Dadurch, dass wir den Van in Portugal mieten, sparen wir uns die lange Anfahrt über Frankreich und Spanien und fliegen direkt nach Porto. Dort bleiben wir zunächst 2 Tage in einem Air BnB und erkunden die Stadt. Meine Tipps für Sehenswürdigkeiten in Porto verrate ich dir in einem separaten Artikel, doch so viel schon vorab: die Stadt hat wahnsinnig viel Charme und mir gefällt es dort sehr gut!

Nach 2 Tagen in Porto übernehmen wir den Van und fahren Portugals Atlantikküste von Porto in Richtung Süden. Lissabon umfahren wir und setzen die Portugal Rundreise Richtung Algarve fort. Unser Ziel sind die bekannten Felsformationen „Ponta de Piedade“ bei Lagos. Von hier aus geht es nach knapp 2 Wochen zurück nach Norden, wo wir in Lissabon unseren gemieteten Van abgeben und nochmal für 3 Tage ein AirBnB mieten um Lissabon zu Fuß zu entdecken. Von Lissabon fliegen wir nach guten 2 Wochen Portugal Rundreise zurück nach Deutschland.

Alternativ zu unserer Route kann man natürlich auch von der Algarve direkt zurückfliegen. Allerdings sind die Flüge von dem kleinen Flughafen meistens deutlich teurer. Außerdem würde der Van dann während des Besuchs von Lissabon stören, da man entweder außerhalb auf einem Campingplatz schlafen würde oder den Van irgendwo stehen lassen müsste, während man in einer zentralen Unterkunft schläft. Dadurch entstehen am Ende mehr Kosten, als wenn man die paar Stunden von der Algarve zurück nach Lissabon fährt. Für uns hat diese Route für die Portugal Rundreise jedenfalls am meisten Sinn ergeben.

Highlights Lissabon
– Die Stadt der Straßenbahnen –

Straßenbahnen
Egal wie lang oder kurz man in Lissabon ist: eine Fahrt mit einer Straßenbahn ist ein Muss! Die Linie 28 ist die touristische Bahn, die auch an den meisten Sehenswürdigkeiten hält. Sie ist meist sehr voll und du solltest versuchen entweder einen Sitzplatz zu ergattern oder dich ganz nach vorne zum Fahrer zu quetschen. Das hat den Vorteil, dass du beobachten kannst, wie dieses altertümliche Gefährt eigentlich gesteuert wird.
Daneben gibt es auch noch die Standseilbahn Ascensor da Gloria, die wie die Straßenbahnen in San Francisco den Berg hinauf zuckelt. Die Fahrt ist nicht unbedingt ein Muss, denn die Strecke ist sehr kurz und nicht so spektakulär.

Die Fahrt der Standseilbahn endet am Miradouro de São Pedro de Alcântara, einem wunderschönen Balkon-ähnlichen Park, mit einem Wahnsinnsblick über die Stadt.

 

 

Plätze
Am Fuß der Seilbahn befindet sich der Praça dos Restauradores, ein zwar recht befahrener aber dennoch sehenswerter Platz mit einem Obelisken in der Mitte. Viel beeindruckender als dieser ist allerdings das “Eden Teatro”, mit seiner prächtigen Fassade und dem Palmengarten im halbrunden Innenhof. Ganz anders im Stil aber mindestens genauso erstaunlich ist die Fassade des Bahnhofs Estação de Caminhos de Ferro do Rossio (kurz: Rossio), das fast schon wie ein Portal direkt nach Marokko aussieht.

 

Von hier aus lohnt sich ein Fußmarsch entlang der Avenida da Liberdade nach Norden zum Praça do Marquês de Pombal. Hier thront in einem Kreisverkehr eine Statue in 36 Metern Höhe auf einem Schiff. Während man staunend nach oben blickt übersieht man beinahe, dass man bereits selbst auf einem Schiff steht – denn auf dem Boden vor der Statue befindet sich ein riesiges Schiff aus Kopfsteinpflaster.

Muster aus Pflastersteinen findet man übrigens an ganz vielen Ecken in Lissabon – es lohnt sich also, auch öfter mal den Blick von den Gebäuden loszureißen und nach unten zu sehen.
An dem großen Praça Dom Pedro IV kann einem von dem Muster dann auch schnell mal schummrig werden. Dann ist eine Pause an einem der großen Springbrunnen eine gute Idee und eignet sich hervorragend um das Treiben zu beobachten.

 

 

Der Aufzug
Eins der bekanntesten Wahrzeichen ist wohl der Aufzug Elevador de Santa Justa, der die Unter- mit der Oberstadt verbindet. Die Konstruktion aus Stahl sieht nicht nur sehr fotogen aus, man hat von dort oben auch einen tollen Blick auf die Stadt. Tipp: Wer keine Lust hat sich unten anzustellen um hochzufahren, kann auch vom Convento do Carmo direkt auf die obere Ebene laufen. Von dort aus geht dann noch eine kleine Wendeltreppe auf die Aussichtsplattform nach ganz oben.

 

 

Am Tejo-Ufer
Eine schöne Uferpromenade wie in Porto fehlt hier leider. Zumindest kann man einen kurzen Blick vom Cais das Colunas auf die markante Brücke Ponte 25 de Abril werfen. Außerdem ist der Praça do Comércio mit seinen Kolonnaden und gelben Fassaden wirklich hübsch und der große Torbogen Arco da Rua Augusta ein Foto wert.

 

 

Staat und Kirche
Von hier aus gelangt man schnell zur Kathedrale Sé de Lisboa oder zu noch weiteren Kirchen wie der  Igreja de Santa Engrácia oder der Igreja de São Vicente de Fora.  Meiner Meinung nach kann man an diesen aber schnell vorbeiziehen und stattdessen einen weiteren schönen Blick vom Miradouro de Santa Luzia genießen.

Wer sich mehr für Staat und Politik als für die Kirche interessiert, der findet auf der anderen Seite der Stadt den Sitz des Parlaments im Palácio de São Bento. Mit etwas Glück kannst du die Wachablösung beobachten – wenn nicht, dann kannst du sie dir auch in meinem Lissabon-Film anschauen.

 

 

Belém
Ein Ausflug zum Stadtteil Belém im Westen Lissabons gehört zum absoluten Pflichtprogramm. Die Sehenswürdigkeiten hier sind super schön und hier gibt es die beste Näscherei Portugals.
Auf das mächtige Entdeckerdenkmal Padrão dos Descobrimentos kann man für 4 Euro hinauf und den Blick genießen. Der lohnt sich auch auf jeden Fall, denn nur so kann man die aufwendige Waltkarten-Pflasterung vor dem Denkmal wirklich erfassen.

Auch der Torre de Belém sollte für 6 Euro besichtigt werden. Er ist zwar nur 25 Meter hoch, bietet dafür aber mit seinem weißen Mauerwerk im manuelischen Stil zahlreiche wunderschöne Motive zum Fotografieren.

Durch den hübschen Jardim de Belém geht es dann zu der KonditoreiPastéis de Belém. Der Laden ist nicht nur bei Touristen sehr beliebt – auch die Lissabonner kommen gerne extra hierher um sich eins der Törtchen und einen Kaffee zu gönnen. Eine lange Schlange am Tresen ist keine Seltenheit und einen Tisch bekommt man womöglich nur mit etwas Geduld. Oder man fragt ganz freundlich ein nettes Paar aus Lissabon, ob man sich wohl dazu setzen könne und bekommt auf die Weise auch noch ein paar gute Tipps für Lissabon.

Ein Besuch im Mosteiro dos Jerónimos soll sich auch absolut lohnen – wenn man ein bisschen mehr Zeit hat. Ich hatte nur einen halben Tag in Belém und habe es leider nicht geschafft – bin aber gespannt auf deine Erfahrungen, falls du schon mal dort warst.

 

 

 

Highlights Porto
– Die Stadt des Portweins –

Der Glockenturm 
Ein markanter und sehr ausgefallener Orientierungspunkt ist der Torre dos Clérigos, ein 76 Meter hoher Glockenturm, auf den man auch hochgehen kann. Als ich dort war, war das Wetter ziemlich durchwachsen und der Himmel oft grau und verhangen, so dass ich mir den Aufstieg ersparte (und dabei stiefel ich sonst auf jeden Turm…). 

 

Ein portugiesischer Snack
Unweit des Turmes kann man im Casa Portuguesa do Pastel de Bacalhau eine kleine portugiesische Spezialität probieren: die “Pastel de Bacalhau“, frittierte Bällchen aus Kartoffel-Stampf und Bacalhau (getrockneter Stockfisch). Im Erdgeschoss des schmalen Ladengeschäfts kann man bei der Zubereitung zusehen und dann eins der Bällchen zusammen mit obligatorischem Portwein im Obergeschoss schmausen. Das obere Stockwerk ist übrigens sehr aufwendig und mit viel Liebe zum Detail als Bibliothek eingerichtet. 

 

Rathausplatz 
Wer pompöse und aufwendige Gebäude sucht, wird sie am Praça do Município finden. Nicht nur die – im Wasserbecken sich spiegelnde – Fassade des Rathauses beeindruckt, sogar die hier ansässige McDonalds-Filiale protzt mit riesigem Bronze-Adler über dem Eingangsportal. 

 

Markt
Der Mercado de Bolhão ist der größte Lebensmittelmarkt Portos und findet bis auf Sonntags jeden Tag ab 7 Uhr statt. Auf einer überdachten Galerie und im offenen Innenhof werden allerhand Obst und Gemüse, Blumen, Fisch und Gewürze aber natürlich auch der obligatorische Portwein verkauft (und unabhängig von der Uhrzeit auch getrunken). Während man die ein oder andere Leckerei probiert, kann man Land und Leute entdecken und sich ein bisschen treiben lassen. 

 

Bahnhof
Generell sind Bahnhöfe ja nicht gerade ein Schmuckstück, in Porto ist ein Blick in den Hauptbahnhof São Bento allerdings ein Muss, denn die Eingangshalle ist komplett mit Bildern aus blauen Azulejos (typische portugiesische bemalte Wandfliesen) bedeckt. Wunderschön!

 

Kirchen
Kirchen gibt es in Porto einige. Allen voran natürlich die Kathedrale Sé do Porto. Von dort aus hat man einen hervorragenden Blick auf die Stadt und auch das Innere lohnt sich. Es ist zwar nicht gerade schön, aber hat eine sehr eigene – fast ein bisschen beklemmende – Atmosphäre.
Zumindest vorbeilaufen sollte man auch an den Kirchen Igreja Paroquial de Santo Ildefonso und Igreja do Carmo, da diese von außen mit wunderschönen blauen Azulejos geschmückt sind.

 

Gassen in Porto
Am besten erkundet man die Stadt, wenn man sich einfach durch seine Gassen treiben lässt. Von heruntergekommenen Fassaden unbewohnter Häuser bis hin zu wunderschönen Fassaden mit bunten Azulejos und den obligatorischen Gusseisernen Balkongeländern ist alles dabei.
Die Vorzeigestraße Rua das Flores, bietet von allem etwas, aber noch schöner ist es, sich im Gassengewirr zu verlieren um auch die abgelegenen Ecken zu entdecken.

 
Jardim do Infante Dom Henrique
Auf dem Weg zum Flussufer sollte man auf jeden Fall an diesem Platz vorbeilaufen. Hier steht der eindrucksvolle Palácio da Bolsa (Börse und Handelsgericht) und der Mercado Ferreira Borges mit seiner knallroten Fassade. Die Statue von Heinrich dem Seefahrer weist dir von dort aus den Weg hinab zum schönen Douro-Ufer.

 

Am Fluss
Das Douro-Ufer ist wirklich sehr hübsch – insbesondere die Praça da Ribeira, mit ihren schmalen bunten Häusern. Vorab: die Restaurants an der Uferpromenade kann man sich laut Reiseführer sparen, da man mehr für die Lage, als für Qualität und Service zahlt. Ich habe (wegen der Lage) dennoch einem Restaurant (dem „Chez Lapin“) eine Chance gegeben und kann es bestätigen. Das Essen war okay, der Preis dafür schon recht hoch.
Viel besser ist es meiner Meinung nach, sich auf dem Weg dorthin in einem Laden eine Flasche Wein und ein paar Kleinigkeiten zu holen und sich damit direkt an den Kai zu setzen. Besonders abends ist das wunderschön, wenn sich die Lichter des gegenüberliegenden Ufers im Wasser spiegeln und die Brücke Ponte Luís I wunderschön beleuchtet darüber schwebt.

 

Portwein
Über die Brücke sollte man übrigens nicht nur wegen der Aussicht gehen. Auch die andere Flussseite hat etwas zu bieten: Portwein in all seinen Facetten.
Viele bekannte Destillerien haben einen Standort direkt an der Uferpromenade und locken alle mit ähnlichen Angeboten: eine kurze Besichtigung, um mehr über die Herstellung zu erfahren und eine Verkostung verschiedener Sorten. Ich entschied mich gegen die überfüllten Anbieter und wurde stattdessen in einer kleinen Gasse fündig bei „Quevedo Port Wine“. Der Laden ist schön gestaltet mit alten Weinfässen und einer offenen Galerie und der Portwein schmeckt lecker (wobei ich da kein Kenner bin…).

 

Richtung Meer
Etwas angeduselt kann man – anstatt über die Ponte Luís I wieder zurück zu gehen – auch das Ufer weiter Richtung Meermündung hinabgehen. Dort gibt es zwar keine Sehenswürdigkeiten, aber es ist schön ruhig dort und man hat einen schönen Blick auf die gegenüberliegende Stadt. Irgendwann kommt eine viel befahrene Autobahnbrücke, die auch einen Fußgängerweg zu jeder Seite hat. Wenn du es nicht abwarten kannst, das Meer zu sehen, dann solltest du den Aufgang nehmen, der nicht zur Stadt ausgerichtet ist. Sonst stehst du oben (wie ich) und stellst dann fest, dass du das Meer von hier sehen könntest – aber vier Spuren rasender Autos dazwischen sind…

 

Kristallpalast
Auf dem Weg zurück ins Zentrum lohnt sich ein Stopp am Jardins do Palácio de Cristal, einem sehr schönen Park mit einem markanten kuppelförmigen Gebäude, dem Pavilhão Rosa Mota. Kaum zu glauben, aber bei dem eindrucksvollen Gebäude handelt es sich tatsächlich um eine Sporthalle. Den Park sollte man auf jeden Fall hinunter in Richtung Fluss gehen, denn von dort aus hat man einen wunderschönen Blick.

 

Friedhöfe
Klingt erstmal ungewöhnlich, aber du solltest dir in Portugal unbedingt mal einen Friedhof anschauen. Die sehen dort nämlich ganz anders aus, als bei uns. Erde ist dort keine zu finden – dafür ganz viel Marmor, Statuen, und vor allem viele kleine Grüfte. Einen besonders schönen habe ich im Norden zufällig entdeckt, als ich mich einfach durch die untouristischen Wohngegenden treiben gelassen habe. Der Friedhof gehört zur Igreja do Bonfirm und von dort aus hat man auch einen tollen Blick.

 

Restaurant-Tipp
Neben dem kleinen Snack am Torre und den nicht ganz so guten Restaurants am Flussufer, habe ich nun noch einen wirklich tollen Restaurant-Tipp für Porto: das „Comme Ça“. Das Restaurant ist sehr ausgefallen und kreativ eingerichtet, unschlagbar günstig und wahnsinnig lecker. Als Vorspeise gibt es eine portugiesische Wurst, die auf einem Tischgrill vor sich hin brutzelt. Unbedingt hingehen!