Surfen lernen

Mein Weg zum Wellenreiten

Wellenreiten:

Wassersport, Lifestyle,

Leidenschaft, Frustration. 

Herausforderung, Spaß,

Abenteuer, Naturverbundenheit. 

Zen, Ruhe, Konzentration. 

Ein guter Grund um ans Meer zu fahren

um beim Gang auf die Dünen auf schöne Wellen zu hoffen.

Es gibt zahlreiche Gründe, warum wir mit dem Surfen  lernen angefangen haben und warum wir dabei geblieben sind – obwohl wir immer wieder frustriert gegen Wellen kämpfen, zurück an Land stapfen oder Wasser spucken. 

Surfen fasziniert – es packt dich und lässt dich einfach nicht mehr los. Warum, lässt sich manchmal gar nicht so genau sagen. Aber auf einmal ist es passiert: man ist infiziert mit dem wunderschönen Virus Surfen. 

Surfen lernen

Dänemark 2015: spontan Surfen lernen

Angefangen hat alles im Oktober 2015, als ich ganz spontan mit Freunden und einem VW-Bus mit nach Dänemark fuhr. Die Mission: Surfen lernen. Ausgestattet mit geborgtem Brett und Neo stand ich einige Stunden später am Strand von Hvide Sande. Eine kurze Einweisung eines erfahrenen Surfers und dann ab in die kalten Wellen.

Mit dem Surfen ist es glaube ich so: entweder es packt dich sofort und lässt dich nie wieder los oder eben nicht – und dann auch nicht mit der Zeit. Mich packte es. Es regnete, meine Haare fühlten sich an wie Eiszapfen und Hände und Füße waren irgendwann taub. Nach vier Stunden bibberte ich hinaus. Durchgefroren aber stolz wie Bolle: ich hatte bereits auf dem Brett gestanden – und das war einfach unglaublich!

Portugal 2016: Frustration beim Surfen lernen

Ein halbes Jahr später: ich fliege nach Portugal. Mit gemietetem Van fahre ich die Atlantikküste entlang. Zwei Wochen Vanlife – es ist genau mein Ding und ich träume bereits vom eigenen Bus.

Bei jeder sich bietenden Gelegenheit leihe ich ein Surfboard und werfe mich in die Wellen. Doch es will nicht klappen. Mal spielen die Bedingungen nicht mit, mal erwarte ich einfach zu viel. Ich möchte unbedingt dort ansetzen, wo ich meinen ersten Höhenflug beendet habe. Vor einem halben Jahr, als ich dachte, Surfen gelernt zu haben.

Im Surferort Peniche stehe ich ein paar Mal für einige schöne Momente auf dem Brett. Aber irgendwie reicht es mich nicht. Ich will mehr, schneller voran kommen und wage mich in größere Wellen. Werde überrollt und fahre Waschmaschine.

Frankreich 2016: Surfen lernen = hinfallen und wieder aufstehen

Ich habe es getan: mein eigener Van. Total spontan kaufe ich mir einen kleinen Kastenwagen und baue ihn im Akkord aus. Ich finde ein preiswertes gebrauchtes Board und düse los nach Frankreich. Eine Woche Atlantikküste – jetzt so richtig Surfen lernen.

In Lacanau und Biscarosse wieder Frustration. Stehen und Waschmaschine wechseln sich ab. Letzteres ist immer noch in der Überzahl. Aber ich gebe nicht auf – gehe immer wieder hinein. In Biarritz platzt dann endlich der Knoten: ich bekomme direkt die erste Welle und fahre Richtung Strand. Es ist großartig!

Bali 2017: der Trick beim Surfen lernen

Ein Jahr später. Nur ein paar kleine Trips nach Dänemark und Rügen bei Ostwind liegen zwischen Biarritz und Bali. Und so paddel ich in Canggu ohne große Erwartungen an mich selbst hinaus. Die erste kleine Welle rollt bereits heran. Ich drehe, paddel und hüpfe auf das Brett, als wäre es so selbstverständlich wie Fahrradfahren.

Vielleicht ist das das Geheimnis um Surfen zu Lernen: weniger Vornehmen, weniger Nachdenken.

Dänemark 2018: das erste mal stoked beim Surfen lernen

Zurück im hohen Norden. Mittlerweile könnte man es ein Heimspiel nennen. Ich bin mit zwei Freunden in Norre Vorupør. Es herrschen herrliche Bedingungen: kaum Wind, die Sonne lacht und die Wellen rollen in klaren Linien heran. Sie sind nicht sonderlich groß – aber sie laufen schier endlos zum Strand. Perfekt für mein neues Longboard.

Seit Bali stehe ich beinah jede Welle. Aber Surfen ist nunmal nicht statisch – Stehen allein reicht irgendwann nicht mehr. Ich paddel in die nächste Welle, hüpfe in die Hocke und ohne dass ich es geplant oder mir vorgenommen hatte, schaffe ich es, im richtigen Moment mein Board zu wenden und fahre mit der Welle. Ich lasse mich nicht mehr vom Whitewash anschieben, sondern gleite entlang des Face. Immer noch halb in der Hocke erreiche ich nach ca. 150 Metern den Strand. Ich richte mich auf – recke die Faust in die Luft wie Freddy Mercury und weiß nun endlich wie sich „stoked“ anfühlt.

Tipps zum Surfen lernen

Surfen lernen kann man natürlich an tausend Orten und auf zig verschiedene Arten. Ein goldrichtig gibt’s dabei wahrscheinlich nicht. Klar ist es auf den Kanaren oder im Sommer in Frankreich, Spanien oder Portugal herrlich warm – aber auch ziemlich voll. Auch wenn es bei mir ganz spontan zum Surfenlernen kam und sich die Frage für mich daher gar nicht stellte, kann ich die dänische Küste absolut empfehlen. Vor allem Hvide Sande eignet sich hervorragend. In der Mole kommen die Wellen auch bei wühliger See klar rein und der Untergrund ist ohne Steine.

Egal wo du deinen ersten Versuch startest: nimm dir nicht zu viel vor und lass dich nicht frustrieren! Du wirst fallen, durchgespült werden und prustend wieder auftauchen. Aber der Moment, wenn die Energie der Welle dein Board packt und du über die Wasseroberfläche gleitest, ist einfach magisch. Du fühlst dich unbesiegbar und vollkommen eins mit der Natur. Dieses Gefühl ist es, was einen jedes Mal wieder hinauspaddeln lässt – egal, ob du gerade Waschmaschine gefahren bist und einen Höhenflug hattest.

Ich wünsche dir, dass es auch dich packt und nie wieder loslässt.

Bis bald an der dänischen Nordseeküste!

Surfen lernen

Dieser Artikel ist übrigens in der Reihe

“Geschichten vom Meer”

auf “My Taste of Life” erschienen.