Kopenhagen

Insider-Tipps von Ann-Kathrin

Im ersten Teil meines Gastartikels habe ich euch meine Auswander-Geschichte nach Dänemark erzählt.

Nachdem ihr nun alles über dänische Traditionen, meinen Schulalltag als Lehrerin und vor allem alles zu “Hygge” wisst, zeige ich euch noch meine persönlichen “Must-Sees” von Kopenhagen und der Umgebung: die schönsten Ecken, Sehenswürdigkeiten und natürlich hyggelige Cafés. 

Ann-Kathrin in Kopenhagen

Kopenhagen erkunden

Am besten erkundet man Kopenhagen zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Fahrradwege führen durch die ganze Stadt und an jeder zweiten Ecke findet man einen Fahrradverleih. Kopenhagen ist neben Amsterdam die fahrradreichste Stadt der Welt. Das habe ich auch erst erlebt und erfahren, als ich hierher gezogen bin.

Am besten beginnt man seine Tour bei „Nørreport“ und geht Kopenhagens längste Einkaufsstraße „Strøget“ entlang, vorbei an „Christiansborg“ (Regierungssitz) und am „Königlichen Theater“ bis hin zum Hafen „Nyhavn“. Hier kann man Kopenhagens Postkartenmotiv, die bunte Häuserreihe sehen. Von hier aus empfiehlt sich, vor allem bei einem Kurztrip, eine Bootsfahrt, bei der man an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbeikommt.

Weiter geht die Tour zu „Amalienborg“. Hier wohnt die Königsfamilie. In dem Haus mit den meisten Schornsteinen wohnt die Königin Margrethe (der Zigarettenrauch muss ja irgendwo raus…). Hinter Amalienborg ist die Marmorkirche zu sehen, die mit ihrer Kuppel dem Petersdom in Rom ähnelt.

Auf der anderen Seite des Wassers sieht man die Oper. Besucht man Kopenhagen im August, kann man hier beim Event der “Red Bull Klippenspringer” professionelle Cliffdiver erleben, die mit spektakulären Sprüngen von der Oper ins Wasser springen.

Stärken kann man sich zwischendurch an einem der vielen „Pølservogn“ (Wurstwagen) mit einem traditionellen dänischen (Fransk-)Hotdog. Als Nachtisch empfiehlt sich ein dänisches Softeis mit zig verschiedenen Toppings (das isst man am besten in einem „Paradis-is“-Eisladen). Oder man bestellt ganz normales Kugeleis mit extra Guff. Guff ist ein rosafarbenes, nach Marshmallow schmeckendes Topping und ist vor allem bei Kindern sehr beliebt.

Hippies, Künstler und Cannabis: Freistaat Christiania

Nach dem Besuch in der Eisdiele geht es dann weiter Richtung „Christiania“. Christiania ist ein ganz besonderer Ort. Hierbei handelt es sich um einen Freistaat mitten in Kopenhagen. Hier funktioniert die Welt ganz anders und das Leben ist durchaus mit dem Wort alternativ zu beschreiben. In der Pusher-Street, die einem Candystore gleicht, kann man sich mit allen nur denkbaren Formen von Cannabis, Marihuana usw. versorgen. Christiana ist gegen „harte Drogen“ und man kann dort wirklich die dänische Gelassenheit spüren.

Im Café Nemoland finden im Sommer jeden Sonntag Gratiskonzerte mit dänischen Künstlern statt. Wenn man Glück hat, betritt auch Lukas Graham („Seven years“) als Überraschungsgast die Bühne. Lukas ist Däne und hat seine Kindheit in Christiania verbracht. Wenn man sich seine Musikvideos anschaut, sieht man immer wieder Sequenzen aus Christiania. Achtet mal drauf.

Stadt am Wasser: Schwimmbäder und Strände in Kopenhagen

Alle verbinden Kopenhagen immer mit der “kleinen Meerjungfrau”, dem Märchen des dänischen Schriftstellers Hans-Christian Andersen. Jedoch sollte man sich wirklich darauf einstellen, dass die kleine Meerjungfrau ihrem Namen alle Ehre macht. Sie ist tatsächlich sehr, sehr klein.

Kopenhagen ist eine Stadt, die von Wasser umgeben ist. Deswegen gibt es hier unzählige Strände und Hafenschwimmbäder. Im Sommer ist ein Ausflug (gerne mit Grill und einem Tuborg oder Carlsberg im Gepäck) zu den Stränden Amager oder Bellevue wärmstens zu empfehlen. Bei einem heißen Sommer sind die Wassertemperaturen über 20 Grad und super angenehm. Bei einem normalen Sommer gilt die zehn Sekundenregel. Man taucht unter und zählt bis zehn. Dann ist es überhaupt nicht mehr kalt (vorausgesetzt man bleibt in Bewegung). Diese Regel gilt am ehesten für Ausländer – die meisten Dänen sind nämlich furchtlos und springen in jedes auch noch so eiskalte Wasser.

Achterbahn und Lichter: der Vergnügungspark “Tivoli”

In der Nähe des Hauptbahnhofs empfiehlt sich ein Besuch im Vergnügungspark „Tivoli“. Wenn man nicht unbedingt auf Achterbahnfahren steht, kann man sich auch einfach eine Eintrittskarte ohne Achterbahn kaufen. Ich liebe es vor allem, im Dezember durch den Tivoli zu schlendern. Zur Weihnachtszeit ist alles so wunderschön geschmückt und man kann zum aufwärmen einen typisch dänischen „Gløgg“ (eine Art Glühwein mit Rosinen und Mandeln) trinken und dazu „Æbleskiver“ essen. Das sind runde Teigkugeln, die mit Puderzucker und Marmelade gegessen werden.

Rund ums Essen

Typisch dänisch essen kann man u.a. in der „Tovehalle“ (Markthalle). Hier gibt’s meiner Meinung nach das beste „Smørrebrød”. Übersetzt heißt Smørrebrød ganz einfach Butterbrot, aber das Smørrebrød kann viel mehr als ein langweiliges Butterbrot. Die Dänen legen von der Kartoffel, über das Ei mit Krabben, Backfisch, Frikadellen, „Flæskesteg“(Schweinebraten mit knackiger Kruste) mit Rotkraut wirklich alles was ihnen einfällt auf eine Scheibe Schwarzbrot. Der künstlerischen Gestaltung sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Leckeren Kuchen gibt es u.a. im „Vintage Café“ in Frederiksberg (einem teuren Viertel in Kopenhagen). In Frederiksberg gibt es auch die „Kitchenette”, wo man ein leckeres Frühstück bekommt. Einen guten Kaffee trinkt man im “Bang & Jensen” oder im “Café Dyrehaven” in Vesterbro (das ist das Hipsterviertel von Kopenhagen). Hier kann man es sich auch in „Kødbyen“ schmecken lassen. Viele Locals treffen sich dort, essen und trinken eine Menge guter Cocktails (das ist Hygge).

Tipps für einen längeren Aufenthalt: Kopenhagens Umgebung

Sollte man etwas länger in Kopenhagen sein, empfiehlt sich auch ein Ausflug in den Norden ins Kunstmuseum „Louisiana“ oder man besichtigt die Kronjuwelen im Schloss Rosenborg im königlichen Garten. Um Skandinavien etwas mehr zu entdecken, ist man in nur 30 Minuten Fahrtzeit in Malmö (Schweden). Eine kleine süße Stadt, in der ein Tag zur Besichtigung ausreicht.

Im Norden liegt Helsingør mit seinem Kronborg Schloss. Helsingør erinnert mich durch seinen romantischen Baustil und die engen Gassen ein wenig an Rosamunde Pilcher. Von hier kann man mit der Fähre nach Helsingborg (Schweden) übersetzen. Wer jedoch in Dänemark bleiben möchte, kann sich nach einer vierstündigen Autofahrt Aarhus anschauen. Dort empfehle ich auf jeden Fall das „Aros“ Kunstmuseum. Ich bin eigentlich ein Kunstbanause, aber dieses Museum für moderne Kunst, hat auch mich überzeugt. Auf dem Dach befindet sich ein begehbarer Regenbogen und man kann u.a. Skulpturen im Riesenformat bewundern.

Ich hoffe, meine Begeisterung für Dänemark konnte euch ein wenig anstecken und Kopenhagen ist auf eurer Reiseliste weiter nach oben gerückt. Meiner Meinung nach ist Kopenhagen definitiv einer der „Places to see before you die“.

Und immer dran denken: „Gönn dir Pausen, genieß‘ das Leben und es gibt für alles immer eine Lösung“.

 

Bis bald in meiner Lieblingsstadt Kopenhagen.

Vi ses!

 

Eure Ann-Kathrin