Golden Rock Pagode

Von Bago über Kyaikto nach Hpa-an

Unterkunft und Sonnenuntergang am Golden Rock

Nach unserer Halbtagestour durch Bago reisen wir am Nachmittag per Bus Richtung Kinpun, dem Basislager der Kyaikto Pagode – dem „Golden Rock“. Unterwegs stöbern wir im Internet nach Unterkünften.

Ursprünglich hatten wir darüber nachgedacht, noch am Abend auf den Berg zur Pagode hochzufahren und dann dort zu übernachten. Denn nur so kann man den Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang am Golden Rock beobachten. Die letzten Pick-Ups fahren nämlich bereits um 18 Uhr ins Basislager zurück.

Das lassen sich die wenigen Hotels dort oben aber auch gehörig bezahlen und so kostet eine Nacht dort mindestens hundert Euro – bei einem angeblich sehr schlechten Preis-Leistungs-Verhältnis. Da wir bereits einen wunderschönen Sonnenaufgang und  auch Sonnenuntergänge in Bagan erlebt haben, entscheiden wir uns gegen eine Nacht am Golden Rock.

Stattdessen entdecken wir das Thuwunna Bomi Mountain View Hotel, einen wunderschönen und frisch sanierten Resort mitten im Nirgendwo zwischen Kyaikto (dem größeren Städtchen) und Kinpun (dem Basislager für den Golden Rock). Die Nacht kostet uns nur 35 Euro – bot uns aber (als nahezu einzige Gäste) den Luxus eines Infinity-Pools mit Blick auf das Tal und einen wunderschönen Essbereich mitten im Grünen. Herrlich!

Am Basislager Kinpun: Bustickets für die Fahrt vom Golden Rock nach Hpa-An

Nach einem entspannten Vormittag am Pool machen wir uns um die Mittagszeit auf nach Kinpun. Das Taxi dorthin ist dann zwar leider nochmal eine zusätzliche kleine Ausgabe, aber das sind die Stunden der Entspannung im Resort allemal wert.

Im Basislager angekommen marschieren wir als erstes zum daneben gelegenen Sea Sar Hotel um dort Tickets für unsere Weiterreise nach Hpa-an am Nachmittag zu kaufen. Beim Überfliegen des Lonely Planet hatten wir das so gelesen…

Davon wissen die Mitarbeiter des Hotels allerdings nichts und erklären uns, dass man die Tickets nur in Kyaikto kaufen könne. Dort fährt auch der der Bus nach Hpa-an ab. Blöd, aber na gut. Wir können wenigstens unsere großen Rucksäcke gegen ein kleines Trinkgeld im Hotel lassen und treten dann unsere Fahrt zum Golden Rock an.

Hinauf zum Golden Rock

Egal ob man nun auf Pagoden steht oder nicht – die Fahrt hinauf auf den Golden Rock ist bereits ein Erlebnis für sich! Auf LKW-Ladeflächen, die mit (sehr) schmalen Sitzbänken versehen sind, werden um die 50 Menschen gestopft, die dann in einer rasanten Fahrt den Berg hinauf gekarrt werden.

Vorbei an einer üppigen Pflanzenwelt schlängelt sich eine schmale Serpentinenstraße hinauf, wobei die Pick-Ups gestaffelt in kleinen Gruppen fahren. Anders wäre an vielen Stellen ein Gegenverkehr unmöglich. Da bedarf es eigentlich auch keiner Überholverbotsschilder mehr…

Unser Fahrer will aber wohl besonders viele Fahrten am Tag schaffen und lässt es sich nicht nehmen, bei jeder sich bietenden Gelegenheit andere Pick-Ups zu überholen. Wer in diesen Momenten anfängt über die Situation nachzudenken hat verloren. Besser ist es, sich mit einer großen Portion Urvertrauen zurückzulehnen und die Aussicht zu genießen. Die ist nämlich wirklich spektakulär!  

Kyaikto Pagode – Der Golden Rock

Oben angelangt marschieren wir als Teil der völkerwanderungsähnlichen Masse noch zehn Minuten zum Eingang der Pagode. Das Areal des Golden Rock ist eine riesige geflieste Fläche, an deren Ende der große goldene Felsen liegt. Es sieht aus, als könne er scheinbar jeden Moment ins Tal kullern.

Auf einem kleinen Balkon kann man unter dem Felsen entlanggehen. – näher kommt man ihm als Frau allerdings nicht. Nur als Mann kann man auch direkt an den Felsen herantreten um ihn mit weiteren Goldplättchen zu bestücken. Viel beeindruckender als den goldenen Koloss finde ich allerdings sowieso die Aussicht auf die bergige Landschaft rings herum.

Das restliche Areal der Pagode bietet dagegen nicht so viel Sehenswertes und bei 38 Grad und Mittagssonne ohne Schatten oder Wind machen wir uns bald wieder auf den Rückweg. Das halten die Burmesen übrigens anders und bauen ganze Lager auf, in denen sie sich offenbar den gesamten Tag aufhalten. Da wird mit der ganzen Großfamilie gekocht, gegessen oder einfach nur Mittagsschlaf gehalten.

Wir treten derweil unsere noch wesentlich rasantere Rückfahrt an, bei der ein entspanntes Zurücklehnen dann übrigens nicht mehr möglich ist. Alle paar Meter drückt es einen schlagartig gegen die Rückenlehne, die aus nicht mehr als ein paar kantigen Alu-Leisten besteht. Die blauen Flecken entlang der Wirbelsäule sind ein schönes Mitbringsel.

Weiterreise vom Golden Rock nach Hpa An

Zurück im Basislager können wir dann doch noch herausfinden, dass man unweit (außerhalb!) des Sea Sar Hotels Bustickets kaufen kann und kurze Zeit später sitzen wir bereits in dem Zubringer-Pick-Up nach Kyaikto.  Ähnlich wie die LKWs zum Golden Rock, wird auch dieser bis auf den letzten Zentimeter vollgestopft. Die letzten Dazugestiegenen kommen nur noch in den Genuss der „Stehplätze“ am Ende der Laderampe.

In Kyaikto finden wir dann wieder eine der typischen Busstationen Myanmars vor. Auf zwei Plastikstühlen am Straßenrand sitzend können wir das faszinierende Geschehen auf der Straße beobachten. Der Bus kommt zwar mit über einer Stunde Verspätung – aber er kommt.

Beim Einsteigen macht sich dann kurz Verwirrung bei mir breit, denn die Sitze sind bereits alle belegt. Doch in Myanmar wird nun mal jeder Zentimeter eines Transportmittels ausgenutzt – und so werden für uns eben zwei „Jumpseats“ im Gang ausgeklappt. Damit haben wir es noch gut getroffen: der letzte Passagier muss sogar auf einem kleinen Kinder-Plastikstuhl neben dem Fahrer Platz nehmen.

Die dreistündige Fahrt verbringe ich mit Laptop auf dem Schoß, neugierigen Blicken rechts von mir und Hornhaut-übersäten Füßen einer schlafenden Frau links von mir (teilweise dann auch halb auf mir…). Bei den allgegenwärtigen Geräuschen des Rotz-hochziehens  und des Kautabak-Ausspuckens macht sich dann doch erstmalig der Ansatz eines Kulturschocks bei mir bemerkbar.

Ich bin jedenfalls froh, als uns der Busfahrer in Hpa- an absetzt und freue mich bereits auf das hoch gelobte Hostel, für das wir uns entschieden hatten. Hätten wir es doch nur ausnahmsweise mal reserviert! Aber das ist eine andere Geschichte…