Zurück nach Frankfurt
– 16 Stunden und 1400 Kilometer –

Die Nacht war erstaunlich ruhig. Ich schlafe in meinem Van tatsächlich besser als im Bett! Von meiner Busnachbarin (das Board war noch da) erfuhr ich, dass wohl noch ordentlich Rabatz in der Nacht war … ist mir entgangen. Ich frühstückte noch gemütlich im Bett mit Blick auf das Meer und fuhr dann zur nächsten Bucht für eine letzte Surf-Session. 

Leider war es den Wellen herzlich egal, dass ich nur noch eine Stunde Zeit hatte und dann das Meer hinter mir lassen müsste. So schwappten zwar Tonnen von Wasser unter meinem Board hindurch – eine surfbare Welle kam jedoch nicht. Ich machte das Beste daraus und genoss die letzte Stunde auch so im Wasser (so ein Board eignet sich ja auch einfach hervorragend um sich darauf treiben zu lassen und von den “Wellen” hin- und hergeschaukelt zu werden. Irgendwann tapste ich zurück zum Auto, verzurrte das Board auf dem Dach und startete meinen Heimweg gegen 11 Uhr. 

Der Start wurde dann nochmal kurz spannend, da während meiner Surf-Session eine “1,80m” Schranke aufgebaut wurde – diese dann auch noch am Hang. Ich war mir sicher, mein Auto (vor allem mit Board) wäre zu hoch… aber da es auch keinen Zuständigen dort gab und ich ja irgendwie raus musste, fuhr ich zentimeterweise (am Hang… vielen Dank Papa für das Training am Feldberg vor vielen Jahren) unter der Schranke durch. Immer wieder aussteigen – schauen ob es noch passt – nächster Zentimeter. Es funktionierte und das Board lebt auch noch.

Ich wollte diesmal schneller voran kommen (auf dem Heimweg hat man irgendwie weniger Motivation für gemütliche Feldwege…). Also Maut. Stück für Stück zogen mir die Franzosen noch meine letzten Kröten aus der Tasche, während die Tanknadel in einem rasanten Tempo nach unten fiel. So wechselten sich Maut-Stelle und Tankstelle regelmäßig ab, bis ich gegen 6 Uhr am Puy-de-Dome war. Da dies auf dem Hinweg aufgrund des anhaltenden Regens nicht geklappt hatte, wollte ich dies als Stop für den Rückweg nutzen. Ich malte mir aus, wie ich oben auf dem Gipfel des Vulkans stehen würde, während die Sonne unterging – vielleicht sogar dort schlafen könnte und am nächsten Morgen bei einem Kaffee dabei zuschauen würde, wie die Sonne durch den Nebel zwischen den Vulkanen der Auvergne aufgehen würde. 

Wie so oft waren meine Vorstellungen nicht so recht umsetzbar. Die Straße endete bereits auf halber Höhe zwischen Bäumen, so dass keinerlei Sicht war. Der Aufstieg auf den Gipfel würde ca. 45 Min. dauern. Klar, ich könnte nun da hochstapfen, aber den Sonnenuntergang könnte ich dort nicht entspannt beobachten, während ich noch nicht wüsste, wo ich danach campen würde. Mein Plan: Campingplatz suchen, einchecken und dann ab auf den Gipfel. 

Ergebnis: Den nächsten Campingplatz gab es nicht mehr… Der andere in der Gegend war ausgebucht. Tja… Ich fuhr weiter und durch Clermont-Ferrand durch. Gegen sieben Uhr machte ich kurz Pause um zu überlegen wie es weitergehen sollte. Die Campingplätze würden langsam alle schließen. In der Umgebung gab es nichts Ansprechendes, wo es cool wäre, die letzte Nacht zu verbringen. Es waren noch ca. 7,5 Stunden zurück nach Frankfurt. Ich fühlte mich noch recht fit. Ich fuhr los.


Bis zum Sonnenuntergang hatte ich eine wundervolle Fahrt. Die Sonne stand schräg vor mir, tauchte die gesamte Landschaft in ein wunderschönes Licht und immer mehr zeichneten sich die umliegenden Hügel und Berge nur noch als schwarze Silhouette vor einem blutroten Himmel ab. Irgendwann fuhr ich den Sternen entgegen und flog durch die Nacht, während der Soundtrack von Tron laut aus meiner Box dröhnte. 
Ab 23 Uhr wurde es dann langsam echt unangenehm. Ich wollte nur noch heim. Es war anstrengend. Ich wollte nicht mehr sitzen, hatte aber auch keine Lust mich an eine Raststätte zu legen um zu schlafen. Wenn schon nicht mehr am Meer, dann wollte ich jetzt einfach nur noch ins Bett. Irgendwie schaffte ich es. Nach einem Höllenritt von 16 Stunden und ca. 1400 km kam ich um 3 Uhr an und fiel dreckig wie ich war ins Bett. 

Heute morgen war ich dann allerdings froh um die Aktion. So konnte ich heute entspannt das Auto einmal komplett sauber machen, alles waschen und in Ruhe packen für meinen Umzug nach Hamburg morgen. (Und nach 4 Tagen das erste mal wieder duschen… meine Haare fühlten sich vor lauter Salz schon kaum mehr nach Haaren an – und meine Füße waren pechschwarz). 

Resümee dieses Trips: 
Eine großartige Reise und tolle Erfahrung. Auch wenn es noch nicht so richtig “wild” war (dafür muss ich dann wohl doch nach Skandinavien…), so kam es dem Feeling jedoch schon ein wenig nahe. Das alleine reisen ist einfacher als gedacht. Wenn man es möchte, kann man jederzeit Leute um sich haben und neue Menschen kennen lernen. Surfen ist ein Sport, für den man viel Geduld und eine hohe Frustrationsschwelle braucht. Das muss ich wohl noch lernen… 
Ich habe auf dieser Reise viel weniger fotografiert als sonst und versucht, mehr im Moment zu genießen. Natürlich sind es trotzdem einige Fotos geworden, wie ihr sehen könnt. 
Auch wenn der Frankreich-Trip nun vorbei ist, so war dies wohl nur der Auftakt für das Abenteuer. Am Montag geht mein Referendariat los (wenn das nicht schon abenteuerlich genug ist…). Ausgerüstet mit dem schönsten Van der Welt, werde ich mich wohl öfter an der Küste, als in meiner Wohnung in Hamburg aufhalten. Und in Dänemark ist man ja auch schnell….
Ich bin gespannt wie es weitergeht. 

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