Streifzüge durch Bangkok – Teil 1: Tempel und Paläste

Buddha und der König
– Ein Streifzug durch Bangkok’s Altstadt und Dusit –


Letzte Woche erzählte ich euch von meinem Alltag in Bangkok – aber natürlich sitze ich hier nicht nur im Büro oder im Apartment! Einmal pro Woche habe ich schon am frühen Nachmittag Feierabend und streife (wenn es nicht gerade in Strömen regnet) gemeinsam mit meiner Kamera durch Bangkok. Jede Woche ist ein anderer Stadtteil dran und Stück für Stück entsteht aus der City-Map Bangkok ein dreidimensionales buntes Bild.

Als erstes auf der Liste standen da natürlich die klassischen Sehenswürdigkeiten in Bangkok’s Altstadt: buddhistische Tempel und der Königspalast! Doch auch im benachbarten Stadtteil Dusit wurde ich fündig und entdeckte einige sehenswerte buddhistische und königliche Gebäude.

 

„The Grand Palace“ – der Königspalast
Der Große Palast ist das wichtigste Wahrzeichen von Bangkok– auch wenn der König dort nicht mehr residiert. Meine Internetrecherche ergab, dass der Palast aus ca. 100 Gebäuden auf rund 2,5km² besteht. So richtig greifen kann man die Dimensionen allerdings nicht, denn das Gelände ist von außen mit einer hohen Mauer umgrenzt und im Innern in verschiedene Bereiche eingeteilt, so dass man kein richtiges Gesamtbild bekommt (dafür bräuchte man wohl eine Drohne – wobei ich schätze, dass die dort verboten sind).
Auf dem Weg zum Eingang erspähten wir bereits die spitzen Dächer und einen goldenen Stupa, die hinter der Mauer hervorlugten. Wir passierten das imposante Gebäude des Verteidigungsministeriums und gelangten zu einem großen Kreisverkehr, der zwar keine Funktion erfüllt („Autos müssen draußen bleiben“)  dafür aber riesige, schweinchenrosa Elefanten beherbergt und ein bisschen an eine überdimensionale Torte erinnert…

Ganz anders als die pinken Elefanten fanden wir als nächstes die lange Schlange vor dem Palast vor. Zahlreiche Thais – alle schwarz gekleidet – hatten sich unter einem riesigen Zelt versammelt um am Tod des verstorbenen Königs Anteil zu nehmen und sich im Kondolenzbuch des Palasts einzutragen. Das fanden wir jedenfalls später heraus. Im ersten Moment schauten wir allerdings etwas betreten an uns herab. Zwar wussten wir, dass die Kleiderordnung im Königspalast noch strikter gehandhabt wird als in Tempeln, doch von schwarzer Kleidung hatten wir nichts gelesen… Es stellte sich dann aber zum Glück heraus, dass entsprechende Farbwahl nur bei den Kondolenzgängen Regel ist – bei einem normalen Besuch der öffentlichen Anlage darf’s auch bunt sein. Neulich habe ich gehört, dass einige von Bangkok’s Taxifahrern versuchen daraus einen Reibach zu machen und Touristen, die nicht schwarz gekleidet sind, zum Kauf von „angemessener Kleidung“ zu bewegen… Wie frech.
Hinter der Mauer gibt es vor allem eins: ganz viel Bling Bling! Die Fassaden strahlen mit dem goldenen Stupa um die Wette und so ziemlich jeder Zentimeter ist mit glitzernden Mosaiken verziert. Überall entdeckt man „Yaksha“, Dämonen mit bunten Fratzen und Wächter der Tempel. Das eigentliche Highlight sollte ja aber das Innere des Wat Phra Kaeo sein, in dessen Innern sich der berühmte Smaragdbuddha befindet. Die Figur ist das Nationalheiligtum Thailands und in den letzten 600 Jahren ganz gut herumgekommen (wie das mit Schätzen eben ist). Das geht allerdings auch nur, da sie im Gegensatz zu den zahlreichen Buddhas, die wir bereits besichtigt haben, ziemlich klein ist. Sie ist ehrlich gesagt so winzig, dass man sie von dem Bereich, der für nichtgläubige Touristen  vorgesehen ist, nur als kleinen grünen Fleck wahrnehmen kann. Das Grün ist übrigens nicht wirklich Smaragd, sondern Jade, was dem ideellen Wert natürlich keinen Abbruch tut. Tatsächlich wird die Figur wohl sehr verhätschelt und erhält je nach Jahreszeit eine andere Bekleidung. Fotografieren darf man dort leider nicht – ansonsten hätte ich mit dem Tele auf Anschlag vielleicht sogar etwas vom Buddha erkennen können.
Apropos Verbot: ich weiß nicht ob es immer so ist, oder vielleicht aufgrund des Trauerjahres – aber der Tempel des Smaragdbuddhas war tatsächlich das einzige Gebäude, dessen Inneres wir sahen. Das machte unseren Besuch (von einigen Detailaufnahmen der Außenverzierungen abgesehen) zu einer ziemlich kurzen Tour. Wir waren so schnell wieder am Eingang, dass wir uns rückblickend fragen, ob wir vielleicht irgendeinen Eingang übersehen haben… denn vor allem beim eigentlichen Palastbereich fanden wir nur eine abgesperrte Fassade des Hauptgebäudes vor. Vielleicht gehe ich irgendwann nochmal hin und überprüfe das…

 

 

 

Wat Pho
Nach dem kleinen grünen Buddha statteten wir dem großen goldenen Nachbarn einen Besuch ab. Wie in einem maßgeschneiderten Anzug liegt der Buddha im Wat Pho. Nach oben und zum Kopf- und Fußende füllt die Figur den Raum gänzlich aus, doch an der Vorder- und Rückseite ist jeweils ein schmaler Gang, von dem aus man den Buddha häppchenweise (von Säule zu Säule) bewundern kann. Wir waren jedoch von einer ganz anderen Attraktion abgelenkt: entlang des Buddhas steht eine lange Reihe Metallkessel für Spenden. Nur wirft man hier nicht einfach in eine der Schalen etwas rein, sondern kauft einen Becher Münzgeld und diese verteilt man dann im Vorbeigehen Stück für Stück auf die Kessel. Vor lauter Münzen werfen und Klimper-Geräuschen vergaßen wir beinahe den Buddha zu unserer Seite…
Der Wat Pho hat allerdings noch viel mehr zu bieten als den liegenden Buddha. Zwischen Frangipanibäumen steht ein hübscher  Miniatur-Wasserfall mit sonderbaren Statuen und besonders hübsch ist der farbenfrohe „Stupagarten“ mit bunten Reliefs im Blumenmuster.

 

 

 

Wat Ratchabopit
Vom Wat Pho geht es durch einen kleinen Park über einen Kanal zu einem eher unbekannten Tempel Bangkok’s, dem Wat Ratchabopit. Bei unserem Besuch trafen wir lediglich ein paar Handwerker an, denn der Tempel mit seinen beiden dicht nebeneinander stehenden Gebäuden wird gerade saniert. Dadurch konnten wir zwar nicht in das Innere des Tempels, aber wir fanden bereits den „Vorgarten“ mit den vielen Stupas so hübsch, dass uns das nicht weiter störte. Die Stupas sind stilistisch alle komplett verschieden – vom weißen filigranen Turm bis zu Angkor-Wat-ähnlichen Gebilden war alles dabei.

 

 

 

The Giant Swing – Sao Ching Cha
Auf dem Weg zu Bangkok’s goldenem Berg kommt man an einem hohen roten Gebilde vorbei: einer Riesenschaukel! Wer nun denkt „Yippieh! Schaukeln!“, den muss ich leider enttäuschen. Das wesentliche Element der Schaukel fehlt nämlich… Früher wurde darauf jährlich eine hinduistische „Schaukel-Zeremonie“ durchgeführt – nach einigen schweren Unfällen ist mittlerweile aber nur noch das 20 Meter hohe Gerüst übrig geblieben, das vor allem von Tauben besucht wird.

 

 

 

Golden Mount – “Wat Saket”
Mitten in Bangkok’s Altstadt erhebt sich ein 79 Meter hoher Berg (natürlich künstlich), auf dessen Spitze ein goldener Stupa thront. Am Fuß des Berges steht bereits ein komplett verlassener Tempel mit acht bunt verzierten Vitrinen, in deren Innern sich (laut Wikipedia) Grenzsteine befinden. Nebenan steht ein Gebäude, das von zwei  bizarren “Statuen” bewacht wird und auch auf den 318 Stufen hinauf kann man zahlreiche Figürchen entdecken: die drei Affen, bunte Papageien und Flamingos, aber auch eine Ratte und eine Fee stehen inmitten der Pflanzen und werden teilweise märchenhaft von kleinen Nebelschwaden eingehüllt. Auf einer Zwischenebene kann man sich unter den kühlen Wasserdampfdüsen abkühlen und dann die letzte Etappe hinauf zum Stupa wagen. Oben angelangt empfängt einen ein goldener Stupa und eine sensationelle Aussicht über die Altstadt bis hin zu Bangkok‘s Wolkenkratzern. Fun Fact: im Wat Saket sind Schuhe ausnahmsweise mal explizit zu tragen! Darauf weisen Schilder UND Lautsprecherdurchsagen hin. Seltsam…

 

 

 

Wat Benchamabophit
Vom goldenen Berg aus Richtung Norden gelangt man zu Bangkok’s Stadtteil Dusit, den ich an einem weiteren Nachmittag besucht habe. Am Wat Benchamabophit legte ich eine gemütliche Pause ein, denn der Tempel ist zwar nicht sonderlich spektakulär, strahlt dafür aber eine wunderbare Ruhe aus. Ein kleiner Kanal mit Springbrunnen fließt durch die Tempelanlage und es gibt einige Bänke unter Bäumen oder am Wasser. Bei einem fahrenden Obstverkäufer kaufte ich eine super leckere Ananas und verputzte sie auf einem kleinen Steg. Herrlich!

 

 

 

Dusit Palast
Ich erwähnte ja bereits, dass der König seit fast hundert Jahren nicht mehr im bekannten Grand Palace residiert. Stattdessen wurde eine weitere Palastanlage in Dusit angelegt – wobei der neue König ja mehr Zeit in Bayern als in Bangkok zu verbringen scheint…
Mein Taxifahrer hatte offenbar keinen Schimmer wo ich eigentlich hin wollte. Nachdem er mich erst zum Grand Palace brachte, führte ich ihn anhand meines Googlemaps-Navi zum Dusit-Palast. Als ich vom kühlen Taxi in die schwüle Hitze hinausgetreten war und vor dem Tor der Palastmauer stand, erfuhr ich allerdings dass 1. der Palast selbst gar nicht öffentlich zugänglich ist (da hab ich wohl mal wieder ungenau recherchiert…) und 2. der Eingang zum Gelände (zumindest einen Teil kann man besichtigen) auf der anderen Seite ist… Also umrundete ich zu Fuß das große Areal und kam dann endlich am Eingang, dem König Rama V Monument an. Dahinter befindet sich die Ananta-Samakhom-Thronhalle, ein prunkvolles Gebäude, das man (wäre da nicht der kleine Tempel nebenan) eher in Frankreich als in Thailand vermuten würde.
Das Innere ist eine Art Museum, das man besichtigen kann. Die Kleiderordnung ist dort übrigens genauso streng wie im Grand Palace. Ein (typischer) Ami war darauf wohl nicht vorbereitet gewesen und stand mit kurzer Hose vor dem Eingang. Den (angeblich existierenden) Stand für Sarongs konnte er nicht finden und so diskutierte er lautstark mit den Securities. Als er mich dabei entdeckte, wie ich mir (für alle Fälle gewappnet) einen langen Rock über die Shorts zog, fragte er mich (fast schon vorwurfsvoll) wo ich denn den Rock gekauft hätte und war total fasziniert davon, dass ich tatsächlich selbst auf die Idee gekommen bin, mir angemessene Kleidung einzupacken… Nach viel Diskussion (und Fremdschämen meinerseits) ließen die Thais ihn dann doch hinein.
Das Innere der Thronhalle ist schon sehr pompös und wahrscheinlich befindet sich dort mehr Gold, als Deutschland in New York gelagert hat. Ausgestellt sind goldene und aufwendig verzierte Throne, die allerdings ganz anders aussehen, als die „europäische“ Version. Die Stühle sind nicht sehr hoch, dafür mit breiter Sitzfläche (ich nehme an für einen Schneidersitz) und sind dadurch auch als Sänfte für Prozessionen einsetzbar. Daneben gibt es zahlreiche fein gestickte Bilder und Nippes wie Schiffe, Vasen und Schalen zu bestaunen. Ich kann mit solchen Dingen ehrlich gesagt nicht gar so viel anfangen, deshalb war ich mit meiner Tour recht schnell durch.

 

 

 

Wat Intharawihan
Einen weiteren Tempelstopp legte ich am Wat Intharawihan ein. Dort gibt es einen großen Buddha (mal wieder), der hier allerdings komplett zugebaut inmitten Bangkok’s Altstadt steht und erst dann zu sehen ist, wenn man quasi davor steht. Auch kann man ihn gar nicht im Ganzen sehen, da eine Art Überdachung die Statue optisch in zwei Hälften teilt. Das wichtigste sind aber wohl die Füße des Buddhas, dessen Abdruck auch an der Rückseite auf halber Höhe zu bestaunen ist. Neben dem Budda gibt es eine Menge skurriler bunter „Deko“ und einen kleinen Gang mit vielen bunten Urnen. Was man dort wohl eher nicht antrifft sind andere Touristen, was dazu führte, dass ich von den Kids der Nachbarschaft neugierig beäugt wurde. 

 

 

 

Eine Burg in Bangkok – „Pom Phra Sumen“
Hättet ihr gedacht, dass es Bangkok noch Teile einer Stadtmauer gibt? Ich nicht. Aber es kommt noch besser: es gibt sogar ein Fort! Die hübsche weiße Anlage steht seit dem 18. Jahrhundert am Ufer des Chau Phraya und erinnert ein ganz bisschen an den „Torre de Belém“ bei Lissabon. Hinauf darf man wohl nicht, aber der umliegende kleine Park ist hübsch und bietet eine gute Sicht auf die imposante Rama VIII Brücke.

 

 

 
Meditation am Wat Mahathat 
Habt ihr schonmal meditiert? Vor Bangkok wäre ich wohl kaum auf die Idee gekommen. Immerhin bin ich ein Mensch, der ständig Hummeln im Hintern hat, ständig was tun muss und wenn ich sitze dann läuft zumindest das Gehirn wild herum. Als ich hörte, dass man in einem der Tempel in Bangkok gratis einen Meditationskurs besuchen kann, musste ich es natürlich doch mal ausprobieren (denn darum geht es doch beim Reisen…). Also nach Feierabend hin zum Wat Mahathat – angeblich sollte es um 16 Uhr losgehen. Nach langem Herumirren fand ich irgendwann den Tempel, der inmitten einer Klosteranlage irgendwo hinter dem Grand Palace versteckt liegt. Ich hatte eigentlich vorgehabt, mir den Tempel zunächst noch anzusehen, doch der Eintritt sollte wesentlich mehr als in anderen Tempeln kosten. Ob er das wert sein würde (immerhin habe ich in den letzten Wochen schon sooo viele Tempel gesehen…) wusste ich nicht – also ließ ich ihn aus.
Als ich den Herrn am Eingang nach dem Meditationskurs fragte, erklärte er mir dass der Kurs erst um 18 Uhr beginnen würde – aber er könnte mir das auch zeigen… Ich lehnte dankend ab (das war mir dann doch etwas zu seltsam…) und versuchte mein Glück dennoch bei dem Kursraum. Tatsächlich war die „Lehrerin“, die mich ein bisschen an meine Theaterregisseurin aus Schulzeiten erinnerte) da und gab mir netterweise eine Einzelstunde. Sie drückte mir ein Heftchen in die Hand – quasi eine Anleitung zum Meditieren – das sollte ich erstmal durchlesen, sie würde in einer dreiviertel Stunde wieder kommen. Puh. Man muss dazu sagen, dass ich es hasse, mir Anleitungen jeglicher Art durchzulesen. Technische Geräte werden so lange ausprobiert bis sie laufen (oder die Männer der Familie helfen), ich bin stolz darauf, IKEA-Möbelstücke ohne Anleitung zusammenbauen zu können und gekocht wird ohne Rezept. Aber ich las brav das Heft und danach ging’s los.
Die Lehrerin erklärte mir, dass ich ganz normal weiteratmen solle, aber dabei nur an das Einatmen und Ausatmen denken sollte. Danach wurde gelaufen: mit geschlossenen Augen drei Schritte vor, drehen, drei Schritte zurück. Ganz langsam. Und dabei immer nur das denken, was man gerade tut. Klingt simpel? Ich hatte damit echt Probleme. Als sie mir nach 5 Minuten sagte, ich solle das jetzt eine halbe Stunde weitermachen bekam ich beinah schon Panik… Aber ich zog es durch und schritt eine halbe Stunde auf und ab und dachte dabei immerzu “rechts – links – rechts- stehen – drehen – drehen – drehen – stehen – rechts – links ……” Wahnsinn. Ich, Juristin, nicht gerade auf den Kopf gefallen und latscht eine halbe Stunde nur hin und her… Aber das sollte es noch nicht sein. Danach ging es im Schneidersitz weiter – und wieder durfte ich nur ans Atmen denken. Irgendwann schlief mein Fuß dermaßen heftig ein, dass er ganz taub wurde und ich es nicht mehr aushielt. Ich streckte die Beine aus und konnte mir kaum ein Stöhnen vor Schmerz verkneifen, als das Blut zurück in die Beine lief… Als ich mit meiner Einführungsstunde fertig war, war ich ehrlich durch. Es hat mich extrem viel Konzentration gekostet, nicht ständig an Gott und die Welt zu denken und irgendwie fühlte ich mich ein bisschen, als wäre mein Gehirn Waschmaschine gefahren. Ich glaube ein Guru werde ich nicht… 

 

 

 
Am Ufer des Chao Phraya
Etwas groggy von der Meditation spazierte ich Richtung Flussufer. Aug dem Weg kam ich beim Amulettmarkt vorbei, von dem ich mir erhofft hatte, dort endlich Ersatz für meine Amulettkette zu finden, die sich langsam auflöst. Ich hätte mir aber eigentlich schon denken können, dass sich der Markt wohl kaum um solchen Firlefanz drehen kann. Stattdessen werden dort kleine Talismane verkauft – oft kleine Buddhas oder Portraits des Königs, die dann in kleinen Glaskästchen an eine Kette gehängt werden. 

Den Chau Phraya erreichte ich auf Höhe des Maharaj-Anlegers. Dort befindet sich eine kleine, sehr chice Laden-/Café-Straße und ich probierte kleine knusprige Pfannkuchen (wie kleine Mini-Tacos) mit undefinierbarer aber leckerer Füllung. Während ich die Aussicht auf den Fluss genoss, kam eine Durchsage, dass das letzte Fährschiff des Tages ablegen würde. Aus einer Laune heraus hüpfte ich spontan auf das Boot – ohne Plan und ohne Ziel. Wir schipperten am Wat Arun vorbei, der immer noch auf meiner Liste steht und es daher leider nicht mehr in diesen Beitrag geschafft hat. Als eine Durchsage für Chinatown kam, hüpfte ich hinaus und machte mich auf die Suche nach bunten Gassen mit großen leuchtenden Schildern. Doch das ist eine andere Geschichte… 

 

 

 

Wat Yannawa
Einen hab ich noch! Wo wir es gerade von Booten hatten: in Bangkok gibt es einen Tempel, in dessen Mitte ein riesiges Schiff steht. Klingt komisch? Ist aber so! Ich hatte den Tempel eigentlich für einen weiteren Trip an einem Nachmittag geplant, doch dann kam 
Vesakh. Vesakh ist quasi Weihnachten, Ostern und Christi Himmelfahrt für die Buddhisten. Es erinnert nämlich an die Geburt, Erleuchtung und das vollkommene Verlöschen des Buddha Siddharta Gautama. Zu diesem Anlass gehen am Abend zahlreiche Gläubige zu den Tempeln und prozessieren mit Kerzen und Blumen drei Runden drumherum. Doch nicht nur das: danach wird mit kleinen Strandeimerchen eine Sandburg gebaut (kein Witz – siehe Bild) und mit Blumen verziert. Die Atmosphäre hatte mit all den bunten Lichtern und Essensständen zwar ein bisschen was von einem großen Volksfest, war aber sehr schön und irgendwie positiver und viel lebendiger als ein christliches Fest. 

 

 

Puh. Ganz schön viele Tempel, oder? So langsam merke ich eine gewisse Tempelmüdigkeit. Mal sehen, wo mich der nächste Streifzug hinführt… Lasst euch überraschen!

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