Geschichten aus Ruanda

Gastartikel-Reihe von Miriam Spies

Ruanda

© Die Rechte am Bild- und Videomaterial dieses Artikels liegen bei Miriam Spies

Miriam Spies ist Journalistin und Autorin des Marokko-Romans “Im Land der kaputten Uhren”. Zu ihrem Buch hat sie hier bereits ein Interview gegeben und in einem Gastartikel ihre Tipps zu Tanger, ihrer Lieblingsstadt in Marokko verraten. 

Nun ist sie mit einer ganz besonderen Gastartikel-Reihe zurück, die euch nach Ruanda führt. Von einer Delegationsreise hat Miriam spannende Geschichten mitgebracht, die sie euch in einzelnen Beiträgen erzählen wird.

Teil es mit der Welt
Miriam Spies

„Wir haben keine Zeit, alles zu sagen“

(Sprichwort aus Ruanda)

Über Ruanda

Um ehrlich zu sein, wusste ich nicht sonderlich viel über Ruanda, als ich mich zu der Reise dorthin entschloss. Partnerland von Rheinland-Pfalz, entsprechend beliebtes Ziel universitärer Exkursionen, Kaffeekooperationen, deren Kaffee man in Mainz kaufen kann, Aktion Tagwerk, die T.s und die H.s und der Genozid, der hohe Frauenanteil im Parlament, die 1000 Hügel und natürlich die Berggorillas. Ungefähr an der Stelle erschöpfte sich mein Wissen auch schon wieder.

Wie klein Ruanda eigentlich ist, wusste ich zum Beispiel nicht. Mit einer Landesfläche von gerade mal 26.338 Quadratkilometern gehört es zu den kleinsten Staaten Afrikas. Ich selbst kann mir unter solchen Zahlen meist nicht allzu viel vorstellen. Für alle, denen das ähnlich geht: Das entspricht in etwa der Größe von Hessen. Oder der Größe von Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Allerdings gibt’s in Ruanda deutlich mehr Einwohner als in den letztgenannten beiden deutschen Bundesländern. Gut zwölf Millionen Menschen leben in Ruanda, in Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind es zusammengenommen gerade mal gut fünf Millionen. Zugegeben: Rheinland-Pfalz als Flächenland ist nicht gerade repräsentativ was das angeht. Schaut man nach Nordrhein-Westphalen, dann liegt deren Bevölkerungsdichte mit 526 Einwohnern pro Quadratkilometer deutlich höher als die von Ruanda, die nämlich nur 468 beträgt (beides Stand 2018). Sei’s drum. Da ich das Weiß der Flecken auf meiner persönlichen Landkarte lieber in bunt als in grau verwandele, schließe ich solche Wissenslücken lieber mit Geschichten als mit Zahlen. Und meine Geschichte von Ruanda geht so:

Delegationsreise nach Ruanda

Obwohl ich ein absoluter Verfechter des Alleinereisens bin, hatte ich mich dazu hinreißen lassen, eine Delegationsreise nach Ruanda zu begleiten. Reiseveranstalter: Prime Promotion. Gruppengröße: 24. Anlass der Reise: Unter anderem die Einweihung einer durch Fly & Help finanzierten Schule im Süden Ruandas. Art der Reise: Rundreise in Jeeps, Übernachtungen in Hotels und Lodges, Verpflegung ganztägig gesichert. Kurzum: Das absolute Gegenteil dessen, wie ich mich sonst durch die Welt bewege.

Das ziemlich dichte Programm war allerdings durchaus überzeugend und schien mir geeignet, mir einen Überblick über das Land zu verschaffen. Die äußerst beklemmende und die Sprache verschlagende Genozid-Gedenkstätte in Kigali; der alte Königspalast, der ganz, ganz anders aussah, als alle Paläste, die ich bislang gesehen hatte; der seelenstreichelnde Kivu-See; ein Buschkrankenhaus im ärmsten Teil des Landes; ein Besuch bei dem Pygmäen-Stamm Abatwa; die Eröffnung zweier Schulen; die Kalkleichen in der Gedenkstätte Murambi, der Nyungwe Nationalpark, die quasi ausgestorbenen Berggorillas – es gäbe so viel, worüber es sich lohnen würde zu schreiben.

Die Geschichte und Kultur, die Komplexität und Schönheit dieses Landes, den Lebensalltag und die Lebensweise dieser Menschen adäquat einzufangen, dafür bedürfte es eines ganzen Buches. Und vermutlich auch einer weiteren Reise. Darum möchte ich mich hier auf ein paar besondere Erlebnisse beschränken.

Geschichten aus Ruanda

Fly and Help Schule in Ruanda

Fly & Help

Reiner Meutsch und wie man eine Schule in Ruanda baut

Drohnenlieferung-Ruanda

“Centre de Santé de Gikonko”

Dr. Uta Düll und Blutkonserven per Drohnenlieferung

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