Streifzüge durch Bangkok Teil 5
– Durch China, Indien, Korea und Arabien –

Chinatown
Das wohl bekannteste Viertel der fremden Kulturen ist Bangkok’s Chinatown. Auf der Hauptstraße Yaowarat Road leuchten bunte chinesische Schriftzeichen um die Wette und ein Streetfood-Stand reiht sich an den nächsten. Abends wird ein Streifen der Straße mit Verkehrshütchen abgesperrt und regelrechte Menschenmassen drängen sich entlang der Stände um ihr Abendessen zu ergattern. Wer kulinarisch probierfreudig ist, wird hier voll auf seine Kosten kommen – denn bei einigen Sachen ist es ein ziemliches Ratespiel, was man da wohl gerade zu sich nimmt. Ein Rätsel war auch einer der Stände, an den sich so viele Menschen drängten, dass wir schon vermuteten es gäbe etwas umsonst. Für ein Anstehen knurrten die Mägen jedoch zu laut, so dass wir dieses Rätsel leider nicht mehr lösen konnten…

 

Wat Traimit
Wenn man schonmal in Bangkok’s Chinatown ist, sollte man dem Wat Traimit noch einen Besuch abstatten. Der “Tempel des goldenen Buddha” steht am Ende des Yaowarat Road und wartet mit zahlreichen Stufen und vor allem viel Gold auf den Besuch der Gläubigen und Touristen. Wir waren am Asanha Bucha dort, einem buddhistischen Feiertag, was den Besuch besonders schön machte. An den buddhistischen Feiertagen sind die Tempel auch abends geöffnet und Austragungsort für diverse buddhistische Rituale. Da werden kleine Scheiben aus Wachs gefertigt, in die man etwas hineinritzt und dann wieder zum Einschmelzen gibt, Blumen niedergelegt und Kerzen entzündet. Bei einem anderen Feiertag, dem Vesakh, baute man sogar Sandburgen am Wat Yannawa (hier geht’s zum Bericht). Das Besondere sind jedoch immer die Kerzenprozessionen, bei denen man mit einer Kerzen drei Runden um den Tempel schreitet. Die Atmosphäre ist bei diesen Anlässen wunderschön und wer zu einem der Feiertage in Bangkok ist, sollte sich das nicht entgehen lassen!

 

 

Little India
Gar nicht so weit entfernt von Chinatown liegt Bangkok’s Little India. Wir stattetem dem Viertel eines Tages auf dem Rückweg eines Ausflugs einen Besuch zum Essen ab. Wir starteten unsere Tour im Shopping Center “India Emporium”, das auf mehreren Etagen zugepackt mit bunten und glitzernden Stoffrollen für Saris ist. Dahinter beginnt ein kleines Gassen-Wirr-Warr und wir streunerten umher auf der Suche nach einem authentischem Street-Food-Stand. Authentisch war dabei kein Problem – nur fehlte uns etwas die kulinarische Probierfreudigkeit bei all den für uns nicht recht identifizierbaren Speisen. Mangels ausreichender Indisch- oder Thailändisch-Kenntnisse half auch keine Erklärung weiter und so landeten wir am Ende in der oberen Etage des “India Emporium” und bestellten per Fingerzeig Curry, das zwar scharf aber lecker war. Während wir unsere Naans in die Schalen tunkten, wurden wir von der einzig mit uns anwesenden kleinen Gruppe Inder (oder indischer Thais) interessiert und zugleich etwas verwundert beäugt. Vielleicht war das ganze Shopping-Center doch authentischer als es auf uns wirkte – andere Touristen haben wir dort jedenfalls nicht entdeckt…

 

 

Korea Town
Mein liebster Reisebegleiter hat mir schon viel von seiner Zeit in Südkorea erzählt, wo er ein Semester studiert hat. Doch unabhängig von seinen Erlebnissen und Reisen durch das Land (vielleicht erzählt er euch ja irgendwann mal davon), schwärmte er am meisten vom “Korean Barbeque”. Dabei sitzt man um eine in den Tisch integrierte Grillplatte, die von einem darunter liegenden Kohleblock erhitzt wird und bestellt – ähnlich wie beim Fleischfondue oder “Heißen Stein”, falls ihr das kennt – eine Auswahl verschiedener Fleischarten und Marinadevariationen. Dazu gibt’s allerhand Beilagen wie im Tapasladen. Das kleingeschnittene Fleisch “schmeißt” man dann selbst, gemeinsam mit einem Stück Fett auf die Grillplatte und wickelt es am Ende in eine Rolle aus Salatblatt und Reis, dippt es in eine der Soßen und – happs – in den Mund. Lecker! 
Nun waren wir ja aber nicht in Korea, sondern in Thailand. Es gibt zwar auch ein Thai-Variation dieses kulinarischen Events, aber nach so vielen Erzählungen musste ich natürlich auch das Original probieren. Zum Glück gibt es in Bangkok nicht nur ein kleines China und Indien sondern auch ein Korea. Die kleine Passage “Korea Town” befindet sich unweit der Sukhumvit Soi 11 und beherbergt vor allem koreanische Restaurants. Wir fanden’s lecker und vom liebsten Reisebegleiter wurde es als authentisch klassifiziert – für noch mehr Original müssten wir dann wohl mal wieder ins Flugzeug steigen…

 

 

Soi Arab
Auf die Gefahr hin, dass sich dieser Beitrag nur ums Essen dreht: ich liebe ja Hummus und verdrücke wöchentlich eine nicht unwesentliche Menge pürierter Kichererbsen. Nach ein paar Monaten in Asien war es mal wieder an der Zeit und wir machten einen Abstecher ins arabische Viertel, auf der Suche nach Falafeln, Shawarma und Hummus. Die “Soi Arab” liegt ebenfalls an der Sukhumvit Road und zwar in der Soi 3 und einigen kleinen Gassen ringsherum. Dort reihen sich libanesische, ägyptische und jemenitische Restaurants aneinander und statt thailändischer Schrift blinken uns nun arabische Zeichen entgegen. Wir entschieden uns für den einfachsten Imbiss, denn die großen klimatisierten Restaurants wirkten mit gähnend leeren Räumen überteuert und wenig authentisch. Endlich bekam ich meinen ersehnten Hummus und Falafel, auch wenn der lange nicht mit dem Falafelstern auf der Hamburger Schanze mithalten kann…
Eine Sache wurde mir übrigens an diesem Abend bewusst: in den ganzen Monaten in Südostasien war ich in der Freizeit meistens in Shorts oder Röcken unterwegs und hab mich dabei nie unwohl gefühlt. Soll heißen, da war nie ein gaffender Blick, Pfiff oder sonstiges Gebärden, dessen man als Frau im Sommer nunmal gelegentich Zeuge wird. Das mag daran liegen, dass die Südostasiaten grundsätzlich eher zuückhaltend sind – oder schlichtweg daran, dass europäische Frauen nicht dem Attraktivitäts-Bild der südostasiatischen Männer entspricht (was mir widerum mein schwuler Thaifreund Gobo erzählte, ohne dass er eine Erklärung dafür hatte – wie auch?…). Das macht das Reisen als Frau in dieser Gegend so entspannt (und auch sicher). An diesem Abend im arabischen Viertel wurde mir das einmal mehr bewusst, denn plötzlich fehlte genau das und ohne meinen liebsten Reisebegleiter hätte ich mich hier und da vielleicht etwas unwohl gefühlt…

 

 

Leben im Flugzeug
Natürlich gibt es noch diverse andere kleine Viertel in dieser riesigen Metropole – doch statt zu noch mehr fremden Kulturen, führe ich euch noch zu einem Ort, der das Entdecken der fremden Kulturen überaupt möglich macht: Flugzeuge. Für ein paar ausgediente (nicht abgestürzte…) Flugzeuge gibt’s in Bangkok sogar einen Friedhof und der Vergleich mit dem Elefantenfriedhof aus Disney’s “König der Löwen” drängt sich irgendwie auf….
Ein bisschen außerhalb der Stadt, jedoch immer noch inmitten des typischen Straßenchaos und hoher Gebäude, befindet sich eine Art “Lost Place”, ein großes brach liegendes Grundstück, auf dem die Reste einiger Aluminiumvögel liegen. Unter anderem auch das vordere Drittel einer Boeing 747. Diese werden sogar bewohnt und angeblich hat man manchmal Glück und die Bewohner laden dazu ein, sich ihre Behausungen anzusehen. Als wir dort waren, schienen aber alle ausgeflogen zu sein. Ich weiß auch nicht, ob ich mich bei so einer Besichtigung vielleicht etwas unwohl gefühlt hätte. Das etwas skurrile Bild lässt sich aber jedenfalls auch wunderbar vom Zaun aus begutachten. Für uns war es mit dem Roller auch nur ein Katzensprung bzw. ein kleiner Umweg nach einem Ausflug in den Süden Bangkoks. Wenn man nicht lange in Bangkok ist und auf ein Taxi angewiesen ist, lohnt sich die Anfahrt vielleicht nicht unbedingt. Denn Bangok hat ja bereits im Stadtkern sooo viel Spannendes zu bieten…

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