Bali’s Süden
– Strandhopping und Fotoshootings auf der Halbinsel Bukit –

 

Mit dem Roller in den Süden
Nach einer spektakulären Nachtwanderung und einem wunderschönen Sonnenaufgang auf den Vulkan Batur, ließen wir uns am Nachmittag zurück nach Canggu bringen. Dort quartierten wir uns für eine Nacht im „Kampung Canggu“ ein und erholten uns an Strand und Pool vom nächtlichen Marsch. Am nächsten Morgen ging es dann aber auch schon wieder weiter: mit einem Roller, den wir über unsere Unterkunft gemietet hatten, fuhren wir nach Süden zur Halbinsel Bukit. Die Strecke bis zu unserer Unterkunft dort war zwar nur ca. 30 Kilometer lang, doch führte sie entlang der meistbefahrenen und dadurch allzeit verstopften Straßen rund um Kuta und den Flughafen. Anstatt uns einen halben Tag mit dem Taxi Meterweise vorzuschieben, sprangen wir also mit leichtem Gepäck aufs Zweirad und waren in Windeseile am Ziel. Die großen Rucksäcke konnten wir gegen ein kleines Entgelt in einem Schließfach in unserer Unterkunft in Canggu lassen. Perfekt. Unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte wurde das “Hill Dance Bali American Hotel”, eine kleine Anlage in praktischer Lage und mit ausgefallenem Bad-Design. 

 

 

Balangan Strand
Von unserer Unterkunft auf Bukit waren es nur wenige Minuten mit dem Roller zum nächsten Strand. Der Balangan Strand gewinnt zwar keinen Preis in der Kategorie “paradiesisch”, bietet mit seiner Steilküste dafür aber eine grandiose Aussicht über die Bucht. Das Fotografen-Auge lacht und der ein oder andere Balinese verdiente sich dort gerade sein Honorar mit Hochzeitsfotos.

 

 

Uluwatu Tempel
Das bekannteste Highlight der Halbinsel Bukit ist mit Sicherheit der Uluwatu-Tempel. Die riesige Anlage zieht sich entlang der atemberaubenden Steilküste und der Blick auf die gewaltige Brandung in der Tiefe stellt sogar die hübschen Tempelbauten in den Schatten. 

 

 

“Single Fin”
Beinahe genauso berühmt wie der Uluwatu-Tempel ist wohl auch die Bar “Single Fin”, die ebenfalls in schwindelerregender Höhe über dem Ozean thront. Wir kamen, sahen und gingen. Abgesehen von einem sagenhaften Blick bietet der Laden überteuertes Essen, fancy Getränke, dröhnende Bässe und Sitzgelegenheiten nur für den Adel (oder Menschen mit ganz viel Motivation zum Warten). Da schauten wir doch lieber im einfachen Warung nebenan, genossen einen ähnlich schönen Blick und konnten uns sogar noch ein Getränk dazu leisten. Und das sogar im Sitzen! 

 

 

Nyang Nyang Strand
Der zweite Tag auf der Halbinsel Bukit wurde zum chilligen Strandhopping. Mit dem Roller die südliche Küste entlang und hier und da mal abbiegen und schauen was es zu entdecken gibt. Und gleich der erste Stop (zugegebenermaßen ein Tipp meiner lieben Untermieterin Pia, die auf Bali studiert hat) erwies sich als absoluter Glücksgriff! Denn dieser Küstenabschnitt gewann definitiv den Preis für das Paradies! 
Nach einem kleinen Marsch hinab, erreichten wir einen schmalen aber absolut verlassenen Strand. Eine einsame Balinesin verkaufte uns am Strandaufgang frische Kokusnüsse und wir hatten nur noch die Qual der Wahl, an welchem Fleckchen wir uns für die nächsten Stunden niederlassen sollten. Bei einem kleinen Spaziergang entdeckten wir die vielleicht abgefahrenste Schlafmöglichkeit auf Bali: durchsichtige, aufblasbare Iglus – mitten in der Natur. Also quasi unter freiem Himmel, nur geschützt vor Wasser, Wind und was sonst noch so der Dekadenz entgegensteht.
Ich ziehe den echten Himmel ja meistens vor und kam ihm auf einer verlassenen Bambusschaukel mit Blick auf den knallblauen Ozean ziemlich nahe. Apropos Ozean: die Wellen kamen hier mit so einer Wucht herangepeitscht, dass der Strand von all den umherfliegenden Wassertröpfchen wie im Nebel lag. Eine wunderschöne und surreale Szenerie. Schwimmen sollte man dort allerdings besser nicht gehen. Der Sog hinaus aufs offene Meer ist so stark, dass man selbst im nur knöchelhohen Wasser droht, umgespült zu werden. Und danach kommt dann bis zur australischen Grenze erst mal lange nichts…

 

 

Melasti Strand
Ein ebenso einsamer, wenn auch landschaftlich völlig anderer Strand wartete einige Kilometer weiter östlich der südlichen Bukit-Küste auf uns. Eine schroffe Steinküste, wenig grün aber das gleiche, wunderschöne knallblaue Meer. Und an eben dieser Kulisse stand das wohl schönste Fortbewegungsmittel der Welt: ein hellblauer Bulli! Leider war er weder zum fahren noch zum campen gedacht (ich hätte ihn zu gern entführt…). Stattdessen – man kratzt sich verwundert am Kopf – dient er nebst anderen Requisiten als Fotokulisse für Pärchen-Shootings. Und nicht etwa für jene aus Europa, der Wiege des Bullis. Nein, tatsächlich saß eine Asiatin mit pastellgelben Petticoatkleid und farblich abgestimmten Göttergatten in und auf dem kleinen Hippiebus. Die Situation hatte eine gewisse Komik – man stelle sich einmal ein urbayrisches Pärchen in Geisha- und Samuraikostüm mit Papierschirmchen vor einem Teehaus vor… Aber warum nicht mal Klischees brechen? 

 

 

Der Osten der Halbinsel Bukit
Umso weiter wir in den Osten kamen, desto touristischer wurde es. Bereits am Pandawa Strand machten wir nur einen kurzen Boxenstopp, denn weder die großflächige Baustelle, noch die bunten Fähnchen und Schilder entsprachen unserer Vorstellung von schönem Strand. Auch die Statuen, die dort in großen Ausbuchtungen der Felswand stehen, scheinen lediglich Touristen-Zwecke zu erfüllen und keinen kulturellen Hintergrund zu haben.

Wir düsten weiter zur Ostküste von Bukit, Nusa Dua. Man kann es weniger als Stadt, sondern vielmehr als riesigen Vergnügungspark bezeichnen. Fein säuberlich angelegte Straßen, die Strände wie eine künstliche Lagune und überall warten irgendwelche Attraktionen. Dem ein oder anderen Besucher mag das gefallen, uns schreckte es ziemlich ab und wir machten uns auf den Rückweg zu unserer Unterkunft. 

 

 

Hochzeitsshooting am Tegal Wangi Strand
Eine Kleinigkeit habe ich noch: ich bin selbst mal wieder unter die Fotografen gegangen und hatte die Freude, ein frisch verheiratetes Paar aus Deutschland in ihren Flitterwochen zu fotografieren. Die beiden hatten über Facebook jemanden für ein After-Wedding-Shooting gesucht und wie das Glück es wollte, waren wir gleichzeitig dort. Geplant waren schöne Posen vor paradiesischer Kulisse und einem kitschigen Sonnenuntergang. Leider spielte das Wetter ausnahmsweise mal nicht mit sondern verrückt: Grauer Himmel, zwischendurch kleine Regentropfen und von Sonnenuntergang keine Spur. Die Kulisse teilten wir uns mit ca. 5-6 anderen Fotografen und Hochzeitspaaren (offenbar hatten wir DEN In-Spot schlechthin gefunden). Um an dem Spektakel teilnehmen zu dürfen mussten wir dann auch noch ca. 20 Euro zahlen (richtig, um Fotos in der Landschaft zu machen…). Die Szenerie wurde dann, ähnlich zum blauen Bulli, noch durch einen “typisch asiatischen”, knallroten Käfer ergänzt… 
Wir nahmen’s mit Humor – was blieb auch anderes übrig – und machten das Beste draus. Spaß hat es in jedem Fall gemacht und das Ergebnis sogar besser als befürchtet, auch wenn die Kulisse mehr nach deutscher Nordsee aussieht… 
Vielen Dank für Euer Vertrauen, Jenny und Benny! 

 

Tja, und das war’s dann auch mit unserem Urlaub auf Bali. Zurück ging’s nach Canggu und von dort aus, nach beinahe fünf Monaten Südostasien, mit einem langen Ritt zurück nach Deutschland. Doch das ist eine andere Geschichte…

Sonnenaufgang auf dem Vulkan Batur
– durch Nacht und Nebel hinauf zum Naturschauspiel –

Nach einem schönen Ausflug an die Ostküste von Bali kehrten wir bereits am frühen Abend zurück nach Ubud, legten uns Wanderschuhe, dicke Pullis, Ersatzshirts und lange Hosen zurecht und hüpften schon ganz früh ins Bett. Wenige Stunden später, um kurz vor 2 Uhr, klingelte uns der Wecker aus den Federn. Hundemüde aber total aufgeregt warfen wir uns in dicke Klamotten und stiefelten hinauf zur Straße. Dort wartete bereits der Bruder unserer lieben Betreiberin unserer Unterkunft “D’Edge Ubud House” auf uns. 

Im gemütlichen Van brausten wir durch die Nacht über Balis ausnahmsweise mal leere Landstraßen gen Norden. Nach einer guten Stunde erreichten wir unser Ziel: ein Schotterparkplatz am Fuße des Vulkans “Batur“. Wir waren zwar fast eine Stunde vor der vereinbarten Zeit, aber unser Guide, der uns über unsere Unterkunft vermittelt wurde, wartete bereits auf uns, gemeinsam mit zahlreichen anderen Leidensgenossen, die verrückte Touris nachts auf den Vulkan hinaufführen. Allein hinauf darf man nämlich nicht. 


Der Marsch zum Vulkan-Gipfel
Nachdem er uns mit zwei Taschenlampen bewaffnet hatte, waren wir startklar und nutzten unseren Vorsprung um uns von der später folgenden Masse abzusetzen. Strammen Schrittes starteten wir unseren Marsch durch ein kleines Waldstück. Ich höre mich noch zum liebsten Reisebegleiter sagen “wenn es so bleibt, wird das ja ein Spaziergang”… Und schon zwei Augenblicke später türmte sich der Vulkan vor unseren Nasen auf. Der Weg hinauf ist nicht etwa ein serpentinenförmiger Weg, sondern es geht über Hobbit-hohes (*) Geröll querfeldein. Um die natürlichen Stufen zu erklimmen, brauchte es immer mal wieder alle Viere und wir verfluchten uns gelegentlich, dass wir nicht eine Stirnlampe mitgenommen hatten. Doch unser Guide führte uns sicher und zugleich gnadenlos immer weiter. Ein paar Verschnaufpausen gönnte er uns, doch nach wenigen Augenblicken hüpfte er bereits wieder wie eine Bergziege weiter. Verlieren wollten wir ihn nicht – also was blieb uns anderes übrig, als ihm hinterherzukraxeln? Sein Kommentar “ihr seid aber ganz schön fix” sorgte daher auch für nachhaltiges Amusement… 
*) Hobbit: Hobbits oder Halblinge sind fiktive, 60 bis 120 cm große menschenähnliche Wesen aus der Herr-der-Ringe-Saga

 

Viel zu früh am Ziel
So kam es jedoch, dass wir mit die ersten auf dem Gipfel des Vulkans waren und unser Guide uns den schönsten Platz zeigte. Eine kleine Holzbank, auf die er eine Decke legte und um uns herum nur die pechschwarze Nacht. Wir wechselten schnell in unsere trockenen Ersatzshirts (sehr weise Idee, die wir da hatten) und warteten, dass auch die Sonne den Weg hinauf finden würde. Unser früher Aufbruch und die Rekordzeit von knapp einer Stunde des Aufstiegs hatten jedoch einen Nachteil: vor uns lagen lange 2 Stunden des Wartens und trotz langer Hosen und dicker Pullis war uns schweinekalt. Irgendwann öffnete zum Glück die kleine Holzhütte, die an eine Skihütte in den Alpen erinnerte und verkaufte köstliche heiße Schokolade, die wir becherweise in uns hinein gossen. Das himmlische Getränk versüßte unsere Wartezeit und ließ uns bald aufhören zu zittern (natürlich rächte sich das maßlose trinken wenig später, als die Schokolade wieder den natürlichen Weg hinaus finden wollte – auf einem Vulkan ohne Gebüsch ein weiteres kleines Abenteuer…).

So langsam füllte sich der Gipfel mit Touristenmassen, die wir bereits auf dem Weg nach oben wie eine leuchtende Ameisenstraße am Fuß des Berges ausgemacht hatten. Glücklich über unsere abgeschottete Bank beobachteten wir, wie sich junge Mädels in Shorts (sind die irre???) und Rentner mit Walkingstöcken (Respekt!) versammelten und in den, sich langsam dunkelblau-färbenden, Himmel starrten. So langsam wurde es heller und die gegenüberliegende Gipfelspitze zeichnete sich mittlerweile vom Himmel ab. Doch zugleich zog dicker Nebel und Wolken hinauf und wir befürchteten schon, dass wir den Sonnenuntergang verpassen würden…

 

 

Der Feuerball erscheint
Als sich die ersten Sonnenstrahlen zeigten und sich der Himmel langsam rot färbte, erhaschten wir einen Blick auf den Kratersee des Vulkans. Doch immer wieder kamen dicke Wolken, die der fabelhaften Aussicht den Vorhang zuzogen. 


Aber wir hatten Glück, irgendwann erreichte die Sonne den oberen Wolkenkamm und feuerte ihr Strahlen über die weite Landschaft. Die gesamte Szenerie wurde in glühendes Orange und gold getaucht und wir konnten kaum glauben, welch Naturschauspiel sich uns bot. Es ist schlichtweg nicht in Worte zu fassen! 

 


Krater, heiße Quellen und Affen
Nachdem wir uns an diesem spektakulären Bild satt gesehen hatten, führte uns unser Guide zu den Hotsprings (heiße Quellen) an einem kleineren Krater, dessen Anblick zwar nicht ansatzweise mit dem vorherigen mithalten konnte, dafür zogen allerhand Affen die Aufmerksamkeit (und das ein oder andere Essen) an sich. 

 

 

Der Weg zurück
Auf dem Weg hinab wählte unser Guide den anderen der beiden möglichen Wege. Im Vergleich zu unserem Hinweg, wäre dies tatsächlich ein Spaziergang gewesen. In gemäßigter Steigung schlängelte sich ein angenehmer Pfad durch die Landschaft. Doch auf diese Weise hatten wir uns den Sonnenaufgang regelrecht verdient. Vielleicht hat es ihn dadurch noch ein bisschen spektakulärer gemacht. 

Und nun, auf dem Weg zurück, konnten wir dafür die wunderschöne Aussicht auf die umliegende Landschaft genießen. Am Fuß des Vulkans angekommen, verabschiedete sich dieser mit einem tollen Blick auf den Krater, während uns eine Spinne, die Aragog (**) regelrecht in den Schatten gestellt hätte, in Empfang nahm… 
**) Aragog: Eine riiiiiiiiiesige Spinne aus der Harry-Potter-Saga.

Zurück am Auto angelangt, brachte uns unser Fahrer zurück zur Unterkunft, wo wir nach einem leckeren Frühstück sogar die Check-Out-Zeit nach hinten schieben durften um noch eine Mütze Schlaf zu bekommen. Am Nachmittag chauffierte uns erneut der Bruder der Betreiberin zurück nach Canggu – wesentlich bequemer und sogar ein bisschen preiswerter als die Taxifahrt auf dem Hinweg. 

 

Infos zum Ausflug
Die Tour ist mit Sicherheit kein Geheimtipp mehr, denn pro Nacht stiefeln zahlreiche Menschen zum Gipfel hinauf. Wir hatten deshalb noch mit einem Aufstieg zum Vulkan Agung geliebäugelt, der wesentlich untouristischer ist (auch wenn er in den letzten Wochen einen erheblichen Bekanntheitsgrad erlangt hat). Allerdings ist dieser auch wesentlich höher und der Aufstieg in ca. 6 Stunden wesentlich anstrengender. Für meinen, gerade erst vom Fieber erholten, liebsten Reisebegleiter keine Option. Doch ehrlich gesagt war die Szenerie so wunderschön, dass man die umherstehenden Menschen kaum mehr wahrnahm. 
Die Touren können überall für ca. 60 Euro pro Person, inklusive Abholung und vorgeschriebenen Guide, gebucht werden. Wir hatten glücklicherweise nicht im Vorwege gebucht, sondern sprachen unsere liebe Unterkunftsbetreiberin des D’Edge Ubud House” auf die Tour an. Sie mobilisierte ihren Bruder, der uns dorthin fuhr und einen bekannten Guide. Auf diese Weise hatten wir unsere ganz persönliche Tour und zahlten sogar nur die Hälfte!
Wer jetzt noch nicht überzeugt ist, dem hilft vielleicht noch ein kleiner Zeitraffer-Film von einem der schönsten Sonnenaufgänge, die ich jemals beobachten durfte:

 

 

White Sand Beach und Padang Pai
– Weißer Sand und alte Fischerboote – 

Nach unseren Ausflügen rund um Ubud und in den Norden zu Vulkansee und Wasserfall, zog es uns mal wieder ans Meer. Doch anstatt zurück an die belebte Westküste zu fahren, schwangen wir uns erneut auf den Roller und düsten gen Osten. Ziel: der White Sand Beach. 

 

Teatime im Dschungel-Baumhaus
Unterwegs sorgte die Kaffeesucht und (ja, ihr dürft Lachen) auch mal wieder mein navigatorisches Talent im Sinne von “Oh, wir hätten vor 5 Kilometern abbiegen müssen” für einen besonderen Zwischenstopp. Versteckt an einer winzigen Landstraße entdeckten wir die kleine Kopi Luwak Farm “Taru Agro. Zwar wartete hier kein atemberaubender Blick auf Reisterrassen wie im Bali Pulina” dafür aber ein gemütliches Baumhaus mitten im Dschungel. Auf eine erneute Führung verzichteten wir, doch den vielen verschiedenen bunten Tee- und Kaffee-Proben konnten wir nicht widerstehen und schlürften um die Wette. 

 

White Sand Beach
Wenig später erreicht man dann, mit ein bisschen Aufmerksamkeit des Navigators, ein verstecktes Hinweisschild zum “White Sand Beach”. Den Roller ließen wir an der Straße stehen und marschierten ca. 15 Minuten durchs Gestrüpp, durch das bereits türkisblaues Meer hindurch schimmerte. Angekommen an der kleinen Bucht, brauchen die Augen ein paar Sekunden um sich an das gleißende Licht zu gewöhnen. Denn der Strand wird seinem Namen gerecht: der Sand ist wirklich schneeweiß. Einzig ein paar feine schwarze Linien Vulkangestein durchziehen die glitzernde Oberfläche.

Am Rand der Bucht hat sich sogar eine Art natürlicher Whirlpool aus schwarzem Gestein gebildet, in dem man so lange entspannt sitzen kann, bis die nächste Welle hereingeschwappt kommt. Denn der Ozean hat hier – auch wenn die Ostküste wohl kein Surfbedingungen bietet – ganz schön viel Kraft. Wen es da unverhofft von hinten trifft, der kann mitunter ein paar DNA-Partikeln Lebewohl sagen, die dann schnell mal am scharfkantigen Pool-Gestein zurückbleiben. 

Zurückgeblieben sind übrigens auch ein paar Indonesische Rupiah, denn der White Sand Beach ist natürlich kein Geheimtipp mehr. Einige Strandbars bieten Essen frisch vom Grill und Sonnenliegen, alles zahlbar beim Balinesen mit Rastafari-Friese. Trotzdem ist es alles andere als überlaufen dort – die meisten bleiben dann wohl doch auf der anderen Seite Balis. Und mal ehrlich, wen stören ein paar weitere Sonnenanbeter, während der Sand weiß glitzert und das Meer knallblau entgegen rollt…

 

Padang Bai
Irgendwann hatten wir uns an dem Postkartenmotiv dann aber doch satt gesehen und fuhren mit dem Roller zum benachbarten Ort Padang Bai. Das alte Fischerdörfchen erwartete uns mit süßen Holzbooten am Strand und ein paar einladene kleinen Restaurants und Warungs. Ich kann gar nicht mehr sagen, was wir dort eigentlich gegessen haben und ob es geschmeckt hat. Aber ich nehme mal an, im Zweifel hätte die pittoreske Kulisse für einiges entschädigt. 

 

Man hätte an der Ostküste sicherlich noch einiges mehr erleben und entdecken können und nur schweren Herzens fuhren wir schon am Nachmittag zurück Richtung Ubud um ganz früh in unser Bett zu fallen. Denn mitten in der Nacht sollte es schon wieder los gehen. Es sollte anstrengend und schweißtreibend – doch zugleich auch eines der schönsten Erlebnisse unserer Reise werden…

(Fortsetzung folgt…)

Nordbali
– Wassertempel, Vulkansee und Wasserfall – 

Ein Tagesausflug von Ubud
Die meisten Besucher Balis führt es nach Ubud. Zu Recht, denn das kleine Städtchen und seine nahe Umgebung ist wirklich hübsch. Allerdings teilt man sich die Gegend auch mit zahlreichen anderen Touristen, Bloggern und Yogis. Deshalb ließen wir Ubud am frühen Morgen unseres zweiten Tages hinter uns und machten uns mit dem Roller auf in Richtung Norden.
Wir folgten einem Tipp meiner lieben Untermieterin Pia, die ein Semester auf Bali studiert hatte. Ziel, nach ca. 65 Kilometern Fahrt, sollte ein Wasserfall sein, der nicht so überlaufen ist, wie so viele andere in Südostasien. Die Strecke ist für einen Tag mit dem Roller nicht gerade wenig, doch es lohnt sich. Und wir ahnten ja noch nicht, welch wunderschöne Landschaften und Blicke sich uns unterwegs bieten würden! Auf dem Weg zum Wasserfall liegt außerdem ein wunderschöner Wassertempel, der wegen seiner außergewöhnlichen Lage das Titelbild des einen oder anderen Reiseführers schmückt.

 

Kaffee mit Aussicht
Der Weg dorthin führt durch eine immer grüner werdende Landschaft und stetig geht es höher hinauf. Doch kurz bevor wir den Tempel erreichten, musste mein liebster Reisegefährte und Rollerfahrer plötzlich in die Eisen gehen. Der Grund dafür befand sich nicht so sehr auf, als vielmehr neben der Straße und trug den vielsagenden Namen Warung Kopi D’Tegale. Der kleine Kaffee-Junkie auf dem Rücksitz quiekte laut auf und suggerierte dem Fahrer, der solche Anwandlungen zum Glück schon kennt, mit hektischen Bewegungen einen Boxenstop. Doch das kleine Café mit simplem Tresen und gemütlicher Holzveranda bot weit mehr als nur leckeren Kaffee und sündhafte Leckereien. Herangetreten an die Brüstung, offenbarte sich uns ein spektakulärer Blick über Palmen und kleine Reisterrassen, ein grünes Tal vor einer Skyline der Vulkanlandschaft Indonesiens. Ganz links der kleine „Batur“, daneben sein großer Bruder „Agung“ und plötzlich zeigte sich weit oben zwischen den Wolken die Spitze des riesigen “Rinjani” auf der Nachbarinsel Lombok. Noch heute bekomme ich eine Gänsehaut bei der Erinnerung an diesen Moment.

 

 

Ein Tempel am Vulkansee
Nachdem der Kaffeedurst befriedigt und der Blick aufgesaugt war, erreichten wir wenig später den Wassertempel Ulun Danu Bratan. Das besondere und wunderschöne des Tempels ist seine Lage, denn er liegt in ca. 1200 Metern Höhe an einem Vulkansee. Doch der Tempel besteht nicht nur aus dem kleinen Haus, das auf einer kleinen Insel steht und dessen Dach an eine waghalsig hohe Hochzeitstorte erinnert. Die gesamte parkähnliche Anlage am Seeufer ist einfach malerisch und ein perfekter Ort zum Entspannen. Nach einem kleinen Nickerchen auf der riesigen Wiese, lösten wir uns von dem schönen Ort und setzten unsere Fahrt fort in Richtung Wasserfall.

 

 

Zufallsentdeckungen
Wenige Kilometer weiter, führte uns die Straße an einem weiteren See vorbei und immer weiter hinauf. Am Ende der Steigung bogen wir aus Versehen falsch ab. Noch nie hatte sich meine stellenweise Verpeiltheit bei der Navigation (ich bin einfach meistens so abgelenkt von der Landschaft, dass ich vergesse auf die Route zu schauen…) so sehr ausgezahlt wie hier. Denn am Straßenrand befand sich der kleine Rastplatz Danau Buyan Bedugul standen kleine Pavillons mit Tischen, die zu einer Mittagspause einluden. Denn von dort aus hatte man einen herrlichen Blick auf den weit unter uns liegenden See, dessen knalliges Blau beinah surreal wirkte. Wir bestellten Essen bei einem der Warungs und stellten freudig fest, dass sich offenbar nicht viele Touristen her verirrten, denn ausnahmsweise gab es mal keine Übersetzung für das angebotene Essen. Wir bestellten auf gut Glück – das war bisher ja auch meistens gut gegangen – und bekamen eine Suppe mit allerhand Sachen darin, die ich euch leider nicht benennen kann. Das Ei habe ich erkannt. Der Reist bleibt eurer Phantasie oder Fachkenntnis überlassen. Aber es schmeckte und bei dem Blick hätte ich sowieso beinahe alles genießen können.

 

 

Traumhafte Reisterrassen
So wunderschön die Strecke bis hierhin bereits war, die letzte Etappe zum Sekumpul Wasserfall setzte noch einmal einen oben drauf. Auf einer schmalen Straße ging es gut 15 Kilometer mitten durch den balinesischen Dschungel, bergauf und bergab durch das Nirgendwo. Über klapprige Brücken mit grandiosen Blicken und dunkelgrüne Schluchten erreichten wir irgendwann das Ende der Straße. Ein balinesischer Junge winkte uns auf einen der Parkplätze, wo wir den Roller abstellen sollten. Ein älterer Herr wartete dort bereits. Wir zahlten eine kleine Parkgebühr und wurden dann von dem fröhlichen Jungen über einen Schleichweg zum eigentlichen Weg geführt. Er führte uns über saftig grüne Reisfelder, einen kleinen Trampelpfad, vorbei an ein paar Balinesen, die gerade auf dem Feld arbeiteten. Die Sonne ließ das Wasser auf den Feldern wunderschön glitzern und purpurfarbene Pflanzen bildeten einen beinahe künstlichen Kontrast zum all gegenwärtigen Grün. In der Ferne zeichneten sich Berge ab und wir kamen uns vor wie im Paradies.
Am Hauptweg angelangt, stießen wir nur selten auf andere Menschen und schlenderten hinab ins Tal, berauscht von der paradiesischen Landschaft. Irgendwann lichtete sich der Weg für ein paar Meter und gab den Blick frei auf die gegenüber liegenden Fiji Reisterrassen. Die grüne Treppenlandschaft war vielleicht nicht so groß wie die Tegalalang Reisterrassen, doch dafür erstrahlten sie in einer unberührten Pracht, ohne matschig getretene Wege und Touristenmassen. Die Aussicht lässt sich dort übrigens hervorragend bei einer frischen Kokosnuss genießen, denn auf einem kleinen Grasfleck steht das winzige Warung Fiji“.

 

 

Wassermassen soweit das Auge reicht
Für uns ging es aber erstmal weiter hinab zum Wasserfall. Die letzte Strecke mussten wir steile Stufen hinabsteigen und uns graute dabei schon vor dem Weg zurück, erinnert an unseren harten Aufstieg in Krabi
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Und dann hatten wir das Tal endlich erreicht. Uns empfing ein plätschernder Bach und ein Schild offenbarte uns, dass es sogar zwei verschiedene Wasserfälle gibt. Nach ein paar Metern und einer Ecke empfingen uns bereits die ersten Wassertropfen. Der zweiströmige Wasserfall prallte mit so viel Wucht auf das Wasserbecken hinab, dass man auch bei ca. hundert Metern Abstand nass wurde. Ein schnelles Foto von Weitem und dann wurden Klamotten, Rucksack und Kamera hinter einen Felsen gepackt und mit Gopro und Badesachen ging es ab ins Wasser. Wer jetzt einen lauschigen See unter einem Wasserfall vor Augen hat, der irrt. Durch die umherfliegenden Wassertropfen konnte man kaum die Augen offen halten und die gesamte Szenerie war wie in Nebel getaucht. Wir hüpften kurz unter den Strahl – doch lange hält man es unter den Wassermassen nicht aus.
Pitschnass spazierten wir zum zweiten Wasserfall, der mit seinen drei Strömen noch gewaltiger war. Auf dem Weg dorthin wurde noch ein kleiner Eintritt fällig und über die Felsen eines Bachs erreichten wir unser Endziel. In einem kleinen Wasserbecken, in sicherem Abstand zu dem hinabfallenden Wasser, schwammen balinesische Familien, doch wir kletterten über die Felsen weiter nach vorn. Durch das aufprallende Wasser und die kanalförmige Schlucht entstand ein richtiger Sturm, der uns feine Wassertröpfchen um die Ohren fegte. Dort zu stehen, die Wassermassen zu allen Seiten, mitten im Dschungel, war schlichtweg berauschend.

 

 

Der eiserne Rückweg
Voll geladen mit Energie traten wir irgendwann am späten Nachmittag unseren Rückweg an. Die Treppen waren dann doch gar nicht so schlimm (wie gesagt, voll geladen mit Energie…) und nach einer Kokusnuss im Warung Fiji  fuhren wir entspannt zurück Richtung Ubud.
Der Rückweg wurde dann nochmal recht knackig, denn als die Sonne so langsam hinter der bergigen Landschaft verschwand, wurde es auf dem Roller echt kalt. Wir wickelten uns in alles ein, das wir dabei hatten, doch als wir endlich in Ubud ankamen, waren wir ziemlich durchgefroren.
Dem Tag hat das natürlich in keinster Weise Abbruch getan, denn dieser Ausflug war definitiv einer der schönsten Erlebnisse auf unserer Südostasienreise.

 

Wer dem geschriebenen Wort nicht glaubt, lässt sich vielleicht vom bewegten Bild überzeugen. Und wer dann immer noch nicht direkt dorthin möchte, nun, dem ist dann auch nicht mehr zu helfen. ;)

 

 

 

Ubud
– Tempel, Reisterrassen und balinesischer Tanz – 

 

Von Canggu nach Ubud mit dem Taxi
Nach 2 Tagen am Meer in Canggu machten wir uns auf den Weg ins Inland. Das Ziel war Ubud, die kleine Stadt, die durch die Verfilmung des Buches „Eat, Pray, Love“ mit Julia Roberts weltweit bekannt wurde.

Die Strecke ist nicht sonderlich weit – gerade mal 30 Kilometer – grundsätzlich also machbar mit Roller. Da wir aber nicht nur Ubud selbst, sondern auch die Umgebung erkunden wollten, brauchten wir die großen Rucksäcke. Also Taxi.
Unser Gästehaus-Betreiber in Canggu empfahl uns, wir sollten am besten an der Hauptstraße ein Taxi anhalten, denn das ginge viel schneller, als eines zu rufen.

Gesagt, getan. Wir platzierten uns an der Straße und hielten Ausschau nach einem Bluebird-Taxi, dem wohl vertrauenswürdigsten Anbieter auf Bali. Schnell gesellte sich eine andere Deutsche dazu, die auch Ubud als Ziel hatte. So wirklich schnell ging es dann leider doch nicht. Nach sage und schreibe 20 Minuten kam das erste Mal ein Taxi vorbei – und natürlich kein Blue Bird, sondern die „Fake“-Version. Egal. Wir wollten nun endlich los. Ich weiß nicht ob es sich dann bewahrheitete, oder ob wir einfach Pech hatten, aber der Taxifahrer fuhr einen riesigen Umweg. Statt direkt nach nordosten zu fahren, schoben wir uns erst stundenlang durch den furchtbaren Verkehr Richtung Kuta, um dann auf der OST!-Seite Balis nach Norden zu fahren. Nach ca. 3,5 Stunden erreichten wir endlich Ubud.

 

D’Edge Ubud House / D’Tepi Ubud House
Wir hatten uns gegen eine Unterkunft im Zentrum entschieden, denn dort soll es ziemlich überfüllt sein. Stattdessen fanden wir ca. 2,5 Kilometer östlich einen Traum von Unterkunft. Preislich mit 20 Euro pro Nacht absolut in Ordnung, liegt das Haus direkt am Hang und bietet einen wahnsinnig schönen Blick auf den balinesischen Dschungel. Ein kleiner Fluss schlängelt sich hindurch und bei all der Ruhe, die dort herrscht, kann man das Plätschern bis hoch zum Balkon hören. Selbst von der Dusche aus kann man durch ein großes Fenster hinaus schauen und das Frühstück wird von der herzlichen Betreiberin morgens zum Balkon gebracht. Wir haben uns dort so wohl gefühlt, dass wir direkt noch eine Nacht verlängert haben.

Einen Roller konnten wir direkt über die Unterkunft mieten und erkundeten damit in den folgenden Tagen die nähere und weitere Umgebung. Das Zentrum von Ubud erreichten wir mit unserem Zweirad abends in Windeseile (zu Fuß wäre der steile Serpentinenweg nicht so ein Vergnügen gewesen).

 

Ubud’s Zentrum: Essen, Shoppen und balinesische Tanzshow
Ubud ist wirklich hübsch. Anders kann man das nicht sagen. Fast jedes Haus ist verziert wie ein balinesischer Tempel und nicht selten waren wir drauf und dran durch eines der typischen Toreingänge zu marschieren, im Irrglauben, dahinter befinde sich ein hinduistisches Heiligtum.

Doch so hübsch und auf den ersten Blick ursprünglich alles auch wirkt, ist es dann doch sehr touristisch. Ein Laden reiht sich an den nächsten und wird lediglich unterbrochen von einem der vielen Restaurants. Uns störte es nicht, immerhin waren wir den ganzen Tag in der Umgebung unterwegs und kamen nur für einen kleinen Bummel oder ein gemütliches Essen vorbei. Und dafür ist Ubud wirklich hervorragend.

 

Tagsüber sitzt es sich ganz wunderbar im Tropical View Café, mit herrlichem Blick auf saftig grüne Reisfelder und leckerem Essen.

 

Am Abend ist es im Warung River View sehr gemütlich, im Schneidersitz im hübsch beleuchteten und ruhigen Hinter-Garten zu lauschigem Fluss-Geplätscher.

 

Wer lieber drinnen sitzt, der wird sich bestimmt im Warung Bernadette wohl fühlen. Dort gibt es neben vorzüglichen Essen auch ganz viel zu gucken, denn das Restaurant sieht eigentlich mehr aus wie ein Laden für Handwerkskunst und überall hängen ausgefallene Kunstwerke.

 

Etwas ganz besonderes ist ein Abend im Café Lotus. Das eher gehobene Restaurant ist an einem großen Seerosenteich gelegen, der vor allem Abends wunderschön beleuchtet ist. Doch damit nicht genug, finden dort auch an manchen Abenden balinesische Tanzshows statt. Diese kann man aus weiter Entfernung beim Essen beobachten, oder man kauft eines der Tickets und genießt erst die Show und danach ein leckeres Essen im Restaurant.

Doch nur wer sich die Show von nah anschaut, wird die eigentliche Kunst des balinesischen Tanzes erkennen. Auch wenn man die Musik, mit ihren – für unsere westlichen Ohren – seltsamen Melodien und Harmonien nicht so ganz greifen kann, so versteht man doch mit der Zeit den Tanz. Anders als bei uns, wird dort nicht nur mit Händen und Füßen getanzt, sondern mit jedem Körperteil. Sogar mit den Augen! Es ist schon eigenartig, wie die Augäpfel der Tänzerinnen hin und her springen, während die Augenlider weit aufgerissen sind. Doch mindest genauso kompliziert muss die Hand- und Fingerhaltung sein, die teilweise in absurden Winkeln unter höchster Anspannung in verschiedene Richtungen zeigen. Man kann es nur schwer beschreiben, deshalb schaut es euch doch einfach selbst an! Am besten natürlich live, aber bis dahin zumindest in meinem kleinen Film.

 

 

Ubud’s Umgebung: Reisterrassen, Tempel und Kaffeeplantage
Ein Tagesausflug mit dem Roller führte uns zu Reisterrassen, Tempeln und einer Kaffeeplantage.
Aber hübsch der Reihe nach.

 

Tegalalang Reisterrassen
Wir starteten unsere Tour bei den wohl bekanntesten Reisterrassen Balis, den Tegalalang, ca. 10 Kilometer nördlich von Ubud.
Man kennt sie von zahlreichen Reiseführern und Instagram-Shots. Diese saftig grünen Stufen mitten im Dschungel.
Leider war die Realität dann nicht ganz so wie erwartet. Obwohl wir schon am frühen Morgen ankamen, war schon alles mit Touristenmassen übersät. Die Stufen waren ausgetreten und matschig und direkt an der Straße gelegen, war der erste Eindruck nicht so überwältigend. Aber ich muss zugeben, dass wir dann auch nicht weiter marschiert sind und den recht langen Weg hinunter und hinauf ausgelassen haben (mein liebster Reisebegleiter war gerade erst das Fieber los, da wollten wir es dann doch lieber ein bisschen entspannter angehen).
Ohne spoilern zu wollen: den nächsten Tag machten wir einen größeren Ausflug in das untouristischere Inland und entdeckten traumhaft schöne, grüne und verlassene Reisterrassen.

 

Pura Gunung Kawi Sebatu 
Nicht weit von den Reisterrassen erreichten wir den ersten Tempel des Tages. Der Pura Gunung Kawi Sebatu ist ein hinduistisches „Quellheiligtum“, dessen Wasser Geist und Seele von bösen Gedanken und Problemen reinigen soll. Doch unabhängig von seiner Wirkung, ist diese Tempelanlage auch einfach sehr idyllisch. Mit den kleinen Wasserbecken voller Fische, sprudelnden Wasserhähnen und altem Gemäuer mit kunstvollen Verzierungen möchte man dort gar nicht mehr weg. Ein balinesisches Paar dachte sich das wohl auch und hat sogar sein Hochzeits-Fotoshooting dorthin verlegt.

 

Pura Tirta Empul
Ein weiterer, sehr viel größerer und einer der wichtigsten Tempelanlagen Balis ist der Pura Tirta Empul. Der Tempel ist nicht ganz so idyllisch und sehr viel mehr besucht, allerdings kann man hier ganze Familien im Wasser beobachten, wie sie ihre Köpfe unter den Wasserstrahl halten. Auch einige Touristen haben sich dem Ritual angeschlossen. Ich weiß nicht, wie so etwas dort ankommt, aber ich halte mich lieber damit zurück, Rituale einer Religion mitzumachen, dessen Glaube man nicht teilt. Aber vielleicht stört es auch niemanden – wer weiß das schon?

 

Gunung Kawi Tampaksiring
Der letzte Tempel auf unserer Liste (immerhin hatten wir nach 5 Monaten Südostasien eine gewisse Tempelmüdigkeit) war der Gunung Kawi Tampaksiring. Die Anlage erreicht man über eine Treppe, vorbei an Reisterrassen, hinab in ein kleines Tal mit einem plätschernden Fluss. Dort warten insgesamt 10 Königsgräber in riesigen Felswänden. Angeblich soll ein Riese diese mit seinen Fingernägeln gekratzt haben. Also ich weiß ja nicht… Riese hin oder her, ist diese Anlage nochmal richtig schön gewesen.

 

Ein einfache Stärkung gibt’s übrigens ganz in der Nähe beim Warung Pondok Bali mit einem schönen Blick in die Reisfelder.

 

 

Bali Pulina
Am Ende unserer Tour gab es noch einen letzten spontanen Stop an der Kaffeeplantage Bali Pulina. Wir hatten gar nicht so recht eine Idee, was uns dort erwarten würde, aber bei Kaffee bin ich erstmal grundsätzlich dabei. Wir wurden dann gratis durch eine wunderschöne Anlage geführt und bekamen die einzelnen Schritte und Zutaten der verschiedenen Kaffees erklärt. Vor allem aber, denn darum dreht sich der ganze Zauber, zeigte man uns die Luwak-Katzen. Tiere, die die Kaffeebohnen fressen und später halbverdaut ausscheiden. Ihr könnt es euch denken: daraus wird dann Kaffee gemacht, der seinem Ruf nach, der beste Kaffee überhaupt sein soll.

Hierzu eine meiner Lieblings-Szenen aus dem hervorragenden Film „The Bucket List“, in dem Jack Nicholson als reicher Schnösel stets seinen hervorragenden „Kopi Luwak“ genießt, ohne zu wissen, was genau es eigentlich damit auf sich hat -bis Morgan Freeman es ihm eines Tages steckt. Selten hat mich ein Lachen so sehr angesteckt, wie dieses…

Aber zurück zur Plantage und dem Kaffee. Es ist wirklich nicht schön zu sehen, unter welchen Umständen die Tiere dort gehalten werden. In winzig kleinen Käfigen, in denen sie wahrscheinlich zwischendurch wahnsinnig im Kreis laufen, liegen sie zusammengekugelt und lassen die Touristenblicke über sich ergehen. Was bleibt ihnen auch anderes übrig? Vielleicht sollte man solche Plantagen daher boykottieren, werden nun einige denken. Aber andererseits stecken dort auch viele Arbeitsplätze hinter…

Undiskutabel schön ist allerdings die Aussicht in den Dschungel, ein Tal und mal wieder hübsche Reisterrassen (wobei sich das bald ändern dürfte, denn auf der anderen Seite wird ein großes Resort gebaut…). Wir konnten die Aussicht jedenfalls noch bei einer bunte Probier-Mischung aus Kaffees, Tees und Schokolade genießen.

 

Das waren nun aber nur die Sehenswürdigkeiten in Ubuds nächsten Umgebung. Wer ein bisschen weiter fahren möchte, der kann entlegene Reisterrassen, mächtige Wasserfälle, hübsche weiße Strände und einen Tempel am Bergsee entdecken. Und natürlich einen Vulkan. Aber das sind andere Geschichten… 

Bali Teil 1
– Surfen, Essen und Yoga in Canggu – 

Bali, der bekannteste Fleck Indonesiens, das “Mallorca” der Australier, Surfer-Paradies, Yoga-Himmel und Instagram-Traum. Zum Abschluss unserer Zeit in Asien gönnten wir uns 10 Tage auf dieser Insel und wären am liebsten dort geblieben. 

Bali bereisen: wohin und wie?
Doch zu Beginn stand erstmal die große Frage: wohin auf Bali und vor allem wie? 

Das ist nämlich gar nicht so einfach wie man denkt. 

Kuta, der Ballermann Indonesiens, klang für uns nicht so verlockend. Auch Seminyak, die Schicki-Micki-Ecke von Bali zog uns nicht gerade an. Canggu, das Surferdörfchen, klang dafür nach einem guten Mittelding und so war der Startpunkt der Reise gefunden. 
Doch auch die Südhalbinsel Bukit, die Gegend rund um Uluwatu, die Natur und Tempel im Landesinnern und natürlich Ubud wollten wir unbedingt sehen. Große Entfernungen sind das alles nicht, aber für Tagestouren von der Küste aus war es uns trotzdem zu weit, denn Balis Verkehr ist übel. Mit dem Auto dauert selbst eine kurze Strecke von 20 Kilometern schnell mal 2 Stunden. Ein Roller ist da die perfekte Lösung, doch mit großen Rucksäcken ist auch das eher problematisch.

Unsere Lösung: wechselnde Basislager und Tagestouren mit dem Roller
Wir entschieden uns für ein Mittelding: Nach 2 Tagen in Canggu fuhren wir per Taxi nach Ubud (es dauerte über 3 Stunden!) und mieteten uns dort einen Roller, mit dem wir einige Tage die Umgebung erkundeten. Dann ging es per Taxi zurück nach Canggu, wo wir unsere großen Rucksäcke in der Unterkunft ließen und mit einem anderen Roller für 2 Tage in den Süden fuhren. Am Schluss war dann nochmal Canggu dran und dort endete auch unsere Reise. 

 

Vom Flughafen nach Canggu
Nachdem wir auf dem spektakulären Flughafen direkt am Strand gelandet waren, suchten wir uns ein Taxi nach Canggu. Wir hatten schon davon gelesen, dass die Taxen am Flughafen besonders teuer sind, da sie hohe Gebühren zahlen müssen um auf das Flughafengelände zu kommen. Wir machten uns deshalb bestimmten Schrittes auf in Richtung Straße und wehrten dabei zahlreiche Indonesier, die uns in ihre Autos locken wollten, ab wie ein Footballspieler auf dem Weg zum Touchdown. Wir schafften es nicht ganz bis zur Endzone (nein, wir wurden nicht getackelt), denn kurz vor der Straße ließen wir uns dann doch breitschlagen und wurden letztendlich in einem Auto, das ganz offensichtlich kein Taxi war (unser Fahrer bezeichnete den Kilometerzähler als Taximeter…) uns aber dennoch zum üblichen Preis nach Canggu brachte. 

Das kleine Dorf Canggu liegt nördlich von Seminyak und ist für seine anfängerfreundlichen Surfbedingungen bekannt. Es ist wohl noch nicht so überlaufen wie Kuta, aber natürlich ist dort trotzdem viel los – allen voran die Australier, die hier zu einem Bruchteil ihrer gewohnten Kosten Wellen und Lifestyle genießen. Viel zu sehen gibt es zugegebenermaßen nicht, aber es ist ein nettes Fleckchen mit vielen kleinen (gar nicht mal so günstigen) Lädchen zum Stöbern, Restaurants mit leckerem gesunden Essen und bezahlbaren Unterkünfte. 

 

 

Tempel am Meer: Tanah Lot zum Sonnenuntergang
Ein Sightseeing-Highlight gibt es aber doch: den Tempel Tanah Lot, der gute 10 Kilometer von Canggu entfernt direkt am Meer liegt. Mit dem Roller ist es eine schöne Fahrt entlang der Reisfelder und man sollte sich einen Besuch vor allem zum Sonnenuntergang nicht entgehen lassen. Natürlich ist man dort in zahlreicher Gesellschaft, aber das Tempelgelände ist sehr weitläufig und ein Spaziergang entlang der Steilklippe und hinab zum Strand, wo die Wellen die Felsen überspülen, ist wunderschön. Zur Dämmerung beobachtetet wir, wie ein großer Fledermausschwarm aus einer Höhle herausflatterte und am bunten Abendhimmel herumschwirrte. 

 

 

Bettentest auf Bali: Unterkünfte in Canggu
Irgendwie hat es sich ergeben, dass wir in drei verschieden Unterkünften waren.

Das “D’Canggu Beach Residence” war ein totaler Reinfall und ich habe nicht einmal Bilder gemacht. Der “Pool” war ein Wasserbecken in einem Innenhof, der aufgrund einer riesigen Mauer zwar keine Sonne, dafür ganz viel Dreck abbekam (ganz offenkundig fühlte sich aber auch niemand dazu berufen, den Dreck zu beseitigen…). Vor allem aber wurde dort gerade ein Anbau errichtet und ab 7 Uhr morgens war Hämmern und Sägen angesagt. Nicht schön. 

Wir wechselten also die Unterkunft und marschierten zum “Lemon Guest House”, das uns mit seinem schönen Garten und sonnigen Pool wesentlich besser gefiel. Die Regendusche mit Kieselsteinboden war übrigens der Knaller. Der Strand und die Restaurants waren von dort aus noch gut zu Fuß zu erreichen und trotzdem ist es ruhig an einem kleinen Feld gelegen. Frühstück gab’s dort zwar nicht, aber dafür Gutscheine für ein benachbartes Café. 

 

Am Ende der Reise suchten wir uns dann aber doch nochmal eine andere Unterkunft. Das “Kampung Canggu” war zwar relativ weit weg vom Strand, aber mit Roller war es kein Problem. Dafür lag es direkt an den Reisfeldern und vom Bett und den privaten Terrassen hatte man einen schönen Blick auf den Pool und die dahinter beginnenden, saftig grünen Felder. Im (übrigens sehr schönen) Schlafsaal konnten wir während unseres 2 Tages-Ausflugs nach Uluwatu, unsere großen Rucksäcke im verschließbaren Schrank lassen und den Roller für den Ausflug mieteten wir direkt über die Unterkunft. 

 

 

Ab ans Meer: Strände in Canggu
Traumstrände gibt es in Canggu nicht gerade. Der Sand ist eher dunkel und grobkörnig und Palmen sucht man auch vergeblich. Aber man kommt auch nicht nach Canggu um das Paradies im Sand zu finden – denn es wartet im Wasser!

Batu Bolong ist der Hauptstrand von Canggu und ein Paradies für Surfer bzw. die, die es werden möchten. Am Strand gibt es einen Board-Verleih und für 3 Euro kann man sich 2 Stunden in die Wellen stürzen. Gratis dazu gibt’s ein Surfshirt, Sonnencreme und ein kühles Wasser bei Rückkehr. Für Tasche und Klamotten bekommt jeder einen Korb und dann geht es los. 
Im Boden tummeln sich leider Korallen, was das Rein- und Rauskommen nicht gerade angenehm macht, aber liegt man erstmal auf dem Brett ist das schnell vergessen. Für mich war es mein persönliches Surf-Highlight, denn irgendwie war mittlerweile der Knoten geplatzt und ich hüpfte nunmehr aufs Board ohne Nachzudenken, stand ohne Probleme und fuhr mit langen Wellen in schönen Kurven Richtung Strand. Ein Traum und das beim Sonnenuntergang… 

 

Am Berawa Beach ist ein bisschen weniger los, sowohl auf dem Sand also auch im Wasser. Dafür gibt es hier ein paar Beachbars – von teuer und schick bis einfach und gemütlich. Wir landeten in einem bunten Sitzsack bei frischer Kokusnuss, Wellenrauschen und Sand zwischen den Zehen.

 

 

Ommmmmm: Yoga auf Bali
Ich muss gestehen, vor Asien konnte ich mit Yoga nichts anfangen. Doch in Bangkok habe ich es ausprobiert und gemerkt wie entspannend und beruhigend es sein kann. Auf Bali wird Yoga zelebriert als sei es eine Religion und überall schießen Yoga-Studios aus der Erde. Das macht Lust und inspiriert – also gönnte ich mir am Tag unserer Abreise eine Yoga-Einheit im schönen Studio “Samadi Bali”. Auf einem alten, knarzenden Naturholzboden dehnten und verrenkten wir uns, während man durch die halbgeöffneten bodentiefen Fenster hinaus ins Grüne blickten. Bei einem leckeren Detox-Smothie im schönen Innenhof war ich gewappnet für eine lange Rückreise-Odysse nach Deutschland (das ist eine andere Geschichte…) und inspiriert für zu Hause, wo ich mir eine eigene kleine Yoga-Ecke eingerichtet habe.

 

 

Iss dich gesund auf Bali: Restaurants in Canggu
Apropos Detox: Auf Bali – und ganz besonders in Canggu – läuft alles unter #healthyfood, #foodporn und #detox. Viele der Restaurants lassen Instagram-Herzen höher schlagen, denn alles ist super fotogen und strahlt eine gesunde Ruhe und Entspanntheit aus. Quinoa, Säfte, “Superfood”… und alles in schönen Holzschalen. Ich gebe es zu, das steckt an und macht Lust. Und nach vielen Wochen mit Streetfood und Bier in Thailand, tat das richtig gut. 

Im “Montagu” sitzt man sowohl drinnen als auch draußen schön und kann sich leckere Salate und tolles Frühstück schmecken lassen.

 

Im “Ithaka” gibt’s nicht nur die schönsten Schalen, sondern auch leckere Suppen, Salate und dazu Tee aus ausgefallenen Kannen bei einer gemütlichen Atmosphäre.

 

Das “Beachgarden – Intherawbali” gewinnt den Preis in der Kategorie “Schönstes Brot” und lecker war es noch dazu!

Das “Betelnut Café” ist nicht ohne Grund berühmt und Abends muss man mitunter eine Weile anstehen. Aber dafür sitzt man im oberen Stockwerk ein bisschen wie in einem Baumhaus, die Karte macht Appetit und wer es mal nicht gesund möchte, wird sich mit Freude durch die breite Kuchenauswahl futtern. 

Von meiner Freundin Jenny, die vor einem Jahr in Seminyak war, bekam ich noch den Befehl, ich solle unbedingt im “Nook” essen. Gesagt, getan, auf dem Rückweg von Uluwatu nach Canggu machten wir dort Halt und gönnten uns fabelhafte Sandwiches und Burger auf der hübschen Terrasse mit Blick auf die Reisfelder.

 

Tja und das war es auch schon zu Canggu. Doch seid gespannt, was wir sonst noch so auf Bali entdeckt haben. Freut euch auf Reisfelder, Wasserfälle, Vulkane und einen einsamen Strand…