La Palma

Urlaub ganz “tranquilo”

April 2018. Mein liebster Reisebegleiter und ich hatten uns irgendwie durch einen grauen Winter, zahlreiche Skripten und Gesetze und am Ende 8 Klausuren des 2. Examens gekämpft. Endlich. Geschafft – zumindest vorerst. Freiheit – zumindest für 2 Wochen, bis die nächsten Station in den Kanzleien beginnt. Was also tun mit 2 Wochen Urlaub Ende April?

Einen Tommy-Trip nach Nordspanien? Steht ja schon eine Weile auf der Liste. Doch Ende April kann es da noch gaz schön kalt und nass werden. Weiter weg fliegen? Kein Geld und keine Zeit zu planen. Am Ende entschied es das Schicksal, denn wir bekamen ein Angebot, das wir unmöglich ablehnen konnten: 2 Wochen auf einer Finca auf La Palma (die kanarische Insel, nicht die Stadt auf Mallorca). 2 Wochen die Seele baumeln lassen bei angenehmen Temperaturen und ein bisschen die Insel erkunden – perfekt.

Vulkaninsel La Palma

La Palma ist eine der untouristischsten Inseln der Kanaren, wobei es dennoch eine recht große Community deutscher Aussteiger gibt. Die Insel ist viel grüner als die Wüsten-Inseln Fuerteventura und Lanzarote. Es gibt keine Bettenburgen und generell recht wenig Bebauung oder Infrastruktur. Das liegt wohl vor allem daran, dass La Palma die steilste bewohnte Insel der Welt ist – es geht hoch hinaus auf recht kleiner Fläche. Die Straßen führen in schmalen Serpentinen durch Schluchten und durch Vulkangesteine. Eine schnelles von A nach B -Kommen ist quasi nicht möglich.

Doch das würde auch gar nicht zum allgemeinen Lebensmotto der Palmeros passen: „Tranquillo“ (“ruhig”). Und ehrlich gesagt fand ich es regelrecht meditativ die geschwungenen Straßen mit diesen sensationellen Ausblicken entlang zu fahren (bzw. gefahren zu werden).

Es wird auch einfach nicht langweilig, denn alle paar Kilometer wartet ein anderes Klima mit einer anderen Pflanzenwelt. In der Mitte der Westküste, bei Tazacorte, gibt es die meisten Sonnenstunden. Viel mehr als auf der Ostseite der Insel. Doch schon eine Stadt weiter im Norden empfängt einen manchmal dichter Nebel und man möchte die Shorts gegen lange Hosen und Pulli eintauschen. Es ist dann wirklich so, als stünde man in einer Wolke. So schön die Vorstellung als Kind auch war – in Wahrheit ist das gar nicht mal so erquickend.

Eines ist jedoch auf allen Seiten der Insel zu finden: kleine Dörfchen und Städtchen mit süßen Gässchen und bunten Fassaden. Und auch den schwarzen Sand findet man überall (vor allem nach dem Baden abends in der Dusche…). Anfangs mag das Bild nicht so ganz in das dem Auge gewöhnte Muster “blaues Wasser, weißer Sand” passen. Doch abgesehen von der Gewohnheit, ist der dunkle Sand eigentlich recht hübsch. Ein toller Kontrast zum blauen Meer und er glitzert teilweise sogar in der Sonne.

Wenn sich über den schwarzen Sand vielleicht noch streiten lässt, so ist zumindest das Essen unangefochten ein Genuss. Auf La Palma werden hauptsächlich Bananen und Avocados angepflanzt. Und das im wirklich großen Stil. Überall auf der Insel sind Bananenplantagen – von Aussichtspunkten sieht man riesige Palmen-Flächen, die teilweise sogar eingetütet sind gegen Schädlinge und den Wind. Und diese Bananen sind kein Vergleich zu den gelben Früchten, die wir hier so bekommen. Und die Avocados erst! Weder hart, noch matschig, mit richtig Geschmack und nur einen Euro pro Kilo!

Die Spezialität der Insel ist allerdings der Ziegenkäse! Den gibt’s dort in zig verschiedenen Sorten – und doch sind sie alle anders, als die Art Ziegenkäse, die man hier so kennt. Hauptunterschied: er wird geräuchert! Und ist irgendwie “nass”. Also ein bisschen wie Feta. Es lässt sich schwer beschreiben, aber er ist unglaublich lecker!

Landschaft, Ausblick, Meer und gutes Essen – da fällt einem 2 Wochen Tranquillo ziemlich leicht. Wenn dann noch eine Katzenfamilie mit fiependen jungen Fellknäulen auf der Finca wohnt, dann kommt sogar mein wuseliger Geist und Drang zum Abenteuer mal etwas zur Ruhe. Nicht ganz so süß wie die Kätzchen waren übrigens die Muscheln, die sich bewegt haben. Da kamen Krallen-artige schwarze Fühler heraus. Gruselig! Wer’s nicht glaubt – der Film beweist es! Aber Vorsicht, nichts für schwache Nerven…

 

 

La Palmas bunte Pflanzenwelt

Die Nerven erholen sich dafür umso besser bei einem Spaziergang durch La Palmas Pflanzenwelt. Die Mode-Pflanze schlechthin, Instagram-Star und mittlerweile sogar in meinen Tommy eingepflanzt: Sukkulenten. Übersetzt heißt das soviel wie “saftreich” – und wenn man so eine Pflanze mal “öffnet”, versteht man auch wieso: die fleischigen Blätter sind voll mit Glibber. Sie speichern nämlich so viel Wasser, dass sie in heißen und trockenen Gebieten überleben können (oder eben in einem Auto beim Jahrhundertsommer in Deutschland). 

Ich habe das mal mit einer Aloe Vera Pflanze getestet. Den Glibber kann man sich nämlich direkt auf die Haut schmieren und spart sich teure Crèmes. Nachteil: das Zeug stinkt wie die Pest und ich musste es mir nach 5 Minuten wieder vom Dekolleté wischen. Pfui! So viel Aloe Vera scheint in den Crèmes nicht enthalten zu sein… sonst würde das kein Mensch benutzen! Schönheit hin oder her, irgendwo hört der Spaß auch auf.

Aber neben der bekanntesten Sorte, der Aloe Vera, gibt es noch zahlreiche andere Sukkulenten-Arten – in allen Farben und Formen. Mit ein bisschen Fantasie und einem blauen Himmel im Hintergrund, fühlt man sich wie in einer Unterwasserwelt aus Korallen und bunten Fischen. Auch Kakteen gehören übrigens zu dieser Pflanzengattung. Der kugelrunde Kaktus, der aussieht wie ein Sitzkissen wird übrigens ungelogen “Schwiegermuttersitz” genannt.

Neben all den Zierpflanzen sind solche, an denen etwas Essbares wächst, natürlich meine Lieblinge. Bei Mangos gilt tatsächlich: der Stärkste setzt sich durch. An so einem Ast wachsen nämlich erstmal zahlreiche kleine Kügelchen, die dann irgendwann zum Großteil abfallen und nur aus einigen wenigen davon werden tatsächlich mal große Mangos. Und dann gibt es natürlich noch die Bananenpflanzen überall. Die riesige Blüte so einer Pflanze sieht aus wie aus einem Science-Fiction-Film…

In den Tag leben auf der Finca 

Den Lebensstil der Palmeros übernimmt man bei solch einer paradiesischen Umgebung ziemlich schnell.

Morgens mit dem Sonnenaufgang wach werden und eine Runde Yoga mit Meerblick. Frühstück inmitten einer bunten Pflanzenwelt, wo einen nur die bettelnden Katzen “stören”. Den Wolken dabei zusehen, wie sie wie eine Lavine über die Berge schwappen. Ein kleines Lüftchen, das vom Meer hinauf weht, gefolgt von einer weiteren Yoga-Runde am Mittag. Ein bisschen umher fahren und sich abends den Bauch mit Avocados und Ziegenkäse vollschlagen. 

Den Sonnenuntergang bei einer palmerischen Zigarre und einem guten Glas Rotwein genießen und die blaue Stunde mit offenen Armen empfangen. In den glitzernden Nachthimmel blicken und wie Timon und Pumba über die leuchtenden Punkte dort oben fachsimpeln… 

Wem das zu langweilig wird, der kann auf der Insel aber auch ganz viel entdecken: Bunte Städte mit kleinen Gassen, schroffe Küsten und versteckte Piratendörfer, Vulkangipfel mit grandioser Aussicht, Wälder im Vulkan-Krater, schwarze Felslandschaften und Salzbecken, Delfine oder kunstvoll bepflanzte Balkone. Wo man das alles findet, erzähle ich euch Stück für Stück in einzelnen Tour-Abschnitten.

La Palmas schönste Ecken

Touren auf der Insel

La Palmas Sonnenseite

Kleine Gassen und bunte Fassaden:
Los Llanos und Tazacorte

La Palmas Nordwesten

Schroffe Küste und Piratenstadt:
Tijarafe bis Santo Domingo

La Palmas Zentrum

Zum höchsten Punkt der Insel:
Roque de Los Muchachos und Caldera de Taburiente

La Palmas Hauptstadt

Kunstvolle Balkone
in Santa Cruz

La Palmas Süden

Vulkangestein, Salinen und Weinanbau
in Fuencaliente

La Palmas Küste

Delfine und Höhlen:
Eine Whalewatching-Tour

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.