High School Australien

Maries Auslandsaufenthalt an der Sunshine Coast

High School Australien

Marie hat hier bereits ausführlich von ihrem Freien Sozialen Jahr in Costa Rica berichtet und ihre Reisetipps für Lateinamerika verraten. Nun drehen wir die Zeit noch etwas weiter zurück ins Jahr 2015 zu Maries Auslandsaufenthalt.

Abenteuer High School Australien, los geht’s!

Fünf Monate, 15.780 Kilometer von Zuhause, an einer fremden Schule und in einem Land, in dem nur Englisch gesprochen wird. Im Juli 2015 – ich war damals 14 – ging es für mich nach Australien: Knapp ein halbes Jahr verbrachte ich in Caloundra im Bundesstaat Queensland. Von Hamburg flog ich weg von meiner Familie und meinen Freunden mit einem Zwischenstopp in Dubai nach Brisbane an der australischen Ostküste.

Caloundra State High School

Ankunft und Einleben in Australien

Die Internationals des dritten und vierten Terms der Caloundra State High School kamen alle in den letzten Tagen der Halbjahresferien an. Wir hatten also noch einige Tage Zeit, um unseren Jetlag loszuwerden, unsere Gastfamilien kennenzulernen und vor allem die Gegend zu erkunden.

Ich habe im Stadtteil Bellvista gewohnt, im Haus meiner Gastmutter Patti. SIe lebte dort alleine und ich war die erste Austauschschülerin, die sie je aufgenommen hat. An dem Tag, an dem ich ankam, gab es Kürbissuppe und Toast. Nebenbei lief der Fernseher. Wie ich später herausfinden sollte, lief dieser beinahe durchgehend. Morgens, mittags, abends. Eigentlich immer, wenn Patti zuhause war.

Mit dem Jetlag hatte ich erstaunlicherweise nur wenig Probleme. Zwar habe ich am ersten Tag fast den ganzen Nachmittag verschlafen, aber ich war von der etwa 24-stündigen Reise so müde, dass ich auch die Nacht ohne Probleme durchschlafen konnte. Danach hatte ich mich direkt an die australische Zeit gewöhnt – anders als einige andere Internationals, die ab und zu auch mal Verabredungen verschliefen, weil sie immer noch in ihrer deutschen, italienischen oder brasilianischen Zeit festhingen.

Die ersten Tage verbrachte ich mit meiner Gastschwester Isadora aus Brasilien, meiner Gastmutter und einigen anderen Internationals, die bei mir in der Nähe wohnten. Gemeinsam gingen wir an die Strände der Stadt und in die Parks, um den Ort ein wenig zu entdecken.

High School Australien

Am Montag darauf ging dann die Schule los. Die Caloundra State High School – genauso wie wohl alle australischen Schulen – unterscheidet sich sehr von den Schulen, die wir aus Deutschland kennen. Anstatt eines großen Gebäudekomplexes besteht die Schule aus mehreren kleinen Gebäuden, die die Unterrichtsräume unterschiedlicher Themenbereiche beherbergen. Es gibt demnach auch keine richtigen Flure. Die Räume sind stattdessen durch Wege verbunden, die allenfalls überdacht sind. Man ist also immer draußen, solange man sich nicht gerade im Unterricht befindet.

An unserem ersten Schultag haben wir Internationals uns in unserem eigenen Raum getroffen: Dem International-Room. Hier konnten wir unsere Pausen verbringen und die Zeit, bevor die Schule losging. Wir hatten dort einen eigenen Kühlschrank, Laptops und eine Mikrowelle zur Verfügung.

Später am Tag haben wir unsere Schuluniform bekommen. Davon gibt es zwei Versionen: die formelle Uniform, die montags, dienstags, donnerstags und freitags getragen wurde und für Mädchen aus einer weißen Bluse und einem dunkelblauen Rock bestand, sowie der Sportuniform, die zum Sport und am Mittwoch getragen werden konnte. Diese bestand aus einem blauen Baumwollshirt und einer ebenfalls blauen kurzen Hose.

Jeder Schüler und jede Schülerin musste außerdem schwarze Schuhe und sichtbare weiße Socken tragen. Für kältere Tage bekamen alle einen blauen Pullover. Alle Teile der Uniform zeigen außerdem das Logo der Caloundra SHS.

Unterricht in Australien

Unsere Fächer hatten wir bereits gewählt, bevor wir nach Australien gekommen waren. Neben den Pflichtfächern Mathe, Englisch, Gesundheit/Sport und Science hatte ich also Marine Science, also Meeresbiologie, und Geographie. Zur Wahl standen aber auch Fächer wie Film, Tanz, Kochen und Theater. Alle Internationals mussten außerdem an English as a second language teilnehmen.

Insgesamt war die Schule im Vergleich zu der deutschen eher einfach. Ich war dort in der zehnten Klasse und in Mathe wurde gerade der Satz des Pythagoras behandelt, genauso wie grundlegende Prozent- und Winkelrechnung. All das kannte ich schon aus der achten Klasse, weshalb ich selbst mit Mathe – worin ich vorher nie wirklich gut war – keine allzu großen Probleme hatte.

Arbeiten wurden nur wenige geschrieben, stattdessen gab es mehr Hausarbeiten, die als Entwurf abgegeben werden konnten, bevor das Endprodukt eingereicht wurde. Das ist ein riesiger Vorteil, da wirklich nur das Endprodukt benotet wird und man vorher noch viele Tipps von den Lehrern bekommt. Es war also schwierig, wirklich schlechte Noten zu bekommen.

Ein Schultag an der Caloundra SHS dauert von 9 Uhr bis 15 Uhr. Fast alle SchülerInnen werden zuhause von Schulbussen abgeholt und direkt zur Schule gefahren. Deshalb sind schon viele gegen 8.30 Uhr da, was eigentlich ganz schön ist. Noch vor dem Unterricht konnte man so seine Freunde treffen und den Tag entspannt und lustig beginnen.

Freunde finden in Australien

In Australien Freunde zu finden ist nicht schwer. Alle sind super offen, herzlich und neugierig. Und wenn sie nicht an einer Freundschaft interessiert sind, dann halten sie sich von Anfang an von dir fern. Allerdings nicht unfreundlich, sondern ganz subtil. Und das ist ja auch in Ordnung.

Die meisten jedoch haben Lust, neue Leute zu treffen und gehen deswegen von Anfang an auf einen zu. Zuerst war das auch etwas überfordernd, schließlich war mein Englisch noch nicht so sicher und es gab so viele neue Eindrücke zu verarbeiten. Heute bin ich dafür jedoch sehr dankbar, denn dadurch habe ich viele interessante und nette Menschen kennengelernt, die mich teilweise auch über das halbe Jahr hinaus immer begleitet haben.

Nach einigen Wochen war ich sogar einer OzTag-Mannschaft beigetreten, die jeden Montagabend Spiele hatte. OzTag ist so etwas wie eine Mischung zwischen Rugby und (Flag-)football. Ich hatte es noch nie vorher gespielt und wir hatten auch nie Training, deshalb waren wir auch ziemlich schlecht. Trotzdem hat es einen riesigen Spaß gemacht und wir haben auch nicht immer haushoch verloren, manchmal auch nur knapp.

Surfen lernen in Australien

Außerhalb der Schule hatten wir Internationals die Chance, im Happy Valley in Caloundra Surfstunden zu nehmen. An fünf Samstagen liehen wir uns Surfboards und bekamen von so richtig australischen Surflehrern Stunden. Natürlich an Land, und im Wasser.

Ob das erfolgreich war? Bei mir nicht. Jedenfalls am Anfang gar nicht. Später vielleicht ein bisschen. In der ersten Stunde lag ich vor allem auf dem Brett und bin so zum Strand gesurft. Aber damit war ich nicht alleine und wir hatten einen riesigen Spaß! Später habe ich es dann tatsächlich geschafft, mich ab und zu mal hinzustellen, und das war für mich immer ein riesen Erfolg! Und Australien ohne surfen geht ja wirklich nicht.

Einmal hat mir auch ein australischer Schulfreund eine Surfstunde gegeben. Er brachte sein eigenes Board mit und schob mich immer in die Wellen. Er hatte allerdings ein sehr kurzes Board, was eher für viele Kurven und Sprünge gedacht ist. War für mich blutige Anfängerin natürlich nicht so einfach damit. Peinlich? Ein bisschen. Spaß? Auf jeden Fall!

Reisen in Australien

Da es in Australien ja viele Austauschschüler gibt, gibt es dementsprechend auch viele Organisationen, die in den Ferien Reisen für die Internationals anbieten. Auch während der Schulzeit und an Wochenenden fanden Ausflüge für uns statt.