Willkommen zum letzten Teil meiner Ruanda-Reportage. Für den Schluss habe ich mir etwas ganz Besonderes aufgehoben. Und zwar unsere Wanderung zu den Berggorillas. Wobei das Wort „Wanderung“ für diesen Gewaltmarsch eine fahrlässige Untertreibung ist. Hätte ich auch nur geahnt, was dieses Erlebnis mir abverlangen würde, ich hätte vermutlich gekniffen. Aber zum Glück hatte ich vorher keinerlei Vorstellung davon, was es heißt, sich stundenlang bei Hitze und Regen durchs Gebüsch zu schlagen und dabei etliche Höhenmeter hinter sich zu lassen. Ein Hoch auf die Unwissenheit. Führt sie einen doch manchmal an die sonderbarsten Orte.

Was des Deutschen Lieblingsgetränk ist, taugt nicht gerade als Millionenfrage. Kaffee, was sonst. Während der Pro-Kopf-Konsum von Bier in Deutschland 2018 bei 102 Litern und von Wasser bei 154 Litern lag, lag der von Kaffee bei 166 Litern (Quelle: Kaffeereport 2020 von statista, Tschibo und brand eins). Für die einen ist er ein Genussmittel, für die anderen ein Wachmacher. Espresso mit Zitrone soll Wunder wirken gegen Kopfschmerzen. Kaffee und Kuchen gehören für manchen zusammen wie Messer und Gabel. Coffee & Cigarettes ist nicht nur der Titel eines Films, sondern in manchen Kreisen ein beliebtes Frühstück und so eine Art Lebensphilosophie.

Im zweiten Teil meiner Ruanda-Reportage nehme ich euch mit in ein Buschkrankenhaus in einer der ärmsten Regionen im Süden Ruandas. Ich selbst hatte keine allzu genaue Vorstellung davon, was mich dort erwarten würde. Das war vielleicht auch besser so, denn wenn ich versucht hätte mir auszumalen, wie ein Krankenhaus im Busch Ruandas wohl aussehen würde, ich hätte mich gründlich getäuscht.

Ehrlich gesagt habe ich mir bis zu dem Tag unseres Besuches noch nie die Frage gestellt, wie man eigentlich Blutkonserven und Medikamente dorthin bekommt. Die ruandische Lösung fand ich äußerst beeindruckend. Und dass ich dort eine auf den ersten Blick äußerst unscheinbare Frau kennenlernen würde, die völlig zu Recht das Verdienstkreuz am Bande verliehen bekommen hat, hätte ebenfalls nicht auf der Liste meiner Erwartungen gestanden.

Aber man reist ja auch nicht, um seine Schreibtischphantasien von fernen Ländern bestätigt zu bekommen, sondern um staunend festzustellen, wie andere es machen, um sich zu wundern über bislang Unvorstellbares und sich angenehm inspirierend irritieren zu lassen – kurz: um den eigenen Gedanken die Möglichkeit zu geben, die Richtung zu wechseln. Also: Rückenlehnen senkrechtstellen, Tische hochklappen und los geht’s.

Wieso erzähle ich von einer deutschen Stiftung, wenn ich doch eigentlich etwas über ein afrikanisches Land erzählen will? Ganz einfach: Weil Reiner Meutsch, der Stiftungsgründer von Fly & Help, mich überhaupt erst dazu gebracht hat, nach Ruanda zu reisen. Und weil er mir die Möglichkeit erschlossen hat, Orte zu sehen, die man als Tourist niemals sehen würde und mir dadurch ein tieferes Verständnis für das Landes ermöglicht hat.

Der Einstieg in den für uns noch unbekannten Kontinent war eine Reise nach Südafrika im Oktober 2012. Wir waren zu viert unterwegs. Wir, das sind Kates Eltern und ihre zwei Brüder.

Von Port Elizabeth Richtung Westen bis nach Kapstadt führte uns die Tour, die wir selbst geplant und organisiert hatten. Mit dem Geländewagen fuhren wir entlang der Küste und durch das Inland und übernachteten in vorgebuchten Guesthouses.

Die wichtigste Vorbereitungsmaßnahme war es, das für mich richtige Surfcamp zu finden. Surfcamps gibt es in Marokko fast so viele, wie es Sand gibt – doch die Geschmäcker und Bedürfnisse sind verschieden. Ich wollte ein Surfcamp, das möglichst zu keiner großen Kette gehört. Ich wünschte mir eine individuelle Betreuung durch Surflehrer, die auf mein persönliches Level eingehen, mich aber auch weiterbringen. Vor allem suchte ich jemanden, bei dem ich das Gefühl hatte, dass er auf meine Angst seit Peru eingehen und mir helfen würde, diese zu überwinden. Neben dem Surfunterricht war es mir wichtig, dass das Surfcamp kein Partyhostel für Teenager sein würde, sondern ein gemütlicher Ort zum Entspannen, Seele baumeln lassen und Yogasessions.

Allahu akbar… Allahu akbar…” Wie ein Kanon ertönt der islamische Gebetsruf Adhān und erfüllt die kühle Morgenluft über der roten Stadt. Ich sitze auf der Dachterrasse des Hostels und blicke über das Dächermeer von Marrakesch. Es ist früh am Morgen, die Stadt scheint noch zu schlafen, doch der Muezzin reißt Bewohner und Touristen aus ihrem Traum von 1001 Nacht.

Es knackt und knarzt und erst ein, dann zwei, dann drei Lautsprecher schallen von den Minaretten und fordern zum morgendlichen Gebet auf.

Miriam Spies ist Autorin des Roadtrip-Romans “Im Land der kaputten Uhren”, in dem sie von ihrer Reise und den Begegnungen in Marokko erzählt. Zu ihrem Buch habe ich sie bereits in einem Interview mit Fragen gelöchert.

Nachdem ich selbst gerade erst aus Marokko zurück bin, wollte ich aber noch mehr von ihr wissen. Miriam ist mittlerweile ein richtiger Insider – vor allem für Tanger, die Stadt im Norden von Marokko.

Deshalb habe ich sie gebeten mir – und dir – ihre Lieblingsplätze in Tanger zu verraten