Doi Inthanon
– Hinauf zum höchsten Berg Thailands –

Mit dem Roller zum Nationalpark
Für unseren vierten Tag in Chiang Mai hatten wir noch einen längeren Ausflug mit dem Moped geplant. Wir wollten zum höchsten Berg Thailands, dem Doi Inthanon im gleichnamigen Nationalpark. Der Weg dorthin war zwar nicht gerade kurz, doch die Fahrt durch den Park versprach schön zu werden und ein paar sehenswerte Zwischenstopps warteten auf unseren Besuch.
Die ersten gut 50 Kilometer über die Mopedspur der Landstraße 108 waren machbar aber nicht gerade angenehm. Wir fuhren wesentlich langsamer als die Durchschnittsgeschwindigkeit und brauchten mit ein paar kleinen Pausen (für den Hintern) gute eineinhalb Stunden bis zum Eingang des Parks.
Ab dort machte die Fahrt tatsächlich Spaß und über gut asphaltierte Straßen, vorbei an hohen Bäumen und dichtem Urwald zuckelten wir Stück für Stück hinauf Richtung Doi Inthanon.

 

 

 

Wachirathan Wasserfall
Den ersten Stopp im Doi Inthanaon Nationalpark legten wir am Wachirathan Wasserfall ein. Von der Hauptstraße führte uns ein kleines Hinweisschild zum großen Parkplatz der Attraktion. Bei diesem Anblick hatten wir schon Sorge, dass uns Touristenmassen und Reisegruppen erwarten würden.
Doch nach einem kurzen Trampelpfad standen wir auf halber Höhe der hinabfallenden Wassermassen und konnten gerade einmal fünf weitere Touristen auf der untersten Ebene am Becken zählen (in dem man übrigens leider nicht schwimmen kann).
Statt hinab zu steigen, suchten wir uns einen Weg hinauf und kamen wenig später am flachen Felsplateau an, von dem aus das Wasser in die Tiefe stürzt. Da wir zum Ende der Trockenzeit dort waren, war der Fluss zwar eher ein flacher Bach, doch das hatte den Vorteil, dass wir auf dem Plateau herumspazieren konnten. Nicht nur hatten wir von dort aus eine spektakuläre Aussicht, es war auch einfach eine grandiose Atmosphäre, da wir dort oben ganz alleine waren.
Natürlich der perfekte Ort für ein weiteres obligatorisches Handstandbild…

 

 

Zwillingspagoden
Nach diesem atemberaubenden Aufenthalt stellten wir mit Schrecken fest, wie weit die Zeit schon vorangeschritten war und strichen weitere Zwischenstopps wie den zweiten Wasserfall des Doi Inthanon Nationalparks und ein kleines Dorf von der Liste. Stattdessen machten wir uns auf den Weg hinauf zum Gipfel des Doi Inthanon Berges.
Wenige Kilometer vor dem höchsten Punkt gab es für uns einen letzten Halt: die Zwillingspagoden „The Great Holy Relics Pagodas“ Nabhamethinidon und Nabhaponbhumisiri.
Die Pagoden sind weniger ein buddhistischer Tempel, als vielmehr eine Art Monument für das thailändische Königspaar. Die beiden Chedis stehen sich auf zwei Hügelspitzen gegenüber und sind im gleichen Stil erbaut, unterscheiden sich aber in ihren Details.

Der (meiner Meinung nach) hübschere der beiden ist der Chedi der Königin, der mit kleinen Fliesenmosaiken im femininen lila verziert ist. Wie Blütenblätter sind große „gerahmte“ Holzreliefs an der Außenseite angebracht und im Innern schmücken bunte Wandbemalungen, Blumen und goldene Verzierungen eine weiße Buddha-Statue.
Der Garten um den Chedi ist als hübscher Park angelegt, mit einer idyllischen Holzbrücke, die über einen kleinen See führt sowie zahlreichen Blumenbeeten. Von dort aus hat man eine spektakuläre Aussicht – nicht nur auf die gegenüberliegende Pagode – sondern vor allem auf die wunderschöne Landschaft des Doi Inthanon Nationalparks mit seinen grünen Bergen.

Der Chedi des Königs ist in dunkleren Brauntönen gehalten, doch changieren die Holzreliefs dafür in warmen Tönen. Im Innern wartet der obligatorische Buddha, der hier zwar nicht von einer bunten Wandbemalung flankiert wird, dafür scheinen kleine goldene Blätter von der Decke zu rieseln. Auch wenn der kleine Garten hier keinen Teich hat, steht die Aussicht vom Königs-Chedi dem anderen in nichts nach.

 

 

Im Schritttempo den Berg hinauf
Von den beiden Pagoden war es zwar nur noch ein kurzes Stück den Berg hinauf zum Gipfel des Doi Inthanon – doch der hatte es in sich. Die Straße war so steil, dass wir mit unserem Roller nur im Schritttempo hinaufkamen (wobei wir dabei noch ein „schwerer beladenes“ Moped überholten…).
Doch irgendwann, als wir schon dachten wir müssten bald schieben, erreichten wir endlich den höchsten Punkt Thailands.
So viel vorweg: eine Spitze hat er nicht, der Berg. Aber es gibt ein großes Holzschild im Wald, das einem bescheinigt, dass man nun ganz oben ist. Ist nicht ganz so spektakuläre wie ein Gipfelkreuz und beschämenderweise hat es uns auch nur 50 Meter Fußweg und knapp 10 Stufen Anstrengung gekostet – aber: wir sind dort gewesen. Check.
Hinter dem Schild gibt es noch einen kleinen Holzpfad durch den Wald, vorbei an einem überwucherten Schrein und großen Dschungelpflanzen. Das war’s dann aber auch schon und wir machten uns auf den Heimweg.

 

 

Adrenalin pur: Bergab und heim nach Bangkok
Immerhin mussten wir unseren Flug um halb sieben noch erwischen und hatten uns bereits für 16:30 ein Tuk Tuk zum Hotel bestellt. Es war 14 Uhr als wir vom Gipfel losfuhren – selbst bei nur 50 km/h sollten wir nicht länger als zwei Stunden für den Rückweg brauchen (immerhin geht es jetzt bergab…). Vielleicht hätten wir sogar noch Zeit um einen kurzen Stopp am „Grand Canyon“, einem kleinen Badesee auf dem Rückweg einzulegen. Wie sehr wir uns doch verschätzten…

Der steile Berg machte uns einen Strich durch die Rechnung. Obwohl wir (und damit meine ich meinen liebsten Reisebegleiter) die Bremse immer nur phasenweise und kurz anzogen – die Steigung war zu krass und die Luft drumherum zu heiß. Nach nicht mal 3 Kilometern versagte eine der beiden Bremsen.
Wir legten eine Pause ein – nicht nur um unseren Puls wieder auf unter 100 pro Minute zu bekommen, sondern auch um die Bremsen ein bisschen abkühlen zu lassen. Nach 15 Minuten war mein Kopf zwar alles andere als kühl, aber die Bremse funktionierte wieder. Um nicht irgendwann im Schuss den Doi Inthanon hinabzudüsen, legten wir alle paar Minuten eine neue Kühlpause ein und so zog sich der Weg hinab zum Fuß des Berges und wollte einfach kein Ende nehmen.

Roller und wir kamen heil unten an – jedoch viel später als erwartet und so wurde die zweite Hälfte, mit Gegenwind entlang der Landstraße, zu einer weiteren Tortur. Ich mach es mal kurz: wir erreichten das Hotel eine Stunde zu spät. Unser Tuk Tuk war schon weg und unsere Hotelbetreiberin in großer Sorge wo wir nur steckten. Sie beorderte den Fahrer zurück und ca. 45 Minuten vor Abflug waren wir unterwegs zum Flughafen. (Warum schaffen wir das eigentlich immer wieder so dermaßen knapp zu sein?!…)
Aber: die Strecke zum Flughafen ist denkbar kurz und unser Tuk Tuk gab richtig Stoff und schlängelte sich durch den Feierabendverkehr. Der Flughafen in Chiang Mai ist außerdem so klein, dass wir innerhalb von 5 Minuten durch sämtliche Kontrollen durch und am Gate waren – nur um dann zu erfahren, dass unser Flug eine Stunde Verspätung haben wird…
Naja besser so als andersherum!

 


Fazit zum Ausflug
Der Höllentrip war ein abenteuerlicher Abschluss eines wunderschönen Wochenendes in Chiang Mai mit ganz vielen verschiedenen Eindrücken und Erlebnissen. Der Weg mit all seinen Strapazen hatte sich auch absolut gelohnt, denn der Nationalpark ist wirklich schön und Touristen gab es dort nicht viele. Und: danach fühlten wir uns endlich gewappnet für den Verkehr in Bangkok und haben seitdem unser eigenes Moped, mit dem wir Thailands Hauptstadt unsicher machen!

 

 

 

 

2 Kommentare

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  1. […] nicht in Panik zu geraten. Ich endete nicht wieder als Heulboje (so wie in Chiang-Mai, als die Bremsen versagten…), aber wirklich glücklich machte mich diese Fahrt nicht. Nach nicht einmal dem halben Weg […]

  2. […] postete, ich mir aber bei verlassenen Straßen ins Hemd machte… Aber unser Bremsen-Debakel in Chiang Mai hat sich eben eingebrannt.) Schnell stellten wir fest, dass wir mittlerweile nun doch schon zu den […]

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