Buddha und der König
– Ein Streifzug durch Bangkok’s Altstadt und Dusit –


Letzte Woche erzählte ich euch von meinem Alltag in Bangkok – aber natürlich sitze ich hier nicht nur im Büro oder im Apartment! Einmal pro Woche habe ich schon am frühen Nachmittag Feierabend und streife (wenn es nicht gerade in Strömen regnet) gemeinsam mit meiner Kamera durch Bangkok. Jede Woche ist ein anderer Stadtteil dran und Stück für Stück entsteht aus der City-Map Bangkok ein dreidimensionales buntes Bild.

Als erstes auf der Liste standen da natürlich die klassischen Sehenswürdigkeiten in Bangkok’s Altstadt: buddhistische Tempel und der Königspalast! Doch auch im benachbarten Stadtteil Dusit wurde ich fündig und entdeckte einige sehenswerte buddhistische und königliche Gebäude.

 

„The Grand Palace“ – der Königspalast
Der Große Palast ist das wichtigste Wahrzeichen von Bangkok– auch wenn der König dort nicht mehr residiert. Meine Internetrecherche ergab, dass der Palast aus ca. 100 Gebäuden auf rund 2,5km² besteht. So richtig greifen kann man die Dimensionen allerdings nicht, denn das Gelände ist von außen mit einer hohen Mauer umgrenzt und im Innern in verschiedene Bereiche eingeteilt, so dass man kein richtiges Gesamtbild bekommt (dafür bräuchte man wohl eine Drohne – wobei ich schätze, dass die dort verboten sind).
Auf dem Weg zum Eingang erspähten wir bereits die spitzen Dächer und einen goldenen Stupa, die hinter der Mauer hervorlugten. Wir passierten das imposante Gebäude des Verteidigungsministeriums und gelangten zu einem großen Kreisverkehr, der zwar keine Funktion erfüllt („Autos müssen draußen bleiben“)  dafür aber riesige, schweinchenrosa Elefanten beherbergt und ein bisschen an eine überdimensionale Torte erinnert…

Ganz anders als die pinken Elefanten fanden wir als nächstes die lange Schlange vor dem Palast vor. Zahlreiche Thais – alle schwarz gekleidet – hatten sich unter einem riesigen Zelt versammelt um am Tod des verstorbenen Königs Anteil zu nehmen und sich im Kondolenzbuch des Palasts einzutragen. Das fanden wir jedenfalls später heraus. Im ersten Moment schauten wir allerdings etwas betreten an uns herab. Zwar wussten wir, dass die Kleiderordnung im Königspalast noch strikter gehandhabt wird als in Tempeln, doch von schwarzer Kleidung hatten wir nichts gelesen… Es stellte sich dann aber zum Glück heraus, dass entsprechende Farbwahl nur bei den Kondolenzgängen Regel ist – bei einem normalen Besuch der öffentlichen Anlage darf’s auch bunt sein. Neulich habe ich gehört, dass einige von Bangkok’s Taxifahrern versuchen daraus einen Reibach zu machen und Touristen, die nicht schwarz gekleidet sind, zum Kauf von „angemessener Kleidung“ zu bewegen… Wie frech.
Hinter der Mauer gibt es vor allem eins: ganz viel Bling Bling! Die Fassaden strahlen mit dem goldenen Stupa um die Wette und so ziemlich jeder Zentimeter ist mit glitzernden Mosaiken verziert. Überall entdeckt man „Yaksha“, Dämonen mit bunten Fratzen und Wächter der Tempel. Das eigentliche Highlight sollte ja aber das Innere des Wat Phra Kaeo sein, in dessen Innern sich der berühmte Smaragdbuddha befindet. Die Figur ist das Nationalheiligtum Thailands und in den letzten 600 Jahren ganz gut herumgekommen (wie das mit Schätzen eben ist). Das geht allerdings auch nur, da sie im Gegensatz zu den zahlreichen Buddhas, die wir bereits besichtigt haben, ziemlich klein ist. Sie ist ehrlich gesagt so winzig, dass man sie von dem Bereich, der für nichtgläubige Touristen  vorgesehen ist, nur als kleinen grünen Fleck wahrnehmen kann. Das Grün ist übrigens nicht wirklich Smaragd, sondern Jade, was dem ideellen Wert natürlich keinen Abbruch tut. Tatsächlich wird die Figur wohl sehr verhätschelt und erhält je nach Jahreszeit eine andere Bekleidung. Fotografieren darf man dort leider nicht – ansonsten hätte ich mit dem Tele auf Anschlag vielleicht sogar etwas vom Buddha erkennen können.
Apropos Verbot: ich weiß nicht ob es immer so ist, oder vielleicht aufgrund des Trauerjahres – aber der Tempel des Smaragdbuddhas war tatsächlich das einzige Gebäude, dessen Inneres wir sahen. Das machte unseren Besuch (von einigen Detailaufnahmen der Außenverzierungen abgesehen) zu einer ziemlich kurzen Tour. Wir waren so schnell wieder am Eingang, dass wir uns rückblickend fragen, ob wir vielleicht irgendeinen Eingang übersehen haben… denn vor allem beim eigentlichen Palastbereich fanden wir nur eine abgesperrte Fassade des Hauptgebäudes vor. Vielleicht gehe ich irgendwann nochmal hin und überprüfe das…

 

 

 

Wat Pho
Nach dem kleinen grünen Buddha statteten wir dem großen goldenen Nachbarn einen Besuch ab. Wie in einem maßgeschneiderten Anzug liegt der Buddha im Wat Pho. Nach oben und zum Kopf- und Fußende füllt die Figur den Raum gänzlich aus, doch an der Vorder- und Rückseite ist jeweils ein schmaler Gang, von dem aus man den Buddha häppchenweise (von Säule zu Säule) bewundern kann. Wir waren jedoch von einer ganz anderen Attraktion abgelenkt: entlang des Buddhas steht eine lange Reihe Metallkessel für Spenden. Nur wirft man hier nicht einfach in eine der Schalen etwas rein, sondern kauft einen Becher Münzgeld und diese verteilt man dann im Vorbeigehen Stück für Stück auf die Kessel. Vor lauter Münzen werfen und Klimper-Geräuschen vergaßen wir beinahe den Buddha zu unserer Seite…
Der Wat Pho hat allerdings noch viel mehr zu bieten als den liegenden Buddha. Zwischen Frangipanibäumen steht ein hübscher  Miniatur-Wasserfall mit sonderbaren Statuen und besonders hübsch ist der farbenfrohe „Stupagarten“ mit bunten Reliefs im Blumenmuster.

 

 

 

Wat Ratchabopit
Vom Wat Pho geht es durch einen kleinen Park über einen Kanal zu einem eher unbekannten Tempel Bangkok’s, dem Wat Ratchabopit. Bei unserem Besuch trafen wir lediglich ein paar Handwerker an, denn der Tempel mit seinen beiden dicht nebeneinander stehenden Gebäuden wird gerade saniert. Dadurch konnten wir zwar nicht in das Innere des Tempels, aber wir fanden bereits den „Vorgarten“ mit den vielen Stupas so hübsch, dass uns das nicht weiter störte. Die Stupas sind stilistisch alle komplett verschieden – vom weißen filigranen Turm bis zu Angkor-Wat-ähnlichen Gebilden war alles dabei.

 

 

 

The Giant Swing – Sao Ching Cha
Auf dem Weg zu Bangkok’s goldenem Berg kommt man an einem hohen roten Gebilde vorbei: einer Riesenschaukel! Wer nun denkt „Yippieh! Schaukeln!“, den muss ich leider enttäuschen. Das wesentliche Element der Schaukel fehlt nämlich… Früher wurde darauf jährlich eine hinduistische „Schaukel-Zeremonie“ durchgeführt – nach einigen schweren Unfällen ist mittlerweile aber nur noch das 20 Meter hohe Gerüst übrig geblieben, das vor allem von Tauben besucht wird.

 

 

 

Golden Mount – “Wat Saket”
Mitten in Bangkok’s Altstadt erhebt sich ein 79 Meter hoher Berg (natürlich künstlich), auf dessen Spitze ein goldener Stupa thront. Am Fuß des Berges steht bereits ein komplett verlassener Tempel mit acht bunt verzierten Vitrinen, in deren Innern sich (laut Wikipedia) Grenzsteine befinden. Nebenan steht ein Gebäude, das von zwei  bizarren “Statuen” bewacht wird und auch auf den 318 Stufen hinauf kann man zahlreiche Figürchen entdecken: die drei Affen, bunte Papageien und Flamingos, aber auch eine Ratte und eine Fee stehen inmitten der Pflanzen und werden teilweise märchenhaft von kleinen Nebelschwaden eingehüllt. Auf einer Zwischenebene kann man sich unter den kühlen Wasserdampfdüsen abkühlen und dann die letzte Etappe hinauf zum Stupa wagen. Oben angelangt empfängt einen ein goldener Stupa und eine sensationelle Aussicht über die Altstadt bis hin zu Bangkok‘s Wolkenkratzern. Fun Fact: im Wat Saket sind Schuhe ausnahmsweise mal explizit zu tragen! Darauf weisen Schilder UND Lautsprecherdurchsagen hin. Seltsam…

 

 

 

Wat Benchamabophit
Vom goldenen Berg aus Richtung Norden gelangt man zu Bangkok’s Stadtteil Dusit, den ich an einem weiteren Nachmittag besucht habe. Am Wat Benchamabophit legte ich eine gemütliche Pause ein, denn der Tempel ist zwar nicht sonderlich spektakulär, strahlt dafür aber eine wunderbare Ruhe aus. Ein kleiner Kanal mit Springbrunnen fließt durch die Tempelanlage und es gibt einige Bänke unter Bäumen oder am Wasser. Bei einem fahrenden Obstverkäufer kaufte ich eine super leckere Ananas und verputzte sie auf einem kleinen Steg. Herrlich!

 

 

 

Dusit Palast
Ich erwähnte ja bereits, dass der König seit fast hundert Jahren nicht mehr im bekannten Grand Palace residiert. Stattdessen wurde eine weitere Palastanlage in Dusit angelegt – wobei der neue König ja mehr Zeit in Bayern als in Bangkok zu verbringen scheint…
Mein Taxifahrer hatte offenbar keinen Schimmer wo ich eigentlich hin wollte. Nachdem er mich erst zum Grand Palace brachte, führte ich ihn anhand meines Googlemaps-Navi zum Dusit-Palast. Als ich vom kühlen Taxi in die schwüle Hitze hinausgetreten war und vor dem Tor der Palastmauer stand, erfuhr ich allerdings dass 1. der Palast selbst gar nicht öffentlich zugänglich ist (da hab ich wohl mal wieder ungenau recherchiert…) und 2. der Eingang zum Gelände (zumindest einen Teil kann man besichtigen) auf der anderen Seite ist… Also umrundete ich zu Fuß das große Areal und kam dann endlich am Eingang, dem König Rama V Monument an. Dahinter befindet sich die Ananta-Samakhom-Thronhalle, ein prunkvolles Gebäude, das man (wäre da nicht der kleine Tempel nebenan) eher in Frankreich als in Thailand vermuten würde.
Das Innere ist eine Art Museum, das man besichtigen kann. Die Kleiderordnung ist dort übrigens genauso streng wie im Grand Palace. Ein (typischer) Ami war darauf wohl nicht vorbereitet gewesen und stand mit kurzer Hose vor dem Eingang. Den (angeblich existierenden) Stand für Sarongs konnte er nicht finden und so diskutierte er lautstark mit den Securities. Als er mich dabei entdeckte, wie ich mir (für alle Fälle gewappnet) einen langen Rock über die Shorts zog, fragte er mich (fast schon vorwurfsvoll) wo ich denn den Rock gekauft hätte und war total fasziniert davon, dass ich tatsächlich selbst auf die Idee gekommen bin, mir angemessene Kleidung einzupacken… Nach viel Diskussion (und Fremdschämen meinerseits) ließen die Thais ihn dann doch hinein.
Das Innere der Thronhalle ist schon sehr pompös und wahrscheinlich befindet sich dort mehr Gold, als Deutschland in New York gelagert hat. Ausgestellt sind goldene und aufwendig verzierte Throne, die allerdings ganz anders aussehen, als die „europäische“ Version. Die Stühle sind nicht sehr hoch, dafür mit breiter Sitzfläche (ich nehme an für einen Schneidersitz) und sind dadurch auch als Sänfte für Prozessionen einsetzbar. Daneben gibt es zahlreiche fein gestickte Bilder und Nippes wie Schiffe, Vasen und Schalen zu bestaunen. Ich kann mit solchen Dingen ehrlich gesagt nicht gar so viel anfangen, deshalb war ich mit meiner Tour recht schnell durch.

 

 

 

Wat Intharawihan
Einen weiteren Tempelstopp legte ich am Wat Intharawihan ein. Dort gibt es einen großen Buddha (mal wieder), der hier allerdings komplett zugebaut inmitten Bangkok’s Altstadt steht und erst dann zu sehen ist, wenn man quasi davor steht. Auch kann man ihn gar nicht im Ganzen sehen, da eine Art Überdachung die Statue optisch in zwei Hälften teilt. Das wichtigste sind aber wohl die Füße des Buddhas, dessen Abdruck auch an der Rückseite auf halber Höhe zu bestaunen ist. Neben dem Budda gibt es eine Menge skurriler bunter „Deko“ und einen kleinen Gang mit vielen bunten Urnen. Was man dort wohl eher nicht antrifft sind andere Touristen, was dazu führte, dass ich von den Kids der Nachbarschaft neugierig beäugt wurde. 

 

 

 

Eine Burg in Bangkok – „Pom Phra Sumen“
Hättet ihr gedacht, dass es Bangkok noch Teile einer Stadtmauer gibt? Ich nicht. Aber es kommt noch besser: es gibt sogar ein Fort! Die hübsche weiße Anlage steht seit dem 18. Jahrhundert am Ufer des Chau Phraya und erinnert ein ganz bisschen an den „Torre de Belém“ bei Lissabon. Hinauf darf man wohl nicht, aber der umliegende kleine Park ist hübsch und bietet eine gute Sicht auf die imposante Rama VIII Brücke.

 

 

 
Meditation am Wat Mahathat 
Habt ihr schonmal meditiert? Vor Bangkok wäre ich wohl kaum auf die Idee gekommen. Immerhin bin ich ein Mensch, der ständig Hummeln im Hintern hat, ständig was tun muss und wenn ich sitze dann läuft zumindest das Gehirn wild herum. Als ich hörte, dass man in einem der Tempel in Bangkok gratis einen Meditationskurs besuchen kann, musste ich es natürlich doch mal ausprobieren (denn darum geht es doch beim Reisen…). Also nach Feierabend hin zum Wat Mahathat – angeblich sollte es um 16 Uhr losgehen. Nach langem Herumirren fand ich irgendwann den Tempel, der inmitten einer Klosteranlage irgendwo hinter dem Grand Palace versteckt liegt. Ich hatte eigentlich vorgehabt, mir den Tempel zunächst noch anzusehen, doch der Eintritt sollte wesentlich mehr als in anderen Tempeln kosten. Ob er das wert sein würde (immerhin habe ich in den letzten Wochen schon sooo viele Tempel gesehen…) wusste ich nicht – also ließ ich ihn aus.
Als ich den Herrn am Eingang nach dem Meditationskurs fragte, erklärte er mir dass der Kurs erst um 18 Uhr beginnen würde – aber er könnte mir das auch zeigen… Ich lehnte dankend ab (das war mir dann doch etwas zu seltsam…) und versuchte mein Glück dennoch bei dem Kursraum. Tatsächlich war die „Lehrerin“, die mich ein bisschen an meine Theaterregisseurin aus Schulzeiten erinnerte) da und gab mir netterweise eine Einzelstunde. Sie drückte mir ein Heftchen in die Hand – quasi eine Anleitung zum Meditieren – das sollte ich erstmal durchlesen, sie würde in einer dreiviertel Stunde wieder kommen. Puh. Man muss dazu sagen, dass ich es hasse, mir Anleitungen jeglicher Art durchzulesen. Technische Geräte werden so lange ausprobiert bis sie laufen (oder die Männer der Familie helfen), ich bin stolz darauf, IKEA-Möbelstücke ohne Anleitung zusammenbauen zu können und gekocht wird ohne Rezept. Aber ich las brav das Heft und danach ging’s los.
Die Lehrerin erklärte mir, dass ich ganz normal weiteratmen solle, aber dabei nur an das Einatmen und Ausatmen denken sollte. Danach wurde gelaufen: mit geschlossenen Augen drei Schritte vor, drehen, drei Schritte zurück. Ganz langsam. Und dabei immer nur das denken, was man gerade tut. Klingt simpel? Ich hatte damit echt Probleme. Als sie mir nach 5 Minuten sagte, ich solle das jetzt eine halbe Stunde weitermachen bekam ich beinah schon Panik… Aber ich zog es durch und schritt eine halbe Stunde auf und ab und dachte dabei immerzu “rechts – links – rechts- stehen – drehen – drehen – drehen – stehen – rechts – links ……” Wahnsinn. Ich, Juristin, nicht gerade auf den Kopf gefallen und latscht eine halbe Stunde nur hin und her… Aber das sollte es noch nicht sein. Danach ging es im Schneidersitz weiter – und wieder durfte ich nur ans Atmen denken. Irgendwann schlief mein Fuß dermaßen heftig ein, dass er ganz taub wurde und ich es nicht mehr aushielt. Ich streckte die Beine aus und konnte mir kaum ein Stöhnen vor Schmerz verkneifen, als das Blut zurück in die Beine lief… Als ich mit meiner Einführungsstunde fertig war, war ich ehrlich durch. Es hat mich extrem viel Konzentration gekostet, nicht ständig an Gott und die Welt zu denken und irgendwie fühlte ich mich ein bisschen, als wäre mein Gehirn Waschmaschine gefahren. Ich glaube ein Guru werde ich nicht… 

 

 

 
Am Ufer des Chao Phraya
Etwas groggy von der Meditation spazierte ich Richtung Flussufer. Aug dem Weg kam ich beim Amulettmarkt vorbei, von dem ich mir erhofft hatte, dort endlich Ersatz für meine Amulettkette zu finden, die sich langsam auflöst. Ich hätte mir aber eigentlich schon denken können, dass sich der Markt wohl kaum um solchen Firlefanz drehen kann. Stattdessen werden dort kleine Talismane verkauft – oft kleine Buddhas oder Portraits des Königs, die dann in kleinen Glaskästchen an eine Kette gehängt werden. 

Den Chau Phraya erreichte ich auf Höhe des Maharaj-Anlegers. Dort befindet sich eine kleine, sehr chice Laden-/Café-Straße und ich probierte kleine knusprige Pfannkuchen (wie kleine Mini-Tacos) mit undefinierbarer aber leckerer Füllung. Während ich die Aussicht auf den Fluss genoss, kam eine Durchsage, dass das letzte Fährschiff des Tages ablegen würde. Aus einer Laune heraus hüpfte ich spontan auf das Boot – ohne Plan und ohne Ziel. Wir schipperten am Wat Arun vorbei, der immer noch auf meiner Liste steht und es daher leider nicht mehr in diesen Beitrag geschafft hat. Als eine Durchsage für Chinatown kam, hüpfte ich hinaus und machte mich auf die Suche nach bunten Gassen mit großen leuchtenden Schildern. Doch das ist eine andere Geschichte… 

 

 

 

Wat Yannawa
Einen hab ich noch! Wo wir es gerade von Booten hatten: in Bangkok gibt es einen Tempel, in dessen Mitte ein riesiges Schiff steht. Klingt komisch? Ist aber so! Ich hatte den Tempel eigentlich für einen weiteren Trip an einem Nachmittag geplant, doch dann kam 
Vesakh. Vesakh ist quasi Weihnachten, Ostern und Christi Himmelfahrt für die Buddhisten. Es erinnert nämlich an die Geburt, Erleuchtung und das vollkommene Verlöschen des Buddha Siddharta Gautama. Zu diesem Anlass gehen am Abend zahlreiche Gläubige zu den Tempeln und prozessieren mit Kerzen und Blumen drei Runden drumherum. Doch nicht nur das: danach wird mit kleinen Strandeimerchen eine Sandburg gebaut (kein Witz – siehe Bild) und mit Blumen verziert. Die Atmosphäre hatte mit all den bunten Lichtern und Essensständen zwar ein bisschen was von einem großen Volksfest, war aber sehr schön und irgendwie positiver und viel lebendiger als ein christliches Fest. 

 

 

Puh. Ganz schön viele Tempel, oder? So langsam merke ich eine gewisse Tempelmüdigkeit. Mal sehen, wo mich der nächste Streifzug hinführt… Lasst euch überraschen!

Leben in Bangkok – Teil 1
– Apartment, Alltag und Abendprogramm

Nach fünf Wochen Herumreisen durch Myanmar, Vietnam und Kambodscha erreichten wir am Abend des Ostermontags unsere neue Heimat: Bangkok!
Die Taschen voller Sand und dreckiger Wäsche, die Festplatte voller Fotos und den Kopf voll mit Eindrücken, stiegen wir am Flughafen ins Taxi und ließen uns zu unserem Apartment bringen.

 

Ein Apartment in Bangkok
Anfang des Jahres hatten wir uns erstmalig mit dem Thema Unterkunft in Bangkok beschäftigt. Sie sollte möglichst nahe am Arbeitsplatz liegen und zusammen wollten wir nicht mehr als 400 Euro ausgeben. Auf der Website thaiapartment.com  wurden wir fündig und entschieden uns für „The Lotus“: ein geräumiges Einzimmerapartment mit Pool auf dem Dach und vor allem nur knapp 300 Meter Luftlinie zum Arbeitsplatz! Zwar würde uns dort kein Bettzeug gestellt werden, aber wir waren uns sicher, dass man gerade so etwas günstig in Bangkok bekommen wird.
In den folgenden Wochen tauschte ich mit unserem zukünftigen Vermieter mehr E-Mails aus, als ich in meinem ganzen Leben Briefe verschickt habe…  Eigentlich gab es nur zwei Dinge zu klären: Wir wollten ein Zimmer reservieren und ein Paket mit unseren Büro-Outfits dorthin schicken.
Doch so einfach schien es nicht zu sein. Schrieb man eine E-Mail mit drei Fragen, kam zwar schnell eine Antwort – leider beantwortete diese dann meist nur die Hälfte einer einzigen Frage. Im Februar zeigte sich der Vermieter noch nicht gewillt, uns mit acht Wochen Vorlaufzeit ein Zimmer zu reservieren (wir sollten uns zwei Wochen vor Ankunft nochmal melden…). Nachdem ich 150 Euro Anzahlung überwiesen hatte, willigte er ein und nach weiteren 20 E-Mails erklärte er sich bereit, unser Paket anzunehmen.
Besagtes Pakte schickten wir übrigens einen Tag vor Abflug (für schlappe 120 Euro) los und schätzten die Chance auf 50:50, dass es auch dort ankommen würde. Doch tatsächlich, eine knappe Woche vor unserer Ankunft in Bangkok erhielten wir die freudige Nachricht, dass es uns in unserem Apartment erwartete (ansonsten hätten wir den ersten Arbeitstag wohl mit Shorts und Flip Flops antreten müssen…).

Wir erreichten „The Lotus“ am späten Abend und empfingen wie besprochen den Schlüssel zu unserem neuen Heim. Das Apartment entsprach den Fotos im Internet und war geräumiger als erwartet – aber auch ziemlich karg und leer. Nicht nur fehlten uns Bettzeug und Handtücher, auch sämtliche Kücheneinrichtungsgegenstände waren nicht vorhanden. Trotz später Stunde machten wir uns noch auf einen Erkundungsweg zum Arbeitsplatz, denn direkt am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe würde es schon losgehen. Unsere Mission: einen Schleichweg durch die Häuser zu finden, damit es bei den 300 Meter Luftlinie bleiben würde. Wir sind immerhin in Asien – da gibt es doch immer irgendwo eine kleine Gasse…
Ich nehme das Ergebnis mal vorweg: die Mission ist kläglich gescheitert. Gassen? Fehlanzeige. Rund herum befinden sich große Hotelkomplexe, durch deren Gelände kein Durchkommen ist (wieder einmal dachten wir erstaunlich lange über das Thema Bestechung nach…). Es half nix – wir würden also den laaangen Weg (1,5 Kilometer) außenrum gehen müssen. Wer jetzt gerade im kühlen Deutschland sitzt und lacht: bei über dreißig Grad schon am frühen Morgen und 80% Luftfeuchtigkeit sind 1,5 Kilometer lang. Sehr lang.
Einen Laden oder Markt für Haushaltssachen fanden wir leider nicht – also wurden die erste Nacht und der erste Morgen ziemlich provisorisch. Wir schliefen in unseren sandigen Schlafsack-Inlays und zum Frühstück gab es Dosen-Eiscafé und ungetoastetes Toast mit (sausüßer) Erdbeermarmelade, die wir mit dem Finger darauf verteilten. Camping mitten in Bangkok!

 

 

Ein Ausflug nach Schweden
Am ersten Arbeitstag löcherten wir unsere neuen Kollegen direkt nach einer Lösung für unser Haushalts-Problem. Das Ergebnis war schockierend und amüsant zugleich. In sämtlichen großen Supermärkten sei es super teuer und auf Märkten schwierig, solche Dinge zu bekommen. Die Empfehlung – ihr werdet lachen – war tatsächlich ein Einkauf bei IKEA!
Meine ersten freien Minuten in Bangkok verbrachte ich also im geliebten schwedischen Möbelhaus. Es war komplett surreal, durch die vertraute Anordnung der Abteilungen zu schlendern – nur eben in anderer Währung und asiatischer Gesellschaft. Stück für Stück füllte sich der Einkaufswagen mit der Grundausstattung und am Ende stimmte der Inhalt fast mit meiner Campervan-Ausstattung überein. Während Pfanne, Topf, Geschirr und Handtücher noch zu den bekannten Preisen zu bekommen waren, fiel ich in der Betttextilien-Abteilung aus den Wolken: gerade in Bangkok, wo sich jeder Hinz und Kunz maßgeschneiderte Kleidung nähen lässt, war ausgerechnet die Bettwäsche doppelt so teuer als in Deutschland!
Noch skurriler als das Thema Bettwäsche war übrigens die Causa Wäschetrockner (also das Gestell, nicht die Maschine). Erst einmal gibt es die hier kaum und wenn man dann mal einen in der Haushaltsabteilung eines Kaufhauses gefunden hat, ist er dermaßen teuer, dass einem die Augen herausfallen.
Also sind wir kreativ geworden und haben uns eine wesentlich günstigere Kleiderstange sowie einen Schwung einfacher Metallbügel am Straßenstand gekauft. Die Stange passt exakt auf den Balkon und von der Klimaanlagen-Abluft werden die Sachen regelrecht trocken gepustet. Mittlerweile habe ich gesehen, dass wir wohl nicht die ersten waren, die auf diese Idee gekommen sind – vielmehr scheint das hier Usus zu sein. 

 

 

Unser neues Zuhause
Mittlerweile ist unser Apartment jedenfalls ziemlich gemütlich (und natürlich im obligatorischen Türkis…). Die Bilder aus Myanmar hängen, über’m Esstisch befindet sich die große Bangkok-Karte, die wir Stück für Stück abhaken und  daneben weckt unsere Wochenendübersicht Vorfreude auf den nächsten Trip. Beim Frühstück haben wir uns vom Camping zum Hotel-Standard aufgeschwungen und genießen jeden Morgen (Instant-) Kaffee, Ei mit Toast aus der Pfanne und frisches Obst vom Markt.
Der Pool auf dem Dach ist zwar nicht viel mehr als ein Planschbecken (beim Kraulen schleift man mit den Fingern am Boden entlang), aber eine schöne Abkühlung mit einem netten Blick auf die Umgebung (und einige ziemlich hohe Gebäude direkt nebenan….).

Nach ein paar Metern Fußweg durch unsere charmante asiatische „Soi“ erreicht man die „Suan Plu“, eine lebendige Straße mit allem was man so braucht. Alle paar Meter steht ein Seven-Eleven, es gibt ein paar einfache Restaurants, einen kleinen Markt und vor allem eine gute Auswahl an Streetfood-Ständen, die einen mit leckeren Gerüchen heranlocken.
Ganz besonders fies ist da ein herausragender Crêpe-Stand, an dem eine junge Thailänderin mit ganz viel Liebe und Ruhe knusprige gefüllte Pfannkuchen zubereitet… der Duft (und Geschmack) ist der Wahnsinn. Direkt gegenüber steht ein kleiner Wagen, der „Kanom Krok“ verkauft, kleine Kokosnuss-Küchlein, gefüllt mit Maiskörnern, die einem warm auf der Zunge zergehen und von dort aus freudig grinsend direkt neben dem Crêpe auf den Hüften landen.

Um die beiden zwischendurch auch mal wieder loszuwerden, haben wir uns übrigens nun beim „Goethe-Insitut“ angemeldet. Das Institut befindet sich ganz in unserer Nähe und gibt vor allem Deutsch-Unterricht für Thais. Doch abgesehen davon gibt es dort auch einen Pool (bei dem man beim Schwimmen nicht den Beckenboden wischt) und einen winzig kleinen Fitnessbereich. Ein bisschen Bewegung tut ja echt mal gut zwischendurch – aber ganz ehrlich: es ist so schwül, dass man mangels Klimaanlage nach 10 Minuten pitschnass vom Laufband rutscht…

 

 

 

Alltag in der Botschaft
Was machen wir hier eigentlich den ganzen Tag so, wenn wir uns nicht gerade Tempel und Märkte anschauen? Immerhin sind wir ja nicht zum Spaß hier: wir arbeiten als Referendare an der Deutschen Botschaft in Bangkok.
Was wir hier genau tun, ist natürlich top secret… Aber zumindest so viel kann ich euch erzählen:
Dienstbeginn ist schon in aller Herrgottsfrühe, Ende dafür aber auch schon am Nachmittag und an zwei Tagen die Woche sogar schon ein wenig früher. Das Botschaftsgelände ist von außen total unscheinbar, aber im Innern liegt ein schöner Park, der Riesen-Würmer mit ganz vielen Füßchen, einen Pfau und sogar richtig große Warane beherbergt.


In meiner Abteilung werden Visa ausgestellt oder abgelehnt und in der Abteilung meines liebsten Reisebegleiters fleißig Hände geschüttelt und Visitenkarten ausgetauscht.

Bei einer dieser Gelegenheiten wurde ich neulich mit ins Boot genommen und habe eine ziemlich große Wirtschaftskonferenz moderiert. Auf Englisch ein paar Worte an 350 Leute richten – schön und gut. Aber dann die ganzen Namen auf thailändisch… Ich habe sie mir vorher natürlich alle hübsch langsam vorsagen lassen und in meiner eigenen Lautschrift aufgeschrieben. Die ganz korrekte Aussprache konnte meine liebe thailändische Kollegin mir übrigens auch erst sagen, nachdem sie den Namen in thailändischer Schrift gelesen hatte. Die Transkription in unsere Schrift ist ehrlich gesagt etwas überflüssig, da sie weder für einen Thailänder, noch für einen Westler die richtige Aussprache wiedergibt… Unabhängig von meiner Rede gab es in dem schicken Hotel aber vor allem eine ziemlich tolle Aussicht auf den Lumpini Park – quasi Bangkoks kleiner Central Park.

Apropops tolle Aussicht: unsere Referendarskollegen wohnen alle im „Purita“, von dessen großer Dachterrasse man einen tollen Blick auf einige von Bangkoks Wolkenkratzern hat! Da schmeckt das gemeinsame Feierabendbier sogar noch ein bisschen besser…

 

 

 

 

Von A nach B: die Straßen Bangkoks
Die ersten Tage liefen wir jeden Morgen und jeden Nachmittag unsere 20 Minuten durch die Hitze und machten in jedem 7-Eleven einen Klimaanlagen-Stopp um nicht komplett durchnässt im Büro anzukommen. Irgendwann entdeckten wir einen kleinen Lastwagen-Bus, der sich zumindest für den Heimweg anbot. Auf dem Hinweg liegt die Haltestelle allerdings auf der falschen Straßenseite. Klingt komisch, ist aber bei einer Hauptstraße wie der Sathorn Road tatsächlich ein kleines Problem, denn nur selten gibt es einen Fußgängerüberweg über die jeweils vierspurige Fahrbahnen, die fast durchgängig mit einer kleinen Mauer voneinander getrennt sind (soll heißen: kein Hinüberkommen, wenn man nicht gerade ein Adrenalin-Junkie ist).
Man kann das natürlich umgehen und sich überall mit einem der quietschbunten Taxen hinfahren lassen – preislich wird man da wirklich nicht arm bei. Zu den Hauptverkehrszeiten wird es auf den Straßen allerdings so voll, dass man auch für 2 Kilometer mal eine Stunde brauchen kann…
Um dem zu entgehen kann man gut auf die Schienen ausweichen und entweder in luftiger Höhe oder unter der Erde schnell (und gut gekühlt) voran kommen. Leider ist das Bahnnetz aber nur sehr rudimentär und führt bei Weitem nicht in alle Stadtteile. Erschwerend kommt dann noch hinzu, dass es drei verschiedene Bahnnetze gibt, die komplett unabhängig voneinander bestehen. Umsteigen vom einen ins andere frisst viel Zeit und Tickets sind natürlich nicht betreiberübergreifend…
Die praktischste Lösung ist dann eben doch das typisch asiatische Fortbewegungsmittel: der Roller. Für alle ohne eigenes Zweirad (die scheint es tatsächlich doch zu geben! Nach unserer Reise durch die Nachbarländer hätte ich schwören können, dass jeder Asiate einen Roller besitzt…) gibt es Moped-Taxis. Die Fahrer mit den orangenen Westen stehen an jeder Ecke und warten darauf, ihre Fahrgäste in Schlangenlinien durch den stehenden Verkehr Bangkoks zu manövrieren. So kommt man zwar schnell voran, zahlt aber am Ende meistens mehr als für ein Taxi.
Also war die einzig logische Konsequenz: ein eigener Roller. Ich sträube mich ja eigentlich ziemlich gegen motorisierte Zweiräder und würde zugegebenermaßen auch selbst nie fahren. Das ist auch besser so, denn ich bin so ein Träumer, der schon beim über die Straße gehen Gefahr läuft, einen Unfall zu bauen… Mein liebster Reisebegleiter ist zwar auf noch nie gefahren aber wesentlich besser geeignet und so machten wir bei einem Wochenendtrip nach Chiang Mai einen kleinen Testlauf. Fernab vom Großstadt-Verkehr tasteten wir uns ans Roller-Fahren heran – er als Fahrer, ich als Beifahrer. Ohne die Details der Tour bereits vorwegzunehmen schonmal so viel: wir fühlten uns danach gewappnet für den Großstadtdschungel Bangkok und sind seit nunmehr seit drei Wochen auf unserer „Berta“ unterwegs! So sind wir nicht nur super schnell (und unverschwitzt) am Arbeitsplatz, sondern können abends auch viel einfacher andere Viertel erkunden!

 

 

 

Märkte, Streetfood und Bars: abendliche Streifzüge durch Bangkoks Stadtviertel
Mit Berta sind wir ja nun super mobil und können auch mal eben ans andere Ende der Stadt für einen leckeren Spieß fahren.
Rund ums Victory Monument
Den bisher besten Spieß haben wir übrigens direkt beim Victory Monument im Norden Bangkoks verputzt. Entlang des großen Kreisverkehrs (dessen Monument in der Mitte seltsamerweise abends gar nicht angestrahlt wird…) gibt es ganz viele kleine Streetfood-Stände. Leider waren wir gegen acht Uhr schon zu spät dran, aber wir konnten noch zwei Spieße ergattern, die sensationell schmeckten.
Einmal über den Kreisel bzw. über den Skywalk auf die andere Seite, gibt es einen kleinen Kanal, auf dessen Brücke wir hervorragende Nudelsuppe mit Hühnchen schmausten, die unserem Liebling aus Hanoi schon ziemlich nahe kam.
Auf dem Rückweg legten wir noch einen Stopp in der Sky Train Jazz Bar ein. Die Bar befindet sich im oberen (ca. fünften) Stockwerk eines älteren Gebäudes und der Weg hinauf führt durch ein altes Treppenhaus, entlang bunter Graffitis und Filmposter. Oben angelangt erwartet einen eine gemütliche Bar, die mit ganz viel Nippes (der kaum zusammenpasst) eingerichtet ist. Von der Dachterrasse und dem angrenzenden Raum mit großem Fenster (ohne Glas) hat man einen ziemlich tollen Blick auf die umliegende Skyline und vor allem auf die BTS (die überirdische Bahn), die alle paar Minuten vorbeidüst.

 

 

Ratchada Night Train Market
Auch wenn der Name anderes verspricht: im Gegensatz zur Sky Train Jazz Bar, sieht man beim Train Market keine Züge, dafür aber ganz viele bunte Zelte. Doch nicht nur die von Innen beleuchteten Zeltkuppeln erzeugen eine schöne Atmosphäre, auch die alten Busse (vom gelben Schulbus bis zum Bulli) und zu Bars umfunktionierten Container geben dem Markt eine kleine Hippie-Note. Wer jetzt denkt, dass das komplett touristisch ist, täuscht sich (so wie ich). Wir waren ehrlich überrascht, auf dem Markt überwiegend junge Thais zu treffen, die sich dort abends zum Essen und Trinken treffen. Vor allem essen lässt es sich dort auch wirklich gut! Wir testeten einen der BBQ-Läden und waren ziemlich begeistert.

 

 

 

Talad Neon und Pratunam Nachtmarkt
Der Talad Neon Markt ist optisch ein kleiner Bruder des Trainmarkets, denn auch er besteht aus farbig-leuchtenden Zelten, wobei sie dort nicht bunt verteilt, sondern nach Regenbogen-Farben angeordnet sind. Auch wenn die umstehenden, teilweise bunt leuchtenden Hochhäuser eine beeindruckende Skyline bilden, kann der Neonmarkt nicht so recht mit dem Train Market mithalten. Er ist nicht nur wesentlich kleiner, leider waren zumindest bei unserem Besuch auch viele Stände leer und die Auswahl an Essen doch sehr begrenzt. Es gibt zwar auch dort ein paar kleine Bars auf alten Containern, doch können auch diese nur schwer gegen die alten Busse des Trainmarkets anstänkern.

Wir waren jedenfalls recht schnell durch und schlenderten noch ein Stück über die Nachtmärkte rund um den Pratunam Markt. Vielleicht liegt es daran, dass die einzelnen Stände so weit gestreut sind, aber so richtig umgehauen hat es uns nicht.

 

 

Am Flussufer: „Asiatique – the Riverfront“
Ähnliches muss ich leider auch über den Asiatique sagen. Das Areal am Flussufer im Süden Bangkoks erinnert ein bisschen an einen Themenpark. Wie ein kleines Dorf sind sämtliche Verkaufsstände im gleichen Design und tatsächlich fährt eine Bimmelbahn vom einen zum anderen Ende. Es gibt ein (nicht gerade großes) Riesenrad und alles ist ziemlich gekünstelt und teuer. Zum Shoppen nach schönem (teurem) Krimskrams vielleicht gar nicht so schlecht, aber zum essen sind wir dann doch lieber zurück zu einem leckeren Streetfood-Stand bei uns um die Ecke gefahren.

 

 

 

Chatuchak
Zwar kein Abendprogramm, aber wohl der Markt der Märkte in Bangkok ist der Chatuchak-Markt, der nur am Wochenende und tagsüber stattfindet. Der Markt ist RIESIG und man braucht tatsächlich eine Karte um sich dort halbwegs zu Recht zu finden. Und selbst mit Karte und GPS Nadel verirrt man sich in den schmalen überdachten Gängen zwischen den kleinen Verkaufshütten. Bei unserem ersten Besuch haben wir innerhalb von knapp 2 Stunden gerade mal den Klamottenbereich (und ich glaube nicht mal den gesamten) durchstöbert… Daneben gibt es noch Abteilungen für Blumen, Antiquitäten, Haushaltswaren und vor allem Tiere! Da müssen wir wohl demnächst nochmal unbedingt hin!