Killarney National Park

Ein Tag mit Wasserfällen, Wandern und Seenlandschaft

Blick vom Devil's Punch Bowl auf den Killarney National Park

Eine Reise ins County Kerry, im Westen von Irland, führt viele Besucher in den Killarney National Park. Der über 100 m² große Nationalpark liegt am berühmten Ring of Kerry und der Kleinstadt Killarney. Mit seinen alten Herrenhäusern und Gärten ist er einen Besuch wert.

Doch neben den Sehenswürdigkeiten ist es vor allem die Landschaft, die den Killarney National Park zu einem Highlight der Rundreise durch Kerry macht. Neben drei Seen und einem Wasserfall gibt es auch zahlreiche Möglichkeiten zu Wandern. Fast noch ein Geheimtipp ist dabei die Wanderung hinauf zum “Devil’s Punch Bowl”, einem Kratersee mit spektakulären Blick. Wer auf einer Rundreise durch Irland wandern möchte, ist hier also genau richtig.

Karte vom Killarney National Park

Karte vom Killarney Nationalpark

Ein Tag im Killarney National Park

7 Uhr, der Wecker klingelt in unserem gemütlichen Air BnB in Kenmare. Schnell anziehen und Lunchpakete vorbereiten – um 8 Uhr sind meine beiden Freundinnen und ich bereits unterwegs auf dem Weg zum Killarney National Park.

Heute bin ich mit Fahren dran – das erste Mal im Linksverkehr fahren. Etwas nervös greife ich erstmal zur falschen Seite nach Gurt und Handbremse aber nach wenigen Minuten Fahrt habe ich mich bereits daran gewöhnt. Über einen Teil vom Ring of Kerry fahren wir nach Norden zum Killarney Nationalpark, wo wir den ganzen Tag verbringen werden.

Die Straßen sind zu dieser frühen Stunde leer gefegt und so können wir entspannt den Blick über die umliegende Landschaft schweifen lassen. Dichter Nebel liegt noch auf den Bergen und in den Tälern.

Ross Castle

Um 9 Uhr erreichen wir unsere erste Sehenswürdigkeit im Killarney National Park: das Ross Castle, eine kleine, verlassene Ruine am Lough Leane, dem größten der drei Seen des Nationalparks.

Wir würden gerne eine Bootstour von dort aus machen. Besonders interessant klingt eine 1,5-stündige Fahrt über alle drei Seen zum Canyon “Gap of Dunloe”, durch den man dann wandern könnte. (Kosten insgesamt ca. 20 Euro). Die Abfahrtzeiten der Schiffe passen allerdings nicht zu unserem Plan, möglichst viel des Nationalparks zu sehen und so verlassen wir Ross Castle und fahren nach Süden Richtung Muckross House.

Muckross House

Das Muckross House ist die bekannteste und demnach auch meist besuchteste Sehenswürdigkeit im Killarney Nationalpark. Bei dem Haus handelt es sich um einen herrschaftlicher Ansitz aus dem Jahr 1843, das mitsamt riesigem Grundstück am Muckross Lake liegt. Der hübsch angelegte Garten mit bunter Blumenpracht lohnt sich für einen kurzen Spaziergang und die Parkbänke eignen sich perfekt für ein Päuschen mit Seeblick. Wer das voll Touri-Programm möchte, gönnt sich auch noch eine Kutschfahrt.

Am Ufer vom Muckross Lake

Wir machen uns lieber auf den Weg in die Natur um die Landschaft des Killarney National Parks zu erkunden. Über weite Wiesen geht es zum Muckross Lake. Der See liegt inmitten von Bergen und Wald. Entlang des Ufers folgen wir dem Pfad zum Torc Wasserfall. Laut Beschilderung ist der Weg vom Muckross Haus bis zum Wasserfall nur zwei Kilometer lang. Doch erst nach 2-3 Kilometern entlang des Seeufers erreichen wir eine steile Treppe, die einen weiteren Kilometer zum Wasserfall hinauf führt.

Ständige Begleiter auf unserem Weg sind scheinbar irre Iren, die den steilen und felsigen Hang oder die ausgetretenen Stufen hinauf und hinunter joggen. Offenbar findet irgendeine irische Version eines Iron-Man-Laufs statt und wir würden noch dem ein oder anderen Läufer begegnen im Killarney National Park.

Torc Wasserfall

Im Reiseführer hatte ich gelesen, man könne auch an die oberste Spitze des Torc Wasserfalls laufen. Also stiefeln wir die Treppen und den steilen Berg hinauf. Die erhoffte Aussicht kommt aber nach 15-20 Minuten Weg nicht – stattdessen scheint der Weg vom Wasserfall wegzuführen – und so kehren wir um und kehren zurück zum Auto und fahren zum Startpunkt unserer Wanderung zum Devil’s Punch Bowl, meinem Geheimtipp im Killarney National Park.

Wanderung zum Devil’s Punch Bowl

Vorbei am Muckross Hotel fahren wir auf einem Schotterweg durch die Pampa und parken am Fahrbahnrand. Zwei nette Iren, die den auch hier stattfindenden Lauf durch den Killarney Nationalpark betreuen, fragen wir nach der Entfernung bis zum See. Neun Kilometer insgesamt für Hin- und Rückweg, sagen sie. Na, das ist ja flott machbar, denken wir uns, schultern unsere Rucksäcke und marschieren los.

Mittlerweile habe ich es überprüft: es sind tatsächlich nur ca. 3,5 Kilometer hinauf zum See, der auf der Spitze des Mangerton Berges am Rande des Killarney National Parks liegt. Allerdings müssen dabei auch 700 Höhenmeter überwunden werden – es geht also ziemlich steil hinauf.

Einen richtigen Wanderweg gibt es dabei überwiegend nicht, meistens geht es querfeldein. Der anfängliche Schotterweg wird bald abgelöst von Pfützen, Schlamm und Geröll. Unsere Verschnaufpausen werden versüßt von einem wunderschönen Blick auf die umliegende Landschaft und die Seen des Killarney National Parks.

Es ist Anfang Oktober, doch wir haben großes Glück mit dem Wetter: sie Sonne lacht uns entgegen und wir können Fleece und Jacken in den Rucksack packen und im T-Shirt Wandern – und das in Irland!

Ständig kommen uns Teilnehmer des Laufs entgegen gehumpelt. Sie sind auf dem Rückweg von der Bergspitze – mehr fallend als rennend, steil bergab. Verrückt. Aber stets – trotz Atemnot – grüßen sie freundlich. Eine Teilnehmerin drückt mir im Vorbeilaufen sogar ein Gummibärchen in die Hand: “Hier, ihr habt es fast geschafft!”

Ich bin fasziniert von der Offenheit und Freundlichkeit und frage mich ob es an dem Schlag Mensch liegt, der solche Aktivitäten macht oder ob es dir irische Mentalität ist. In den folgenden Tagen unserer Rundreise durch Kerry, würde ich mit die Frage noch beantworten können: die Iren sind das hilfsbereiteste und offenste Völkchen, das ich bisher auf Reisen kennenlernen durfte.

Mehr zu den Iren und dem Leben in Irland erzählt die übrigens Nina in ihrem Gastartikel über ihren Auslandsaufenthalt in Dublin.

Der See liegt in einer Art Krater und trägt deshalb den Namen “Punch Bowl” – also Bowle-Schüssel. Unser Weg führt direkt zum Ufer des Sees, doch es geht noch weiter hinauf. Ich lasse meinen Rucksack bei meinen Freundinnen und kraxel noch die letzten 100 Höhenmeter den Hang hinauf. Von der Bergkuppe oberhalb des Sees erwartet mich ein toller Blick auf den Devil’s Punch Bowl: es sieht tatsächlich aus wie eine Schüssel. Auf der Kuppe kann man zwei Kilometer um den See herum laufen. Ich bin der einzige Mensch weit und breit – nur zwei Schafe begegnen mir.

Nach einer halben Runde wartet das schönste Motiv auf mich: 5 Seen auf verschiedenen Ebenen: der Lough Leane und Muckross Lake im Killarney National Park (NHN +17m), der Devil’s Punch Bowl (NHN +680m), ein kleiner See, nicht mehr als ein Wasserloch (NHN +706m) und der Lough Erhagh auf der anderen Seite der Bergkuppe (NHN +429m). Ein atemberaubender Anblick, den du mit etwas Glück sogar ganz für dich allein hast.

Ladies’ View

Nach unserer Wanderung zum Devil’s Punch Bowl fahren wir zurück ins beschauliche Kenmare, das zum Glück viel untouristischer und weniger überlaufen ist als Killarney. Auf dem Rückweg über den Ring of Kerry halten wir noch am berühmten “Ladies’ View”, einem Aussichtspunkt mit Blick auf die Seen des Killarney National Parks. Es ist tatsächlich ein schöner Anblick, doch wir sind verwöhnt von unserem spektakulären Ausblick vom Devil’s Punch Bowl. Damit kann der Ladies’ View nicht ganz mithalten.

Zurück in Kenmare freuen wir uns auf unser wohlverdientes Irish Stew und Shepherd’s Pie im Pub “O’Donnabhain’s” und unser gemütliches Air BnB. Die Tagestour zum Killarney Nationalpark war ein toller Auftakt unserer Rundreise durch Kerry und ich kann einen Besuch absolut empfehlen!

Praktisches und Nützliches

  • Anfahrt

    Am einfachsten mit einem Mietwagen, dann ist man auch im Killarney National Park mobil.

    Keine Angst vor dem Linksverkehr – da gewöhnt man sich schnell dran.

    Aus Kenmare dauert die Fahrt etwa 45 Minuten.

  • Highlights Killarney National Park

    Wenig Zeit? Das sind meine drei absoluten Highlights:

    Devil’s Punch Bowhl

    Torc Waterfall

    Muckross House mit Seeufer

Karte Irland

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