Flitterwochen in Afrika

Safari im Krüger Nationalpark und Surfen in Mosambik

Fischer in Mosambik

Moin! Wir sind ein frischverheiratetes Pärchen aus Schleswig-Holstein. Andi (31) ist promovierter Mikrobiologe und war zum Zeitpunkt der Reise Wissenschaftler. Mittlerweile wagt er den Quereinstieg als Chemie- und Biologielehrer. Eva (29) ist Rechtsreferendarin. Beide sind dem Wasser sehr zugewandt und segeln seit frühester Kindheit. Während des Studiums haben sie auch Wind- und Wellenreiten für sich entdeckt.

Nach 13 Jahren Beziehung entschieden wir uns im April 2018, dass wir nun mal so langsam heiraten wollten. Bevor allerdings die Planung für die Hochzeit starten konnte, musste eine viel dringlichere Frage geklärt werden: Flitterwochen-wann und wohin?! Schnell war klar, dass es möglichst tropisch warme und „surfbare“ Flitterwochen werden sollten. Also setzten wir uns mit einem Globus ins Wohnzimmer und gingen alle Länder rund um den Äquator durch.

Die Reiseziele zu denen die Flugzeit 20 Stunden und mehr betrug, wurden umgehend von Andi von der Liste gestrichen. Und so richtig inspirieren konnte ihn Mittel- und Südamerika auch nicht. Um es einmal überspritzt zu formulieren, blieb also nur noch Afrika.

Eva fiel ein, dass sie vor kurzem ein Musikvideo von einem Südafrikanischen Künstler gesehen hatte – Jeremy Loops mit „Waves“. Und dieses typische Surfer-Musikvideo war in Mosambik an dem Suferhotspot Tofo gedreht worden.

Also war es beschlossene Sache: ein Flug nach Südafrika, dort Auto leihen, auf dem Weg nach Mosambik in nord-östlicher Richtung ein paar Tage im Krüger Nationalpark verbringen, weiter über die Grenze und dann zwei Wochen in Tofo surfen und tauchen und zurück. Also insgesamt knapp drei Wochen Flitterwochen- perfekt.

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Eva und Andi
Reisekarte Südafrika Mosambik

Reisevorbereitung Südafrika und Mosambik

Für die Vorbereitung haben wir uns nicht allzu sehr mit tiefgehender Recherche und Lektüre von tausenden von Blogs oder ähnlichem verrückt gemacht. Bei allen unseren Reisen war bisher unser Kredo: Naivität schützt. Die beste Reisezeit für Mosambik und Südafrika haben wir natürlich trotzdem recherchiert und uns dann für Ende Mai entschieden. Mit unseren Hausärzten haben wir fünf Monate vor Abflug einen Impfplan ausgearbeitet, wobei wir auf Nummer sicher gegangen sind und uns einfach für alles, was empfohlen wird, haben impfen lassen und das teure Malariapräventionsmittel gekauft haben. Ein Visum für Südafrika war nicht erforderlich und das Visum für Mosambik haben wir entsprechend der Anleitung auf der Homepage der Mosambikanischen Botschaft kurz vor der Reise angefordert.

Es gibt kaum Reiseführer zu Mosambik und wenn man die wenigen, die es gibt, liest, wird schnell klar warum. Die Regierung fördert den Tourismus wenig bis gar nicht und dem Land sieht man an, dass es sich noch von den Folgen des schweren Bürgerkrieges, der im Norden des Landes vereinzelt bis heute wieder aufflammt, erholt. Tatsächlich hat der Reiseführerverlag Lonly Planet, auf die Frage, warum es keinen eigenen Reiseführer für Mosambik gebe, geantwortet, es lohne sich nicht.

Wir haben uns für „Reisen in Mosambik“ von Ilona Hupe und Manfred Vachal entschieden. Wir fanden diesen Reiseführer richtig klasse, weil er so informativ ist und uns mit sehr viel historischem und gesellschaftspolitischem Hintergrundwissen zu unserem Reiseziel Mosambik versorgt hat.

Weil wir vor der Einreise nach Mosambik den Krüger Nationalpark auf der südafrikanischen Seite besuchen wollten, war als Ausgangspunkt für unseren Flug und für die Autovermietung (wir haben den günstigsten und kleinsten Toyota gemietet, den es gab- keinen 4×4) Johannesburg optimal. Wir haben uns für einen luxuriösen Übernachtflug mit KLM entschieden. So konnten wir die Reise ausgeschlafen und erholt beginnen. Und tatsächlich sind wir guter Dinge Dank Schlafmittel und keiner Zeitverschiebung in Johannesburg gelandet.

Mosambik und Krüger Nationalpark: 3 Wochen Safari, Surfen und Roadtrip MosambikMosambik und Krüger Nationalpark: 3 Wochen Safari, Surfen und Roadtrip Mosambik

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Reiseplanung Mosambik Südafrika

Reiseroute von Johannesburg nach Tofo in Mosambik

Safari in Südafrika: Krüger Nationalpark

In Johannesburg war unser erster Gang zur Autovermietung am Flughafen. Ohne Probleme haben wir unser Auto bekommen. Nur haben wir uns ein bisschen übers Ohr hauen lassen und für einen überteuerten Preis einen Feuerlöscher gekauft, den wir angeblich bräuchten, um über die mosambikanische Grenze zu kommen (brauchten wir nicht) und was auf jeden Fall kontrolliert würde (wurde es nicht).

Also ab ging es in den Linksverkehr und auf zum Rukiya Safari Camp (Affiliate Link) bei Hoedspruit am westlichen Rand des Krüger Nationalparks. Hier haben wir drei Tage lang Safari im Luxuszelt genossen und hatten im stark europäisch geprägten Land einen sehr soften Einstieg in diesen Kontinent.

Wir haben als Erstes geführte Safaritouren mitgemacht, um alles erklärt zu bekommen und auch, um ein Auge dafür zu entwickeln, wo man nach welchen Tieren Ausschau hält. Am dritten Tag sind wir dann alleine im eigenen Auto durch den Krüger gefahren, was wirklich ein absolutes Highlight ist.

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Von Südafrika nach Mosambik

Für die Etappe vom Safari Camp in Südafrika bis nach Tofo in Mosambik hatten wir zwei Tage und eine Übernachtung auf der Hälfte der Strecke eingeplant und vorher gebucht. Wir sind am Morgen um 07:00  Uhr losgefahren, um einen Zeitpuffer für den Grenzübergang nach Mosambik zu haben. Allerdings lief an der Grenze alles glatt und wir mussten nicht lange warten. Sobald wir die Grenze nach Mosambik passierten, haben wir als verweichlichte Europäer einen ersten Eindruck davon bekommen, was es heißt, in einem der ärmsten Länder der Erde Urlaub zu machen.

Im Gegensatz zu Südafrika lag hier überall Müll, es fuhren kaum Autos auf den Straßen, dafür liefen, standen und saßen überall Menschen (auf der Straße, neben der Straße, am Straßenrand) und es gab auf einmal keine Pflanzen und Tiere mehr, weil während des Bürgerkriegs in Mosambik alles abgeholzt und aufgegessen worden war. Wir haben vielerorts nicht einmal streunende Katzen und Hunde gesehen. Und es roch fortan nach Holzkohlefeuern und Rauch. Einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Mosambiks ist nämlich die Köhlerei.

Je näher wir Mosambiks Hauptstadt Maputo kamen, desto mehr nahm der Verkehr zu. Als wir 2019 dort waren, war die Umgehungsstraße noch nicht fertig, weshalb man mitten durch die Slums und den Stadtkern fuhr, um dann an der Küste weiter nach Norden zu gelangen. Wobei fahren eigentlich nicht ganz zutreffend ist. Mir kam es mehr wie ein Hindernisrennen vor. So schnell wie möglich so viele Hindernisse, Menschen, Esel und andere Autos umschiffen, ohne dabei selbst angefahren zu werden.

Wir hatten unsere Unterkunft für die Nacht ja bereits gebucht, was hieß, dass wir es auch bis dorthin schaffen mussten. Irgendeine unbekannte Unterkunft auf gut Glück zu suchen, kam für uns nicht in Frage. Natürlich hatten wir unterschätzt, wie viel mehr Fahrtzeit man in Mosambik für 100 Kilometer auf der sogenannten Autobahn einplanen muss. Wir waren noch weit von unserer gebuchten Unterkunft entfernt und es wurde dunkel. Wir wollten es eigentlich vermeiden, im Dunkeln zu fahren, aber es nützte nichts. Am Tag zu fahren, war eigentlich schon aufregend genug. In der Nacht zu fahren, war eine harte Nummer und das haben wir danach auch nicht mehr gemacht.

Es gab auf dieser Straße, die eine der wenigen Fernstraßen Mosambiks ist, weitestgehend keine Markierungen, die im Dunkeln sichtbar sind. Sie strotzte nur so vor teilweise riesigen Schlaglöchern, die man unbedingt umfahren oder tunneln sollte. Das Schlimmste war aber bei Weitem der Gegenverkehr. Was wir nicht wussten, ist, dass man grundsätzlich ohne Licht fährt. Begegnen sich zwei Fahrzeuge, dann wird der innen liegende Blinker gesetzt, damit beide Fahrer wissen, wie breit das entgegenkommende Fahrzeug ist. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse können dann taktisch wertvolle Manöver, wie Ausweichen oder Abbremsen, durchgeführt werden.

Als wir dann endlich in unserer Unterkunft in Praia do Bilene ankamen, wurden wir von einem stark alkoholisierten Portugiesen und seinen Saufkumpanen johlend willkommen geheißen. Ein auf dem Gelände mit seiner Familie wohnender Einheimischer hat uns dann zu unserem Apartment geführt. Wir waren die einzigen Gäste, wenn man von allerlei Ungeziefer, das durch das löchrige Fliegengitter gekrabbelt war, einmal absah. Am nächsten Morgen sind wir nach einem Frühstück im Ort schnell weiter nach Tofo gefahren.

Die Landschaft veränderte sich und wurde zusehends tropischer, grüner und es wuchsen immer mehr Kokospalmen. Der Straßenrand war gespickt von hunderten kleinen Verkaufsständen, an denen die jeweiligen Clans die Produkte verkauften, die für dieses Dorf typisch sind. So konnte man auf einer Strecke von 20 Kilometern zuerst Mandarinen und Zitrusfrüchte, im nächsten Dorf ausschließlich geröstete Cashewnüsse, dann Holzkohle und schließlich Bauholz kaufen. Am schönsten waren die Dörfer die nur Piripirisoße – ein Relikt der portugiesischen Kolonialzeit- verkauften.

Je näher wir Tofo kamen, desto schöner wurde es. Es war noch ein bisschen schwierig, bis zu unserer Unterkunft zu gelangen, denn die lag hinter steilen Dünen voller Sandpisten. Hier wäre ein 4×4 Antrieb entspannter gewesen, aber mit Anlauf und Vollgas hat unser kleiner Toyota es auch geschafft. So war es viel witziger. Die Devise lautete: nicht bremsen, Vollgas geben.

Surfen in Mosambik: Tofo

Tofo beziehungsweise Tofinho, wo unser Ferienapartment “Lobster Chalets” (Affiliate Link) lag, war ein absoluter Traum. Wir waren jeden Tag surfen und tauchen, haben die schönsten Sonnenuntergänge am Strand genossen und uns einfach pudelwohl gefühlt. Mit jedem Tag, der verging, waren wir auch ein bisschen weniger wachsam und haben uns immer besser eingewöhnt. Man muss dazu sagen, dass wir ohne Schmuck (auch ohne Eheringe) und nur mit alten Klamotten unterwegs waren, um nichts zu provozieren. Wir haben unsere Wertsachen nie unbeaufsichtigt im Auto gelassen und nicht in der Öffentlichkeit mit teuren Kameras oder Smartphones rumgefuchtelt. Das war vielleicht übervorsichtig, aber es ist uns jedenfalls nichts passiert. Wir wurden nicht einmal in einer der vielen Polizeikontrollen und Radarfallen angehalten.

Unser Aufenthalt in Tofo kommt uns im Nachhinein wie eine einzige erholsame Blase vor. Man könnte so weit gehen zu sagen, dass die Region Inhambane, in der Tofo liegt selbst eine Blase in Mosambik ist. Hier hat der Bürgerkrieg kaum gewütet, die Natur ist weitestgehend intakt, die Region genießt einen gewissen Wohlstand und hat einen erhöhten Anteil weißer Aussteiger. Wir waren jeden Tag ein bis zwei Mal surfen und alle zwei Tage tauchen. Wir haben richtig viel und gut gegessen und Ausflüge in die nähere Umgebung unternommen, gelesen und gebadet. 

So haben wir zum Beispiel einen Tagesausflug zur Provinzhaupthauptstadt Inhambane gemacht. Hier haben wir das marode Flair der portugiesischen Kolonialzeit auf uns wirken lassen und authentisches “Street Food” auf dem Markt im Stadtzentrum gegessen. Wir sind auch in der Lagune vor Inhambane schnorcheln gewesen und haben dort zwischen den Mangroven Flamingos beobachtet.

Ein heißer Tipp für Feinschmecker ist ein Besuch des Restaurants “Green Turtle” in Tofo. Es ist direkt am Strand gelegen und wird von Franzosen geführt, die sich hier niedergelassen haben. Hier haben wir einen Sundowner genossen und dabei hinaus in die Bucht geschaut, wo Dhaus in der Dämmerung segelten.

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Fazit Mosambik und Krüger Nationalpark

Der Ehrlichkeit halber muss man sagen, dass wir ausschließlich mit anderen Weißen ins Gespräch gekommen sind, die dort leben oder selber Urlaub machen. Man wird ununterbrochen von Einheimischen (vor allem von Kindern) zum Kauf von Armbändern, Kokosnüssen oder Sonstigem aufgefordert und verfolgt und alle können gut Englisch sprechen, aber alles, was wir über den Alltag der Einheimischen und das Leben dort erfahren haben, wurde uns von anderen Weißen erzählt.

Was schade ist, denn wir haben ausschließlich positive und witzige Erfahrungen mit den Menschen Mosambiks gemacht und hätten gerne mehr gelernt. Das passiert beim nächsten Mal.

Denn ein nächstes Mal wird es auf jeden Fall geben. Wir haben uns in beiden Ländern absolut wohl gefühlt. Wir befürchten vor allem, dass wir auf dem besten Weg sind, süchtig nach Safaris zu werden und Mosambik hat uns für immer das Kaltwassersurfen zu Sylvester in der dänischen Nordsee verdorben.

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