Singapur
– Asien light: Lightshows, Rooftops und Kunst –

 

In meinem Bericht über Hongkong habe ich euch gebeichtet, dass ich lange Zeit eine Abneigung gegen Asien als Reiseziel hatte. Tatsächlich war Singapur das erste Land Asiens, das ich vor einigen Jahren auf meine Liste setzte. Nachdem mir Freunde Urlaubsbilder von den magischen Bäumen in Singapur’s Gardens by the Bay gezeigt hatten, war ich angefixt und überlegte sogar, für einen Teil vom Referendariat dorthin zu gehen.
Doch dann wurde das Interesse an Asien immer größer und Singapur als „Asien light“ war mir einfach nicht mehr „anders“ genug. Abgesehen davon wäre die komplette Reisekasse für Miete drauf gegangen. Statt Singapur ging ich nach Bangkok – doch natürlich blieb der Insel-Stadtstaat auf der Liste und an einem Wochenende im Juni war es soweit: „Welcome to Singapore!“

 

Schlafen in einer Kapsel
Wir landeten und kamen – mal ganz entspannt und ohne Zeitdruck – nach einer unkomplizierten U-Bahn-Fahrt in der Chinatown von Singapur an. Wir hatte uns für die ersten beiden Nächte für eine, in Singapur aufgrund der hohen Mieten weit verbreitete Schlafmöglichkeit entschieden: das moderne Kapselhotel “Cube”. Vom Prinzip her ist es eigentlich nichts anderes als ein gemischter Schlafsaal – allerdings sind die Matratzen richtig eingebaut. Der ein oder andere mag jetzt an Leichenhalle denken – aber tatsächlich waren die kleinen Räume sehr geräumig und wir hatten fast das Gefühl mal wieder mit meinem Camper Tommy unterwegs zu sein. Pro Raum sind ca. 15 Betten untergebracht – aber anders als in den meisten Hostels nahm man hier sehr viel Rücksicht auf den Rest. Durch die Holzwände und die Jalousien hat man genug Privatsphäre und es ist irgendwie echt gemütlich! Toll sind auch die „Gemeinschaftsbäder“ – verschiedene, sehr moderne Bäder mit großer Dusche, Waschbecken und WC. Bis auf die Tatsache, dass alle Bäder gemeinsam genutzt werden, ist es dabei so, als sei man zu Hause im eigenen Bad. Wahnsinn.

 

 

 

Chinatown
Von unserer Unterkunft purzelten wir direkt auf die Essens-Meile von China-Town. Unter einem hohen Glasdach finden sich zahlreiche Stände mit Essen aus aller Herrenländer – vor allem aber die in Singapur hauptsächlich vertretenen Nationen: Chinesisch, Malaiisch und Indisch. Am ersten Abend entschieden wir uns für einen leckeren Mix-Teller bei einem indischen Stand, am zweiten Abend probierte ich Frosch im “Tak Po” . Klingt aufregender als es dann ist: es schmeckt einfach nach sehr sehr zartem Hühnchen – aber die vielen kleinen Knochen machen das Essen etwas mühsam (die Frösche werden da mehr oder weniger halbiert hineingeworfen und man kann noch richtig die Wirbelsäule erkennen…).

Die abendliche Atmosphäre bei bunt leuchtenden Lampions und tollen alten Häuserfassaden ist dabei wirklich hübsch – aber wir empfanden es zugleich auch als sehr künstlich. Mit Chinatown verbindet man dann doch eher „ursprüngliches Asien“ – und jedenfalls keinen Hochglanz-Stadtteil. Doch auch bei Tageslicht, als wir durch einige Straßen des Viertels schlenderten, wirkte die Gegend eher wie ein großer Themenpark, als eine Wohngegend mit kulturellen Besonderheiten. Statt chaotischer kleiner Gassen fanden wir aber tolle Street-Art-Kunst in der Nähe der Club Street und der Ann Siang Road.

 

Einen schönen Einblick in die verschiedenen Kulturen der Bevölkerung Singapurs bekamen wir dann aber bei einem Besuch der beiden größten Tempel von Chinatown.
Im Hindu-Tempel Sri Mariamman (warum auch immer der in Chinatown und nicht im Little India steht…) entdeckten wir nicht nur eine lange Schlange Gläubiger, sondern auch viele bunte, teilweise sehr skurrile Figuren aus Geschichte und Glaubenswelt des Hinduismus.

 

Nur zwei Straßen weiter befindet sich der Buddha Tooth Relic Tempel, ein schon von außen beeindruckendes Gebäude mit den für chinesisch-buddhistische Tempel typischen roten Verzierungen. Im Innern fanden wir einen pompösen, reich verzierten und gold-funkelnden Saal vor, in dem gerade eine Zeremonie stattfand. Der „heilige Zahn“ Buddhas stand übrigens wohl im kleinen Raum am Hintereingang. Die Menschentraube davor war allerdings so groß – und unsere Faszination für Zähne dagegen zugegebenermaßen eher klein, dass ich dazu nicht viel erzählen kann…

 

Am Abend feierten wir anstelle der buddhistischen Kultur die des Bieres und setzten uns an den nahegelegenen Clarke Quay. Statt uns ins laute touristische Bar-Gewühl am nördlichen Ufer zu schmeißen, setzten wir uns lieber mit ein paar 7-Eleven-Bieren an die Stufen direkt an der U-Bahn-Station „Clarke Quay“. Von dort aus genossen wir einen schönen Blick auf die Lichter der Bar-Straße, die sich im Singapore River spiegelten und beobachteten amüsiert, wie kreischende Menschen in einer Metallkugel an einer riesigen Schaukel hin und her geschleudert wurden.

 

 

 

Rund um die Marina Bay
Von der Chinatown kann man übrigens auch wunderbar zum Wahrzeichen von Singapur laufen: der Marina Bay. Doch bevor wir dort ankamen, entdeckten wir auf unserem Streifzug durch den Wolkenkratzer-Wald viele moderne Kunstwerke neben der ohnehin schon sehr fotogenen Architektur. Vor allem rund um die Church Street und den Collyer Quay schlagen Fotografenherzen höher.

 

Uferpromenade
Wir erreichten das Ufer der Marina Bay am Clifford Square, einem hübschen Platz mit Springbrunnen, von dem aus man einen tollen ersten Blick auf das beeindruckende Gebäude Marina Bay Sands hat.

Von dort aus spazierten wir zum Merlion, einer Löwenstatue mit Fischschwanz, die das Wahrzeichen von Singapur ist. (Fun-Fact: der Name „Merlion“ setzt sich zusammen aus Mermaid (Meerjungfrau) und Lion (Löwe)). Die Statue hat übrigens keine wahnsinnig historische Bedeutung – sie wurde erst 1964 im Auftrag der Tourismuskommission als Logo für die Stadt entwickelt, denn im Jahr zuvor war Singapur – als ehemalig britische Kolonie – vom Vereinten Königreich unabhängig geworden und in einer Föderation mit dem heutigen Malaysia entlassen worden. 
Von dieser hat sich Singapur übrigens zwei Jahre später schon wieder losgesagt und ist seit 1965 souveräner Stadtstaat. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Unabhängigkeit von Singapur, wurde die Jubilee Bridge gebaut, die vom Merlion über den Singapur River zum Esplanade mit seinem zackenförmigen Dach führt.

 

 

Marina Bay Sands
Wir spazierten das Ufer der Marina Bay entlang, vorbei am Outdoor-Theaters des Esplanade, zu dessen abendlichen gratis Vorstellungen wir es leider nicht mehr geschafft haben und gelangten zur futuristischen Helixbrücke. Die Stahlkonstruktion sieht tatsächlich aus wie ein DNA-Strang und führt direkt hinüber zum bekanntesten Gebäude der Stadt: das Marina Bay Sands. Das Hotel, das aus drei Türmen besteht die durch die raumschiffartige Dachterrasse miteinander verbunden sind, wird flankiert von einem großen Shoppingcenter, in dem neben den teuersten Marken der Welt sogar ein kleiner See inklusive Gondeln anzutreffen ist. Wir hatten zwar kein Geld für Luis Vuitton (der in einem separaten, repräsentativen Pavillon direkt am Wasser steht), investierten aber 20 Singapur-Dollar im Casino, in das man als Tourist gratis Eintritt erhält und sich sogar an den Softdrink-/Kaffeautomaten bedienen kann. Das ist natürlich ein ausgeklügelter Plan, denn natürlich spielt man dann auch, wann man schonmal dort ist. Wir entschieden uns für eine Partie Roulette am Computer, wobei die Kugel aber noch live geworfen und per Kamera auf Bildschirme übertragen wird. Der Mindesteinsatz liegt bei 10 Dollar und mit unserem rot/schwarz-50:50-Einsatz gingen wir zumindest mit 10 Dollar Gewinn wieder raus (wir begingen allerdings leider den Fehler, unser Glück auch am zweiten Abend nochmal herauszufordern, wo wir unseren Gewinn natürlich direkt wieder abtreten mussten. Die Bank gewinnt eben doch immer.)

 

 

Gardens by the Bay
Nach gratis Drinks im Casino verschlug es uns auf die andere Seite des Marina Bay Sands in den Gardens by the Bay. Der große Park am Fuß des Hotels ist erst vor wenigen Jahren angelegt worden und ein schöner Mix aus saftigen Grasflächen mit Blick auf die Skyline von Singapur, Palmen und außergewöhnlichen Pflanzen, vielen kleinen Seen und Springbrunnen und kleinen Wegen. Am Ende des Parks gibt es einen kleinen Food-Court mit Blick aufs Wasser. Die Burger am ersten Stand sind richtig lecker und mit etwas Glück gesellt sich sogar ein Waran dazu (keine Sorge, die kleinen Mini-Krokodile sind eher scheu und unser Freund verkrümelte sich schnell auf einen Baum). 

 

Aus dem grünen Palmenmeer stechen schon von weitem die zwei riesigen Gewächshäuser mit ihren Glaskuppeln heraus. Der Eintritt für beide Gewächshäuser ist mit 20 Euro nicht gerade wenig, aber ich hatte so viel Gutes gehört, dass wir das Geld investierten.
Wir besuchten zuerst den Flower Dome, das größte Glasgewächshaus der Welt. Ich mach es mal kurz: es war absolut enttäuschend. Das Innere ist recht unkreativ gestaltet und eine schlichte Aneinanderreihung verschiedener Pflanzen. Zwar sind sie nach regionalem Ursprung sortiert (z.B. eine Afrika-Abteilung), aber das Konzept ist eher spärlich umgesetzt und wohl auch schwierig zu Realisieren, hat das Gewächshaus doch überall die gleiche (recht kühle) Temperatur. Dazu kommt, dass die „ausgestellten“ Pflanzen ziemlich unspektakulär sind – die meisten davon kennt man aus deutschen Gärten. Als ich an einem Feld mit Mohrrüben vorbeikam, musste ich an meine Oma denken, die wahrscheinlich sehr amüsiert darüber sein würde, wenn ich ihr erzähle, dass ich mir für 40 Mark Gelbe Rüben angeschaut habe… Hinzu kam, dass die meisten Beete eher ungepflegt wirkten. Einzige Ausnahme war da wohl die Sonderausstellung in der Mitte des Gewächshauses, die als Motto offenbar „Europäischen Kitsch der 50er“ hatte. Die Ansammlung von Pflanzen, kleinen Brücken und künstlichen Hühnern wäre das perfekte Bühnensetting für den ZDF-Fernsehgarten gewesen… Einzig die wilden Holzskulpturen in der Form von Drachen, Vögeln oder sogar den Helden aus „Alice-im-Wunderland“, die überall im Flower Dome verteilt sind, gewannen da noch einen Punkt in der B-Note und auch die modernen Mensch-Skultpuren aus Metall, deren die Körpermitte fehlte, war eine kreative Abwechslung zum Rest.

 

Der nebenangelegene Cloud Forest überraschte uns danach zum Glück im Positiven! Das Gewächshaus ist zwar kleiner, aber wesentlich aufwendiger gestaltet. In der Mitte befindet sich ein großer überwucherter Berg, durch dessen Inneres man mit einem Aufzug nach oben fährt, um dann auf einem Skywalk drumherum hinabzulaufen. Dabei passiert man wesentlich eindrucksvollere Pflanzen, hat einen tollen Blick hinaus auf die Marina Bay, läuft durch angenehm kühlen Nebel und kann von einer Aussichtsplattform direkt neben einem Wasserfall hinabblicken. Das ganze ist auch hübsch illuminiert und wir bereuten, dass wir zuerst im anderen Haus gewesen waren, denn nun mangelte es uns an Zeit bis zum Beginn des eigentlichen Highlights der Gardens by the Bay.

 

 

Supertrees – ein Ausflug nach Pandora 
Auch wenn die große Parkanlage neben dem Marina Bay Sands auch wirklich hübsch ist, das eigentlich Highlight der Gardens by the Bay sind die Supertrees: Skulpturen in der Form großer Bäume, an deren Stämmen bunte Pflanzen wachsen und deren Baumkronen aus lilafarbenen Ästen bestehen. Schon tagsüber sind die großen Kunstwerke, die an verschiedenen Stellen im Park verteilt sind, ein toller Hingucker. Doch abends, wenn die Baumstämme von bunten Scheinwerfern beleuchtet werden und die Äste mit kleinen LEDs funkeln, taucht man geradezu in die paradiesische Welt des Films Avatar ein. Für den ein oder anderen mag es kitschig klingen – aber das ganze sieht schon sehr magisch aus… 

Bei unserem Besuch in Singapur feierten die Gardens by the Bay gerade fünfjähriges Jubiläum und anlässlich des Geburtstags fanden einige Sonderveranstaltungen statt. So gab es gegen Sonnenuntergang eine kleine Parade – beginnend am Golden Garden, der kleineren Baumgruppe, und durch den Park zur Supertree Grove, der Hauptgruppe. Dort sind die Bäume sogar mit einem schönen Skywalk miteinander verbunden, auf dem man für wenige Euros Eintritt entlang spazieren kann. Leider war der Weg anlässlich der Geburtstagsveranstaltungen nur für wenige Stunden am Vormittag geöffnet und wir hatten es verpasst.

Für den verpassten Spaziergang in luftiger Höhe wurden wir allerdings mehr als ausreichend entschädigt. Jeden Abend gibt es am Supertree Grove eine (gratis) Lightshow zu Musik, die sehr schön sein soll. Doch zum Geburtstag der Gardens by the Bay gab es eine ganz besondere Vorstellung. Während die Supertrees  von zahlreichen Scheinwerfern in Szene gesetzt wurden, traten Tänzerinnen und Feuerakrobaten auf kleinen Bühnen zwischen den Bäumen auf und von den Baumkronen hingen Zirkusartistinnen in Reifen oder an Tüchern und vollführten ihre Kunststücke. Zwischendurch flogen riesige Seifenblasen umher und Stichflammen schossen in den abendlichen Himmel. Die Show war natürlich sehr spektakulär  – wobei die Magie der Supertrees durch die vielen Menschen und die Bühnen zugegebenermaßen ein bisschen abhanden gekommen war. Es ist also mit Sicherheit auch wunderschön, sich für die “normale” Show einfach unter einen der Bäume zu legen und sich von der Musik und den Lichtern verzaubern zu lassen. Nach der Show schwebte übrigens ein großes  Smiley aus einzelnen leuchtenden Punkten am Himmel, das plötzlich seine Form zu einem Baum und danach zu einer Fünf wechselte… Das müssen Drohnen gewesen sein – anders kann ich mir das nicht erklären – mit herausragenden Piloten. 

 

 

Pool mit Aussicht: Auf dem Dach des Marina Bay Sands
Das Dach des Marina Bay Sands ist nicht nur wegen seiner Raumschiff-Form oder der spektakulären Aussicht berühmt. Es ist zugleich auch der Ort des wohl berühmtesten Infinity-Pools der Welt. Kein Wunder, denn er ist mit rund 200 Metern der höchste und mit 150 Meter Länge auch längste Pool weltweit. 
Klar wären wir super gerne in das kühle Nass über den Dächern von Singapur gesprungen – doch dieses Privileg bekommt man nur als Hotelgast. Die Verlockung, sich allein aus diesem Grund für eine Nacht in das berühmte Hotel einzuquartieren war groß – der Preis mit gut 350 Euro pro Nacht allerdings auch. Uns war das definitv zu teuer für einen Schwimmbadbesuch.

Stattdessen besuchten wir die Rooftop-Bar “Cé La Vie” , die sich direkt neben dem Pool befindet und genossen eine herrliche Aussicht auf Singapur und zur anderen Seit auf die Gardens by the Bay. Es gibt übrigens auch eine reine Aussichtsplattform ganz vorn im “Raumschiff”, die aber ca. 15 Euro Eintritt kostet. 
Wenn man darauf verzichten kann, ganz vorn zu stehen (und das kann man sehr gut, denn den Blick auf die Skyline und den Park hat man sowieso zur Seite raus), fährt man lieber im Tower 3 hinauf zur Bar und kann sein Eintrittsgeld in einen leckeren Cocktail umwandeln. Die sind zwar auch alles andere als günstig, aber man kann die Aussicht wesentlich entspannter mit einem Gin Tonic am Tisch genießen, als sich die Beine auf dem Observation Deck in den Bauch zu stehen. 
Wir sind eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang hinaufgefahren und genossen die Aussicht bis Singapur’s Skyline in bunten Lichtern erstrahlte. Auf die Weise konnten wir die Stadt bei Tag, im warmen Licht des Sonnenunterganges und bei Nacht sehen – Wunderschön! 

 

 

Lightshow in der Marina Bay
Noch wunderschöner wurde es allerdings danach am Ufer des Marina Bay Sands. Schon seit ein paar Jahren gibt es eine abendliche Lightshow in der Marina Bay. Auf verschiedenen Blogs hatte ich zuvor gelesen, dass es am besten sei, die Show vom Merlion aus zu beobachten. Zum Glück hatten wir uns in der Bar des Marina Bay Sands aber nochmal nach der Lightshow erkundigt und herausgefunden, dass wenige Tage zuvor eine komplett neue Show eingeweiht wurde. In dieser ist nicht mehr das Gebäude des Marina Bay Sands im Mittelpunkt, sondern eine neu gebaute Wasser-Sprinkler-Anlage direkt am Ufer vor dem Haupteingang der Shopping-Mall. Wie in einem Amphitheater füllten sich kurz vor acht die Stufen am Wasser und dann ging es los: 15 Minuten zu Musik, die aus der Feder von Hans Zimmer hätte sein können wurde durch das Zusammenspiel von Wasser und Licht Magie erzeugt. Fontänen in verschieden Farben und Formen und Bilder, die auf feinen Wasserdampf projiziert wurden. Durch die verschiedenen Ebenen entstand ein richtiger 3D-Effekt und ein (projizierter) Vogel flog durch das Wasser auf uns zu. Der ruhige und verträumte Beginn der Show entwickelte sich zu einem actionreichen Mittelteil und endete in einem fulminanten Finale. Die Show vor dem Bellagio in Las Vegas oder die Wasserorgel im Hamburger Planten un Bloomen können da nicht mehr mithalten.
Ich, die schon bei der trashigen Lightshow in Hongkong ein paar Krokodilstränen herausgedrückt hat, habe Rotz und Wasser geheult (und werde seitdem jedes Mal von meinem liebsten Reisebegleiter ausgelacht, wenn irgendwo ein Licht blinkt “nicht anfangen zu weinen!”). Ich war so hin und weg, dass ich eine Stunde später bei der Wiederholung spontan nochmal hinflitzte und zumindest die zweite Hälfte nochmal genoss – UND filmte, weil man das Kunstwerk einfach nicht richtig in Worte fassen kann.

 

 

 

Lantern Bar
Nach der Lightshow spazierten wir den restlichen Weg um die Marina Bay herum, vorbei an den leuchtenden Glasfronten der Wolkenkratzer-Skyline von Singapur. Unser Ziel war die Lantern Bar auf dem Dach des Fullerton Bay Hotels. Die Bar befindet sich zwar nur auf dem 5. Stock, doch umso schöner ist der Blick hinüber auf das Marina Bay Sands. Vor allem aber ist die Dachterrasse sehr atmosphärisch mit dem gold-leuchtenden Schriftzug, der sich im Pool spiegelt (der natürlich auch nur den Hotelgästen vorbehalten ist). 

 

 

 

Nördlich des Singapore Rivers

Naumi Hotel
Unseren letzten Tag in Singapur verbrachten wir nördlich des Singapore Rivers, denn die Stadt hat noch ein bisschen mehr zu bieten als nur die Marina Bay. Vor allem aber, verbrachten wir dort eine Nacht in einem wunderschönen und sehr schicken Boutique-Hotel (mein Geburtstagsgeschenk). Das Hotel hat ein tolles Design, eine herrliche Dusche und aus dem neunten Stock hatten wir einen tollen Ausblick auf Singapur’s Skyline. In dem weichen Bett mit Federdecke fühlte ich mich wie auf einer Wolke und schlürfte genüsslich einen Kaffee aus der Zimmer-eigenen Nespresso-Maschine. Das Frühstück war hervorragend und mit Detox-Smoothies, Salatbar und Aloe Vera-Drinks wahrscheinlich das Gesündeste, das wir in den letzten Monaten zu uns genommen haben. 
Und als wäre das nicht schon genug für’s Prinzessinnen-Gefühl gewesen, wartete auf dem Dach ein idyllischer Infinity-Pool mit tollem Blick. 

 

 

Arabisches Viertel “Kampong Glam”
Vom Naumi Hotel schlenderten wir zum arabischen Viertel, das mit kleinen Geschäften, Restaurants und Streetart rings um die Sultan Moschee auf Touristen wartet. Das Viertel ist – ähnlich wie Chinatown – sehr künstlich und irgendwie fehlte uns der natürliche Charme. Die Restaurant-Straße ließen wir schnell hinter uns, denn vor jedem Laden wartete bereits ein mehr oder weniger aufdringlicher Herr, der einem erzählte, man habe das beste Essen dort. 

 

 

Little India
Ein paar Stationen mit der Metro weiter, gelangten wir zum Little India, das aus bunten Straßen rings um das Tekka Center besteht. Das Viertel war wesentlich natürlicher als das arabische oder Chinatown und bei einem kleinen Spaziergang entdeckten wir weitere Streetart und eine hübsche Gasse, in der viele bunte Tücher aufgehängt waren.

 

 

Kolonialschick
wir fuhren noch weiter bis zur Orchard Road, die ewig lange Shoppingstraße von Singapur. Die Straße selbst fanden wir aber eher langweilig (und zum Shoppen in Singapur fehlte das Geld), also fuhren wir zurück Richtung Naumi Hotel. In der Umgebung des Hotels entdeckten wir noch ein paar hübsche Kolonial-Gebäude und schlenderten durch den (eher unspektakulären) Fort Canning Park. 
Aber ganz ehrlich: wir waren einfach platt vom Sightseeing, es war warm und auf uns wartete noch der schöne Hotelpool… Und bei dem ließ es sich noch herrlich entspannen bis wir am Abend zurückfliegen mussten. 

 

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