Dublin Sehenswürdigkeiten

Türen, Kirchen und das Meer

Dublin Sehenswürdigkeiten

Dublin,
Hauptstadt der Republik Irland.

Baile Átha Cliath, irisch-gälisch für „Stadt der Hürdenfurt“, 
Name für die Siedlung an der östlichsten Furt des Flusses Liffey. 

Statt Furten gibt’s heute Brücken – 23 an der Zahl. 
Eine davon ist die einzige Brücke Europas, die genauso breit wie lang ist. 

Gut 550.000 Einwohner,
die Hälfte davon ist jünger als 25.

Diese treiben sich in 666 lizenzierten Pubs herum,
für die täglich etwa 10 Millionen Pints Guinness produziert werden. 

Damit sie nach so viel Bier das richtige Bett finden, 
haben die Dubliner Frauen ihre Türen in bunten Farben angemalt. 

Zumindest ist es eines dieser irischen Märchen – 
so wie das von den Kobolden und Elfen. 

Keine Frage, 
da muss ich hin!

Dublin Sehenswürdigkeiten

Genau genommen gab es aber neben den Dublin Sehenswürdigkeiten noch einen ganz anderen Grund, warum ich nach Dublin wollte: meine Freundin Nina hat dort ein paar Monate gelebt und gearbeitet. Über ihre Zeit in Irlands Hauptstadt hat sie hier einen Gastartikel geschrieben und verrät dort auch ihre Lieblingscafés und Restaurants.

Tja – und wie sie selbst schreibt: “Irland ist nah. Die Flüge – komischerweise – günstig. Wen man einlädt, der kommt höchstwahrscheinlich auch.” Gesagt, gebucht, getan. Auf nach Dublin!

Das erste Dutzend meiner geschossenen Fotos in Dublin sind…? Haustüren! Es gibt wohl kaum einen schöneren Anlass um durch die Straßen einer Stadt zu schlendern, als Türen in den buntesten Farben zu entdecken. Am meisten vertreten sind Rot-, Pink und Blautöne.

Warum die Iren ihre Türen bunt anmalen? Gute Frage – eine einheitliche Antwort gibt’s da nicht. Dafür eine paar nette Theorien: 

  1. Wie schon in der Einleitung beschrieben, sollen sie dazu dienen, dass man auch noch nach ein paar Guinness die richtige Tür – bzw- das richtige Bett findet. 
  2. Als 1901 Queen Victoria verstarb, wurde in Groß Brittanien angeordnet, dass die Türen zum Zeichen der Trauer schwarz zu lackieren sind. Das damals noch unabhängige Irland hat sich ganz aufmüpfig dagegen entschieden und die Türen stattdessen bunt angemalt. 
  3. Ein Bauboom hat die Behörden dazu veranlasst, die Bauweise extrem zu reglementieren um zu verhindern, dass Dublin zu Kraut und Rüben wird. Die Türen sind ihnen dabei durch die Lappen gegangen. Sie sind quasi die Lücke im Gesetz, durch die sich die Nachbarn voneinander abheben können.

Ganz egal wie es dazu kam: sie sehen schön aus, sind tolle Motive und können einem bestimmt den ein oder anderen verregneten Tag retten. Zu finden sind sie überall. Lass dich einfach treiben und überraschen. 

Bunte Straßen in Dublin

Nicht nur die Türen sind bunt in Dublin: die Straßen selbst sind eine Sehenswürdigkeit für sich. Von bunter Streetart über Wimpel, zu knallroten Wänden oder einem Spiderman an der Fassade. Bunt zusammengewürftelt sind manchmal auch die Gebäude in direkter Nachbarschaft: ein modernes Bürogebäude schmiegt sich an einer Kirche, die bereits von der anderen Seite von einem Stadthaus und einem quietsch bunten Gebäude bekuschelt wird. Also doch Kraut und Rüben. 

Bunt ist aber auch die Struktur der Stadt: eben noch durch eine bunte und belebte Straße gelaufen – eine Ecke weiter wartet ein idyllischer Bach auf dich.

Dublins Innenstadt: Rund um die Grafton Street

Das bunte Leben spielt sich tagsüber rund um die Grafton Street ab. Die Haupteinkaufsstraße mit ihren kleinen Seitenarmen ist vor allem im Winter mit ihren vielen Lichterketten eine der Dublin Sehenswürdigkeiten. Beim Thema Weihnachtsdeko rasten die Iren übrigens regelrecht aus: die Shoppingzentren sind ein reines Weihnachtsparadies!

Einen kleinen Abstecher sollte man bei einem Bummel über die Grafton Street übrigens auch zur St. Ann’s Church of Ireland machen. Standesgemäß hat auch sie eine knallrote Tür! 

Am Ende der Grafton Street gehört ein Besuch der St. Andrew’s Church fast zum Pflichtprogramm. Dabei geht es eigentlich gar nicht so sehr um die Kirche, sondern um die Statue von Molly Malone. Sie ist eines der Wahrzeichen der Stadt und basiert auf dem irischen Volkslied “Cockles and Mussels” – angeblich die “inoffizielle Hymne der Stadt”.

In Dublin’s fair city

Where girls are so pretty,

I first set my eyes on sweet Molly Malone,

As she wheeled her wheelbarrow

Through streets broad and narrow,

Crying “Cockles and mussels! Alive, Alive Oh!”

Die Frau muss ein echter Hingucker gewesen sein und wird ganz offensichtlich gern unsittlich angefasst: ihr freizügiger Ausschnitt ist golden blank poliert… 

Die Namen der Dubliner für ihr Wahrzeichen sind übrigens ähnlich frivol: 

„Tart with the cart“ („Zuckerpuppe mit dem Karren“)

„Dish with the fish“ („scharfe Braut mit dem Fisch“) 

„Dolly with the trolley“ („die Puppe mit der Karre“).

Na wenn da mal nicht ein paar Guinness im Spiel waren…

Parks in Dublin: Iveagh Gardens und Saint Stephen’s Green

Wem es in Dublins Zentrum zu trubelig wird, der kann sich in einen der vielen Parks flüchten. Sehr schön ist der St. Stephen’s Green, in den man durch den Torbogen Fusilier’s Arch am Anfang der Grafton Street gelangt. Kleine Seen. Möwen und sogar Reiher gibt es hier zu sehen. 

Direkt nebenan ist der kleine verwunschene Iveagh Gardens mit Wasserfall, Engelsbrunnen und Mistelzweigen.

Dublin Sehenswürdigkeiten: Kirchen, Burgen und Colleges

Zu den schönsten Dublin Sehenswürdigkeiten zählen wohl die alten Kirchen und Universitätsgebäude. Die Highlights liegen alle dicht beieinander und können perfekt zu einem Spaziergang verbunden werden. 

Sehr pompös ist die St. Patrick’s Cathedral – die größte Kathedrale der Stadt (wenn auch nicht Bischofssitz). Direkt gegenüber ist das Liberties College – nicht zu verwechseln mit dem großen Trinity College, das auf der Dublin Sehenswürdigkeiten Liste ganz oben steht. Auf dem Weg dorthin kann man noch das schöne Dublin Castle und viele kleinere Kirchen wie die Dublinia bestaunen. 

Der Campus des Trinity College ist wirklich schön und man bekommt fast ein bisschen Lust, hier nochmal ein Studium zu beginnen. Die meisten Touristen zieht es allerdings in die Bibliothek zum “Book of Kells”, ein aufwendig verziertes und illustriertes Buch, das die vier Evangelien enthält und seit 2011 zum Weltdokumentenerbe erklärt wurde. Nennt mich Kulturbanause, aber für zwei aufgeschlagene Seiten hinter einer Vitrine war mir die Schlange zu lang.

Dublins Flussufer: entlang der Liffey

Wie schon eingangs geschrieben, ist Dublin ursprünglich als östlichste Furt im Fluss Liffey entstanden. Ein Bummel entlang der beiden Flussufer lohnt sich. Neben pompösen alten Gebäuden gibt es moderne Architektur oder Kunst in Form von Statuen oder ganz abstrakt zu bewundern. Und natürlich die Brücken, die verschiedener kaum sein könnten und deshalb auf die Liste der Dublin Sehenswürdigkeiten gehören.

Die wohl bekannteste ist die Fußgängerbrücke “Ha’penny Bridge”, die direkt ins Kneipenviertel “Temple Bar” führt. Wieso die Brücke so heißt? Einen Ha’penny – also halben Penny – musste man von 1816 bis 1919 zahlen um die Brücke passieren zu dürfen. Eigentlich gab es an dieser Stelle nämlich eine Fähre, dessen Überfahrt den Passagier einen halben Penny kostete. Die Fähre war aber irgendwann in einem derart desolaten Zustand, dass der Betreiber vor die Wahl gestellt wurde, entweder zu sanieren oder eine Brücke zu errichten. Er entschied sich für letzteres und durfte dafür hundert Jahre die “Maut” für die Brücke abkassieren. 

Abends in Dublin: Kneipenviertel Temple Bar

Temple Bar verbindet man sofort mit Guinness Bier. Das ist auch nicht falsch – trotzdem handelt es sich hierbei nicht um den Namen einer Kneipe, sondern um ein ganzes Viertel. Woher der Name kommt ist ähnlich umstritten wie die Herkunft der bunten Türen. 

Entweder geht es auf die Familie Temple zurück, die in dieser Gegend lebte. Wer sich jetzt fragt, ob Sir William Temple womöglich Bier gebraut hat: falsch. Er war vielmehr ausgerechnet Dekan des Trinity Colleges. Womöglich ist der Name aber auch nur vom gleichnamigen Viertel in London geklaut worden. 

So oder so, in Temple Bar kann man sich abends gut von Bar zu Bar und Guinness zu Guinness treiben lassen. Auch wenn es meistens recht touristisch zugeht, ist die Stimmung dennoch irisch: Live Bands rocken lauten Folk und auf dem ein oder anderen Tresen steppt eine Tänzerin. 

Geheimtipps für Restaurants, Cafés und Bars

Die Iren lieben nicht nur das Guinness – auch das Essen! Hier ein paar ausgefallene Tipps für Frühstück, Lunch, Kaffee und Abendessen:

Brother Hubbard
Bei Brother Hubbard lässt es sich besonders gut nach einem langen Abend in Temple Bar frühstücken. Pochierte Eier, Avocados und danach einen der leckeren selbstgebackenen Kuchen vom Buffet… Lecker! Zum Glück gibt’s sogar gleich zwei Filialen in Dublin

Little Bird, Coffe & Yoga
Etwas gesünder geht’s im “Little Bird” zu. Nach einer leckeren Granola-Bowl kann man sich zum “Nachtisch” eine Runde Yoga im zugehörigen Yogastudio gönnen.

The Pieman Café
Einen deftigen Snack zwischen all den Sehenswürdigkeiten gibt’s im “Pieman Café”. 

Ladurée
Zwar französisch, aber immer einen Besuch wert, ist Ladurée mit seinen göttlichen Macarons. Am besten schmecken die übrigens zu einem gediegenen Afternoon Tea – wer mag natürlich auch mit klassischen Toast-Häppchen auf der Etagere. 

The Eatyard
Einfach, unkompliziert und atmosphärisch ist ein Abendessen im Eatyard. Hier gibt’s Streetfood aus kleinen Foodtrucks. Sehr zu empfehlen sind die Burger und Süßkartoffelpommes. 

The Big Blue Bus
Atmosphärisch ist’s auch nebenan. Im Hinterhof eines Pubs kann man in chilliger Atmosphäre trinken und berauschende Gerüche erschnuppern. MItten im bunten Gewusel steht ein großer blauer Bus mit Pizzabäckerei. 

The Church
Wem die Pizzeria im blauen Bus nicht schon schräg genug ist, der wird spätestens jetzt auf seine Kosten kommen: The Church ist ein schickes Restaurant mit irischem Essen in modernem Ambiente. Klingt erstmal nicht außergewöhnlich? Ist es aber! Das Restaurant befindet sich nämlich tatsächlich in einer Kirche – genau genommen in der St. Mary’s Church of Ireland. 

Tagesausflug ans Meer nach Howth

Dublin ist wirklich nicht riesig und recht schnell besichtigt. So bleibt selbst bei einem Kurztrip noch Zeit für einen Ausflug an die Küste. Hierfür bietet sich Howth perfekt als Ziel für einen Tagesausflug an. Howth Head ist eine Halbinsel im Nordosten von Dublin und mit dem Schnellzug DART fährt man nur eine knappe halben Stunde. 

Die Zugstation in Howth ist zugleich Endstation und befindet sich zentral in dem kleinen Hafenörtchen. Hier lässt es sich herrlich flanieren und in einem der Cafés beim Afternoon-Tea mit Kuchen wieder aufwärmen. Urgemütlich! 

Highlight ist allerdings ein Spaziergang auf dem Küstenweg “Howth Cliff Path”. Die lange Runde ist 6 Kilometer lang, aber man kann die Strecke über einen der zahlreichen Trampelpfade auch verkürzen. Doch das wird man ehrlicherweise erst dann tun, wenn einem Nase und Ohren abfrieren. An dem wunderschönen Blick kann man sich nämlich kaum satt sehen und so wird der Spaziergang nicht langweilig.

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