Highlights Barcelona

Barcelona
– Ein Kunstwerk –

An einem verregneten Sonntag im Juni – noch vor dem ersten Kaffee – trieb mich mein unbändiges Fernweh mal wieder auf Skyscanner. Ich musste dringend weg. Egal wohin – Hauptsache ein kleines Abenteuer um dem Alltag zu entfliehen. Barcelona stand schon länger auf der Liste und siehe da: Hin und zurück mit Lufthansa am darauffolgenden Wochenende für 100 Euro.
Es dauerte keine 2 Minuten und ich hatte mein Ticket gebucht und trank danach voller Vorfreude meinen Kaffee im Bett.

 

Auf zum Strand
Den darauffolgenden Samstag ging es früh los und gegen 11 Uhr war ich bereits am Strand Platja de Sant Sebastià und genehmigte mir ein leckeres zweites Frühstück direkt am Strand. Die Bistros dort sind zwar aufgrund ihrer Lage etwas überteuert, aber es ist lecker und die Lage ist – egal ob für Morgens, Mittags oder Abends eben einfach unschlagbar für ein gemütliches Essen.

An dem Strand war übrigens auch mein Hostel gelegen, das „Equity Point Sea“. Die wirklich tolle Lage direkt am Strand und der unschlagbar günstige Preis gleichen den Zustand des Hostels zumindest etwas aus. Die Schlafsäle sind ohne Fenster – dafür mit Lüftungslöchern zum Nachbarzimmer. So hat man nicht nur die Geräuschkulisse des eigenen Zimmers, sondern auch noch was von den Nachbarn. Das Bad (immerhin eins auf dem Zimmer) ist ziemlich verkommen – da ist es empfehlenswert die Kontaktlinsen erst am Ende einzusetzen, damit man nicht allzu viel von Dreck und Schimmel mitbekommt. Aber es ist nunmal nur 20 Meter vom Strand entfernt…

 

Am Hafen
Von hier aus startet mein Rundweg durch die Stadt. Entlang der schönen Hafenpromenade Moll d’Espanya, vorbei an hunderten Souvenir- und Ramschhändlern, geht es Richtung Rambla de Badal, der Haupt-Ader Barcelonas.

Zwei Souvenirs schafften es aber dennoch in meine Tasche: ein blaues Mandala-Tuch und drei kleine Holzbilder mit schönen Hippie-Motiven, die eine Künstlerin aus alten Türblättern herstellt. Ich hatte mir einige Tage zuvor in den Kopf gesetzt, mir einen Van zu kaufen und ihn umzubauen. Den Van gab es zwar noch nicht, aber die Deko konnte man ja schonmal kaufen… Tatsächlich fand ich dann kurz vor dem Abflug zurück nach Deutschland online mein zukünftiges Auto und kaufte es noch am selben Tag. Die Story dazu und wo die Souvenirs gelandet sind findest du hier.

 

Im Zentrum
An der Rambla sollte man unbedingt einen Besuch des Palau Güell einplanen. Das Stadthaus ist eines der ersten Werke von Barcelonas berühmtesten Architekt Antoni Gaudi, das er für den Grafen von Güell entwarf. Das Gebäude ist von außen eher unscheinbar, jedoch erwarten einen im Innern beeindruckende Decken mit aufwendigen Holzverzierungen und ausgefallene Möbelstücke, die allesamt aus der Feder Gaudis stammen. Von allen Stockwerken kann man von einer Galerie in die hohe Halle im Erdgeschoss schauen. Von dort aus nach oben schauend meint man, den Sternenhimmel sehen zu können. Tatsächlich sind es jedoch kleine Fensterchen auf dem Dach des Hauses, durch die das Tageslicht hineinfällt. Vom Dach hat man einen tollen Blick und kann die vielen verrückt geformten Schornsteine bewundern, die mit bunten Scherbenstücken bedeckt sind.

Nach der Besichtigung kann man eine kleine Pause am schönen Plaça Reial einlegen und sich mit einem Kaffee an einen der Brunnen setzen.

Wer auch einen kleinen Snack gebrauchen kann, geht danach zum Mercado de La Boqueria, einem schönen wuseligen Markt in einer großen Halle mit ausgefallenen Auslagen (geöffnet Mo-Sa 8:00-20:30).

Auf dem Weg nach Norden kann man einen Abstecher zum Palau de la Música Catalana machen. In dem schönen Gebäude finden Konzerte und Flamenco-Aufführungen statt (ab ca. 30 Euro). Der Konzertsaal soll wunderschön sein. Ich habe es leider Abends nicht mehr dorthin geschafft – werde es aber beim nächsten Mal nachholen.

Von hier aus solltest du in die Carrer Comtal einbiegen. Die (der Hauptstraße abgewandte) Fassade des ersten Hauses auf der rechten Seite ist übersät mit aufgespießten schwarz-weißen Kugeln. Sieht sehr skurril aus und zeigt einmal mehr, das Barcelona vor allem eins ist: ein riesiges Kunstwerk!

 

Am Passeig de Gràcia
Das wird ganz besonders deutlich, wenn man vor den drei berühmten Häusern Casa Batlló, Casa Amatller und dem Casa Lleó i Morera am Passeig de Gràcia steht, wobei bereits die Bodenfliesen des Gehwegs ein Kunstwerk sind. Vor allem das von Gaudi entworfene Casa Batlló ist ein absoluter Hingucker und wohl eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Barcelonas. Die Fassade sieht mit seinen hellen und knubbeligen Säulen fast ein bisschen wie ein Knochenhaus aus…

Auch das Casa Milà etwas weiter die Straße hinauf ist ähnlich designt. Es kann auch von Innen besichtigt werden – dem Prospekt nach zu urteilen auch echt cool – aber mit ca. 20 Euro Eintritt auch recht happig… Und die zwei größten Highlights mit hohen Eintrittsgeldern kommen ja erst noch. Es geht also weiter nach Westen Richtung La Sagrada Família. Auf dem Weg kann man dann ein hübsches Schloss entdecken, das Casa de les Punxes, das ein bisschen an das Holstentor in Lübeck erinnert.

 

 

Eine märchenhafte Kirche
Nun aber zu meinem absoluten Highlight Barcelonas: die Sagrada Família. Die römisch-katholische Basilika wurde ebenfalls von Gaudi entworfen und ist seit 1882 in der Bauphase, aber immer noch nicht fertig… Damit toppt sie sogar noch die Elbphilharmonie und den Berliner Flughafen. Sie soll allerdings wohl demnächst (2026) fertiggestellt werden, da der gute Herr Gaudi dann bereits 100 Jahre tot ist. Übrigens ein recht plötzlicher Tod und quasi Arbeitsunfall: Auf dem Weg zur Baustelle der Kirche wurde er eines Morgens von einer Straßenbahn überfahren… Ob die Sagrada Família damit unter einem so guten Stern steht…

Auch wenn sie von außen noch umstellt von Kränen ist, so ist das Innere bereits jetzt unglaublich beeindruckend. Ich habe ja schon so einige Kirchen gesehen – aber diese hier ist schlichtweg unvergleichlich und unfassbar schön! Man kann es eigentlich kaum in Worte fassen und eine Beschreibung in Worten wird dem Anblick einfach nicht gerecht. Deshalb lass dich von der Schönheit anhand meiner Auswahl aus ca. 300 Fotos überzeugen. Ich hätte mich jedenfalls am Liebsten auf den Boden gelegt und stundenlang die Decke bewundert (wobei das vielleicht auch ein bisschen dem immensen Kater geschuldet war, der mich nach einem langen Abend mit einer Gruppe Schweden noch den gesamten Sonntag begleitete). Man kann übrigens auch auf die Türme der Kirche steigen und auf dem Weg noch einige der für Gaudi typischen bunten Kugeln entdecken. Allerdings kostet das Ticket dann statt 15 Euro (nur Eintritt in die Kirche) insgesamt 29 Euro UND man darf nur einen der beiden Türme besteigen (und muss diesen bei Ticketkauf bereits auswählen). Bei einer knappen Reisekasse muss der Besuch des Turms meiner Meinung nach nicht unbedingt sein (und ich steige sonst auf fast jeden Turm…). Der Blick von oben ist schön, aber auch nicht atemberaubend. Vor allem hat man keinen 360 Grad Blick sondern nur in eine Richtung… Einen schöneren Blick hat man jedenfalls vom nächsten Highlight, dem Park Güell

 

Eine kunstvoller Park
Der wunderschöne Park Güell (ein weiteres Werk Gaudis) liegt im Norden der Stadt und ist zu Fuß ein ganzes Stück entfernt. Da lohnt sich dann doch mal eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Am besten startet man vom Mirador de Joan Sales und genießt den tollen Blick auf Barcelona und das Meer. Von hier aus kann man gemütlich hangabwärts durch den Park schlendern. Dieser ist sehr schön angelegt mit tollen Pflanzen und schönen Kolonnaden. Hier tummeln sich auch einige Musiker und mit etwas Glück kann man sogar Tango-Tänze beobachten. 

Bekannt ist der Park vor allem für seine große Terrasse mit der wellenförmigen Einfassung aus den typischen bunten Steinscherben. Für diesen Bereich ist ein Eintrittspreis von 7 Euro zu zahlen.
WICHTIG: Das Ticket solltest du aber unbedingt im Voraus online kaufen, da es nur für einen bestimmten Time-Slot gilt. Ich wusste das leider nicht und hätte 4 Stunden warten müssen, bis es einen freien Platz gegeben hätte. Das war mir zu lang… Nächstes Mal. Das mit dem Ticket und Time-Slot gilt übrigens auch für die Sagrada Família!

 

 

Zurück zum Strand
Auf dem Rückweg Richtung Strand kannst du an der beeindruckenden Stierkampfarena La Monumental vorbeigehen, die ein bisschen marokkanisch aussieht.


Von hier läuft man am besten zum pompösen Arc de Triomf und schlendert die Allee hinab zum sehr schönen Parc de la Ciutadella mit einem hübschen großen Springbrunnen. Hier kann man sich entspannt unter einen Baum legen und die schmerzenden Füße ausstrecken.

Wer lieber noch ein bisschen Strandfeeling haben möchte, geht zurück zum Platja de Sant Sebastià und genießt einen kühlen Caipirinha, die dort von umherlaufenden Verkäufern für erschwingliches Geld angeboten werden. Auch eine Massage direkt am Strand ist nicht zu verachten und ein schönes Abschlussessen in einem der Strandrestaurants rundet den Wochenendtrip ab.

 

Fazit: Eine wunderschöne Stadt mit vielen schönen Details zum Entdecken. In zwei Tagen schafft man bei Weitem nicht alles, aber es ist eine schöne Destination für einen kleinen Kurztrip.

Für mich ging es am Montagmorgen mit dem ersten Flieger zurück und direkt ins Büro. Wäre alles kein Problem gewesen, aber wenn man in einem Hostel unterkommt, in dem bis zum Morgengrauen Party gemacht wird (direkt neben dem eigenen Bett) dann ist an Schlaf nicht zu denken. Wer dann um vier zum Flughafen muss, ist eben selber Schuld :D. Nächstes Mal dann vielleicht doch Hotel oder einen Tag Urlaub nehmen…

 

 

 

 

 

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