Partnerakrobatik beim AcroYoga

Von der Grundposition zum langen Flow

In meinem Artikel über “AcroYoga” habe ich die drei Elemente “Partnerakrobatik”, “Therapeutisches Fliegen” und “Thai-Massage” vorgestellt. Und ich habe dir versprochen, dass – egal, welche Vorerfahrung man mitbringt – jeder es lernen kann.

In diesem Artikel zeige ich dir deshalb die Grundpositionen der Partnerakrobatik, die du als Anfänger lernen wirst und die ersten kleinen Sequenzen (“Washing Machines”), die diese Positionen mit einander verbinden. Am Ende zeige ich dir einen längeren Flow, den auch du irgendwann machen kannst!

Wenn du die Figuren gerne nachmachen möchtest – nur zu! Doch bitte immer nur mit Spotter! Besser ist es natürlich, wenn du einen Workshop für AcroYoga besuchst. Dort wirst du die notwendigen Basics lernen um bald ganz fantastische Bewegungen zu machen.

Viel Spaß!

Level 1: Die ersten Grundpositionen

Die folgenden Postionen sind wirklich schnell gelernt. Vielleicht hast du sie als Kind sogar schonmal mit deinen Eltern geturnt. 

Thron
Der Flieger sitzt auf den Füßen der Base. Die Füße des Flieger sind entweder eingehakt oder ruhen auf den ausgestreckten Händen der Base.

Bird
Der Klassiker schlechthin. Der Flieger liegt mit seiner Vorderseite (ca. Hüfthöhe) auf den Füßen der Base. 

Bogen
Wer es aus dem Yoga kennt: diese Position kann man super nach dem Bird machen.

Backbird
Der Flieger liegt nun mit seiner Rückseite auf den Füßen der Base.

 

Übrigens: 

“Front” heißt im AcroYoga, dass die Vorderseite des Fliegers zur Base zeigt, “Back” die Rückseite.

Das kann man dann alles auch noch “Reverse” machen. Das bedeutet, dass der Flieger in die andere Richtung schaut – also beim Frontbird zum Beispiel nicht auf die Base hinabblickt, sondern nun die Füße des Fliegers über dem Kopf der Base schweben. Klingt komisch? Ist aber so. 

Level 2: Grundpositionen über Kopf

Bird und Backbird funktionieren im Schlaf? Super, dann hoch mit den Füßen, und zwar über den Kopf. Eine gute Vorbereitung sind Kopfstand, Unterarmstand oder Handstand. Dadurch findest du die Körpermitte, Balance und baust die Muskeln auf, die du zum Hochziehen und Halten brauchst. 

Schulterstand 
Der Flieger liegt mit seinen Schultern auf den Händen der Base auf. 

Star
Der Flieger liegt mit seinen Schultern auf den Füßen der Base auf. 

Übrigens:

Der Flieger kann mit seinen Beinen in der Luft allerhand verrückte Sachen machen. Die Basics sind “pike” (angewinkelte Hüfte), “straddle” (gegrätscht) und  “straight” (gerade nach oben gestreckt)

Das geht natürlich auch alles wieder Reverse – also in die andere Richtung schauend. Vom Reverse-Star kann man sich dann übrigens irgendwann an den Monolimb wagen. 

Monolimb
Der Flieger liegt nun nur noch mit einer Schulter auf einem Bein der Base auf. Wer kann, der nimmt auch noch einen Arm weg.
Vorsicht: nur für Fortgeschrittene!

Level 3: Grundpositionen miteinander verbinden

Deine gelernten Positionen kannst du dann zu einer “Washing Machine” verbinden. Die sind besonders gut zum Üben, denn Start- und Endposition sind gleich und die ganze Bewegung somit wie ein Kreis, der unendlich oft wiederholt werden kann.

Four-Step
4 Schritte: Vom Star hinunter und das Knie auf dem Fuß der Base absetzen; das freie Bein durchführen und auf dem anderen Fuß der Base ablegen; Arme und Hände umgreifen; in den Backbird; die Beine von der Base nach oben führen lassen, Bauchmuskeln zusammenziehen und ZACK zurück im Star

Wem das zu langweilig wird, der kann Stück für Stück einen Schritt rauslassen, bis es nur ein ein “Step” wird – vom Star hinab (das Halten ist für den Flieger mega anstrengend), Beine durchführen und dann von der Base zurück in den Star schieben lassen. 

Tumbleweed
Vom Star in den Backbird, dann in den “Foot to Hand” (du wirst es gleich erkennen) und von dort zurück in den Star.

Das geht natürlich auch Rückwärts – also vom Star in den Foot to Hand, dann in den Backbird, dann in den Star

Level 4: Von links nach rechts

Eine ganz wichtige Grundposition habe ich euch noch verschwiegen. Das liegt vielleicht daran, dass ich sie gar nicht mal so gerne mache, denn ich bekomme davon immer tierisch blaue Flecke. Das scheint aber eine persönliche Eigenart zu sein und ist nicht die Regel! Ich bekomme ja auch beim Surfen blaue Flecken auf den Rippenbögen vom Auf-dem-Board-Liegen… (Lachen ist erlaubt).  

Sidestar
Der Fuß der Base liegt in der Hüftbeuge, also dem “Knick” zwischen Oberschenkel und Oberkörer des Fliegers – ist am Anfang ein bisschen Rumprobiererei. Auch der Sidestar geht natürlich reverse.

Hieraus kannst du eine weitere Washing Machine machen:

Baby Ninja Star
Vom Sidestar drehen in den Reverse Bird und zurück, eintauchen und wieder in den Sidestar kommen. Und sich dabei fühlen wie ein Ninja-Kämpfer (nur ohne Schwert). 

Level 5: dein eigener Flow

Und irgendwann ist es dann soweit, du hast noch viele andere Positionen gelernt oder irgendwo gesehen und entwirfst deinen eigenen Flow mit allen Figuren, die du gerne magst oder auf die du  gerade Lust hast. Der Kreativität sind dabei nur die Regeln der Schwerkraft und der begrenzten Anzahl an Körperteilen gesetzt. 

Aber vergiss bei all der Akrobatik nicht das Yoga. Ein schöner Flow ist vor allem eins: eine flüssige Bewegung zwischen Flieger und Base. 

Meinen ersten eigenen Flow haben wir an einem sonnigen Freitag-Morgen im Hamburger “Planten un Blomen” aufgenommen. 

Vielen Dank

Ralph (Center of Gravity Hamburg) und

Lasse (Regisseur und AcroYogi)

für eure Zeit und Unterstützung bei diesem Projekt! 

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