Surfen lernen

Tipps für Surf Anfänger und Fortgeschrittene

Es gibt zahlreiche Gründe, warum man mit dem Surfen lernen anfängt: Bei manchen ist es die Liebe zum Meer, bei anderen die sportliche Herausforderung. Andere stolpern im Urlaub einfach spontan in einen Surfkurs und einige lockt der lässige Surfer Lifestyle. Der Grund warum wir dabei bleiben und weiter Surfen lernen möchten – obwohl wir immer wieder frustriert gegen Wellen kämpfen, zurück an Land stapfen oder Wasser spucken – ist aber bei allen derselbe: 

Surfen fasziniert – es packt dich und lässt dich einfach nicht mehr los. Warum, lässt sich manchmal gar nicht so genau sagen. Aber auf einmal ist es passiert, man ist infiziert mit dem wunderschönen Virus Surfen. 

Im folgenden Artikel erfährst du, wie und wo man als Anfänger Surfen am besten lernen kann. Ich werde dir anhand meiner eigenen Erfahrungen beantworten, wie schwer es ist, Surfen zu lernen und ob man Surfen auch selbst lernen kann. Wie lange es dauert um Surfen zu lernen, hängt von vielen Faktoren ab und ich werde dir Tipps verraten, wie du beim Surfen schneller Fortschritte machst. 

Surfen im Sonnenuntergang
Surfen im Sonnenuntergang
Surfen im Sonnenuntergang

Vom Surf-Anfänger zum Fortgeschrittenen

Es sieht oft so einfach aus, so elegant und grazil, so unangestrengt. Doch Surfen ist eine der schwierigsten Sportarten und es dauert Jahre – wenn nicht ein ganzes Leben – um Surfen zu lernen. 

Als Surf-Anfänger startest du im “Weißwasser”, also an einem Punkt, an dem die Welle schon gebrochen ist. Auf einem großen Surfbrett liegend, lässt du dich vom Weißwasser anschieben und wirst dabei das erste mal das schöne Gefühl erleben, über das Wasser zu gleiten. Du wirst deine ersten Versuche wagen, auf dem Surfboard zu stehen und Richtung Strand zu fahren – vielleicht am ersten Tag, vielleicht erst später. Du wirst wahrscheinlich zappeln, mit den Armen wedeln, vom Board plumpsen und es lachend nochmal versuchen.

Erst wenn du sicher aufstehst und das Surfbrett dabei kontrollieren kannst, wirst du erste Versuche in den “grünen Wellen” wagen, also an dem Punkt, an dem die Welle noch nicht gebrochen ist. Diesen Punkt zu finden, ist meistens die größte Hürde beim Surfen lernen und du wirst oft Waschmaschine fahren und prustend wieder auftauchen. Doch wenn es dann klappt und du die grüne Wand hinunter zischst, wird dich das für all die Fehlversuche entschädigen. Du wirst süchtig nach diesem Gefühl werden und erste Turns üben um noch länger in der Welle zu bleiben. Und das ist nur der Anfang.  

Diesen Weg vom Surf-Anfänger zum Fortgeschrittenen, durchläuft jeder, der anfängt Surfen zu lernen. Wie lange die einzelnen Schritte dauern, hängt vor allem von drei Faktoren ab: Wie lernt man Surfen? Wo und wann lernt man Surfen? Wie fit ist man zum Surfen?

Erste Surfversuche
Im Weißwasser surfen
Erste Turns üben

Wie lernt man Surfen?

Surfen kann man wunderbar selbst lernen, dachte ich als blutiger Anfänger. Das Wichtigste mal eben von einem Freund zeigen lassen und ab in die Wellen. Den Rest muss man dann sowieso Stück für Stück durch eigene Erfahrungen erlernen. Falsch. 

Natürlich kann man sich Surfen auch irgendwie selbst beibringen. Im Vergleich zu anderen Wassersportarten, zum Beispiel dem Kitesurfen, ist man als Anfänger ein kleineres Risiko für sich selbst und andere. Und das Gefühl für den richtigen Punkt an der Welle und die Position auf dem Surfbrett muss einem auch ins eigene Fleisch und Blut übergehen und kann nicht einfach durch ein bisschen Theorie ersetzt werden. Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es auf diese Weise sehr viel länger dauern wird, Surfen zu lernen.

Dagegen kann guter Surfunterricht bei einer passenden Surfschule den Prozess des Surfen Lernens erheblich beschleunigen und Frustration vorbeugen. 

Theorie und Spotauswahl

Das beginnt bereits bei der Theorie und Spotauswahl. Als ich mit dem Surfen angefangen habe, hatte ich keine Ahnung davon, wie man einen Surfforecast richtig liest, wie man den richtigen Surfspot für sich findet und welche Auswirkungen Tide und Wetter auf den jeweiligen Spot haben können. 

Mit einem Surflehrer wird man dagegen viel höhere Chancen haben, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Als erfahrene Locals wissen Surfschulen, welcher Surfspot für welches Level und zu welchen Bedingungen gut funktioniert. Ein guter Surflehrer bringt dich nicht nur hin, sondern erklärt seinen Surfschülern auch, warum er den jeweiligen Surfspot ausgewählt hat. 

Im Wasser

Nicht nur bei der Spotauswahl, sondern vor allem im Wasser hilft ein guter Surflehrer für schnellere Erfolgserlebnisse beim Surfen – egal ob man Surfanfänger oder Fortgeschrittener ist. 

Ein ganz wesentlicher Punkt ist dabei die richtige Position im Wasser und Auswahl der Welle. Manchmal kann schon ein Meter weiter links oder rechts die Chance vergrößern, eine Welle zu ergattern. Mit Surflehrer wirst du also sehr wahrscheinlich mehr und bessere Wellen bekommen, als ohne.

Zu guter Letzt gibt ein Surflehrer natürlich auch gute Tipps um die Position und Bewegungen auf dem Surfboard zu verbessern. 

Auswahl einer guten Surfschule

Wo kann man als Anfänger Surfen lernen? Wie groß der Vorteil einer Surfschule tatsächlich ist, hängt von ihrer Qualität ab und davon, wie gut sie zu deinen Bedürfnissen passt.

Ein ganz wesentlicher Faktor bei der Auswahl der richtigen Surfschule ist der Betreuungsschlüssel – also wieviele Surfschüler pro Surflehrer unterrichtet werden. Je kleiner, desto mehr Zeit und Aufmerksamkeit bekommt jeder Schüler. Bei den ersten Versuchen im Weißwasser ist das noch nicht ganz so entscheidend, doch spätestens, wenn grüne Wellen angepaddelt werden, sollten es maximal 5 Surfer pro Surflehrer sein. 

Neben dem Betreuungsschlüssel pro Surflehrer ist aber auch die Größe der Surfschule entscheidend. Je größer die Schule, desto weniger individuell ist meist der Unterricht. Das ist vor allem für die Uhrzeiten des Surfunterrichts wichtig. Große Surfcamps haben oft festgelegte Uhrzeiten für den Unterricht – unabhängig von Forecast und Tide. Kleinere Surfcamps sind oft flexibler und entscheiden erst am Vorabend, wann die beste Zeit zum surfen ist und legen danach die Unterrichtszeiten fest.

Ein weiterer Faktor ist die Art des Unterrichts: Geht der Surflehrer mit ins Wasser oder bleibt er am Strand? Gibt es einen zusätzlichen Mitarbeiter der Surfschule, der mit der Kamera am Strand bleibt für eine Videoanalyse? Gibt es eine zweite Session für “freies Surfen” und ist dann trotzdem ein Surflehrer vor Ort?

Neben dem Surfunterricht gibt es einige individuelle Faktoren, die bei der Auswahl des Surfcamps bedacht werden sollten: Was ist der Altersschnitt der Surfschüler? Liegt das Camp fußläufig zum Surfspot oder ist man auf ein Auto angewiesen, wenn man nach den Surfstunden noch alleine üben möchte? Welche Sprachen werden gesprochen?

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Für Marokko kann ich das kleine und familiäre Surfcamp „Surf Soul Adventure“ bei Andrea und Omar sehr empfehlen.

Surfen lernen: 10 Tipps für Surf Anfänger und Fortgeschrittene Surfen lernen
Mit Surflehrer im Wasser
Surfen lernen in einer Surfschule

Wo und wann Surfen lernen?

Wie schnell man Surfen lernt, hängt auch sehr von den Bedingungen ab. Je sauberer die Welle und je konstanter die Bedingungen, desto schneller macht man Fortschritte. 

Je nachdem, wann und wie weit man reisen möchte, eignen sich bestimmte Ziele besser oder schlechter. Wie gut die Wellen dann wirklich sind, ist am Ende natürlich immer noch etwas Glück – aber an manchen Orten ist es in bestimmten Jahreszeiten wahrscheinlicher, gute Bedingungen zu erwischen, als an anderen

In den Sommermonaten eignen sich zum Surfen lernen vor allem die Atlantikküste in Südfrankreich und die Küste von Portugal zwischen Lissabon und Sagres. Beide Regionen bieten zahlreiche Surfcamps. 

Im Herbst und Frühjahr lohnt sich ein Surftrip nach Marokko in die Region rund um Taghazout oder nach Fuerteventura. Die Auswahl an Surfschulen ist auch dort sehr groß und gute Wellen für Surfanfänger sehr wahrscheinlich. 

Im Winter kann man auch in der Nordsee – in Dänemark, auf Sylt oder sogar mal in St. Peter Ording Wellen finden. Zum Surfen lernen empfiehlt sich das allerdings nicht. Abgesehen davon, dass es schweinekalt ist, sind die Bedingungen meistens nicht sehr anfängerfreundlich. Die Wellen sind oft wenig konstant, steil und brechen nicht sauber. Für die ersten Surfversuche muss man dort entweder sehr viel Glück oder Geduld haben.

Doch selbst wenn du deinen Urlaub in genau der richtigen Saison an einem Ort planst, bei dem es eine sehr hohe Wellenwahrscheinlichkeit gibt, kann es dir passieren, dass in den ein oder zwei Wochen, in denen du dort bist, einfach keine richtige Welle läuft. Davor kann dich kein noch so guter Plan bewahren, denn die Natur macht am Ende doch was sie will. Surfen zu lernen heißt daher auch, damit umzugehen, dass du es nehmen musst wie es kommt.

Surfen in Südfrankreich
Surfen in Dänemark
Surfen in Arrifana

Fit fürs Surfen

Wie viel dir ein Surfcamp bringt, hängt auch viel von deiner Fitness ab. Je fitter du bist, desto schneller wirst du wahrscheinlich auch Surfen lernen. Gemeint sind dabei nicht so sehr Vorübungen auf einem Balance Board oder einem Surfskateboard. Das Wichtigste um schnell Surfen zu lernen ist Kraft in den Armen und im Rücken. Egal ob du eine Welle anpaddelst oder gegen die Wellen raus zum Line Up paddelst – es kostet Kraft. Mit schlaffen Armen brauchst du länger zum Line-up, bekommst weniger Wellen und hast weniger Gelegenheit das Surfen zu üben. 

Neben der Kraft in den Armen und im Rücken brauchst du bereits am Anfang eine gute Grundkondition, damit du beim Paddeln oder beim Waschgang nicht zu schnell außer Atem gerätst. Für deine ersten Schritte beim Surfen lernen kannst du dich also sehr gut vorbereiten – und musst dafür nicht einmal Geld ausgeben. 

Surfen ist anstrengend
Training fürs Surfen
Paddeln ist die halbe Miete

Besser werden beim Surfen

Nach den ersten Erfolgserlebnissen beim Surfen will man meistens mehr: mehr Wellen bekommen und länger auf der Welle surfen. Wie lange es dauert, Surfen zu lernen und sich zu verbessern, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die folgenden Tipps sind wichtig, damit man sich beim Surfen möglichst schnell verbessert. 

Surfen gehen

Klingt selbstverständlich, meint aber nicht nur, dass man möglichst oft und regelmäßig Surftrips macht, sondern auch, dass man so oft wie möglich ins Wasser geht. Auch wenn die Bedingungen nicht ideal sind. Vielleicht paddelt man eine Stunde herum, ohne eine Welle zu erwischen. Vielleicht fährt man zig mal Waschmaschine, weil die Welle so steil ist. Aber irgendwas lernt man dabei immer – und nur so verbessert man sich beim Surfen. 

Forecasts und Spots lesen 

Je intensiver man sich mit Forecasts beschäftigt und die Vorhersage mit der Realität abgleicht, desto besser wird man irgendwann einschätzen können, wann und wo man gute Surfbedingungen findet

Allerdings funktioniert jeder Surfspot etwas anders und Forecasts müssen entsprechend zum jeweiligen Spot gelesen werden. Je öfter man am selben Surfspot ist, desto besser lernt man ihn zu unterschiedlichen Bedingungen kennen und desto besser weiß man, wo und wann man sich für gute Wellen positioniert.

Wellenauswahl

Um Routine beim Surfen zu bekommen, muss man möglichst viele Wellen surfen. Wer den ganzen Tag im Line-Up sitzt und auf die eine perfekte Welle wartet, wird eine Weile brauchen, bis er sich verbessert. Allerdings sollte man auch nicht jede Welle anpaddeln. Um sich beim Surfen zu verbessern, muss man lernen, die Wellen zu “lesen” und zu erkennen, welche Welle gut und welche nicht so gut ist

Zuschauen  

Beim Surfen geht es viel um die eigene Erfahrung. Man muss selbst ein Gespür dafür bekommen, wie und wo man sich auf dem Surfboard und im Wasser positioniert. Trotzdem kann man auch zusätzlich einiges durch Zuschauen lernen. Egal ob vom Können der Fortgeschrittenen oder von den Fehlern der anderen Anfänger

Das richtige Surfboard

Wie schnell man Surfen lernt, hängt auch viel davon ab, ob man das für sich richtige Surfboard benutzt. Gerade am Anfang bedeutet das meistens: viel Volumen. Je mehr Volumen das Surfbrett hat, desto mehr Auftrieb bekommt es und desto leichter ist es, eine Welle zu bekommen. 

Später kommen Wendigkeit und Schnelligkeit als weitere Faktoren hinzu, doch auch da gilt: lieber etwas mehr Volumen, als zu wenig. Auch wenn es nicht so cool aussieht wie ein dünnes, kleines Shortboard.

Fortgeschrittener Surfer beim Cutback
Wellen beobachten und verstehen
Richtiges Surfboard zum Surfen lernen

Surfunterricht für Fortgeschrittene

Nicht nur für Surfanfänger, auch als Fortgeschrittener lohnt es sich, regelmäßig Surfstunden zu nehmen. Zum einen, weil man dabei die fremden Surfspots besser kennen lernt, vor allem aber, weil ein guter Surflehrer schnell erkennt, woran es hängt. Jeder Surfer hat seine individuellen Probleme und oft sind es jedes Mal die selben Fehler, die einen zurückhalten. Ein guter Surflehrer erkennt diese und gibt Tipps, wie man daran arbeitet. 

Surfcoach Tipp: (*unbezahlte Werbung)
Der Surfunterricht bei Lazi auf Fuerteventura ist richtig gut und ich kann ihn euch absolut empfehlen! 

Vor allem für Fortgeschrittene ist es bei der Auswahl des Surfunterrichts daher wichtig, auf kleine Gruppen mit individueller Betreuung zu achten. Als fortgeschrittener Surfer sollte man sich daher vorab erkundigen, ob die Surfschule passende Kurse für das eigene Level anbietet und auf individuelle Stärken und Schwächen eingeht. Wer nicht mit Softtop surfen möchte, sollte erfragen, welche Hardtops in der Surfschule verfügbar sind und ob man diese für den Surfunterricht nutzen darf. In manchen Surfregionen ist es beispielsweise nicht erlaubt, Surfunterricht mit Hardtop Surfboards zu geben. 

Mit Frustration umgehen

Surfen lernen besteht nicht nur aus Erfolgserlebnissen. Im Gegenteil. 

Eine große Herausforderung beim Surfen lernen ist, dass man keine “Laborbedingungen” hat. Die Surfbedingungen sind jeden Tag und an jedem Spot unterschiedlich. Jede Welle ist anders als die davor. Man setzt beim Lernprozess also selten einfach an der letzten Surfsession an. Vielleicht hattest du gestern noch die besten Wellen deines Lebens, bist eine nach der anderen gesurft und heute klappt gar nichts mehr. 

Surfen zu lernen oder sich beim Surfen zu verbessern, bedeutet deshalb auch, mit Frustration umzugehen. An manchen Tagen muss man einfach hinnehmen, dass es gerade nicht klappt. Sei es wegen der Bedingungen oder der eigenen Tagesform. Sich dann unter Druck zu setzen, hilft meistens wenig oder führt sogar zum Gegenteil. Am Ende sitzt man frustriert am Strand und zerbricht sich den Kopf. 

So sehr du auch Surfen lernen willst: Vergiss nicht, Spaß dabei zu haben! Du wirst immer mal wieder Momente, vielleicht auch mehrere Tage hintereinander haben, in denen du dich fühlst, als hättest du alles verlernt. Du wirst fallen, durchgespült werden und prustend wieder auftauchen. Aber es wird auch wieder ein Tag kommen, an dem du plötzlich riesige Fortschritte machst, an dem alles wie von selbst zu klappen scheint. Dann fühlst du dich unbesiegbar und vollkommen eins mit der Natur. Dieses Gefühl ist es, was einen jedes Mal wieder hinauspaddeln lässt – egal, ob man gerade Waschmaschine gefahren ist oder einen Höhenflug hatte.

Ich wünsche dir, dass es auch dich packt und nie wieder loslässt.

Grüne Wellen surfen
Fortgeschrittener Surfer beim Cutback
Mit Frustration umgehen beim Surfen lernen

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