument der Aborigines spielt und wir dürfen es auch mal ausprobieren. Aber keine Chance – dafür reicht die Puste nicht. Das wirklich Verrückte ist aber, dass sie irgendwie Luft holen während sie weiterhin in das Instrument pusten. Also gleichzeitig Ein- und Ausatmen.

Diese Information hat mich richtig nachhaltig beeindruckt und ich weiß noch genau, wie ich auf den langen Fahrten mit dem Wohnmobil ständig versucht habe, diese seltsame Atmung hinzubekommen. Natürlich ohne Erfolg. In der Überzeugung, dass mich damals entweder die Aborigines oder meine Eltern beim Übersetzen auf den Arm genommen haben, habe ich es nun nochmal gegoogelt. Wikipedia gibt meiner Erinnerung Recht und nennt es Zirkularatmung

Unser Weihnachtsfest feiern wir am Abend in einem der Restaurants am Hafen mit herrlichem Blick auf ein beleuchtetes Segelschiff und die Harbour Bridge. Meine Eltern und ich essen jeder einen Lobster. Wie ehrlich man gegenüber seinen Reisetagebüchern ist, zeigt folgender Ausschnitt: 

Mamas Eintrag: “Der Lobster ist sehr gut”

Mein Eintrag: “Der Lobster schmeckt sehr interessant…”

Heutige Erinnerung von uns beiden: Der war einfach nur furchtbar!

Highlight des  Abends war ein Spaziergang hinauf auf die Harbour Bridge. Den Blick hinab auf die vielen Lichter von Sydney habe ich noch heute vor Augen!

Sydney nach Mallacoota: Blue Mountains, lange Strände und Tropfsteinhöhle

Am nächsten Tag fahren wir mit der Fähre zur Halbinsel Manly und ergattern Plätze direkt an der Reling. Der Strand von Manly gefällt uns allen und ich werfe mich in die tollen Wellen.

“Was für ein scheiß Wetter – es schüttet aus Kübeln!” 

aus meinem Reisetagebuch

Nach drei Tagen in Sydney fahren wir weiter zu den Blue Mountains, wo uns fette Regenwolken Willkommen heißen. Trotzdem laufen wir eine halbe Stunde durch einen Regenwald zum Aussichtspunkt des Wasserfalls Wentworth Falls Der Ausblick ist grandios! 

Der Regen ist hartnäckig und schlussendlich geben wir auf und haken die Blue Mountains ab. Wir fahren zurück Richtung Küste nach Kiama, einem kleinen, schönen Städtchen. Mir gefällt vor allem das “Blow Hole”, ein Loch im Fels, durch das bei jeder Welle eine 50 bis 60 Meter hohe Fontäne heraus schießt.

Nach einem atemberaubenden Blick von der Küstenstraße zum Seven-Mile-Beach biegen wir wieder ins Landesinnere zum Kangaroo Valley, wo wir unser Camp aufschlagen. Am nächsten Tag machen wir ordentlich Strecke. Ein kleiner Stopp nur bei den Fitzroy Falls:

“Schon wieder ein Wasserfall. Aber dieser ist wirklich toll, sehr breit und ca. 80 Meter tief. Aber die Landschaft drum herum ist fast noch besser. Wir laufen von Lookout zu Lookout mit Blick auf große Felsen und ein schönes Tal, in das der Wasserfall fällt.” 

aus meinem Reisetagebuch

Canberra lassen wir links liegen und fahren gen Küste bis Bega.

“Die Landschaft wechselt von steppenartiger, karger Schafweide in “allgäuähnliche Hügellandschaft.”

aus Mamas Reisetagebuch

In Eden besuchen wir ein Walmuseum, wo wir riesige Skelette und Boote aus der Walfangzeit sehen.

Wir fahren weiter bis nach Mallacoota, das in einer idyllischen Seenlandschaft liegt. Allerhand Federvieh – besonders Möwen und Pelikane – tümmeln sich auf dem Wasser. Sogar auf unserem Campingplatz fliegen viele verschiedene Papageien umher. Unsere Camping-Nachbarn haben derweil einen 80 Zentimeter großen Fisch gefangen und werfen das Barbeque an. 

Am nächsten Tag besuchen wir in Buchan eine Tropfsteinhöhle. Wir haben keine großen Erwartungen – und sind umso mehr begeistert. 500 Meter ist der Gang durch die Höhle und so eng und niedrig, dass Rucksäcke und Kindertragen nicht erlaubt sind, weil man sich (zumindest als Erwachsener) ständig unter Stalaktiten hindurch ducken muss.

“Überall befinden sich Säulen aus Tropfsteinen und Glitzer – ich kann es kaum beschreiben weil es so eindrucksvoll ist.”

aus meinem Reisetagebuch

Raus aus der Höhle geht’s erstmal nach Lakes Entrance an den Strand – genau genommen an den längsten des Kontinents: der 90 Mile Beach.

“Traumstand ist das richtige Wort! Die Gegend ist umwerfend schön. Auf der einen Seite der Pazifik und dann die einzigartige Seenlandschaft.”

aus Mamas Reisetagebuch

Phillip Island: Silvester mit Pinguinen

Silvester verbringen wir auf Phillip Island. Mit ganz viel Glück ergatterten wir noch den letzten Stellplatz auf einem Campingplatz mit direktem Strandzugang. In unserem Wohnmobil kochen wir mit der ganzen Familie ein angemessenes Festessen – sogar mit Schokofondue. 

Wir kommen am Abend sogar gleich zweimal in den Genuss eines Feuerwerks. Ein frühes gibt es bereits um halb 10, aber natürlich sind wir auch beim eigentlichen New-Years-Feuerwerk dabei. Und zwar auf dem Strand! Wir toben in den Wellen herum, trinken (Kinder-) Sekt und bestaunen die Spiegelungen des Feuerwerks auf der Wasseroberfläche. Am allerschönsten ist jedoch der Sternenhimmel – so viele Sterne auf einem Haufen habe ich noch nie gesehen! 

Am nächsten Tag sehen wir uns Phillip Island an. Mit unserem Wohnmobil fahren wir die Küstenstraße entlang und halten an dem ein oder anderen Aussichtspunkt. Besonders schön ist die Gegend The Nobbis, die äußerste Spitze der Insel. Dieser Spitze vorgelagert befindet sich eine weitere, aber ganz kleine Insel, auf der sich viele Seelöwen tümmeln – es ist die größte Seelöwen-Kolonie des Kontinents. Durch ein Fernglas können wir sie vom Aussichtspunkt beobachten. 

“Doch auch die Wege durch die Landschaft und an der Küste entlang sind sehr schön! Unter einem Holzweg entdecken wir sogar zwei kleine Pinguine! Toll!”

aus meinem Reisetagebuch

Wir besorgen uns Karten für die abendliche Pinguin-Parade im Infocenter, wo wir durch Fenster in kleine Nisthöhlen schauen können. Sogar zwei Jungtiere sind dabei: nicht größer als eine Maus, grau und ein bisschen zottelig.

Um 19 Uhr geht es los – jedenfalls die Wartezeit, denn die Pinguine kommen nunmal dann, wenn sie kommen. 

“Wir machen es uns ganz vorne im Sand gemütlich. Mit Pullis, Regenjacken und Keksen vertreiben wir uns die Zeit. Der Wellengang ist heftig und es macht Spaß immer wieder auf eine noch größere Welle zu hoffen.

Gegen 21 Uhr ist es endlich soweit: Ein einzelner, etwa 30 Zentimeter großer Pinguin verlässt das Meer. Hupps! Die nächste Welle holt in wieder ins Meer zurück. Unbeholfen watschelt er an den Strand. Er putzt sich und macht sich schnell auf den Weg in die Dünen. Ganz dicht kommt er an uns vorbei.”

aus Mamas Reisetagebuch

Stück für Stück kommen immer mehr Pinguine aus dem Meer gewatschelt. Insgesamt sollen es ca. 600 sein – viel Spaß beim nachzählen! Als alle 600 Schnäbel aus dem Wasser sind, machen wir uns auf den Rückweg zum Wohnmobil. 

“Auf dem Weg kommen wir an vielen Pinguinen vorbei, die vor ihren Brutnestern stehen und ganz seltsame Geräusche machen. Ich glaube sie locken damit ihre Jungen heraus um sie dann zu füttern. Es war wirklich sehr, sehr schön!”

aus meinem Reisetagebuch

Melbourne und die Goldgräberstadt Ballarat

Von Phillip Island fahren wir heute noch Melbourne. Wir lassen unser Wohnmobil wieder außerhalb stehen und fahren mit der Tram ins Zentrum.

“Melbourne ist eine sehr schöne Stadt, in der es moderne und große Gebäude gibt, aber auch idyllische Ecken wie den Jarra-River, an dessen Ufer wir entlang laufen. Es ist wirklich schön dort – all die Cafés und Bistros.” 

aus meinem Reisetagebuch

“Melbourne, die “multikulti” Stadt hat einen ganz besonderen Charme, Sehr beeindruckend ist das Melbourne Center. Hier steht ein altes Gebäude unter einer hypermodernen Glaskuppel. Eigentlich ist es ein riesiger Konsumtempel – aber faszinierend.”

aus Mamas Reisetagebuch

Am Abend laufen wir zum Rialto Tower und fahren mit dem Aufzug auf die ca. 250 Meter hohe Aussichtsplattform. Von hier aus genießen wir ein wunderschönes Panorama bei Sonnenuntergang und wenig später einen tollen Blick auf das Lichtermeer der Stadt.

Von Melbourne fahren wir nach Ballarat, wo es schöne alte Häuser aus der Goldgräberzeit gibt. Unser Ziel ist aber der Sovereign Hill, ein Freilichtmuseum, das wie eine alte Goldgräberstadt angelegt ist. Ungefähr 100 Statisten arbeiten in der Stadt – alles ist sehr detailgetreu.

Es gibt viele alte Hütten, kleine süße Lädchen, Ställe und alte Werkzeuge, einen kleinen Fluss und sogar eine Mine. In dem Stollen wird mir vom modrigen Geruch etwas schlecht. In einer Goldschmelze  schauen wir einem Goldschmied bei seiner Arbeit zu. Es sieht toll aus, wie er das geschmolzene, hell leuchtende Gold aus dem Schmelztiegel gießt.

Abends fahren wir zurück an die Küste nach Geelong und finden einen Campingplatz mit Meerblick.

Great Ocean Road und die 12 Apostel

Von hier aus geht’s am nächsten Tag auf der “Great Ocean Road” am Meer entlang. Wir halten an einigen Aussichtspunkten  und genießen die spektakuläre Sicht.

“Die Ausblicke auf das Meer sind immer wieder neu und atemberaubend. Das türkisblaue Meer, weiße Brandung, Felsen, blauer Himmel – einfach unbeschreiblich.”

aus Mamas Reisetagebuch 

In der Nähe der Apollo Bay spazieren wir durch den Great Otway National Park, der wie ein kleiner Regenwald aussieht. Hier gibt es riesige Baumfarne und Baumstämme mit 4 bis 5 Metern Durchmesser! 

Zurück auf der Straße halten wir plötzlich an. Eine Gruppe Menschen steht am Straßenrand und blickt hinauf in die Bäume. Wir folgen ihren Blicken und da sehen wir ihn: ein Koalabär! Was für ein Glück! Es ist nämlich sehr schwer einen Koala in freier Wildbahn zu entdecken. Und nun kommt’s: als wir weiter fahren, entdecken wir gleich noch fünf weitere! Wahnsinn – so viel Glück! 

Irgendwann erreichen wir die 12 Apostel, die berühmte Felsformation an der Great Ocean Road. 

“Die sehen wirklich toll aus und das Wasser ist so aufgewühlt! Wir fahren noch zu verschiedenen Aussichtspunkten und bewundern die Felsen aus verschiedenen Blickwinkeln.”

aus meinem Reisetagebuch 

Auch am nächsten Tag warten noch tolle Felsabschnitte an der Great Ocean Road auf uns: The Arche, London Bridge und die Grotte.

Über die Grampians nach Adelaide

Nachmittags verlassen wir die Küste und fahren Richtung Mount William, dem größten Berg der Grampians.

“Auf dem Weg sehen wir einen Schnabeligel auf der Straße, der war total goldig! Als wir am Fuß des Berges ankommen, sind nur noch 2 Wölkchen am strahlend blauen Himmel zu sehen. Wir wandern fröhlich los, doch schon nach einiger Zeit wird es ziemlich anstrengend. Trotzdem schaffen wir die 1,8 Kilometer hinauf zur Spitze. Von dort haben wir eine wirklich super Aussicht.”

aus meinem Reisetagebuch

Als wir abends am Campingplatz ankommen, sehen wir sogar noch drei wilde Kängurus und füttern Papageien. Wir entdecken auch einige Kakadus – füttern lassen, wollen sie sich aber nicht. Dafür werden sie uns am nächsten Morgen aber noch aus dem Schlaf reißen…

“Als es dunkel wird wird, laufen wir zum Rand des Campingplatzes und schauen uns den Nachthimmel an. So einen Sternenhimmel haben wir noch nie gesehen! Wie kann man sich diese Eindrücke nur alle einprägen? 

Es ist früher Morgen, ungefähr 5:30 Uhr. Ich werde von einem ohrenbetäubendem Geschrei wach. Als ich rausschaue sehe ich die Felswand gegenüber glühend rot von der Sonne angestrahlt. Auf einem kahlen Eukalyptusbaum sitzt ein weißer Kakadu. Das Geschrei kommt von ihm – Natur pur…”   

aus Mamas Reisetagebuch

Wir fahren zu den Mc Kenzie Falls und wandern zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Wasserfall. Auf dem Rückweg biegen wir auf einen anderen Weg und laufen viele Stufen hinab. 

Unten angekommen erwartet uns eine Art natürlicher Pool mit klarem, kaltem Wasser, in den der Wasserfall hineinfällt. Natürlich springe ich hinein! 

“Wäre es nicht schon den ganzen Vormittag so heiß gewesen, wäre ich wahrscheinlich zu einem Eisblock gefroren. Ich schwimme ein paar Runden in dem kleinen See und traue mich sogar unter den Wasserfall hindurch auf eine kleine Steinplatte, auf der man sitzen kann. Das Wasser prasselt auf meinen Rücken – ein tolles Gefühl!”

Später genießen wir noch den Blick auf “The Balconies” und vom “Reed Lookout”. Zum “Boroka Lookout” schaffen wir es an diesem Tag nicht mehr. Die einzige Zufahrtsstraße ist von einem großen, umgefallenen Baum versperrt. Zum Glück stehen wir nicht wie manch anderer auf der anderen Seite des Baumes. Doch am nächsten Tag ist der Baum weg und wir können doch noch eine tolle Aussicht auf die Grampians genießen. 

Wir fahren noch zum Mount Gambier mit Blick auf den “Blue Lake”, der tatsächlich richtig intensiv blau ist. Abends fahren wir zu einem schönen Campingplatz in Cape Jaffa – direkt am Meer. Wir spazieren auf dem Bootssteg und essen frische Erdbeeren.

Am nächsten Tag werfen wir unseren Reiseplan über den Haufen: Eigentlich wollten wir nach Kangaroo Island fahren, denn hier soll es viele Tiere in freier Wildbahn zu sehen geben. Doch allein die Überfahrt würde uns 400 Dollar kosten. Für einen Tag lohnt sich das nicht – und mehr Zeit bleibt uns leider nicht mehr. Unsere Australienreise neigt sich nämlich langsam schon ihrem Ende…

Adelaide: Ende unserer Australien Reise

Unsere letzte Station ist Adelaide. Wie auch bei den anderen Städten fahren wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ins Zentrum. Wir bummeln durch die Rundle Mall, sehen im Tandanya Aboriginal Center schöne Kunstgegenstände und eine Didgeridoo Vorstellung. 

Mit einer alten Tram fahren wir nach Glenelg, einem hübschen Vorort am Strand. Hier genießen wir endlich einen schönen Sonnenuntergang am Meer – zuvor war die Küste ja nie Richtung Westen ausgerichtet! 

Die letzten beiden Tage sind mit Abreiseorganisation gefüllt. Wir ziehen aus unserem geliebten Wohnmobil in eine kleine Hütte auf einem Campingplatz in Adelaide. Das Wohnmobil wird ausgeräumt, sauber gemacht und gegen einen Mietwagen eingetauscht. 

Unseren letzten Abend in Australien verbringen wir in Brighton, einem schönen Badeort. Der Sonnenuntergang ist perfekt und wir hüpfen ein letztes Mal in die Wellen. 

Auf dem Rückweg schaue ich etwas traurig durch das Autofenster. Die Lichter von Adelaide sausen vorbei. Es war so eine tolle Reise – so viele besondere Momente und Erinnerungen. Das Leben im Wohnmobil war so herrlich unkompliziert, so abenteuerlich und frei. Ich möchte am liebsten bleiben und weiterreisen. 

Noch an diesem Abend verspreche ich mir, dass ich zurückkommen und das Abenteuer Australien fortsetzen würde.

Fazit: Wohnmobilreise mit Kindern

Bisher habe ich das Versprechen zwar noch nicht in die Tat umgesetzt – aber auch diese Reise wird kommen. 

Australien war dennoch ein Startschuss mit lautem Peng. Wenn wir nicht vorher schon mit dem Reisefieber infiziert waren, dann war es spätestens nach dieser Reise um uns geschehen. Ein gutes Jahr später reisten wir wieder mit Wohnmobil – diesmal durch den Westen der USA. Ebenfalls eine großartige Reise. 

Für jedes unsere Familienmitglieder waren die Reisen etwas ganz besonderes – zugleich wurden sie aber auch unterbewusst zu unserem “Standard”: Reisegestaltungen wie ein frühes Aufstehen, ausführliche Planung und das Ziel, so viel wie möglich zu sehen, sind für uns seit dem irgendwie selbstverständlich. Seit einiger Zeit versuche ich mich allerdings auch mal in anderer Herangehensweise: unser Spanien-Campingtrip dieses Jahr war herrlich ungeplant, ohne Liste und einzig mit dem Ziel, möglichst viel Freiheit zu spüren. Hat auch was… 

Was sich durch unsere Wohnmobil-Reisen jedenfalls bei uns allen festgesetzt hat ist, dass wir individuell und flexibel reisen – am liebsten mit Auto oder Van. Meine Eltern planen gerade ihre vierte Afrika-Reise, mit Jeep und Dachzelt. Einer meiner Brüder liebäugelt mit dem Ausbau eines Fiat Ducato. Dem anderen wird während seines Studiums bestimmt auch noch die ein oder andere verrückte Idee kommen.

Und ich? Ich reise auch gern mit dem Rucksack umher – aber ganz ehrlich und unter uns? Am liebsten würde ich die ganze Welt mit einem ausgebauten Bus bereisen. 

Wer nun trotzdem noch mit sich hadert, ob sich so eine Reise mit Kindern machen lässt: klares Ja!

Man könnte meinen, so als fünfköpfige Familie auf engstem Raum kann es auch ganz schön knallen oder zumindest potentiell nervig sein. Vor allem als Teenager. Aber ehrlich gesagt gibt es auf so einer Reise doch viel weniger Gründe sich in die Wolle zu bekommen, als zu Hause im Alltag. Natürlich muss sich da jeder mal ein bisschen zurücknehmen und mit anpacken. Aber gerade auf einem Roadtrip und mitten in der Natur, ist man doch meistens entspannt genug dafür.

Manch einer wird sich fragen, ob so eine Reise nicht zu anstrengend ist mit Kindern. Ich glaube das kommt darauf an, wie man da ran geht. Unsere Eltern haben uns damals mit ihrer eigenen Reiselust und Begeisterung so selbstverständlich angesteckt, dass wir Kinder selten bei langen Fahrten oder Wanderungen quengelig wurden.

Das klappt sehr gut, wenn man seine Kinder schon in die Planung mit einbezieht. Wir hatten zu Hause eine große Karte, worauf wir vorher die Route eingezeichnet haben. Da waren wir Kinder von Beginn an mit Vorfreude dabei. Unterwegs haben wir oft im Campingplatzführer geblättert und durften jeder mal aussuchen, wo wir unser Camp aufschlagen würden. Und unser Tagesprogramm war immer so abwechslungsreich, dass für jedes Alter etwas dabei war. 

Also liebe Eltern, hört auf zu überlegen, was dagegen sprechen könnte. Packt eure Kinder und probiert es aus! Es muss ja nicht gleich Australien sein – auch in Europa kann man schöne Wohnmobil-Touren machen!