Was mich mein 4-monatiges Leben in Thailand gelehrt hat: wichtige Vorbereitungen, Alltag finden im Ausland und Schwierigkeiten bei der Rückkehr nach Deutschland

Leben in Bangkok – Teil 3
– Unterwegs mit Taxi, Bahn und Roller – 

Verkehr in Bangkok 
Bangkok ist Verkehrschaos. Berufsverkehr gibt es wohl in jeder Stadt. Doch Bangkok ist die Mutter des Berufsverkehrs. Der Todesstern für Autofahrer, die schnell von A nach B möchten. Ich glaube unser Rekord war einmal eine Stunde für knapp 800 Meter an einer Autobahnauffahrt auf dem Weg zum Flughafen. Wahnsinn.

Aus diesem Grund verweigern Taxifahrer auch oftmals Fahrten im und durch den Berufsverkehr auf bestimmten Routen. Aber dazu gleich mehr… 
(Das folgende Bild ist zu einer sehr ruhigen Zeit aufgenommen worden. Zur Berufsverkehrzeit war ich meistens inmitten des Chaos, so dass es davon kein Bild gibt…) 

 

Rollerfahren in Bangkok
Aus diesem Grund ist ein Roller wohl stets die schnellste Lösung. Auf zwei Rädern lässt es sich hervorragend durch den stehenden Verkehr hindurch fahren. Aber Vorsicht: die Autos werden dabei als kleine Slalomhütchen verwendet und von allen Seiten kommen Roller angedüst. 

So praktisch der Roller auch im Berufsverkehr ist, in der Regenzeit verteufelt man ihn dann aber doch das ein oder andere mal. Doch auch hierfür gibt es eine Lösung: sie nennt sich Regencape, gibt’s für ca. einen Euro in jedem 7-Eleven und sieht total bescheuert hast. Wie eine Mülltüte, wird das dünne Plastik übergezogen, Helm über die Kapuze und los geht’s. Wer hinten drauf sitzt, am besten noch die Schuhe in die Hand nehmen, andernfalls kann man nach der Fahrt erstmal eimerweise Spritzwasser heraus wringen. 

 

Taxi fahren in Bangkok
Sie sind pink, rot, gelb oder grün und überall: Bangkok’s Taxen. Man könnte wohl ein eigenes Buch nur über das Taxifahren schreiben, aber ich fasse es mal zusammen. 
Taxifahren in Bangkok ist für unsere Verhältnisse ziemlich günstig (die unterschiedlichen Anbieter unterscheiden sich dabei übrigens lediglich in der Lackierung, nicht jedoch im Preis). Auch wenn es mal länger dauert, so ist es mehr die Zeit um die es einem Leid tut, als das überschaubare Geld, das dabei flöten geht.
Das wissen die Taxifahrer allerdings auch und versuchen einem daher oft einen Festpreis anzudrehen, der sich für unerfahrene Ohren erstmal fair anhört – oftmals aber das doppelte des eigentlichen Fahrpreises ist. In solchen Fällen hilft nur vehementes Verlangen des Taxameters oder aussteigen und ein neues Taxi suchen. Allerdings – und auch das wissen die Fahrer natürlich nur zu gut – kann es in bestimmten Situationen recht schwierig werden ein anderes Taxi zu finden und dann steht man am Ende ganz ohne da. 
Solche Situationen sind der besagte Berufsverkehr und Regen. Es scheint eigentlich unmöglich, doch trotz der unfassbar hohen Anzahl von Taxen in Bangkok, scheinen bei Regen sämtliche der bunten Vehikel besetzt zu sein. 
Besonders wucherisch sind die Angebote der Taxifahrer übrigens an Stellen, an denen Touristen ankommen – so zum Beispiel der Busbahnhof bei Ankunft mitten in der Nacht aus dem Süden Thailands. Eine Ansammlung von Fahrern stürmte quasi auf den ankommenden Bus zu und stellte sich an der Tür bereit um Kunden zu gewinnen. Mit Festpreisen, die uns regelrecht zum Lachen brachten, versuchten sie uns vergeblichst anzuwerben. Die Lösung für das Problem: Einfach 2 Straßen weiter gehen und ein fahrendes Taxi anhalten – und schwups ist man mit Taxameter und für einen Bruchteil des Festpreises zu Hause angekommen. 
Apropos ankommen: es ist mitunter gar nicht so einfach, das gewünschten Ziel zu erreichen, denn viele Taxifahrer können kein bis nur sehr wenig Englisch (und leider können ja auch nur die wenigsten unter uns ausreichend Thailändisch). Nun könnte man meinen, das Problem ließe sich ja einfach mit einem Smartphone umgehen, indem man den Ort auf Googlemaps zeigt… Leider können viele Taxifahrer damit nur wenig anfangen. Highlight war unser Versuch zum Königspalast zu gelangen, dem wohl meistbesuchtesten Ort in Bangkok – egal ob von Touristen oder Bewohnern der Stadt. Auch mit Bild des Palastes und dem thailändischen Namen auf Googlemaps endeten wir am Ende doch erstmal wo anders… Für dieses Problem gibt es nur folgende Lösung: Zeit mitbringen und den Umweg mit Humor nehmen. Wer weiß, was man dafür unterwegs entdeckt… 

Ein Funfact noch zu den Taxen: an den Fensterscheiben kann man teilweise sehr amüsante Verbotsschilder entdecken: Das zweite von rechts ist eine Durian – auch Stinkfrucht genannt – deren Beisichführen nicht nur in Taxen, sondern auch in vielen Gebäuden und den U-Bahnen verboten ist. 

 

Bangkok’s Rollertaxi
Für alle die es eilig haben, aber nicht selbst Roller fahren können oder wollen, gibt es eine Alternative: das Rollertaxi. 
Überall in der Stadt sind sie zu finden und erkennbar an ihren orangefarbenen Westen: Rollerfahrer, die dich in Windeseile durch den Verkehr ans Ziel bringen.
Einen Helm gibt es in der Regel nur auf Nachfrage, aber eigentlich haben sie immer einen zweiten unter dem Sitz. Egal wie kurz die Strecke ist: tut euch den Gefallen und fragt nach einem Helm. Auch wenn die Fahrer sehr sicher und erfahren sind – so ist der Verkehr in Bangkok eben manchmal unvorhersehbar chaotisch. Außerdem sind die meisten Rollertaxifahrten nicht unbedingt etwas für schwache Nerven – da gibt einem so ein Helm ein zusätzliches kleines Nervenkostüm.
Die Rollertaxen sind in etwa so teuer wie ein normales Taxi – tendenziell auch ein bisschen mehr (schwer zu sagen, so ohne Taxameter). Zu zweit ist man daher meist günstiger mit einem gewöhnlichen Taxi, es sei denn man quetscht sich zu zweit auf ein Rollertaxi. Das geht im Notfall schonmal (wir haben es natürlich getestet), ist aber recht kuschelig und ich würde es nur im Ausnahmefall und nur für eine kurze Strecke empfehlen.

 

Bahnfahren in Bangkok
Am schnellsten ist es natürlich abseits der vollen Straßen auf Schienen. Allerdings ist das Bahn-Netz in Bangkok noch nicht umfassend ausgebaut und vor allem in Richtung der “Altstadt”, also rund um den Königspalast und des Touristenmagnets Khaosan Road, gibt es keine Bahnverbindung. Der zentrale Teil Bangkoks ist dafür ganz gut abgedeckt – skurrilerweise mit drei eigenständigen Bahn-Systemen – der BTS, MRT und ARL – deren Tickets allesamt nicht miteinander kompatibel sind.

Logo BTSDie BTS (Bangkok Mass Transit System) ist ein Skytrain, also eine Art Straßenbahn die einige Meter über der Straße entlang verläuft. Die BTS gibt’s seit 1999 und besteht aus zwei Linien (der Sukhumvit und der Silom Linie) und verbindet damit die wesentlichen Gegenden des Alltags in Bangkok. 

MRT LogoDie MRT (Mass Rapid Transit) ist eine ziemlich schnelle U-Bahn, die seit 2004 vom Hauptbahnhof Hua Lumpong mit einem kleinen Schlenker in den Norden führt. Sowohl die Stationen als auch die Bahnen sind ziemlich modern aber auch sehr klimatisiert. Bei einer längeren Fahrt hilft ein Pulli vor dem Erfrieren… 

ARL LogoDer ARL (Airport Rail Link) wurde 2010 eröffnet und verbindet Bangkok’s Zentrum mit dem neuem Flughafen “Suvarnabhumi”. 


BRT LogoUnd dann gibt es noch den Schnellbus BRT (Bus rapid transit system), der noch ein paar Haltestellen im Süden abklappert. 

 

Plan Bahnnetz Bangkok

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Eines haben jedoch alle Bahnsysteme gemeinsam: die Pfeile auf den Bahnsteigen. 
Diese zeigen nämlich an, wo sich die Türen der Bahn befinden werden und bedeuten, dass man sich dort anstellen soll – und zwar nicht direkt vor der Tür, sondern daneben. Daran hält sich auch tatsächlich jeder – mit dem erstaunlichen Ergebnis, dass ein aggressives Gedränge und Geschubse, wie es gelegentlich an heimischen Bahnstationen zu beobachten ist, ausbleibt. Liebe Deutsche Bahn und Fahrgenossen: wie wäre es, wenn wir uns daran mal ein Beispiel nehmen? 

 

Bahtbus
Die Bahnen sind zwar allesamt günstiger als der Nahverkehr in Deutschland. Für thailändische Verhältnisse sind die Tickets allerdings recht teuer. Deshalb fahren viele Bewohner Bangkoks lieber mit dem Bus. Es gibt gewöhnliche Busse, wie man sie bei uns kennt (nur wesentlich älter) und es gibt die “Baht-Busse” (“Baht” ist der Name der thailändischen Währung). Letzteres sind rote Pick-Ups, auf deren Ladefläche zwei einfache Sitzbänke angebracht sind. Sie halten auf Zuwinken an den Busstationen und kosten 7 Baht pro Fahrt (egal wie weit man fährt), also ca. 18 Cent, die beim Aussteigen dem Fahrer durch das Fenster gereicht werden. Teilweise sind sie sogar in den Googlemaps-Bahnverbindungen aufgeführt, auch wenn die Abfahrtszeiten natürlich eher ein Richtwert sind… 
Die Baht-Busse fahren selten lange Strecken, meistens nur in einem kleinen Radius im Kreis, und sind daher ideal für die kurzen Strecken zur nächsten Metro oder BTS. 

 

Zu Fuß durch Bangkok 
Man kann natürlich auch auf sämtliche Transportmittel pfeifen und einfach zu Fuß gehen. Für gewöhnlich habe ich ja gegen eine kleinen Gang nie etwas einzuwenden, denn immerhin kann man zu Fuß auch viel mehr Dinge entdecken als beim Fahren. In Bangkok habe ich allerdings ziemlich schnell die Lust am Laufen verloren. Es ist einfach zu heiß, schwül und unangenehm. Zum Glück gibt es aber alle paar Meter einen 7-Eleven, deren Kühlschranktemperaturen hervorragend geeignet sind um sich kurz abzukühlen…

Zu Fuß durch Bangkok’s Straßen kann aber immer ein bisschen abenteuerlich werden. Alle paar Meter passiert man Berge aus Müllsäcken, in denen teilweise ganze Rattenkolonien leben. Und wenn ich Ratte sage, dann meine ich nicht so kleine Maus-ähnliche Geschöpfe, sondern Ausgeburten des Bösen, deren Größe eher mit einer Katze als einer Maus vergleichbar ist. Diese Höllentiere sind übrigens bestens befreundet mit ähnlich beliebten Tieren, die nur unwesentlich kleiner, dafür ein paar Beine mehr haben: Kakerlaken. 
Aber Spaß beiseite, was jetzt klingt wie ein Filmset von Indiana Jones, ist nur halb so schlimm. Mit einem gesunden Sicherheitsabstand zu den Müllbergen und offenen Augen, sollte sich eine Bekanntschaft in der Regel vermeiden lassen.

Die Müllberge werden übrigens regelmäßig abtransportiert und beinahe jeden Morgen werden die Gehwege gefegt. Aber in Bangkok wird einfach derartig viel Abfall produziert, dass der Berg zum Abend hin schon wieder neu entstanden ist und seine Bewohner erfreuen sich erneut an seinem Inhalt.

 

 

 

 

 

Tagesausflug in Bangkok’s Westen
– monumentale Parkanlage und Drachentempel –

Nachdem wir bereits den Süden von Bangkok erkundet hatten, ging es am Ende unserer Reise noch in den Westen zu – ihr werdet es vielleicht erraten – zwei weiteren Tempeln. Doch keine Sorge, auch diese beiden Exemplare sind ziemlich außergewöhnlich! 
Auf dem Roller war ich mittlerweile übrigens tiefenentspannt, so dass die 50 Kilometer Hinweg kein Problem mehr waren.

 

Phutthamonthon Park
Das erste Etappenziel erreichten wir nach ca. 30 Kilometern, den Phutthamonthon Park. Hierbei handelt es sich um eine buddhistische Parkanlage, die sogar größer als der Central Park in New York ist. In der Mitte des Quadrats befindet sich eine hohe Buddhastatue, die über die umliegenden symmetrisch angelegten Rasenflächen und Springbrunnen wacht. Von dort aus führt ein kleiner Weg zu einem Bodhi-Baum, der für die Erleuchtung Buddhas steht. Eingezäunt und auf einer Anhöhe umgibt auch ihn eine symmetrische weite Rasenfläche. Der Park ist erstaunlich wenig besucht und man findet herrliche ruhige Plätzchen zum entspannen.

Gegenüber der großen Buddhastatue befindet sich eine Insel in einem See, auf der ein Marmor-Wihan (eine Art halboffene Halle) steht. In dessen Mitte steht ein kleines Marmorgebäude mit goldenen Stupas umgeben von einer Art Kreuzgang mit knallblauen Dachziegeln. Doch nicht nur Wände und Boden sind dort aus hellem Marmor, der die Sonne reflektiert. Im Innern sind außerdem 1418 Marmortafeln wie Dominosteine aneinandergereiht, auf denen in goldenen Lettern der Pali-Kanon (die Lehren Buddhas, nicht in der vielleicht bekannteren Sanskrit-Sprache, sondern in Pali) eingraviert ist. Durch kreisrunde Fenster in der rote und bunt bemalten Decke fällt das Sonnenlicht und taucht den Marmor-Irrgarten in ein mystisches Licht. Zu drei Seiten ist die Halle in Richtung See geöffnet und lädt dazu ein, sich eine Weile auf die Stufen zu setzen.  

Man hätte ohne Probleme den gesamten Tag in der Parkanlage verbringen können. Wir hätte mit Sicherheit noch einiges mehr entdecken können oder einfach (wie ein paar Familien) am See picknicken können. Leider hatten wir keinen Proviant dabei und wir wollten ja sowieso noch zum Drachentempel…

 

Don Wai Markt
Für den knurrenden Magen legten wir einen Zwischenstopp an einem Markt unterwegs ein. Der Don Wai Markt ist in Googlemaps als “floating market” gekennzeichnet und wir waren gespannt was uns erwarten würde. Tatsächlich befinden sich die Stände direkt an einem Fluss – aber nicht darauf. Vielleicht waren wir auch einfach zu spät… 
Dennoch lohnte sich der Besuch, denn uns erwarteten viele bunte Obst-Sorten und Stände mit allerhand gebratenem Getier.  

 

Samphran Tempel – der Drachentempel
Am Nachmittag erreichten wir das Ziel des Tages: den Samphran Tempel – auch bekannt als “Drachentempel”. 
Nach all den bisher gesehenen Tempeln, gewinnt dieser wohl den Preis des Ungewöhnlichsten. Ein ca. 80 Meter hoher pinker Turm, an dessen Fassade sich ein großer Drache empor schlängelt (nein, wir haben keine halluzinogenen Stoffe zu uns genommen…). Eigentlich war der Tempel wegen einer Feier geschlossen, doch wir hatten Glück: die Feiernden waren so begeistert davon, dass zwei Westler den weiten Weg aus Bangkok hergekommen waren, dass sie uns eine private Führung gewährten. 

Wir folgten einer Dame in das Innere des Turmes, wo sich uns eine Art Fratze offenbarte, in dessen Mund sich ein schmiedeeisernes Tor befand. Sie schloss es für uns auf und wir wagten uns in den dunklen Gang, der sich dahinter auftat. Unser Schuhe hatten wir – wie bei buddhistischen Tempeln üblich – am Eingang gelassen und so tappsten wir barfuß im Dunkeln durch den modrig riechenden Tunnel. Als mir im dämmrigen Licht plötzlich die Hundertschaften an Kakerlaken auf Boden, Wänden und Decke auffielen, fühlte ich mich wie in einem Indiana Jones Film und sehnte mir ein bisschen meine Schuhe herbei…

Mit blindem Vertrauen (was anderes blieb uns ja nicht übrig) und einer ordentlichen Portion Glück erreichten wir das Dach des Turmes und den Kopf des Drachen, ohne unterwegs in eins der Krabbelviecher getreten zu sein. Dieser blickte auf eine wunderschöne weite Landschaft und wir taten es ihm eine Weile gleich…

Irgendwann mussten wir natürlich wieder den Rückweg des Grauens antreten und streiften noch eine Weile durch das dschungelartige Gelände ringesherum um den Drachentempel (nunmehr mit Schuhen). Wir warfen ein paar Münzen auf Karma-Zielscheiben (ein bisschen wie auf einem Jahrmarkt, nur dass man statt einer Plastikblume Erfolg im Job, Geld, Glück in der Liebe und was der Mensch sich eben noch so wünscht gewinnen kann). Im kleinen Urwald kann man dann noch allerhand Schönes und Skurriles entdecken. Da gibt es goldene Drachen, einen weißen Elefanten, Delphine und einen riesigen Pfau. An einer Stelle führte eine steiler Weg hinab zu einem weiteren Tunnel. Wir liefen ein Stück hinein, aber es wurde schnell ziemlich dunkel und wir hatten ja keine Ahnung was dort auf uns warten würde… (ich war noch immer im Indiana-Jones-Modus). 

Auf dem Weg zurück zum Roller entdeckten wir noch eine riesige Schildkröte, die aussieht wie Morla in “Die unendliche Geschichte”. Offenbar konnte man auch in ihr Inneres und zwei Damen bedeuteten uns hineinzukommen. Also betraten wir das Maul des Riesenreptils und entdeckten diverse Schlafstätten im höhlenartigen Bauch. Die Damen wiesen uns per Fingerzeig tiefer ins Innere – und wir wagten uns weiter vor. Durch einen (mal wieder) dunklen Tunnel gelangten wir hinab zu einer Art Andachtsstätte. Von dort aus führte der Weg wieder nach oben – und siehe da, plötzlich kamen wir genau dort heraus, wo wir uns zuvor nicht hineingetraut hatten. Was Buddha uns damit wohl sagen wollte? 

 

 

 

Fernab der Touristenpfade: ein Tagesausflug in Bangkok’s Süden
– mit dem Roller ans Meer –

Nun waren wir bereits ein paar Wochen in Bangkok angekommen und hatten schon Wochenendtrips nach Chiang Mai und Krabi unternommen, da wurde es mal Zeit für einen kleinen Ausflug in Bangkok’s Umgebung. Ziel der Tour sollte ein Tempel im Süden Bangkok’s werden. Schon wieder ein Tempel? Hatten wir denn immer noch nicht genug davon? Nun, dieser hier war ein bisschen anders als die bisherigen – außerdem wollten wir auch ein bisschen das Umland fernab der Touristenpfade erkunden. Und tatsächlich, soviel nehme ich mal vorweg, trafen wir auf unserer Tour und den einzelnen Zwischenstopps keinen einzigen Touristen. 

Dementsprechend ist die Gegend auch nicht gerade touristisch erschlossen und so blieb uns nichts anderes übrig, als die Tour mit dem Roller zu machen. Als Beifahrer auf auf dem kleinen Zweirad war ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz so souverän und lässig wie einige Wochen später – aber wir wollten nunmal dorthin. Vor uns lagen etwa 60 Kilometer bis zum Tempel. Das sollte ja wohl machbar sein… 

 

Erawan Museum
Einen ersten Zwischenstopp legten wir außerhalb Bangkok’s am Erawan Museum ein. Das Museum selbst haben wir uns gar nicht angeschaut, aber die riesige Statue des dreiköpfigen Elefanten wollten wir uns auf unserem Tagesausflug nicht entgehen lassen. Der Bereich vor dem eigentlichen Eingang zum Museum ist auch wirklich hübsch angelegt und bei einem Kaffee tankten wir im lauschigen Garten noch ein bisschen Kraft für die bevorstehenden Kilometer. 

 

 

Bangpoo Resort
Danach wurde es fies. Die Straße, die uns in den Süden führte war eine recht befahrene Schnellstraße, an deren Seitenstreifen die Roller fuhren. Während die LKW an uns vorbei brausten versuchte mein liebster Reisebegleiter den Rissen und Löchern im Asphalt auszuweichen. Ich versuchte derweil nicht in Panik zu geraten. Ich endete nicht wieder als Heulboje (so wie in Chiang-Mai, als die Bremsen versagten…), aber wirklich glücklich machte mich diese Fahrt nicht. Nach nicht einmal dem halben Weg tat mir schon alles weh, so verkrampft saß ich auf dem lütten Roller. Wir legten immer mal wieder kleine Po-Pausen ein und erreichten irgendwann unser erstes Etappenziel: der Bangpoo Resort.

Wir hatten den Ort rein aus geografischen Gründen gewählt, denn es ist der erste Punkt, nachdem der Chao Phraya in den Golf von Thailand mündet. Von dem “Resort” hatten wir noch nichts gehört, hofften aber, dass es nicht zu touristisch sein würde. Das Gegenteil war der Fall. Bei dem Bangpoo Resort handelt es sich offenbar um eine Location für Festivitäten und zugleich einem Restaurant für sämtliche Bewohner Bangkok’s, die am Wochenende der Stadt entfliehen. Zu dem Gebäude führt eine lange Seebrücke – doch wer jetzt ein hübsches Schlösslein wie das auf Rügen vor Augen hat, der könnte kaum weiter von der Realität entfernt sein. Tatsächlich ähnelt das riesige Gebäude eher einem Prunkbau des 70er-Jahre-Sozialismus (um beim Vergleich mit Rügen zu bleiben: stellt euch vor, man würde die Plattenbauten von Prora auf dem Seeschloss in Sellin abwerfen). 
Übrigens heißt Golf von Thailand nicht gleich weißer Strand und türkisblaues Meer – stattdessen erinnert die Küste dort eher an eine Norddeutsche Wattlandschaft – nur die steife Briese fehlt. 

Gegessen haben wir in diesem ungewöhnlichen Bau übrigens nicht. Mangels englischer Karte und ausreichend Thailändisch-Kenntnisse unsererseits hätten wir höchstens per Fingerzeig bestellen können. Grundsätzlich ja eine spannende Idee – doch meine Nerven lagen vom Rollerfahren schon ordentlich blank. Stattdessen gab’s am nächsten Streetfoodstand etwas leckeres zu essen. 

 

 

Wat Hong Thong
Mittlerweile war es schon recht spät und wir hatten gerade mal die hälfte der Strecke zum eigentlichen Ziel des Ausflugs zurückgelegt. Aber – ihr könnt es euch denken – ich wollte den Tempel trotzdem immer noch sehen. Also zurück auf die Berta (so haben wir unseren Roller in Bangkok getauft) und entlang der Küste Richtung Wat Hong Thong. Nachdem wir endlich die nicht so schöne Hauptstraße verlassen hatten und auf die Stichstraße in Richtung Tempel einbogen, offenbarte sich uns eine Ansammlung mehrerer bunter Häuser entlang eines kleinen Kanals. 

 

Und dann erreichten wir endlich unser Ziel des Tages: einen Tempel am Ende eines Stegs im Wasser. Das außergewöhnliche und skurrile sind die Figuren, die aus dem Wasser ragen – vor allem das grüne weibliche Seeungeheuer mit pinkem Top war mal was Neues.

Entlang des Stegs hängen ganz viele kleine Glöckchen, die vor sich hin klimpern. Vorne angelangt erwartete uns ein wunderschöner Blick auf die einsame Küste. Skurril und anders offenbarte sich uns auch die Rückseite des Tempels, wo sich ein Miniatur-Schiff mit Seemanns-Figuren befand. Wo sich das Schiff noch halbwegs in das Bild eines Tempels am Meer einfügt, so kann man das über den bunten “Welcome”-Schriftzug nicht gerade sagen. Dieser wird nämlich – ohne Witz – flankiert von kleinen Schafsfiguren und einem rothaarigen Pärchen… Das Innere des goldenen Stupas ist mit bunten Wandbemalungen geschmückt und von oben hat man einen tollen Blick aufs Meer. Skurril wird es dann erneut im gegenüber liegenden Tempelgebäude, an dessen Wand buddhistische Meerjungfrauen von Seeungeheuern sehr anzüglich betatscht werden… 

 

Das war doch echt mal anderes, oder? Wir fanden jedenfalls, der Weg hatte sich mehr als gelohnt. Auf dem Rückweg nach Bangkok suchten wir uns eher kleinere Straßen und ich entspannte mich langsam auch immer mehr (man gewöhnt sich offenbar an alles). Der nächste Ausflug sollte kein Problem mehr werden! 

Streifzüge durch Bangkok Teil 6
– Der Tempel der Morgenröte – 

In meinem ersten Streifzug durch Bangkok habe ich euch schon von ganz vielen Tempeln erzählt – doch fürs Pflichtprogramm fehlt noch einer: “Der Tempel der Morgenröte”.
Hierfür muss man allerdings über den Chao Phraya zum anderen Ufer. Das lässt sich ganz einfach mit dem Boot machen, denn der Tempel hat einen eigenen Fähranleger. Natürlich geht’s auch mit Roller, sofern man sich über die ziemlich große und befahrene Autobrücke traut. Zu Beginn unserer Zeit in Bangkok wäre ich wohl lieber vom fahrenden Roller abgesprungen, als neben schnellen LKW und Autos hoch über einem Fluss auf einem kleinen Roller zu sitzen. Doch mittlerweile war mein Fahrer so souverän und ich vor allem so entspannt, dass wir in luftiger Höhe ans andere Ufer flogen. Wenn ich entspannt sage, meine ich das übrigens wortwörtlich: während ich mich anfangs noch panisch festklammerte, wenn wir uns mal wieder durch Bangkok’s Höllenverkehr schlängelten, saß ich mittlerweile auch seitlich im Rock darauf und schrieb parallel auf dem Handy Nachrichten (natürlich nur, wenn der Verkehr einen sowieso am schnellen fahren hinderte…). Man gewöhnt sich wohl an alles.

 

Wat Arun
Von weitem sieht die Tempelanlage ja bereits eindrucksvoll aus, mit ihrem weißen, elegant geformten Prang (Tempelturm). Doch erst wenn man davor steht, erkennt man das eigentliche Kunstwerk: das Bauwerk ist übersät mit einem bunten Blumenmuster. Blüten, Blätter und Girlanden schmücken die Türme und die „Yaksha“, Dämonen mit bunten Fratzen und Wächter der Tempel. Die Stufen des Tempels kann man hinauf gehen und hat von oben einen schönen Blick auf den Fluss und Bangkok’s andere Uferseite. Doch nicht nur die weißen Türme, auch die gesamte parkähnliche Tempelanlage ringsherum ist sehr schön. Wer des Herumlaufens müde ist, kann sich hier auch sehr gut einfach ans Ufer setzen und die vorbei fahrenden Schiffe beobachten.

 

 

Prayurawongsawas Waraviharn
Durch Zufall entdeckten wir in der Nähe des Wat Arun noch einen weiteren Tempel, den ich euch nicht vorenthalten möchte. Die weiße Spitze des Prayurawongsawas Waraviharn ist zwar nicht so hoch wie die seines bekannten Nachbarn, aber als verträumter Beifahrer und untalentierter Navigator kann es einem schonmal passieren, dass man die falsche Spitze ansteuert. Doch wie so oft führte das Verfahren nur dazu, dass man eine weitere tolle Entdeckung machte. In diesem Fall eine Tempelanlage, die mit einem verwunschenen Garten und idyllischen Teich auf uns wartete, in dessen Mitte ein Felsen mit einem kleinen Tempelgebäude steht. Ein super lauschiges Plätzchen!
Und das tollste: in dem kleinen See schwimmen ganz viele ca. 40-50 cm große Schildkröten. Sie tümmeln sich im Wasser, recken ihre Köpfchen heraus und versuchen gaaanz langsam an der schrägen Teichmauer empor zu klettern. Dabei zuzusehen hat durchaus etwas meditatives und ich hätte da stundenlang am Ufer sitzen können um mein Zen zu finden…

 

Streifzüge durch Bangkok Teil 5
– Durch China, Indien, Korea und Arabien –

Chinatown
Das wohl bekannteste Viertel der fremden Kulturen ist Bangkok’s Chinatown. Auf der Hauptstraße Yaowarat Road leuchten bunte chinesische Schriftzeichen um die Wette und ein Streetfood-Stand reiht sich an den nächsten. Abends wird ein Streifen der Straße mit Verkehrshütchen abgesperrt und regelrechte Menschenmassen drängen sich entlang der Stände um ihr Abendessen zu ergattern. Wer kulinarisch probierfreudig ist, wird hier voll auf seine Kosten kommen – denn bei einigen Sachen ist es ein ziemliches Ratespiel, was man da wohl gerade zu sich nimmt. Ein Rätsel war auch einer der Stände, an den sich so viele Menschen drängten, dass wir schon vermuteten es gäbe etwas umsonst. Für ein Anstehen knurrten die Mägen jedoch zu laut, so dass wir dieses Rätsel leider nicht mehr lösen konnten…

 

Wat Traimit
Wenn man schonmal in Bangkok’s Chinatown ist, sollte man dem Wat Traimit noch einen Besuch abstatten. Der “Tempel des goldenen Buddha” steht am Ende des Yaowarat Road und wartet mit zahlreichen Stufen und vor allem viel Gold auf den Besuch der Gläubigen und Touristen. Wir waren am Asanha Bucha dort, einem buddhistischen Feiertag, was den Besuch besonders schön machte. An den buddhistischen Feiertagen sind die Tempel auch abends geöffnet und Austragungsort für diverse buddhistische Rituale. Da werden kleine Scheiben aus Wachs gefertigt, in die man etwas hineinritzt und dann wieder zum Einschmelzen gibt, Blumen niedergelegt und Kerzen entzündet. Bei einem anderen Feiertag, dem Vesakh, baute man sogar Sandburgen am Wat Yannawa (hier geht’s zum Bericht). Das Besondere sind jedoch immer die Kerzenprozessionen, bei denen man mit einer Kerzen drei Runden um den Tempel schreitet. Die Atmosphäre ist bei diesen Anlässen wunderschön und wer zu einem der Feiertage in Bangkok ist, sollte sich das nicht entgehen lassen!

 

 

Little India
Gar nicht so weit entfernt von Chinatown liegt Bangkok’s Little India. Wir stattetem dem Viertel eines Tages auf dem Rückweg eines Ausflugs einen Besuch zum Essen ab. Wir starteten unsere Tour im Shopping Center “India Emporium”, das auf mehreren Etagen zugepackt mit bunten und glitzernden Stoffrollen für Saris ist. Dahinter beginnt ein kleines Gassen-Wirr-Warr und wir streunerten umher auf der Suche nach einem authentischem Street-Food-Stand. Authentisch war dabei kein Problem – nur fehlte uns etwas die kulinarische Probierfreudigkeit bei all den für uns nicht recht identifizierbaren Speisen. Mangels ausreichender Indisch- oder Thailändisch-Kenntnisse half auch keine Erklärung weiter und so landeten wir am Ende in der oberen Etage des “India Emporium” und bestellten per Fingerzeig Curry, das zwar scharf aber lecker war. Während wir unsere Naans in die Schalen tunkten, wurden wir von der einzig mit uns anwesenden kleinen Gruppe Inder (oder indischer Thais) interessiert und zugleich etwas verwundert beäugt. Vielleicht war das ganze Shopping-Center doch authentischer als es auf uns wirkte – andere Touristen haben wir dort jedenfalls nicht entdeckt…

 

 

Korea Town
Mein liebster Reisebegleiter hat mir schon viel von seiner Zeit in Südkorea erzählt, wo er ein Semester studiert hat. Doch unabhängig von seinen Erlebnissen und Reisen durch das Land (vielleicht erzählt er euch ja irgendwann mal davon), schwärmte er am meisten vom “Korean Barbeque”. Dabei sitzt man um eine in den Tisch integrierte Grillplatte, die von einem darunter liegenden Kohleblock erhitzt wird und bestellt – ähnlich wie beim Fleischfondue oder “Heißen Stein”, falls ihr das kennt – eine Auswahl verschiedener Fleischarten und Marinadevariationen. Dazu gibt’s allerhand Beilagen wie im Tapasladen. Das kleingeschnittene Fleisch “schmeißt” man dann selbst, gemeinsam mit einem Stück Fett auf die Grillplatte und wickelt es am Ende in eine Rolle aus Salatblatt und Reis, dippt es in eine der Soßen und – happs – in den Mund. Lecker! 
Nun waren wir ja aber nicht in Korea, sondern in Thailand. Es gibt zwar auch ein Thai-Variation dieses kulinarischen Events, aber nach so vielen Erzählungen musste ich natürlich auch das Original probieren. Zum Glück gibt es in Bangkok nicht nur ein kleines China und Indien sondern auch ein Korea. Die kleine Passage “Korea Town” befindet sich unweit der Sukhumvit Soi 11 und beherbergt vor allem koreanische Restaurants. Wir fanden’s lecker und vom liebsten Reisebegleiter wurde es als authentisch klassifiziert – für noch mehr Original müssten wir dann wohl mal wieder ins Flugzeug steigen…

 

 

Soi Arab
Auf die Gefahr hin, dass sich dieser Beitrag nur ums Essen dreht: ich liebe ja Hummus und verdrücke wöchentlich eine nicht unwesentliche Menge pürierter Kichererbsen. Nach ein paar Monaten in Asien war es mal wieder an der Zeit und wir machten einen Abstecher ins arabische Viertel, auf der Suche nach Falafeln, Shawarma und Hummus. Die “Soi Arab” liegt ebenfalls an der Sukhumvit Road und zwar in der Soi 3 und einigen kleinen Gassen ringsherum. Dort reihen sich libanesische, ägyptische und jemenitische Restaurants aneinander und statt thailändischer Schrift blinken uns nun arabische Zeichen entgegen. Wir entschieden uns für den einfachsten Imbiss, denn die großen klimatisierten Restaurants wirkten mit gähnend leeren Räumen überteuert und wenig authentisch. Endlich bekam ich meinen ersehnten Hummus und Falafel, auch wenn der lange nicht mit dem Falafelstern auf der Hamburger Schanze mithalten kann…
Eine Sache wurde mir übrigens an diesem Abend bewusst: in den ganzen Monaten in Südostasien war ich in der Freizeit meistens in Shorts oder Röcken unterwegs und hab mich dabei nie unwohl gefühlt. Soll heißen, da war nie ein gaffender Blick, Pfiff oder sonstiges Gebärden, dessen man als Frau im Sommer nunmal gelegentich Zeuge wird. Das mag daran liegen, dass die Südostasiaten grundsätzlich eher zuückhaltend sind – oder schlichtweg daran, dass europäische Frauen nicht dem Attraktivitäts-Bild der südostasiatischen Männer entspricht (was mir widerum mein schwuler Thaifreund Gobo erzählte, ohne dass er eine Erklärung dafür hatte – wie auch?…). Das macht das Reisen als Frau in dieser Gegend so entspannt (und auch sicher). An diesem Abend im arabischen Viertel wurde mir das einmal mehr bewusst, denn plötzlich fehlte genau das und ohne meinen liebsten Reisebegleiter hätte ich mich hier und da vielleicht etwas unwohl gefühlt…

 

 

Leben im Flugzeug
Natürlich gibt es noch diverse andere kleine Viertel in dieser riesigen Metropole – doch statt zu noch mehr fremden Kulturen, führe ich euch noch zu einem Ort, der das Entdecken der fremden Kulturen überaupt möglich macht: Flugzeuge. Für ein paar ausgediente (nicht abgestürzte…) Flugzeuge gibt’s in Bangkok sogar einen Friedhof und der Vergleich mit dem Elefantenfriedhof aus Disney’s “König der Löwen” drängt sich irgendwie auf….
Ein bisschen außerhalb der Stadt, jedoch immer noch inmitten des typischen Straßenchaos und hoher Gebäude, befindet sich eine Art “Lost Place”, ein großes brach liegendes Grundstück, auf dem die Reste einiger Aluminiumvögel liegen. Unter anderem auch das vordere Drittel einer Boeing 747. Diese werden sogar bewohnt und angeblich hat man manchmal Glück und die Bewohner laden dazu ein, sich ihre Behausungen anzusehen. Als wir dort waren, schienen aber alle ausgeflogen zu sein. Ich weiß auch nicht, ob ich mich bei so einer Besichtigung vielleicht etwas unwohl gefühlt hätte. Das etwas skurrile Bild lässt sich aber jedenfalls auch wunderbar vom Zaun aus begutachten. Für uns war es mit dem Roller auch nur ein Katzensprung bzw. ein kleiner Umweg nach einem Ausflug in den Süden Bangkoks. Wenn man nicht lange in Bangkok ist und auf ein Taxi angewiesen ist, lohnt sich die Anfahrt vielleicht nicht unbedingt. Denn Bangok hat ja bereits im Stadtkern sooo viel Spannendes zu bieten…

Streifzüge durch Bangkok Teil 4
– Bars, Clubs und verrückte Erlebnisse – 

Nachdem ich euch zuletzt Geschichten aus dem Rotlichviertel erzählt habe, ist vielleicht ein Drink angebracht…
Ich geb es besser direkt offen zu: ich bin weder die Disco-Queen, noch die Cosmopolitan-Dame und am meisten gefehlt hat mir in Bangkok eine ehrliche Eckkneipe. Doch natürlich habe ich mich trotzdem in den einen oder anderen Club mitziehen lassen, habe ein paar Gin Tonics über den Dächern Bangkok geschlürft und mich dem allgemeinen Amusement der Stadt hingegeben. 

 

Khao San Road
Am bekanntesten ist hierfür wohl die Khao San Road. Allerdings gibt es in Bangkok wohl auch kaum einen Fleck, der touristischer ist und wir haben die Gegend nur aus obligatorischen Gründen einmal besucht. Das Ergebnis ist eher ernüchternd. Es reiht sich Bar an Bar, Biertürme, die Musik der Läden vermischt sich zu einem undefinierbaren Klang und man begegnet eigentlich nur Menschen in Elefantenhosen und Tanktops – oder denen, die diese verkaufen. Fliegende Händler versuchen ihre gebratenen Skorpione (und sonstiges Krabbelgeviehchs) loszuwerden und sind dabei erstaunlich erfolgreich. Eine Straße weiter, in der Rambuttri Alley geht es etwas ruhiger zu. Hier wechseln sich mitunter hübsch illuminierte Cocktailbars mit Massageläden ab.

Am Anfang der Straße befindet sich übrigens ein legendärer Streetfood-Stand, der “Banglumpoo Thaifood’1974”. Das Essen war glaube ich sehr lecker, leider war ich auch nach drei Monaten immer noch nicht an die thailändische Version von “scharf” gewöhnt, so dass ich nach dem ersten Bissen nicht mehr viel geschmeckt habe (also Augen auf bei der Essenswahl).

Für eine Entdeckung lohnte sich unser Besuch dann aber doch: in einer kleinen Verbindungsstraße zwischen den beiden erwähnten Straßen befindet sich die “Raggae Bar Bangkok”. Eine schummrige kleine Bar in der Ecke der Soi, mit bunten Graffitis, sehr guter Musik und grandiosen Barkeepern. Einer der Jungs sah dem Ukulele-spielenden Hawaiianer Iz verblüffend ähnlich und sein Kompagnon setzte sich für einen Klönschnack zu uns. Hatte der Kerl doch tatsächlich vor Jahrzehnten in Deutschland studiert und sprach noch erstaunlich gut Deutsch. 

 

 

Sukhumvit Soi 11
Etwas abwechslungsreicher und weniger “Bier-Turm-mäßig” lässt sich ein Abend an der Sukhumvit 11 verbringen. Hier reihen sich Bars verschiedenster Stile, Rooftop-Bars und Clubs aneinander. Tanktops und Elefantenhosen sind eher weniger vertreten, dafür versammelt sich offenbar die Expat-Gemeinde hier. Ein Abend hier ist sicherlich nicht typisch thailändisch, aber es gibt ein paar wirklich nette Läden: 

Havana Social
Längst kein Geheimtipp mehr, aber nach wie vor einen Besuch wert ist die “Havana Social” -Bar. Als hätte Doctor Who einen ganz persönlich mit seiner T.A.R.D.I.S. abgeholt, gelangt man in die Speakeasy-Bar nur durch Eingabe eines Codes am Münztelefon. Der Effekt geht aufgrund des regen Besuchs leider etwas flöten, denn die Türsteher/Eintritt-kassierer (ca. 8 Euro am Wochenende) sagen einem natürlich den Code und es ist ohnehin ein Kommen und Gehen. Aber das tut dem Besuch keinen Abbruch, denn die Bar ist wirklich mit viel Liebe eingerichtet und entführt einen ins alte Kuba. Der Putz scheint zu bröckeln, die Wandmalereien sind scheinbar verblasst, Wäscheleinen hängen von der Decke und Hüte an der Garderobe. Die Kellner sind kostümiert mit Hosenträgern und während man sich durch diverse Rumsorten durchprobiert, lässt sich die passende Live-Musik stilecht genießen.

 

Rooftop-Bars an der Sukhumvit Soi 11
Unweit der Havana Social warten zwei nette Rooftop-Bars auf einen Besuch. Das “Nest” ist zwar nur im 8. Stockwerk, dafür sehr gemütlich mit vielen Pflanzen und schöner Beleuchtung. Zwischen den ganzen leuchtenden Hochhäuser sitzt man wie in einem verwunschenen Dachgarten und kann dort ganz gemütlich sein Bier genießen. 
Nur um die Ecke, dafür ein paar Stockwerke höher in der 33. Etage, liegt das “Above Eleven”. Eine chice Rooftopbar mit guter Cocktailkarte und einem schönen Blick auf Bangkok’s Skyline. Das Foto der Aussicht ist zugegebenermaßen miserabel, aber besser als nix und die Kamera blieb bei solchen Abenden dann doch lieber zu Hause… 

 

Restaurant-Tipp
Wer den ganzen Fusel nicht auf leerem Magen trinken möchte, sollte seinen Abend im “Cabbages and Condoms” starten. Der Name ist Programm, denn das Restaurant hat es sich wohl auf die Fahne geschrieben, Aufklärung mal anders anzugehen. Wir erwarteten ein schrilles Restaurant mit Deko für die nächste Junggesellenparty – doch uns erwartete etwas völlig anderes. Ein wunderschöner Innenhof mit bunten Lampions un vielen Pflanzen, leiser Live-Nebenmusik auf einem traditionellen Saiteninstrument und hervorragender Service. Der Preis war für Bangkok’s Restaurant-Szene sogar beinah günstig. Das Essen war super lecker – nur habe ich abermals meine Geschmacks-Knospen herausgefordert und mir einen Papaya-Salat bestellt. Klingt jetzt erstmal nicht sehr aufregend – das Dressing hat es allerdings durchaus in sich. Ich habe noch nie etwas so Chilli-scharfes gegessen wie diesen Salat und irgendwann tropften tatsächlich salzige Tränen auf den Teller. Ein kulinarisches Erlebnis, das hängen blieb (ohne bleibende Schäden zu hinterlassen). 
Übrigens, wer genauer hinsieht entdeckt dann doch irgendwann die zahlreichen Kondome… Die Lampenschirme sind nämlich beklebt mit den noch eingerollten, farblich unterschiedlichen Gummis. 

 

 

Noch mehr Rooftop-Bars
Rooftop Bars gibt es in Bangkok wirklich viele und überall verstreut. Wir haben nicht mal annähernd alle in Augenschein genommen, was zum einen an den doch recht happigen Getränkepreisen liegt, zum anderen, waren wir dann meist doch eher auf der Suche nach der ehrlichen Eckkneipe… 
Neben den bereits erwähnten Rooftop-Bars an der Sukhumvit 11, dem“Nest” und dem“Above Eleven”, kann ich euch noch von den folgenden berichten. 

Eine ganze Ecke weiter im Osten liegt die “Vanilla Sky”-Bar, in die ich mehrfach wollte, aber jedesmal wenn wir in der Gegend waren, fing es an zu regnen. Eine Kollegin hat die Bar aber wärmstes empfohlen, also testet sie gern und erzählt mir davon! 

In der Altstadt Bangkok’s gibt es zwar keine sehr hohen Gebäude, dafür hat man dann aber auch vom 5. Stock einen schönen Blick über die umliegenden Dächer. Zum Beispiel von der “At-Mophere Bar” am Anfang der Rambuttri Alley, ganz in der Nähe des besagten Streetfood-Standes “Thaifood 1974”. 


Ein bisschen weiter südlich der Khao San Road, ganz versteckt befindet sich die
Phra Nakorn Bar & Gallery”. Von der aus hat man einen tollen Blick auf den beleuchteten “Golden Mount” und vor allem ist diese Bar so versteckt, dass sich kaum ein Nicht-Thai dorthin zu verirren scheint. 

 

Von einer weiteren, ganz besonderen Rooftop-Bar habe ich euch ja bereits in meinem ersten Bangkok Artikel erzählt. Im Norden, in der Nähe des Victory Denkmals, befindet sich die Sky Train Jazzbar”Mit Jazz hat es gar nicht so viel zu tun, aber das “Train” stimm – denn direkt am nicht-verglasten-Fenster und dem Balkon fährt die BTS auf ihren Hochbahn-Schienen vorbei. Und die ausgefallene Dekoration setzt dem ganzen noch die Kirsche drauf. 

 

Die Mutter aller Rooftop-Bars ist wohl nicht das “Lebua”, das durch Hangover 2 berühmt wurde, sondern die “Vertigo und Moon Bar” auf dem Banyan Tree Hotel. Das Hotel an sich ist schon etwas Besonderes mit seiner sehr charakteristische Architektur, denn es ist geschätzt mindest dreimal so breit wie tief und sieht dadurch beinahe zweidimensional aus. Außerdem hat es eine Art “Garten” in einem Stockwerk einige Meter unterhalb des Rooftops. So oft haben wir darauf geschaut und sind daran vorbei gefahren, denn unser Apartment lag direkt an der Rückseite des Monstrums, so dass wir eine atemberaubende Wand neben unserem Dachpool bewundern konnten. Das Hotel war auch der Grund dafür, dass wir uns einen Rolller angeschafft hatten, denn anstatt der wenigen Meter Luftlinie versperrte das Bauwerk sämtliche Shortcuts zur Hauptstraße, so dass wir immer einen laaaangen Weg durch die Hintergassen nehmen mussten. Aber das ist eine andere Geschichte, die euch schon in meinem ersten Bangkok Artikel erzählt habe. 
Aber wie das eben so ist, wenn man erstmal irgendwo wohnt und der Alltag kommt, schiebt man solche Dinge immer auf. Und so kam es, dass wir es fast nicht mehr hinauf geschafft hätten. Doch an einem unserer letzten Abende in Bangkok erwischten wir ein kleines regenfreies Zeitfenster zum Sonnenuntergang… 
Es war wunderschön! Das besondere an der Bar ist, dass man sich wie auf einem riesigen Schiff fühlt, denn nichts, nicht mal ein kleines Dächlein für den Tresen, ist noch höher als die Köpfe der Menschen auf ihr. Der sich dadurch bietende 360° Blick ist natürlich bombastisch. Für uns, die zu diesem Zeitpunkt schon so viele Straßen der Stadt befahren hatten, so viele Hochhäuser von unten bestaunt hatten, rundete es das Bild dieser aufregenden und vielseitigen Stadt noch einmal ab. 

 

 

Clubs
Ich hätte ja gedacht, Club ist Club – egal wo auf der Welt. Aber ich wurde eines besseren belehrt und diese Erfahrung führte beinahe zu einer filmreifen Schlägerei. Aber schön der Reihe nach…

Das erste Club-Erlebnis sammelten wir imInsanity” einem recht großen Club, der aus einer einzigen quadratischen Fläche besteht. Super- viel Platz zum Tanzen! Doch offenbar geht es den meisten Besuchern nicht darum. Ich werde euch in einem späteren Artikel nochmal etwas mehr über das Klischee “Thaifrau” erzählen, aber soviel sei nun schonmal gesagt: das Klischee bestätigt sich erstaunlich oft. Dementsprechend ist beinahe der gesamte Raum vollgestellt mit Cocktailtischen, an denen sich Thaifrau und Westler-Mann finden… Nebenbei werden Unmengen Alkohol bestellt zu saftigen Preisen, aber die Herren können es sich ja leisten (oder tun es zumindest für den Anlass). Das Ende vom Lied: ist man nicht Teil des Spiels, wird man schnell mal zum Alien und als Westler-Frau mitunter auch etwas kritisch beäugt. Man könnte ja zur Konkurrenz werden… Aber immerhin gibt es eine leicht erhobene Mini-Tanzfläche, mit einem Durchmesser von vielleicht drei Metern, auf der man einen herausragenden Blick auf das etwas abstruse Geschehen hat (fürs Tanzen reicht der Platz ja ohnehin nicht). 

Diese Erfahrung wurde dann tatsächlich noch durch einen Besuch im “CÉ LA VI” getoppt, offenbar einer der absolut angesagten Clubs zur Zeit unseres Besuchs. Der Club ist eigentlich mehr eine Bar/Lounge, mit einer kleinen Tanzfläche am Ende des schlauchförmigen Saals. Das besondere: das ganze befindet sich im 39. Stockwerk und vom Balkon hat man einen wahnsinnig tollen Blick über Bangkok. Aber nun zu unserem Besuch. 
Wir schafften es tatsächlich auch erst im zweiten Anlauf hinein, denn der Dresscode ist hier ernst zunehmen, keine kurze Hosen für Männer. Ein spontaner Besuch fiel daher aus, denn normalerweise läuft man abends eben in kurzen Hosen herum… Die strenge Handhabe ist im Übrigen eigentlich erstaunlich, denn wo es in den heimischen Clubs die weiblichen Besucher stets einfacher am Einlass haben, ist es in Bangkok aus berichteten Gründen andersherum. Beim zweiten Versuch (mit langer Hose) klappte es dann aber und wir fanden uns hoch oben auf der Tanzfläche wieder. Wir waren gemeinsam mit ein paar anderen deutschen Praktikanten und Referendaren dort und die Gruppe setzte sich aus zwei Frauen und etwa sechs Männern zusammen. Das führte dazu, dass bald schon eine sehr energische und ehrgeizige Thai in unserer Mitte war. Sagen wir mal so, sie ließ nichts anbrennen und war durchaus bereit ihr Revier zu markieren. Nachdem ich ein paar mal “versehentlich” ihren Ellenbogen zwischen die Rippen bekommen hatte, verkrümelte ich mich ein paar Schritte weiter zusammen mit meinem liebsten Reisebegleiter (so wirklich auf Abstand gehen konnte man allerdings nicht, denn dafür ist es dort einfach zu voll). Die Dame fühlte sich offenbar dennoch bedroht in ihrem Revier und ein sicherlich filmreifer Schubser von hinten ließ mich einen ordentlichen Satz nach vorn machen (soweit das in einem vollen Club eben geht). Nach einem kleinen Tumult (ohne Fäuste und Halleluja) und ein bisschen mehr Abstand glätteten sich die Wogen wieder und die Party konnte weitergehen. 

Wesentlich entspannter ging es dann im “Glow” zu, einem kleinen Laden in der Nähe der Sukhumvit 11. Hohe Decken, ein bisschen rustikaler, eine Galerie mit alten Sofas. Zugegebenermaßen scheint sich kein Local dorthin zu verirren, aber mir war das in dem Moment ganz recht. Irgendjemand entdeckte dann einen illegalen Weg durch das Treppenhaus hinauf auf das Dach, an dem Wäscheleinen und diverses Gerümpel stand. Wir feierten dort unsere kleine illegale Privatparty, bis wir irgendwann wieder hinuntergescheucht wurden. 

Absolutes Highlight der Club-Erfahrungen war dann aber ein Abend in der Schwulen-Szene Bangkoks. Mein Lieblings-Thai Gobo nahm uns eines Abends in sein Schlepptau und entführte uns in eine ganz andere Welt. Genau gesagt ging es in die “DJ Station” in der Silom Soi 2. Der Club ist eine Art kleine Mall, also ein überdachter Gang an dessen Seiten sich ein Club an den nächsten reiht. Eintritt gezahlt wird einmal vorne und danach beginnt eine einzige große Party. Während von links Hip Hop dröhnt, wummern von rechts Elektro-Bässe, aber egal wohin man sieht, es wird ausgelassen getanzt – teilweise auch mal halbnackt. Vornehme Zurückhaltung wurde in vielen Fällen an der Garderobe abgegeben und der ein oder andere ist recht touchy unterwegs (natürlich hauptsächlich gegenüber dem männlichen Teil unserer Gruppe). Ich glaube die Herren haben es mit Humor genommen und meine Freundin Marie und ich, die beinahe einzigen Frauen im Club, amüsierten uns über ihre anfänglich etwas erstaunten Gesichter. Doch unsere weibliche Minderheit schien keinen zu stören und bald schon hüpften wir mit einer Gruppe Thais wild über die Tanzfläche. Die Musik war gut, die Stimmung herausragend und ehrlich gesagt war es mal ganz entspannt, so ganz ohne reviermarkierende Thai-Damen oder plump-flirtende Herren.
Gegen 2 Uhr wurden wir dann rausgescheucht – Sperrstunde, wie in jedem Club Bangkok’s – es sei denn man kennt die kleinen Schlupfwinkel, wo man auch noch zu später Stunde weiter feiern kann. Gobo verfrachtete uns ins Taxi und wir fuhren recht weit in den Norden zum abgelegenen “Warehouse Bungalows”, einer sehr rustikalen und zugleich sympathischen Tanzbar mit Billardtisch. Wir waren die einzigen Westler, doch der Frauenanteil war nun merklich größer als zuvor. Dass es sich dabei trotzdem auch um eine Location der Schwulen-Szene handelte wurde uns erst gegen Ende bewusst, als die Herren von der Toilette kamen und von dem besonderen Service dort erzählten: Am Pissoir stehend hatten sie doch tatsächlich unaufgefordert eine Schulter- und Rückenmassage von einem jungen Thai erhalten (ich frage mich ja, ob man sich dabei überhaupt entspannen kann bzw. wie man die eigentliche Aufgabe dabei noch bewerkstelligt…) und danach ein warmes Handtuch wie im Flugzeug gereicht bekommen (natürlich war diese Sonderleistung, wie bei einem Ryanair-Flug, nicht umsonst und der Thai erwartete ein entsprechendes Trinkgeld). Mein Lachen über die Situation hielt glaube ich noch die gesamte Rückfahrt an… Was für ein Abend. 

 

 

Auf der Suche nach der ehrlichen Eckkneipe

So fancy diese ganzen Bars auch waren, zur Stammkneipe wurden sie nicht. Wo waren die einfachen Kneipen mit schummrigem Licht und Mobiliar, dem man die Spuren vieler vergangener Abende ansieht?

Ziemlich nah dran kam die kleine Bar “Wong’s Place”, die tatsächlich gar nicht so weit von unserem Apartment entfernt war. Die Wände tapeziert mit kleinen Polaroids, ein Billardtisch im oberen Stockwerk und eine schrullige, thailändische Stammkundschaft – gute Voraussetzungen für ein entspanntes Feierabendbier. Auch die “Sky Train Jazzbar” fällt definitiv in diese Kategorie, auch wenn das Publikum deutlich westlicher ist. 

Doch unser unangefochtener Liebling, Stammkneipe und Austragungsort so mancher feuchtfröhlicher Abende blieb “Jack’s Bar”. Am Ende einer dunklen Gasse, wenn man schon überzeugt ist, dass sich Googlemaps einen Spaß erlaubt, erreicht man eine kleine Ansammlung von Bierbänken, einen einfachen Tresen mit Zapfhahn und das alles direkt am Ufer des Chao Phraya. Wenn es voll wird, und das wird es öfter mal, werden die typisch asiatischen Plastikstühle bis hinunter auf den Steg und den Ponton gestellt (ein Wunder, dass wir niemals ins Wasser gefallen sind, denn bei vorbeifahrenden Schiffen oder ein paar Chang oder Leo  gerät der Boden schonmal ordentlich ins Wanken). Die Bar ist wirklich einfach, es gibt nur ein einfaches Klo-Häuschen, kein Schi-Schi und das Essen soll sein Geld nicht wert sein. Wer Instagram-tauglichen Chic, hippe DJs und ausgefallene Cocktailkarten sucht, ist hier falsch. Die Musik läuft im Sinne einer modernen Jukebox über Laptop und Youtube, an den jeder nach Herzenslust ran darf. Die Betreiber-Familie ist absolut liebenswürdig, die Stimmung stets entspannt, das Bier günstig und der Blick auf den Fluss einfach wunderschön.