Mimizan
– tolle Wellen und Campen am See –

Um ca. 10 Uhr waren wir zum Surfen verabredet. Ich wachte um 9 auf, frühstückte und machte alles schon abfahrbereit, damit ich nach dem Surfen direkt weiter fahren könnte. Zwischendurch kam dann doch noch ein Mitarbeiter des Stellplatzes und kassierte noch 8 Euro. Absolut in Ordnung im Vergleich zu dem was hier sonst so verlangt wird. Zum Surfen brachen wir dann erst so gegen 12 auf… also las ich noch ein bisschen – übrigens an dieser Stelle ein Buchtip für alle Reiseverrückten: Nina Sedano, “Die Ländersammlerin”.

Zum Surfen ging es heute das erste mal im Shorty, wobei ich mehr Sorge davor hatte, das Brett ungebremst gegen die Beine zu bekommen, als dass es zu kalt werden könnte. Tatsächlich ist es so warm, dass man es vielleicht sogar schon im Bikini aushalten könnte, wären da nicht die vielen blauen Flecken… Von diesen habe ich heute auch wieder eifrig gesammelt und noch einige Schrammen dem Kunstwerk hinzugefügt. Eigentlich klappte es heute schon besser. Ein paar mal klappte es dann auch endlich mal wieder mit dem Stehen… In der Mehrzahl der Fälle fuhr ich allerdings wieder Waschmaschine oder das Board rutschte unter mir nach vorn weg, weil ich (um die Waschmaschine im Schonprogramm zu fahren) dann zu weit hinten war. Höhepunkt war der Moment, als sich das Board (warum auch immer?! das erkläre mir mal bitte ein Physik-Genie) sich so umdrehte, dass die Finnen nach oben zeigten, ich allerdings noch darauf lag. Das Ergebnis war dann eine schöne Schramme (zum Glück kein Schnitt) von der Finne. Insgesamt aber trotzdem eine erfolgreiche Session.

Danach brach ich nach Mimizan auf, wobei ich noch unentschlossen darüber war, ob ich mehr Lust auf Stadt, See oder Meer hatte. Die Städte in der Region sind eigentlich alle ähnlich aufgebaut: Die Hauptstadt ein paar Kilometer landeinwärts, am Strand der dazugehörige Strand-Stadtteil und in vielen Fällen dann eben noch einen Stadtteil an einem See, der nahe der Küste liegt. Die Stadt selbst schien nicht so interessant, also fuhr ich einfach durch. Am Strand angelangt schaute ich von der Promenade bei einem Hühnchen-Panini den Surfern zu, wie sie sich in den meisten Fällen genauso zum Affen machten, wie ich es noch wenige Stunden zuvor getan hatte sowie den wenigen, die es wirklich gut konnten.


Auch hier gab es einen einfachen Camper-Stellplatz – sogar direkt am Strandaufgang, allerdings wie ein normaler Parkplatz – Wohnwagen neben Wohnwagen auf Asphalt. No Way. Da ich mittlerweile die Hoffnung aufgegeben hatte, einen coolen Spot am Meer zu finden, versuchte ich mein Glück bei den Campingplätzen am See. Die erste Anlaufstelle sah auch nach einem recht einfachem Parkplatz aus, dafür aber direkt am Ufer. Als sie für den PARKPLATZ 25 Euro haben wollte, entglitten mir (ein weiteres Mal) die Gesichtszüge. Ich fuhr weiter. An der anderen Seite des Sees ein weiterer Campingplatz. Dass dieser nur zwei Sterne hatte löste in mir das aus, was andere wohl empfinden, wenn sie in ihr Luxushotel einchecken. 2 Sterne, so hoffte ich, wird wohl ohne großes ChiChi sein. Keine Animation. Keine Karaoke. Vielleicht sogar ein bisschen Natur und Dreck. Und so kam es, dass ich für einen Platz DIREKT in erster Reihe zum See, nur 11 Euro gezahlt und bisher noch kein einziges XLR-Kabel entdeckt habe.
Da musste ich natürlich direkt noch mal aufs SUP springen und eine Runde in der Abendsonne drehen. Da das mit dem Stehen auf den Füßen mittlerweile ohne Wellen kein Problem mehr darstellt, entstand eins meiner obligatorischen Reise-Handstandbilder (so eine Sache zwischen mir und meinem Bruder: wer macht den coolsten Handstand während einer Reise?) diesmal auf dem Board. Gar nicht so einfach wie gedacht.

Nun sitze ich in meinem Sitzsack (übrigens viiiiiel bequemer als ein Camping-Klappstuhl) mit Blick zum See, die Abendsonne im Rücken und habe gerade einen Teller Nudeln verputzt. Den restlichen Abend werde ich der Planung meiner zweiten Reisehälfte widmen. Morgen geht es jedenfalls nach Biarritz zu einem weiteren Surf-Tag. Da mir hier aber mittlerweile etwas die Abwechslung in der Natur fehlt, überlege ich, danach das Meer zu verlassen und meiner Reiseroute noch etwas mehr Neues hinzuzufügen. Aber auch davon werde ich berichten. Habt alle einen schönen Abend und bis morgen. 

Wie es weiterging…

2 Kommentare
  1. M
    M sagte:

    Hallo Kate,

    endlich bin ich mal dazugekommen, deine letzten Einträge zu lesen.
    Sehr schön, da bekomme ich doch Lust mal wieder nach Frankreich zu reisen, wenn es nicht noch soviele andere Ziele auf dieser Welt gäbe, die noch darauf warten von mir besucht zu werden.
    Deine Reisetipps sind toll, aber deine eigenen Erfahrungsberichte sind unsagbar klasse. Dein Schreibstil ist ehrlich, humorvoll und es macht echt Spaß sie zu lesen.
    Ich freue mich schon auf deine Berichte aus Südostasien.
    Viel Spaß noch beim Vorbereiten.
    LG Ma

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.