La Palmas sonniger Westen

Los Llanos und Tazacorte

Der mittlere Teil der Westküste La Palmas ist wahrscheinlich die beste Gegend um sich eine Unterkunft zu suchen:

In diesem Teil der Insel gibt es die meiste Sonne und einen der wenigen Badestrände von La Palma. In den beiden Orten Tazacorte und Los Llanos findet man zahlreiche kleine Restaurants und perfekte Postkartenmotive. Apropos Postkartenmotive: traumhafte Sonnenuntergänge gibt’s natürlich auch.

Die Lage ist außerdem idealer Ausgangspunkt um La Palma zu erkunden, denn sämtliche Teile der Insel sind innerhalb von maximal 1,5 Stunden Fahrt zu erreichen. 

Los Llanos de Aridane

Los Llanos ist eine hübsche kleine Stadt im Westen von La Palma. Zum Meer ist es mit dem Auto nicht weit und man bekommt dort im Zweifel all das, was man in den kleinen gemütlichen Orten nicht findet. Es gibt sogar einen Lidl!

Ein guter Ausgangspunkt für einen kleinen Rundgang durch die Stadt ist die „Plaza de Espana“. Ein kleines Café neben der Kirche lädt dazu ein, im Schatten der mächtigen Bäume einen kleinen Kaffee zu genießen und das Treiben zu beobachten. Gegenüber steht übrigens das Rathaus der Stadt und bei selbstbewusstem Durchschreiten der Eingangshalle kann man sich sogar in den ersten Stock mogeln und einen Blick in den Saal werfen. Die Wandbemalung ist echt mal was anderes. (Und wieder einmal fällt mir auf, dass man sich zu Hause viel zu wenig Dinge ansieht. Es ist doch wirklich kaum zu glauben, aber ins pompöse Hamburger Rathaus hab ich es bisher noch nicht geschafft…).

Während rings um die Plaza de Espana die meisten Fassaden in weiß gehalten sind und nur durch ein paar XXL-Wandbilder geschmückt werden, strahlt ein paar Straßen weiter die Markthalle “Mercado de Los Llanos” mit der Sonne um die Wette. Die knallgelbe Halle mit ihren roten Türen und Fenstern ist vor allem von außen ein echter Hingucker. Ob der Markt selbst sich auch lohnt, kann ich leider nicht sagen, denn bei unserem Besuch waren sie gerade schon am Aufräumen. Damit dir das nicht passiert, komm am besten nicht erst kurz vor Ende der Öffnungszeiten (Montag bis Freitag 6-14:30 Uhr und Samstag 6-15 Uhr).

Die Gassen von Los Llanos

Richtig bunt wird es dann in den kleinen Gassen östlich der Plaza Espana. Kleine Häuschen mit Fassaden in allen Farben, pittoreske Fensterläden und Türen und gemütliche Restaurants. Ein schöner Spaziergang, bei dem sich ein Postkartenmotiv an das nächste reiht. Die Pizzeria „El Gecko Libero“ [unbezahlte Werbung] ist von innen übrigens noch mehr dekoriert als ihre mit Blumen verzierte Fassade. Schönster Platz ist der erhöhte Tisch am Fenster mit Blick auf Los Llanos schönste Gasse.

Tapas im “La Luna”

[unbezahlte Werbung]

Von außen dagegen recht unspektakulär wartet ein paar Häuser weiter das „La Luna“ auf einen Besuch. Statt einer Aussicht auf die Gasse gibt’s hier einen liebevoll dekorierten kleinen Innenhof mit nur ein paar wenigen Tischen – es lohnt sich also zu reservieren! Bei gemütlicher Atmosphäre kann man sich durch eine leckere Speise nach der anderen probieren. Grüne Bananensuppe zum Beispiel! An manchen Abenden gibt’s dort übrigens sogar Live-Musik. 

Hippie-Markt in Los Llanos

Jeden Sonntag gibt’s in Los Llanos einen tollen Markt, an dem Palmeros Zigarren rollen und an den Mann bringen und Aussteiger handgefertigten Schmuck und Krimskrams verkaufen. Die Marktstände stehen auf einem kleinen Schotterplatz außerhalb des Zentrums unter hohen Bäumen und die ganze Atmosphäre ist typisch La Palma: tranquillo. Zwischendurch einen Zuckerrohr-Saft schlürfen oder den Glasbläsern im alten Gemäuer bei der Arbeit zusehen – ein perfekter Sonntagvormittag. 

Nur ein paar Autominuten von Los Llanos entfernt liegt Tazacorte, ein kleines buntes Städtchen an der Küste. Das Zentrum mit seinen knallbunten Häusern wird nur von einem saftig grünen Palmen-Meer vom Ozean getrennt. Der Blick von der Promenade, die wie ein überdimensionaler Balkon über den Palmenwipfeln verläuft, ist dafür umso schöner. Auf der “unteren Etage” des Balkons gibt es übrigens auch noch Räumlichkeiten und Restaurants, die etwas versteckt und unmittelbar auf Palmenhöhe sind.  

Wer von Palmen genug gesehen hat, der kann bei einem Bummel durch Tazacorte viele Spielereien entdecken: kleine Figürchen auf dem Dach oder Stufen, die wie Koffer aussehen… 

Bunt und verspielt bleibt es auch bei der “Plaza San Miguel”, die ein bisschen an Gaudis Werke in Barcelona erinnert: Säulen und Mauern aus bunten Fliesen-Mosaiken und das alles vor der Kulisse des hübschen Rathauses. Hier würde sich hervorragend ein Kaffee genießen lassen, wäre da nicht der große Kreisel direkt nebenan.

Hacienda de Abajo

[unbezahlte Werbung]

Fern von Straßen und Autogeräuschen befindet sich die “Hacienda de Abajo”, ein Hotel mitten im Palmenmeer von Tazacorte. Einst war es das größte Zuckerrohrlandgut der Stadt, heute beherbergt es zahlreiche Kunstgegenstände und ein sehr gutes Restaurant. Neben all den Schätzen lohnt sich auch ein Blick in den wunderschön angelegten Innenhof. Wie ein kleiner Dschungel wachsen dort neben Palmen zahlreiche Pflanzen, deren Namen ich zwar nicht kenne, die aber vor allem abends bei hübscher Beleuchtung toll aussehen.

Fürstlich dinieren lässt es sich vor allem auf der Dachterrasse, die wie ein Séparée jeweils nur für eine Gruppe pro Abend gebucht werden kann. An dem wunderschönen kunstvollen Tisch passen locker 6-8 Personen, allerdings zahlt man auch pro Kopf für dieses besondere Plätzchen. Doch es lohnt sich, denn der Blick ist schlichtweg atemberaubend: hohe Klippen, die die Bucht von Tazacorte einrahmen, Palmen und das Meer, in dem irgendwann die Sonne versinkt… da vergisst man beinahe das leckere Essen. 

Strand von Tazacorte

Ein paar Minuten von Tazacortes bunten Häusern entfernt gibt es einen kleinen Hafen. Hier liegt nicht nur die ein oder andere schicke Yacht, auch diverse Schiffs-Touren starten hier. Die schöne nördliche Küste, die man bei diesen Fahrten vom Wasser aus bestaunen kann, ist dabei beinahe nebensächlich. Vielmehr dreht sich hier fast alles um das, was sich unter der Wasseroberfläche verbirgt und hoffentlich zwischendurch mal auftaucht: Delfine und mit super viel Glück sogar Wale! Das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wie das so war, erzähle ich dir aber in einem eigenen Artikel… 

Aber zurück an Land und zu meinem Versprechen: in Tazacorte gibt es auch einen Strand! Vom Zentrum nur einen Katzensprung über die Palmen, wartete eine kleine Bucht mit Strandpromenade. Im ersten Moment etwas ungewöhnlich erscheint der schwarze Sand. Ist man allerdings erstmal über die glühend heiße Fläche gespurtet und hat sich entspannt niedergelassen, gewöhnt man sich sehr schnell daran. Im Sonnenlicht glitzern die dunklen Körnchen sogar und bilden einen fabelhaften Kontrast zum knallblauen Meer. 

Kontrastreich sind auch mal wieder die bunten Häuserfronten der Strandpromenade. Abends kann man hier bei sehr gemütlicher Atmosphäre schlemmen – vor allem bei dem Italiener in der Mitte der Bucht sitzt man ideal um der Sonne dabei zuzusehen, wie sie hinter der Mole im Meer verschwindet.

Das ist dann übrigens genau der richtige Zeitpunkt für einen Spaziergang auf genau dieser Mole. Es gibt einen Durchgang zur anderen Seite um auch noch die letzten Sekunden des Sonnenuntergangs zu beobachten, während man auf den warmen Felsen sitzt und dem Meerrauschen lauscht. Auf dem Rückweg lohnt sich noch ein kleiner Abstecher an das Ende der Mole, von wo aus man einen wunderschönen Blick auf die funkelnden Lichter der Strandpromenade von Tatzacorte genießen kann. 

Barranco de Las Angustias

Vom Strand von Tazacorte geht es in scharfen Kurven hoch hinauf durch eine der größten Schluchten von La Palma, dem “Barranco de Las Angustias”. Vorbei an Bananenpalmen und Felswänden führt eine abenteuerliche Straße zum “Mirador de El Time” von dem man einen herrlichen Blick auf Los Llanos und Tazacorte hat. Unterwegs lohnt ein kleiner Stop in der kleinen Kirche “Ermita de Las Angustias” um die schöne Holzdecke zu bewundern. 

Zum Mirador de El Time gelangt man übrigens auch über einen steilen Wanderpfad entlang des hohen Felsvorsprungs, der die Bucht von Tazacorte einrahmt. Der Blick auf Strand und Meer eignet sich super als Ausrede für die ein oder andere Verschnaufpause und oben angelangt lassen sich die verbrannten Kalorien ganz schnell mit leckerem Kuchen auffüllen. Vom Mirador lässt sich die Erkundungstour weiter entlang der Küste gen Norden fortsetzen. Doch das ist eine andere Geschichte…