Südafrika

Von Port Elizabeth nach Kapstadt

Südafrika

Hallo,

Mein Name ist Monika und ich bin die Mama von Kate. Kate liebt das Reisen. Kein Wunder, denn wir, ihre Eltern haben ihr die Freude und Neugier am Entdecken und die Abenteuerlust wohl schon mit in die Wiege gelegt. 

Mit einem klapprigen Renault fuhren wir schon Anfang der Achtziger durch Frankreich. Wir schliefen im geliehenen Zelt und manchmal auch am Strand, wenn uns das Geld für den Campingplatz zu teuer war. Um unsere Reisesparschwein möglichst lange am Leben zu halten, verzichteten wir auf Komfort zugunsten weiterer Urlaubstage – Hauptsache Reisen!!

Als unsere drei Kinder noch klein waren, schienen uns Reiseziele in Europa am sinnvollsten. Aber als der Jüngste gerade mal drei Jahre alt war, beschlossen wir, dass die Zeit für Fernreisen gekommen sei. Gleich ans andere Ende der Welt, nach Australien, wagten wir uns zu fünft. Danach war klar, unsere Kinder sind absolut fernreisetauglich. Ich frage mich manchmal, ob sie überhaupt eine Wahl hatten…

Bei unseren Reisen in das südliche Afrika war Kate schon längst flügge und auf eigenen Pfaden unterwegs. Deshalb bat mich Kate, ihr und ihren Lesern von unseren Reisen nach Südafrika, Namibia und Botswana zu erzählen.

Kates Eltern
Teil es mit der Welt

Südafrika – ein Traum geht in Erfüllung!

Der Einstieg in den für uns noch unbekannten Kontinent war eine Reise nach Südafrika im Oktober 2012. Wir waren zu viert unterwegs. Wir, das sind Kates Eltern und ihre zwei Brüder. 

Von Port Elizabeth Richtung Westen bis nach Kapstadt führte uns die Tour, die wir selbst geplant und organisiert hatten. Mit dem Geländewagen fuhren wir entlang der Küste und durch das Inland und übernachteten in vorgebuchten Guesthouses.

Die Reise liegt nun schon einige Jahre zurück und kann deshalb nur die damaligen Eindrücke wiedergeben. Deshalb werdet ihr auch keine Preise, Öffnungszeiten etc. im Reisebericht finden. 

Reiseroute Südafrika

Safari im Addo Elephant National Park

Nach unserer Landung in Port Elizabeth und der Autoübernahme fahren wir in den 70 Kilometer nordöstlich gelegenen Addo Elephant National Park. Er wurde 1931 zum Schutz der damals letzten hier lebenden Elefanten errichtet. Heute leben mehr als 600 der grauen Riesen und viele andere Tiere in dem Wildreservat, das zu der staatlichen Organisation South African National Parks (SAN Parks) gehört. Im Gegensatz zum berühmten Krüger Nationalpark ist der Addo malariafrei

Schnell beziehen wir ein einfaches und zweckmäßiges Familychalet im Addo Main Camp, um es gerade noch rechtzeitig zum angebotenen Gamedrive zu schaffen. Diese Pirschfahrten in offenen Jeeps werden von erfahrenen Guides geführt, deren geschultes Auge die Tiere dort entdeckt, wo wir schon extrem genau hinschauen müssen. Also los geht die Suche nach den “Big Five”: Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn und Büffel!

Bald sehen wir die ersten Tiere. Warzenschweine, Kudus, und Zebras. Ein Prachtexemplar von Büffel kreuzt unseren Weg, aber auch die Gefiederten gilt es zu entdecken: Strauß, Perlhuhn, Glanzstar, Drongo und viele andere. Besonders beeindruckt sind wir aber doch von den Elefanten, die sich leise durch das Gebüsch schieben. Mit einem wunderschönen Sonnenuntergang endet unser erstes Safarierlebnis. 

Allein auf Elefantensuche im Addo

5 Uhr – der Wecker klingelt! Der nächste Tag im Addo bricht an und wir machen uns schnell startklar. Heute werden wir uns allein mit unserem Auto auf Safari wagen.

Es geht bergauf und bergab durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit dornigem Gestrüpp, Kakteen und bizarren Bäumen. Die unbefestigten Straßen sind bei trockener Witterung mit normalem Pkw problemlos zu befahren, aber ein „ordentliches“ Auto mit 4×4 macht dann doch mehr Spaß. Man fühlt sich sicherer und der erhöhte Sitz ermöglicht einen besseren Blick, um die Tiere zu erspähen. Wir sehen wieder viele Zebras und Antilopen.

Plötzlich steht eine große Elefantenherde mit Elefantenbaby direkt neben der Straße. Sie kommen auf uns zu und ziehen gemächlich an unserem Wagen vorbei. Das Jungtier bleibt an den sich spiegelnden Radkappen stehen und versucht mit seinem Konterfei zu kommunizieren. Ein tolles Erlebnis! 

Am Nachmittag verlassen wir den Addo und steuern das Schotia Game Reserve an.

Auf Tuchfühlung mit Löwen in Schotia

Angrenzend an den Addo befindet sich das private Wildreservat Schotia Safaris Game Reserve. Unser Guide Carl heißt uns willkommen und betreut uns während unseres Aufenthaltes. Im Park darf man nicht selbst fahren und so können wir uns während eines ersten Gamedrive ganz auf das Erspähen der Tiere und das Fotografieren konzentrieren. Impalas, Zebras, Gnus, Giraffen und viele andere Tiere kommen uns vor die Linse. Nebenbei erfahren wir einiges über Carls Arbeit als Guide.

Höhepunkt ist am Nachmittag die Löwensuche. Über Funk verständigen sich die Guides und bald hat einer ein Löwenrudel entdeckt.  Sie lassen uns dicht heran und so können wir die Tiere aus nächster Nähe beobachten. 

Ein Highlight des Aufenthaltes ist die Nachtsafari. Im Dunkeln durch die Wildnis zu fahren ist wirklich aufregend. Der Guide strahlt hier und da ein Tier an. Hippos, die wir bisher nur in schlammigen Tümpeln gesehen haben, schieben sich grasend und schmatzend durch die Dunkelheit.

Ein einzelner aggressiver Elefant lässt dann aber doch das Herz schneller schlagen. Er nähert sich bis auf wenige Meter und spart dabei nicht an Drohgebärden. Irgendwann gelingt es Carl mit Volldampf an dem riesigen Bullen vorbei zu fahren, der uns noch eine Weile verfolgt.

Mit zitternden Knien freue ich mich dann doch sehr über kleine Springhasen und ein Stacheltier, das versucht schnell dem Lichtstrahl zu entkommen. Am nächsten Vormittag gibt es eine letzte Tour mit Carl und wir sehen unsere ersten Nashörner. Dann heißt es Abschied nehmen von Schotia, das uns wirklich gut gefallen hat.

Einsam durch die Baviaanskloof

Die Allradstrecke von Patensie nach Willowmore gehört zu den Traumstrecken Südafrikas und führt auf ca. 200km durch nahezu unberührte Natur. Weder Tankstellen noch andere Zeichen menschlicher Zivilisation sind hier zu finden. Aber wofür haben wir einen SUV?  Also, auf zur Pavianschlucht “Baviaanskloof!

Die namengebenden Affen sehen wir bald, aber auch einige Kudus und Zebras. Hauptaugenmerk liegt allerdings auf dem Zustand der unbefestigten Straße. Mehrere kleine Wasserfurten stellen noch keine Herausforderung für uns dar, aber die Kür kommt, als wir plötzlich vor einer 400m langen Wasserdurchfahrt stehen. Das Wasser steht geschätzte 40 cm hoch. Da müssen wir durch!  Bloß jetzt nicht festfahren. Wir schaffen es! Das glaubt uns doch keiner zuhause. Es muss ein Beweis her: Bitte nicht lachen, zwei fahren nochmal zurück und die anderen halten das Abenteuer mit Foto- und Filmkamera fest.

Von den Pässen bieten sich überwältigende Panoramen, an den Wegen blühen Proteen und Paviane verschwinden kreischend im Unterholz. Auf der gesamten fünfstündigen Fahrt zum nächsten Guesthouse begegnen wir nur einem weiteren Auto.

Knysna, Lagunenstadt an der Gardenroute

Mit der Stadt Knysna haben wir die berühmte Garden Route erreicht, die sich 300 Kilometer von  Mossel Bay im Westen bis Storms River Village im Osten erstreckt. Malerische Buchten, einsame Strände, hohe Klippen und urzeitliche Wälder machen den Reiz des Küstenabschnittes aus.

Das hübsche Knysna liegt an einer natürlichen Lagune, die von  zwei großen Felsen, den „Heads“, beschützt wird.  Wir beziehen ein idyllisches Guesthouse, das “Zauberberg-Cottage” mit Blick auf die Lagune und umgeben von einem liebevoll angelegten Garten.

Leider ist der Himmel bewölkt, es ist sehr windig und nur 12°C warm. So wird das nichts mit Faulenzen an einem der schönen Strände. Dafür spazieren wir zu den Heads. Der Ausblick auf Knysna mit dem Hafen, die Featherbed Nature Reserve und die tosende Brandung ist herrlich.

Die Waterfront der Stadt ist übrigens sehr ansprechend angelegt und lädt auch uns mit seinen Restaurants zum Essen ein. Wie wäre es mit Austern, für die Knysna so berühmt ist?

Von Affen in den Bäumen und Vögeln, die nicht wegfliegen

Was tun bei schlechtem Wetter in Knysna? Bei Regen entlang der Garden Route zu fahren, gehört nicht zu unserem Plan. Also nutzen wir das Abwarten auf Wetterbesserung mit dem Besuch zweier Parks.

Dem Regen entkommen wir im dichten Urwald des Monkeyland. Hier tummeln sich Paviane, Grünmeerkatzen, Lemuren und einige Primaten in den Baumwipfeln oder stillen ihren Hunger an bereitgestellten Futterstellen. Die Tiere wurden ursprünglich, nach  missglückter privater Tierhaltung , abgegeben und nun versucht man den Tieren hier eine Umgebung zu schaffen, die ihrem natürlichen Lebensraum entspricht.

Im benachbarten Birds of Eden verhindert ein riesiges, kaum wahrnehmbares Netz das Davonfliegen der Vögel. Afrikanische und auch andere exotische Vögel leben in diesem inszenierten Naturparadies.  

In beiden Parks sind während unseres Besuchs wenige andere Touristen unterwegs. Wir haben unseren Spaß, auch wenn das nicht Wildlife ist. Besonders für Familien mit Kindern ist der Besuch eine nette Abwechslung.

Tsitsikamma Nationalpark

Trotz des bewölkten Himmels fahren wir anschließend zum Tsitsikamma Nationalpark. Der Name aus der Khoi- Sprache bedeutet „klares sprudelndes Wasser“. Die Landschaft an der Küste ist fantastisch. Die Felsen lassen die Wellen mit voller Wucht in hohen Fontänen an die Küste branden. Über Stege und Treppen laufen wir durch einen Feuchtwald mit blühenden Callas und Agapanthusblumen zur Suspension Bridge.

Die zweiteilige Hängebrücke führt uns über den Storms River an einen  kleinen Kieselstrand. Von dort erklimmen wir noch einen Aussichtspunkt und werden oben mit einem tollen Blick auf die Brücke belohnt. Auf dem Rückweg nach Knysna schauen wir uns noch die Bloukransbrücke an. Hier kann man den zur damaligen Zeit höchsten Bungeesprung der Welt aus 216m wagen. Weil ich eher zur Fraktion Bangbüx gehöre, kommt so eine Aktion für uns nicht in Frage.

Wanderung rund um Robberg Island

Am südlichen Ende der Plettenberg Bay befindet sich auf einer Halbinsel das besuchenswerte Robberg Island Nature Reserve. Ein fünfstündiger Rundwanderweg führt entlang der Klippen und bietet uns fantastische Ausblicke auf das Meer. Wir sehen sogar Delfine, die pfeilschnell durch das Wasser pflügen und eine Robbenkolonie, die sich auf einer Felsplatte ausruht. 

An der Spitze der Halbinsel nistet eine große Schar Kormorane, deren Geschrei im Getöse der Brandung untergeht. Auf dem Rückweg kommen wir an einer schönen, einsamen Sandbucht vorbei. Ein perfekter Ort, um eine ausgedehnte Pause einzulegen und einen Sprung in den kalten Indischen Ozean zu wagen.

Strauße und Tropfsteine

Entlang der Garden Route kommen wir immer wieder an schöne Strandabschnitte und beobachten das Treiben der Surfer. Bald verlassen wir die Küste und fahren durch die Halbwüste Kleine Karoo mit dem Ziel Oudtshoorn. Hier lernen wir ein Stück ländlich romantisches Südafrika kennen: liebliche Landschaften, umrahmt von Bergen und dazwischen kleine Dörfer, in denen die Zeit stehengeblieben scheint. 

Die Gebirgskette der Swartberge trennt die Große von der Kleinen Karoo und hat eine Höhe von 2512 Metern. Auf einer 27 Kilometer langen ungeteerten Passstraße erreichen wir nach vielen Spitzkehren auf 1583 Metern Höhe den Swartbergpass. Wir sind begeistert von dem herrlichen Panorama, das sich uns bietet. 

Die Straße führt uns zum pittoresken Karoodorf Prince Albert und über die rotfelsige Meiringspoortschlucht nach Oudtshoorn.

Oudtshoorn, Zentrum der Straußenindustrie, hatte Anfang des 20. Jahrhunderts ihre Glanzzeit, als die modebewusste Frau in aller Welt Hut mit Straußenfeder trug. Die „Federpaläste“ der Straußenbarone erinnern noch an diese Zeit. Die Mode hat sich geändert und heute schaffen es die Federn der Vögel nur noch zu einem Bündel am Ende eines Staubwedels. 

Während der Besichtigung der Safari Oestrich Farm erfahren wir einiges über die Strauße und die Geschichte des Straußenbooms.

Nur 30 Kilometer nördlich von Oudtshoorn befinden sich die Cango Caves. Sie gehören zu den schönsten Tropfsteinhöhlen der Welt. Aber nur der erste Abschnitt des langen Höhlensystems kann besichtigt werden. Die erste und größte Kammer misst 107 Meter Länge und hat eine stattliche Höhe von 18 Metern.

Bei konstant 18°C ist es warm in der Höhle, in der es durch fehlende Feuchtigkeit keinen Zuwachs der Tropfsteine gibt. Im Rahmen einer Führung können wir die wunderbaren Gebilde sehen. Effektvoll beleuchtet und mit ein bisschen Fantasie kann man allerlei Figuren erkennen.

Route 62 und ein Besuch im SEXshop

Die Route 62 führt uns weiter durch eine halbwüstenhafte Berglandschaft. In „the middle of nowhere“ findet sich eine Kuriosität: Ronnies Sexshop. Hier hatte Ronny einen kleinen Laden geplant. Freunde malten aus Spaß das SEX dazu. Mit Sex hat der Laden allerdings nichts zu tun, sieht man von den unzähligen BHs ab, die angeblich als Ronnies Trophäen  von der Decke baumeln.

Heute ist er ein beliebter Treffpunkt von Bikern und Touristen, die sich wie wir ein kühles Bier oder einen Kaffee schmecken lassen. Auch ein Blick auf die Wände lohnt sich. Sie sind gespickt von Autogramm- und Visitenkarten aus aller Welt.

De Hoop Nature Reserve, ein Traum in Türkis

Etwas umständlich ist die Anfahrt über eine Piste zum De Hoop Nature Reserve, einem herrlichen Fleckchen Erde. Nur finden wenige Touristen den Weg dorthin.  Von einer fast 200 Meter hohen Sandsteinklippe bietet sich uns ein atemberaubend schöner Blick auf die Küstenebene mit ihren weißen Dünen und dem türkisblauen Ozean. 

Am Strand halten wir nach Walen Ausschau und tatsächlich entdecken wir sie in weiter Ferne. Das wunderschöne Naturreservat ist auch Heimat vieler Tiere.  Wir sehen Zebras, Baboons, Strauße und Antilopen. Auf den Wegen tummeln sich viele Schildkröten, die es zu umfahren gilt.

Vom Cape Agulhas auf Kapstadts Hausberg

Nicht, wie oft angenommen, ist das Kap der Guten Hoffnung der südlichste Punkt Afrikas, sondern das Cape Agulhas. Eine Tafel markiert hier das Treffen von Atlantischem und Indischem Ozean. Einmal mehr sind wir von der starken Brandung beeindruckt. Natürlich besteigen wir noch den 1848 eingeweihten Leuchtturm, genießen die Aussicht und lassen uns am Abend im Leuchtturm Restaurant bei familiärer Atmosphäre Fisch vom Tagesfang schmecken.

Richtung Kapstadt führt uns die Küstenstraße am nächsten Tag entlang der Walker Bay und nach Hermanus, das als Whale Watching Destination berühmt ist. Vom Land sehen wir  leider nur zwei Tiere in großer Entfernung. Entlang wunderschöner Küstenabschnitte cruisen wir weiter nach Kapstadt.

Der 1087 Meter hohe Tafelberg ist frei von Wolken!  Häufig schiebt sich eine dicke Wolkenmasse über den Berg, das „Tischtuch“, wie die Kapstädter es nennen. Häufig verhindert auch ein heftiger Sturm, der South-Easter, die Gondelfahrt auf den Berg.Wir nutzen natürlich unser Glück und steuern sofort die Talstation an. Die sich drehende Gondel überwindet 700 Höhenmeter auf einer 1200 Meter langen Strecke und bringt uns auf den Gipfel.

Die Aussicht auf Kapstadt ist atemberaubend. Wir überblicken die Stadt, die Kaphalbinsel, das kleine Robben Island und die umliegenden Gipfel des Lions Head und Signal Hill. Kapstadt hat es in diesem Moment auf die Liste meiner Lieblingsstädte geschafft! Viel Zeit bleibt uns nicht, denn dicke Wolken hüllen bald den Gipfel ein und wir nehmen die Gondel talwärts. 

In Kapstadt übernachten wir die nächsten Tage im Lézard Bleu Guest House (Affiliate Link*) und sind begeistert. Die Besitzer und auch das ganze Team sind sehr freundlich und wir fühlen uns hier sofort willkommen. Das Frühstück am nächsten Morgen lässt keine Wünsche offen und voller Tatendrang erkunden wir die Umgebung meiner neuen Lieblingsstadt.

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Das Wineland

Die an Kapstadt grenzende Bergregion im Hinterland gehört zu den schönsten Gegenden des Landes. Das Städtedreieck Stellenbosch, Franschhoek und Paarl ist das Zentrum der südafrikanischen Weinproduktion. Entlang einer Vier-Pässe-Fahrt besichtigen wir einige der unzähligen Weingüter.

Erstes Ziel ist Stellenbosch. Die Universitätsstadt gefällt uns sehr und wir lassen uns ein bisschen durch die Stadt treiben. Eine Weinprobe darf natürlich nicht fehlen. Im Weingut Delheim probieren wir ein paar gute Tropfen und kaufen ein paar Flaschen für zuhause.

Die Fahrt führt uns weiter an exklusiven Weingütern vorbei. Sie sind in kapholländischer Architektur erbaut und man vergisst, dass man sich gerade in Südafrika aufhält. Leider bewölkt sich der Himmel immer mehr und es ist vorbei mit der schönen Aussicht. Im Spier Weingut in Stellenbosch lassen wir uns ein afrikanisches Büffet schmecken und planen die nächsten Tage.

Zu den Frackträgern am Kap und vieles Me(h)r

Die Kaphalbinsel erstreckt sich über 53 Kilometer von Kapstadt bis zum Cape Point. Im Westen liegt der offene Atlantik und im Osten die False Bay. Unser erster Stopp ist Muizenberg mit seinen knallbunten Strandhütten, die als Badehäuschen genutzt werden, aber vor allem ein schönes Fotomotiv abgeben. 

Weiter geht es entlang der Ostküste nach Simons Town an den Yachthafen und zu den Pinguinen am Boulders Beach. 3000 Brillenpinguine sind hier beheimatet. Auf Holzstegen, die zum Schutz der Tiere angelegt wurden, gelangen wir zum Strand und können die putzigen Tiere beobachten. Endlos könnte ich dem Gewusel der ca. 70 Zentimeter großen Pinguine zuschauen, die watschelnd über den Strand laufen, sich wohlig im Sand sonnen oder ihr nasses Gefieder auf den Felsen trocknen.

Nachdem wir uns mühsam von den lustigen Gesellen verabschiedet haben, fahren wir weiter gen Süden und erreichen bald das Cape of Good Hope Nature Reserve, das den südlichen Teil der Kaphalbinsel umfasst.

Als wir am Parkplatz unterhalb des Cape Point Leuchtturms anhalten, weht uns der heftige Sturm fast um. Man kann zu Fuß oder auch mit einer kleinen Zahnradbahn hinauf auf das Kliff zu den Viewpoints unterhalb des Leuchtturm gelangen. Wir sind heute faul und nehmen die Bahn. Von oben haben wir einen spektakulären Blick auf die Nase des Kaps und den Dias Beach.

Das eigentliche Kap der Guten Hoffnung befindet sich am südwestlichen Zipfel der Kaphalbinsel. Das berühmte Schild  steht an einem Felsenstrand und ist ein obligatorisches Fotomotiv für alle Touristen. Den Aussichtsfelsen müssen wir natürlich auch erklimmen. Dort entdecken wir  unseren ersten Klippschliefer. Die possierlichen Tiere sind doch tatsächlich mit den Elefanten verwandt.

Die westliche Küstenstraße gehört zu den schönsten Routen dieser Reise und gipfelt im spektakulären Chapman´s Peak Drive. Die schmale Küstenstraße schlängelt sich entlang der Klippen auf 150 Meter Höhe über dem Atlantik. Wir nutzen jede Parkbucht zum Fotografieren und zum Staunen über die Schönheit dieser Landschaft.

Westcoast National Park

Bei traumhaftem Wetter fahren wir heute entlang der Westküste nach Norden. Am Bloubergstrand bietet sich uns ein herrlicher Blick auf Kapstadt mit dem Tafelberg, der wie so oft unter einer dicken Wolke hervorlugt.  In dem Surferhotspot bewundern wir das Können eines Kitesurfers.

Im Westcoast National Park begeistert uns das Wildblumenmeer, das jetzt im südafrikanischen Frühling wunderschön blüht. Den Straußen gefällt es auch. Ein Webervogel baut sein Nest und Schildkröten wärmen sich in der Sonne. Hier sehen wir allerdings auch viele Puffotter, die zu den gefährlichen Schlangen Südafrikas zählen.

Im nördlichen Ende des Parks befindet sich die Langebaan Lagune. Türkisblaues Wasser und weiße Strände lassen Südseefeeling aufkommen. An einem felsigen Küstenabschnitt beobachten wir die Brandung, die mit hoher Gischt an die Felsen prallt. Der wunderschöne Tagesausflug findet einen schönen Abschluss mit einem Sonnenuntergang am Bloubergstrand.

Noch ein bisschen Kapstadt und Umgebung

Ein wenig  Zeit bleibt uns noch. Nach einem kurzen Halt am Weingut Groot Constantia besuchen wir den Kirstenbosch Botanical Garden. Die riesige, wunderschöne Gartenanlage erstreckt sich am Osthang des Tafelbergs und zeigt sich in voller Blüte. Uralte Bäume und große Blumenfelder wechseln sich mit  Proteafeldern in Rot-,  Orange- und Gelbtönen ab. Wir können die Königsprotea, die endemisch in der Kapregion wächst, in verschiedenen Blütenstadien sehen. Sogar eine Eule mit flauschigem Jungtier entdecken wir in einem der Bäume. Doch die Zeit drängt und wir beschließen zurück in die City zu fahren.  

Das Bo-Kaap mit seinen berühmten bunten Häuser möchten wir natürlich auch noch sehen. Die dort lebenden Muslime prägen das Viertel. Den Nachmittag verbringen wir an der Victoria & Alfred Waterfront. Trubelig geht es dort zu. Geschäfte, Restaurants und Bars und das maritime Ambiente machen den Reiz aus. 

Wir bummeln noch zum roten Clocktower und der Trading Post, schauen uns die Bronzestatuen auf dem Nobelsquare an und lassen uns von den Trommeln der Straßenmusiker mitreißen. Unser letzter Sonnenuntergang auf dem Signalhill wird leider von einer dicken Wolke vereitelt. Im „Café Paradiso“ gönnen wir uns zum Abschluss der Reise ein hervorragendes Abschiedsessen begleitet von einem guten südafrikanischen Wein. 

Fazit zu Südafrika

Südafrika hat uns begeistert und schon während der Reise ist klar, dass wir wiederkommen. Von aufregenden Safaris, über grandiose und sehr abwechslungsreiche Landschaften, bis zu den freundlichen Menschen, denen wir begegnet sind, können wir erzählen.

Die Reisezeit im südafrikanischen Frühling hat uns leider doch öfter mal Wolken, Regen und kühle Temperaturen beschert. Das Übernachten in Guesthouses war genau nach unserem Geschmack und unsere Auswahl erwies sich als super. Das Kulinarische kam auf dieser Reise nicht zu kurz. Das Frühstück in den meisten Guesthouses war überragend und das Essen in den Restaurants ebenso.

Einen SUV zu mieten, erwies sich für die Baviaanskloof und für so manchen Abstecher als zwingend notwendig. Für den überwiegenden Teil reicht auch ein Pkw, aber wem der Spaßfaktor wichtig ist…Sicher haben wir uns während der gesamten Reise gefühlt – das System mit den Parkwächtern hat gut funktioniert. Aber Zeiten ändern sich! Deshalb informiert euch vor einer Reise nach Südafrika unbedingt über die aktuelle Situation.  

Die Reisestrecke erwies sich als gut machbar für die zur Verfügung stehenden zweieinhalb Wochen. Allerdings wären wir schon gerne an dem ein oder anderen Ort länger geblieben, aber wir wissen ja schon: wir kommen wieder!

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