Leben in Bangkok Teil 4

Rund ums Essen

Streetfood Bangkok

Thailändische Gerichte

Drei Monate in Bangkok haben natürlich nicht gereicht um sich durch sämtliche Restaurants und Garküchen zu probieren. Beim Frühstück sind wir dem Gewohnten treu geblieben und sind mit Spiegelei und Toast vom Seven Eleven in den Tag gestartet.
Mittags probierten wir uns stets durch die Klassiker der Thailändischen Küche in der Kantine – von “Phat Thai” bis “Tom Kha Gai” war alles dabei. Hier eine kleine Auswahl meiner Lieblinge:

Phat Thai

Ein Nudelgericht aus Reisbandnudeln mit verquirltem Ei, Krabben, Tofu, Limette, allerhand Gewürze und ganz viel Zucker (was übrigens für viele Gerichte in Thailand gilt – was oft so gesund aussieht, wandert auf Dauer dann doch recht fix auf die Hüften)

Tom Kha Gai

Eine Suppe aus Kokosmilch mit Hühnchenstückchen, Champignons, Galgant (schmeckt ein bisschen wie Ingwer), Zitronengras und Chili. Wer ein bisschen mehr im Bauch braucht, nimmt einfach noch eine Portion Reis dazu und tunkt diese in die Suppe rein.

Gai Pad Med Mamuang

gebratenes Hähnchengeschnetzeltes (oder Rind) mit gebratenem Gemüse und Cashewnüssen – teilweise gibt’s noch ein Spiegelei dazu (die Thailänder lieben Ei)

Thai-Curry

Gemüse, wahlweise Hähnchen, in Kokosmilch mit Curry (Kräuter und Gewürzmischung), dazu eine Portion Reis

Pad Kra Pao Gai

Hähnchengeschnetzeltes (oder Hackfleisch) mit Thai Basilikum, Chili, manchmal mit Brechbohnen, Spiegelei, dazu Reis (scharf).

Übrigens: “Gai” bedeutet Hühnchen.

Hot Pot

Eines unserer Lieblingsgerichte in Bangkok war “Hot Pot”, das eine Art Fondue ist. Es besteht aus einem Twinset aus Topf und Eimer – beides aus Ton. In den Eimer kommt Kohle, in den Topf eine Art Brühe mit frischen Kräutern. Dazu gibt’s einen Teller mit Grünzeug, meistens Salat, Minze und Sprossen und die Beilagen der Wahl – in der Regel Fleisch. Es gibt teilweise auch Pilze oder Gemüse, aber das Gericht ist wohl eher Vegetarier-unfreundlich. Die ganzen Zutaten wirft man dann in den Topf und lässt sie bei geschlossenem Deckel garen. Das Fleisch ist sehr dünn und klein geschnitten, so dass man es nach kurzer Zeit schon wieder mit seinen Stäbchen herausfischen kann.

Unser liebster Hot Pot Laden war ein einfacher Familienbetrieb, versteckt in einer Seitengasse in der Nähe unseres Apartments. Abends war dort meist die gesamte Familie vertreten und saß beisammen, schaute Fernsehen und schnippelte parallel für die wenigen Gäste das Fleisch zurecht. Das Essen war jedes Mal super lecker und die familiäre Atmosphäre gibt es gratis dazu.

Eine kleine Grusel-Anekdote noch zum Dessert: eines Abends saßen wir gerade bei einem anderen Hot Pot Stand und beobachteten, wie unser Topf vorbereitet wurde, als ein fette Kakerlake vom Dach des Standes hinab auf die Anrichte fiel – und unseren Topf nur knapp verfehlte. Das Krabbelvieh huschte schnell davon – gleichzeitig huschte eine Ratte unter unserem Tisch entlang. Auch das ist Bangkok… Deshalb: Füße immer schön auf die Querstreben vom Tisch abstellen, dann werden die Zehen auch nicht angeknabbert…

Pizza

Pizza in Thailand? Wieso reist man denn quer über den Globus zu anderen Kulturen, wenn man am Ende doch zum Altbekannten greift? Ganz einfach: der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Nach einigen Wochen in Asien kommt irgendwann der Punkt, an dem man doch mal wieder etwas anderes als das lokale Essen schmecken möchte. Zuhause ist man ja auch nicht täglich Schnitzel und Kartoffeln.

Europäisches Essen ist in Bangkok meistens ganz schön teuer (im Verhältnis zum asiatischen), denn meistens gibt’s das nur in Restaurants, die von Touris und Expats besucht werden. Da zahlt man für eine Pizza meistens den gleichen Preis wie in Deutschland – und damit ca. das Vierfache zu einem Gericht in einem einfachen Restaurant mit thailändischer Küche.

Doch wir haben eine wunderbare Ausnahme entdeckt, die dann auch schnell zu unserer Stammpizzeria wurde: „Chez Niko“. Ein einfacher, garagen-ähnlicher Laden in einer versteckten Seitengasse, ohne Kerzen und Chi-Chi – dafür mit sympathischem Bäcker, bei dem es sehr leckere Pizzen aus dem Steinofen gibt und das für etwa die Hälfte der üblichen Preise.

Burger

Selbes Spiel für den Burger: einen coolen Laden inklusive hipper Bar haben wir direkt bei uns um die Ecke entdeckt. Bei „Junker and Bar“ bekommt man ausgefallene und leckere Burger und gute Drinks. Drinnen sitzt man bei Klimaanlage und guter Musik, draußen dafür mit Blick auf das Treiben der Straße.
Eines Abends hielt zum Beispiel ein großer Lieferwagen vor dem Laden. Heraus kam eine Truppe offziell gekleideter Thais, die sehr wichtig einen Laden nach dem anderen betraten, in Augenschein nahmen und nach dem ein oder anderen Wortwechsel mit den Betreibern wieder abdüsten. Die thailändische Version des Gesundheitsamts. Schon ulkig, wie sie die Läden auf Hygiene kontrollieren, während direkt gegenüber Ratten und Kakerlaken unter den Streetfood-Ständen hindurch huschen…

Curry

Wenn es dann doch mal wieder asiatisch sein soll, ist ein Besuch bei „Petra“ eine gute Idee. Leckere Currys, nette Sitzgelegenheiten am Ende einer Straße und somit eine weitere Gelegenheit für asiatisches „Straßenkino“.

Typisch Thailändisch

Noch typischer geht’s im “Larp Suanplu” zu: stark klimatisiert, laut dröhnender Fernseher, einfach lange Tische mit Mensa-Flair und die Klassiker der thailändischen Küche.

Oder einfach zu unserer „Suppenlady“, der von Westen kommend, letzte Streetfood-Stand der Soi Ngam Duphli, bei der man ohne Thailändisch-Kenntnisse nur mit Fingerzeig Hühnersuppe mit Nudeln bestellen kann. Viel verkehrt machen kann man nicht – schmecken tut’s in jedem Fall.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.