Island Rundreise

Reisezeit, Corona-Maßnahmen und Tipps

Island Reise Gulfoss Wasserfall

© Die Rechte am Fotomaterial dieses Artikels liegen bei Marvin Hottenbacher Fotograrvin

Meine Freundin Sina hat auf meinem Blog bereits einige Gastartikel zu ihren Hilfseinsätzen in Afrika veröffentlicht und war meine Reisebegleiterin in IrlandParis und der ein oder anderen Reise, von denen ich noch gar nicht berichtet habe. 

Diesmal erzählt sie euch von ihrer Reise nach Island – im Sommer 2020, zu Zeiten von Corona. Ihr Reisebegleiter ist ihr Bruder Marvin, der seine atemberaubenden Fotos aus Island für diese Reihe zur Verfügung stellt. 

In insgesamt drei Teilen erzählt euch Sina von ihrer zehntägigen Island Reise, mit ihren Highlights, Pech und Pannen. 

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Fjadorarglifur Island Reise

Gastautorin Sina (“Naive Idealistin“) und Fotograf Marvin (“Fotograrvin“)

Hi, mein Name ist Sina und ich glaube, ich darf mit Stolz behaupten, dass ich eine der ältesten Freundinnen von Kate bin. Uns verbindet u.a. die Reiselust. Gemeinsam haben wir schon einige Urlaube zusammen erlebt. In den Sommermonaten mache ich eigentlich immer einen Hilfseinsatz in die ärmsten Länder der Welt: Äthiopien, Ruanda oder Kongo waren die Ziele der letzten Jahre. Doch wegen der Corona-Krise fiel diese Art von Reisen dieses Jahr aus. Das Reisen ganz aufgeben, kam für mich aber nicht in die Tüte – und so fiel meine Wahl auf Island.

Island Reise Wasserfall Skogafoss

Island ein wenig anders – Reisen in der Corona-Krise

Reisen während der Corona-Krise – ob das wohl eine gute Idee ist? Für meinen Bruder und mich war die Antwort ganz klar: Ja, sofern man sich das richtige Ziel aussucht und bereit ist, spontan und sehr flexibel zu sein sowie gleichzeitig ein wenig mehr Vorbereitungszeit in Kauf nimmt. Man muss recherchieren wie die Corona-Bestimmungen aussehen, ob das Zielland sicher ist und ob Deutschland bereits ein Reiseabkommen mit diesem geschlossen hat.

Unser geplantes Reiseziel – die Färöer Inseln – mussten wir daher trotz bereits getätigter Flugbuchungen verwerfen. Denn kurz vor Abflug wurde uns klar: Bei Rückkehr nach Deutschland hätten wir in Quarantäne gemusst. Ist ja auch gefährlich, so ein Land, in dem es keinen einzigen Corona-Fall mehr gibt… Aber egal – Plan B war schnell gefunden: Island. Und wer möchte sich beschweren, wenn er eine so tolle Alternative in Aussicht hat. Und tatsächlich hätten wir uns für Island keinen besseren Zeitpunkt aussuchen können.

Fliegen während Corona

Vielleicht sollte ich zu Beginn kurz erwähnen: Sowohl Deutschland als auch Island lockerten zum 15. Juni ihre Reisebestimmungen – wir flogen vom 19. bis 28. Juni – und waren daher eine der ersten Urlauber, die das Fliegen und Reisen wieder wagten. Und ein wenig abenteuerlich war das allemal.

Es begann bereits mit der Flugbuchung: Nicht alle Airlines flogen – die, die Flüge anboten, hatten nur sehr wenige und unkomfortable Verbindungen im Angebot. So dauerte unser Hinflug 15 Stunden über Oslo und Kopenhagen nach Keflavik (Island) und war mit 550 Euro (inkl. Rückflug von 6,5 Stunden) auch kein Schnäppchen. Während der gesamten Reisedauer war Maskenpflicht angesagt – sowohl an den Flughäfen als auch in den Fliegern. Boardservice bestand „aus Hygienegründen“ (ich denke, „Sparen“ war auch ein Grund) ausschließlich aus dem einmaligen Verteilen von Wasserflaschen.

Viele Geschäfte und Cafés an den Flughäfen waren geschlossen. Ein wenig Geisterstimmung kam da schon auf. Auch die Maschinen waren maximal zu drei Vierteln belegt, meist konnten die Mittelplätze freigehalten werden und so der obligatorische Corona-Abstand gewahrt bleiben. Ich muss sagen: So zu reisen war zwar auf der einen Seite komisch, andererseits gab es kein Anstehen bei Check-In, Gepäckauf- und -rückgabe sowie bei der Passkontrolle. Alles schnell, entspannt und nervenschonend. Tatsächlich waren wir sowohl in Oslo als auch in Keflavik die einzige Maschine, die zu unserer Zeit landete – in Frankfurt und in Kopenhagen waren es nur unbedeutend mehr Landungen.

Ankunft in Island: Corona-Schnelltest

Angekommen in Island ging das Abenteuer weiter. Denn Island ließ zu diesem Zeitpunkt nur Einreisende in ihr Land, die am Flughafen einen Corona-Test machen ließen – unabhängig davon, ob sie aus Risikogebieten kamen oder nicht. Damit sind die Bestimmungen wesentlich strenger als in Deutschland, wo erst knapp zwei Monate später der verpflichtende Test für Reiserückkehrer aus Risikogebieten verordnet wurde und viele Touristen aus anderen Staaten gar nicht verpflichtend getestet werden.

Ein Online-Formular hatten wir bereits daheim ausgefüllt und erhielten einen Barcode aufs Handy. Nach der Passkontrolle steuerte man direkt auf kleine Kabinen zu, in denen medizinisches Personal die Corona-Schnelltests durchführten. Im Anschluss des Tests wurde der Barcode eingescannt und damit der Test zur jeweiligen Testperson zugewiesen. Zwar musste man nicht bis zum Testergebnis am Flughafen oder der ersten Unterkunft warten, doch wenn der Test positiv ausgefallen wäre, hätten wir 14 Tage in Quarantäne gemusst. War er negativ, durfte man sich frei im Land bewegen.

Wir machten den Test in der sicheren Annahme, dass wie uns gesund fühlten, aber ein kleines Restrisiko blieb. Daher war die Erleichterung groß, als das Testergebnis nur zwei Stunden später via SMS zugestellt wurde: Negativ. Die Reise konnte beginnen: Wir waren Corona-frei.

Achtung: Der Corona-Test in Island ist obligatorisch. In der Testphase vom 15. bis 30. Juni war er für Einreisende kostenfrei. Wir hatten also Glück mit unserem Reisetermin, denn seit dem 1. Juli müssen Urlauber dafür knapp 100 Euro bezahlen. Zudem hat Island mittlerweile seine Einreisebestimmungen mehrmals angepasst, aktuell ist z.B. ein zweiter Test ein paar Tage später obligatorisch. Vorab recherchieren würde ich daher jedem empfehlen.

Studlagil Canyon Island Reise

Reise durch Island

Nicht nur bei den Kosten für den Corona-Test hatten wir die absolut ideale Reisezeit gewählt. Mitte Juni befanden wir uns in der eigentlichen Hauptreisezeit für Islandurlauber.

Überfüllte Sehenswürdigkeiten, Bustouris mit Socken und Sandalen, überteuerte Unterkünfte und ausgebuchte Wal-Bootstouren? Fehlanzeige. All das, was ich von Freunden, die Island bereits bereist hatten, an negativen Aspekten ihres ansonsten traumhaften Trips gehört hatte blieb uns dank Corona erspart. Meist hatten wir Wasserfälle, Canyons und Co. komplett für uns alleine, die Wal-Bootstouren fanden zwar nur einmal am Tag statt, dafür waren wir das einzige Boot auf dem Meer (dazu später mehr) und oft hatten wir die sehr günstigen Gemeinschaftsunterkünfte ganz für uns alleine.

Außerdem waren wir über Mittsommer da – es wurde also nie dunkel und wir hätten 23,5 Stunden Zeit gehabt, die wunderschöne Natur zu bestaunen – wenn uns nicht ab und an der Schlaf in die Knie gezwungen hätte! Ach, und noch ein absoluter Pluspunkt: Island war so gut wie Corona-frei – das hieß nicht nur, dass die Ansteckungsgefahr gen Null lag, im Land gab es kaum Einschränkungen, keine Maskenpflicht, keine Begrenzung der Anzahl von Lokalbesuchern oder ähnliches. Wir hatten also auch knapp zehn Tage frei vom Corona-Wahnsinn…

Aber nun zum spannendsten Teil meines Berichts: Den Highlights unserer Reise durch Island.

Karte Island

Reiseberichte Island

Island Süden

Islands Süden

Wasserfälle, Gletscher und schwarze Sandstrände
(Tag 1-3)

Island Osten Norden Wale

Islands Osten und Norden

Wasserfälle, Canyons und Wale
(Tag 4-6)

Island Westen Highlands

Islands Westen

Halbinsel Snæfellsnes, Highlands und Reykjavik
(Tag 7-10)

Resümee zur Islandreise

Eine Islandreise ist immer ein unvergessliches Erlebnis. Aktuell ist aber sicherlich eine besonders gute Reisezeit. Nicht nur, weil in den Sommermonaten von Juni bis September ein Ausflug in die isländischen Highlands möglich ist, sondern auch, weil viele Urlauber noch zögerlich sind. Daher ist Island aktuell lange nicht so überlaufen wie sonst. Außer bei den Flügen kann man aktuell zudem bei allen Aspekten (Mietwagen, Unterkünfte, Ausflüge) Geld sparen. Wer also keine Angst vor menschenleeren Flughäfen und Maskenpflicht in engen Fliegern hat und das Risiko und die zusätzlichen Kosten für dem Corona-Test in Kauf nehmen mag, der sollte schnell eine Reise in eins der schönsten Länder dieser Erde buchen!

Praktisches und Nützliches

  • Unterwegs in Island

    Die beste Art, möglichst viel von Island zu sehen, ist es, die Insel per Auto zu umrunden. Dabei sollte man unbedingt ein Auto mit Allradantrieb wählen, für die Highlands ein Muss und auch für viele andere etwas abgelegenen Sehenswürdigkeiten das sicherste Fortbewegungsmittel

  • Schuhe aus

    In allen Unterkünften fanden wir Hinweisschilder, die uns darum baten, die Schuhe auszuziehen – selbst in den Hütten, die man ganz für sich alleine hat oder in kleinen Hotels

  • Keine Dunkelheit

    Sicherlich ist der Juni wegen der Mittsommer-Sonne eine ideale Zeit, um Island zu erkunden. Beim Schlafen ist die Helligkeit aber sehr ungewohnt. In den meisten Unterkünften können die Fenster abgedunkelt werden, dennoch hat man selten einen stockdunklen Schlafraum.

  • Ohne Bargeld

    Nicht ein einziges Mal während unserer Reise haben wir Bargeld benötigt – nicht einmal für die kleinsten Beträge.

  • Teures Pflaster

    Wie in allen skandinavischen Ländern sind v.a. Lebensmittel auch in Island teuer – im Supermarkt ebenso wie im Restaurant.

  • Highlights Island

    Wenig Zeit? Das sind meine fünf absoluten Highlights:

    Kvernufoss

    Studlagil

    Snæfellsnes

    Háifoss

    Landmannalaugar

Karte Island

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