Hue
– Die alte Kaiserstadt – 

 

Ankunft in Hue
Nach einer (mangels Tageslicht) recht unspektakulären Zugfahrt erreichten wir am Abend Hue, eine Stadt in der Mitte Vietnams. In unserem Hotel wurden wir mit frischem Obst empfangen und bekamen wieder ein kleines Info-Gespräch, das zufällig auch in dem Vermitteln einer Tour endete. Allerdings kam uns diese in dem Fall gelegen, denn wir ohnehin vorgehabt hatten, zwei Tage später nach Hoi An zu fahren und dabei dem Wolkenpass und den Marmorbergen bei Danang einen Besuch abzustatten. Da wir bisher nur von einer Zugfahrt nach Danang gehört hatten und noch etwas ratlos waren, wie wir mit unseren großen Backpacks auf den Berg steigen sollten, waren wir schnell von der Halbtagestour mit einem Minivan überzeugt.

Danach schlenderten wir zum Nachtmarkt in der Hoffnung, dort bei schöner Stimmung am Flussufer gutes Streetfood zu bekommen. Das Flussufer ist auch tatsächlich sehr fotogen mit seiner bunt beleuchteten Brücke und den bunten Lichtern an der Promenade. Nur leider besteht der recht kleine Markt überwiegend aus Souvenirständen und teuren Restaurants. Die einzigen kleinen Streetfood-Stände befanden sich unter der Brücke aber das Essen war für uns nicht recht identifizierbar. Wir wurden dann allerdings ein paar Straßen weiter vom Fluss entfernt fündig und aßen hervorragendes Bún thịt nướng in dem kleinen Streetfoodladen „Phuon Trinh“. Unterwegs wurden wir übrigens das erste Mal auf unserer Reise angesprochen, ob wir wohl Gras kaufen möchten.

 

 

 

Zitadelle
Am nächsten Tag stand mal wieder intensives Sightseeing auf dem Programm. Den ersten Stopp legten wir an der Zitadelle – der ehemaligen Kaiserstadt – ein und kauften dort ein Ticket für 4 Attraktionen, inklusive der drei zentralen Kaisergräber. Die Kaiserstadt selbst ist ein großes Areal nach dem Vorbild der Verbotenen Stadt in Peking (oh- dahin könnte man ja auch mal reisen…), das sehr hübsch angelegt und musikalisch von laut zirpenden Grillen untermalt ist (teilweise ist es so laut, dass man seinen Gesprächspartner kaum noch hört). Zahlreiche Frangipani-Bäume werfen mit Blüten um sich und insbesondere am nordwestlichen Ende ist es sehr idyllisch. Mit uns war auch die Sonne in Hue angekommen und so versuchten wir der Hitze in Tempeln oder Kolonnaden-Gängen zu entfliehen. Die zahlreichen Tore und Tempel sind sich zwar recht ähnlich, aber wirklich hübsch verziert und dadurch auch noch nach einer Runde durch den Park nicht langweilig anzusehen.

 

 

 

Tu Duc Grab
Von der Zitadelle nahmen wir ein Taxi zum ersten Kaisergrab, dem Tu Duc . Wir hatten uns gegen eine Gruppentour für ca. 15 Euro pro Kopf entschieden, da wir keine Lust hatten mit ca. 30 Mann durch Hue zu tingeln. Ein privater Fahrer für 40 Euro erschien uns zu teuer – also hofften wir, dass wir die weiten Strecken zu den Gräbern preiswerter durch Taxifahrten bekommen würden.
Der riesige Park ist inmitten eines Waldes und hat einen kleinen See in seiner Mitte. Drum herum sind mehrere aufwendige Mausoleen erbaut und mit gelben Steinen verziert. Vor den Gräbern stehen große Wächterfiguren aus Stein in Form von Elefanten, Pferden und Mandarinen. In einem kleinen Wasserbecken streiten sich verfressene Goldfische um das Futter und im kleinen See befindet sich eine idyllische überwucherte Insel, die man zwar leider nicht betreten, aber von der Veranda des kleinen Pavillons einen schönen Blick darauf genießen kann.

 

 

Khai Dinh Grab
Nach einer Portion Bratnudeln an einem der wenigen Stände, die sich in der Umgebung der Königsgräber befinden, suchten wir uns erneut ein Taxi, das uns zum nächsten Grab, dem des ehemaligen Kaisers Khai Dinh bringen sollte. Unterwegs fragten wir unseren Fahrer nach einem Geldautomaten, denn unser Bargeld reichte nur noch knapp für diese Fahrt. Irgendwie hatten wir bei unserer Bargeld-Kalkulation den Eintrittspreis nicht bedacht. Leider mussten wir dann erfahren, dass es keine ATMs in der Umgebung der Gräber gab, die nächsten seine in Hue selbst. Dumm gelaufen…
Das Khai Dinh Grab ist das genaue Gegenteil des ersten Königsgrabes. Statt einer weitläufigen Anlage ist dieses hier auf recht kleiner Fläche erbaut, geht dafür aber viele steile Treppen hinauf. Anstatt von Pflanzen und Wasser ist hier alles aus grauem Stein und wirkt dadurch sehr majestätisch und ein bisschen einschüchternd. Einzig die Steinfiguren sind auch hier zu finden und wirken in dem Gesamtbild wie ein überdimensionales Schachbrett. Von der obersten Ebene hat man einen grandiosen Ausblick auf die Landschaft.
Wieder unten angelangt hatten wir die Lösung für unser Bargeldproblem gefunden: Wir suchten einen Taxifahrer, der mit uns die restliche Tour fahren würde und vereinbarten einen Fixpreis, den wir ihm am Ende in Hue (an einem ATM) zahlen würden.

 

 

 

Minh Mang Grab
Das letzte Grab auf unserer Route war zugleich das idyllischste. An einem großen See gelegen, im Hintergrund Berge und ringsherum nur Bäume, war dieses Areal nur spärlich bebaut und strahlte dadurch eine tiefe Ruhe aus. Nach einem kleinen Rundgang durch die kleinen Tempel und die abermalige Begegnung mit den typischen Steinfiguren, saßen wir noch eine Weile am Seeufer und ließen die Atmosphäre auf uns wirken. Wunderschön!

 

 

 

Thien Mu Pagode
Unser letzter Stopp führte uns zurück nach Hue, zur Thien Mu Pagode, wo wir den Sonnenuntergang beobachten wollten. Ursprünglich hatten wir angedacht auf dem Parfümfluss eine Sonnenuntergangs-Bootsfahrt zu machen, doch auf Nachfragen im Hotel erfuhren wir, dass die Boote an diesem Tag wegen eines Festes nicht fahren würden.
Während wir durch die Gartenanlage der Pagode schlenderten, tauchte die schräg stehende Sonne die kleinen Bonsaibäumchen und pinke Blüten in ein goldenes Licht.
Zurück am Flussufer war die Sonne immer noch nicht ganz untergegangen, doch es schob sich bereits eine dicke Wolkendecke davor und wir machten uns auf den Rückweg.

 

 

 

Nina’s Cafe
Am Abend statteten wir Nina’s Cafe” noch einen Besuch ab. Das Café ist sehr versteckt und nicht ganz leicht zu finden. Aber die Suche lohnt sich, denn es ist gemütlich und das Essen sehr lecker. Von der Hùng Vương kommend, biegt man in die Nguyễn Tri Phương hinein und läuft dabei auch an dem sympathischen kleinen Streetfoodladen „Phuon Trinh“ vorbei. Nach ca. 50 Metern biegt man links in eine kleine Gasse ein (tatsächlich ist Nina’s Café sogar am Eingang ausgeschildert, wenn man weiß wonach man sucht… Das pinke Logo eines Frauenkopfes mit wehendem Haar sieht allerdings auf den ersten Blick eher nach einem Friseurladen aus).

 

 

 

Fazit zu Hue:
Die Stadt selbst mag vielleicht nicht sehr viel zu bieten haben, doch in der Zitadelle kann man schon gut 2-3 Stunden verbringen. Die Fahrt zu den Kaisergräbern lohnt sich auf jeden Fall, denn sie sind entweder wirklich beeindruckend oder eine idyllische Oase. Auch die Landschaft unterwegs ist hübsch anzusehen im klimatisierten Auto.
Wir waren mit Taxen (nach Taxameter) übrigens immer noch wesentlich günstiger als mit einem gebuchten Fahrer für einen ganzen Tag. Eine Gruppentour ist zwar günstiger, aber gerade bei den Sehenswürdigkeiten die es hier zu sehen gibt, gehen die Geschmäcker sicherlich sehr schnell auseinander. Wenn du dir nicht jeden Tempel im Detail ansehen möchtest, dafür aber lieber ein bisschen an einem der Seen entspannen möchtest, dann ist eine Gruppen-Tour wohl nicht so geeignet.

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