Thailand

Land und Leute

Thailand: Land des Lächelns, beliebtes Ziel für Pauschaltouristen und Backpacker. Ein stolzes Volk, für das der gegenseitige Respekt oberste Priorität hat. Nach vier Monaten Leben und Reisen durch das ferne Land und Arbeiten an der Botschaft, hatten wir das ein oder andere gesehen, erlebt und gehört – und kratzten damit natürlich immer noch nur an der Oberfläche.

Der folgende Bericht basiert daher auf persönlichen Beobachtungen und Gedanken. Er ist weder politischer Lagebericht eines Insiders, noch Lügenpresse eines Ahnungslosen.

Soweit ich mir Generalisierungen oder überspitzte Kritik erlaube, sind diese als rhetorische Spielereien und Denkanstöße zu verstehen. Wer sich auf den Schlips getreten fühlt, möge meine antizipierte Entschuldigung annehmen: War nicht persönlich gemeint.

Das Land des Lächelns

Thailand wird nicht ohne Grund “Das Land des Lächelns genannt“ – die Thais begegnen einander wirklich lächelnder, als wir es tun. Das hat gar nicht mal etwas damit zu tun, dass sie glücklicher wären. Es ist auch nicht die herzliche Art von Lächeln, die uns ganz besonders in Hpa-An (Myanmar) aufgefallen ist. Es ist vielmehr ein höfliches, zurückhaltendes, dennoch freundliches Lächeln. Wobei „das Lächeln“ eigentlich falsch ist – es gibt nämlich tausend Variationen und Facetten, die man nicht auseinander zu halten vermag.

Ein Lächeln kann bedeuten „Ich finde dich nett“, es kann aber auch heißen „Scheiß Touri, du nervst“. Du könntest deinen Gegenüber sogar sehr verärgert haben – und würdest es zumindest nicht an seinem Gesicht erkennen können. Ich habe Gobo, meinen besten thailändischen Freund in Bangkok, bei einem Kaffee mal gefragt, woran man den Unterschied erkennt. Daraufhin lachte er bloß und sagte, das könne er selbst nicht unterscheiden.

Was das Ganze soll? Ich glaube es hat viel mit dem hohen Maß an gegenseitigem Respekt und dem obersten Ziel „nicht das Gesicht zu verlieren“ zu tun. Sich seine Gedanken und Gefühle anmerken lassen? Dem anderen sein Fehlverhalten durch das Entgleisen der eigenen Gesichtszüge vorhalten? Undenkbar!

Aber egal was nun dahinter steckt, es steckt jedenfalls an und in Deutschland fehlt es mir mittlerweile. Die Selbstverständlichkeit, mit einem Lächeln auf den Lippen durch die Gegend zu laufen, anstatt grimmig drein zu blicken und dem Gegenüber mal freundlich zuzunicken anstatt über einander verächtlich den Kopf zu schütteln. Eigentlich doch eine ganz schöne Idee, oder? Probiert’s mal morgen früh in der Bahn aus – das macht den Tag gleich viel besser.

 

Namen in Thailand

Vielleicht habt ihr schonmal einen thailändischen Namen gehört, vielleicht auch nicht. Lasst euch in jedem Fall gesagt sein: das ist eine Wissenschaft für sich.

Auch in Thailand gibt es Vor- und Nachnamen. Allerdings werden die Nachnamen nur sehr selten benutzt. Selbst hochkarätige Persönlichkeiten werden im Gespräch nur mit ihrem Vornamen angesprochen. Nur zu besonderen Anlässen – z.B. wenn sie einem Publikum angekündigt werden, wird der volle Name benutzt – und der hat es meist ganz schön in sich. Doch dazu später mehr.

Neben dem Vornamen gibt’s dann auch noch eine Art Spitznamen – oder besser gesagt Rufname. Der ist jedoch nicht etwa von Freunden vergeben oder eine Abkürzung des Vornamens. Stattdessen vergeben die Eltern bereits den Spitznamen – und das ist meist ein völlig anderer Name – ohne Bezug zum eigentlichen Vornamen. Mein thailändischer Kumpel zum Beispiel heißt mit Vornamen “Songwut”, sein Rufname “Gobo”. Eine thailändische Freundin aus Frankfurt heißt “Busaba”, wird aber “Bow” genannt. Das soll mal jemand verstehen…

Bloß nicht das Gesicht verlieren!

Jeder kennt dieses Gefühl nachdem man irgendetwas Peinliches getan hat. Das Gesicht verloren – oder zumindest knallrot eingefärbt – wer hatte das noch nicht? Je nach Schmerzgrenze kommt’s dazu recht schnell oder erst in Ausnahme-Situationen. Vielleicht nach einer wilden Party, vielleicht weil man auf eine Frage keine schlaue Antwort wusste oder einfach weil man über seine eigenen Füße gestolpert ist. Doch egal wie niedrig die Schwelle bei dir ist, bis du dieses Gefühl hast, in Thailand ist sie noch niedriger.
Nichts ist für einen Thai schlimmer – die langfristigen Folgen des Handelns dagegen unerheblich. Was zählt ist der konkrete Augenblick und wie man sich am besten aus der Affäre zieht um sein Gesicht zu wahren – oder das des anderen. Es ist nämlich genau so ein No-Go dazu beizutragen, dass es dem Gegenüber so ergeht.

Was auf den ersten Blick nach einer total harmonischen Umgangsform klingt, ohne Häme und verächtliches Verhalten, wie wir es aus unserer Ellenbogen-Gesellschaft kennen, ist zugleich aber auch höchst unpraktisch, wenn etwas verändert werden soll. Das zeigt sich ganz deutlich bei sämtlichen politischen Themen und Veranstaltungen. Man möchte sich bei den sogenannten „Podiums-Diskussionen“ regelmäßig die Haare raufen, wenn die „Diskutierenden“ lediglich ihre Monologe zum Besten geben, sich gegenseitig auf die Schulter klopfen und das Ganze eine Woche später wiederholen. Kritik – möge sie noch so konstruktiv sein – ist mehr oder weniger tabu. Es wird sich beschwert, das Bildungssystem sei schlecht (was es auch ist) und die Schüler würden nicht lernen, eigenständig und innovativ zu denken. Ja wie denn auch, wenn sämtliches Infrage-Stellen und Diskutieren sofort einen Gesichtsverlust bedeuten kann?

Übrigens – um kurz bei den politischen Veranstaltungen zu bleiben – die sind immer herausragend professionell organisiert und wahnsinnig bombastisch inszeniert. Luxuriöse Hotel-Sääle, aufwendig geschmückt und mit sämtlicher Technik versehen. Bei einer Veranstaltung gab’s ne richtige Lightshow mit (mein Bruder, der Veranstaltungstechniker würde sagen) „epischer“ Musik (woraufhin mein liebster Reisebegleiter mich ermahnte, ich solle bloß nicht wieder anfangen zu heulen. Das passiert nämlich recht schnell bei mir, wenn sich Lichter zur Musik bewegen. In Hongkong und Singapur waren schon die ein oder anderen Tränchen vergossen worden).

Bei einer dieser Veranstaltungen war ich sogar mal „MC“. Das steht für Master of Ceremonies und ist letztendlich der Moderator solcher Formate, der durch die Veranstaltung führt. Die dafür vorgesehene Person war kurzfristig ausgefallen und so kam die Chefin der Wirtschaftsabteilung in der Botschaft auf mich zu und meinte „Sag mal hast du schonmal auf der Bühne gestanden?“ Die Antwort war leider schneller raus, als das Gehirn die Tragweite errechnet hatte. „Ja, wieso?…“ „Super! Hättest du vielleicht Lust, spontant eine Veranstaltung mit über 300 Menschen auf Englisch zu moderieren?“ (ich zitiere da mal Otto: „Kleinhirn an Großhirn, Kleinhirn an Großhirn“: Hilfe! Renn!)

Kurzum: da stand ich also plötzlich in einem Hotel in Bangkok, vor einem Saal, gefüllt mit wichtigen Persönlichkeiten und solchen, die sich wichtig nahmen. Eben diese Persönlichkeiten durfte ich dann auch allesamt vorstellen.
Habt ihr schon mal Thailändische Namen versucht auszusprechen? Den ganzen Namen? Nicht nur den Vornamen. Die ganze Batterie an Buchstaben, die für unser westliches Gehirn keinen Sinn ergeben will. Mit einer Thailänderin habe ich vorher noch schnell die Aussprache geübt und mir die Namen in irgendeine Art Lautschrift übersetzt. Nun hatte ICH plötzlich die Sorge das Gesicht zu verlieren.

Und der Oberknaller: das Ding wurde auch noch im Internet live übertragen. Und meine Eltern, die Verrückten, sind mitten in der Nacht aufgestanden um es anzuschauen (da drückte ja doch schon wieder ein Tränchen auf die Drüse).

Das Gesicht blieb zum Glück dran, jeder der Vorgestellten schien sich von meiner Aussprache angesprochen zu fühlen und für mich wars am Ende eine wahnsinnig abenteuerliche Erfahrung. Wer reinschnuppern will, der schaue hier vorbei.

Alkohol in Thailand

Wie vielen Asiaten, fehlt Thailändern oftmals das Enzym, das zum Alkoholabbau benötigt wird. Folge: Man ist viel schneller betrunken. Der Geldbeutel ist darüber wahrscheinlich erleichtert, denn in Thailand ist Alkohol schweineteuer. Um den jährlich steigenden Zahlen des durchschnittlichen Alkoholkonsums zu begegnen, steigt die Steuer auf alkoholische Getränke ins Unermessliche…

So wirklich zu funktionieren scheint dieser Schachzug nicht und man munkelt, dass einfach vermehrt illegaler Alkohol gekauft wird. Erscheint mir plausibel, denn tatsächlich haben wir uns oft gefragt, wo die Thailänder denn eigentlich trinken. Das gute alte „Cornern“ scheint es Thailand nicht zu geben. („Cornern“ ist Neudeutsch für: sich mit einer Bierflasche vom Kiosk vor, oder in die Nähe des Kiosks mit Gleichgesinnten an die Straße stellen und dieses Bier trinken, während man sich über Gott und die Welt unterhält. Diese Form des Alkoholgenusses ist wesentlich günstiger, als das Bestellen des gleichen Bieres in der Bar gegenüber.) Auch an Streetfood-Ständen schienen wir oft die einzigen zu sein, die sich dem Alkohol hingaben. Und die schicken Bars werden wohl kaum für derartige Mengen sorgen – immerhin sind sie unabhängig von der Steuer wahnsinnig teuer und werden daher eher weniger von Thailändern frequentiert.

Wir haben uns zum Schutz der Reisekasse in der Regel ans Bier gehalten. Davon gibt’s in Thailand vor allem die drei Marken Leo, Chang und Singha. Singha, das man übrigens „Sing“ ausspricht, ist das meist verkaufteste und trägt sogar den königlichen Wappenvogel Garuda auf seinem Label. „Chang“ bedeutet übrigens Elefant und trägt passenderweise Elis auf seinem Label. Mit seinen 6,5 Promille Alkohol hat man da auch am nächsten Tag noch was von… Das fehlende Reinheitsgebot zeigt sich allerdings bei allen drei Sorten recht deutlich – vom aufgeblähten Bauch bis zum Brummschädel – ich erspare euch weitere Details. Auf lange Sicht empfand ich das Leo als kleinstes Übel – nicht umsonst ist es der Verkaufsschlager unter den Touristen.

So viel Plastik

Thailand produziert wahnsinnig viel Müll. Morgens werden tonnenweise Müllsäcke vom Straßenrand eingesammelt – Abends sind sie schon wieder neu entstanden, die Müllberge, in deren Stollen ganze Rattenkolonien leben.

In der Politk beginnt die Thematik langsam ein Thema zu werden – wirklich voran geht’s aber nicht. Dabei würden kleine Maßnahmen mit Sicherheit schon große Wirkung zeigen.

7 Eleven zum Beispiel, dessen Filialen ja gefühlt alle 50 bis 100 Meter vertreten sind, schafft es doch tatsächlich, dir zu jedem Einkauf so viel Plastik mitzugeben, dass es einen ganzen Müllsack füllen würde.

Da wird beinahe jeder Artikel einzeln in Tütchen verpackt. Zu jedem Getränk – und sei es eine Packung Milch, die man ganz offenkundig für den Kaffee zu Hause kauft – wird mindestens ein Strohhalm dazugepackt. Es folgen diverse Plastiklöffel zu verschiedensten Artikeln, wobei die Zusammenhänge auch hier zum Teil schleierhaft sind.

Ich bin nun wahrlich kein Fahne-schwingender Öko – aber das muss ja nun wirklich nicht sein. Um die ganze Batterie an Plastik-Zugaben zu verhindern bedarf es allerdings einiger vehementer „No plastic please… „No, I don’t need that either… No, thanks…. No… No!“ (oh no – not again).

Klischee Thaifrau und der Traum vom perfekten Leben in Thailand

Egal ob in Thailand oder hier in Deutschland, man hat die Kombination das ein oder andere Mal gesehen: älterer Herr aus Deutschland, junge Frau aus Thailand. Natürlich handelt es sich dabei um ein absolutes Klischee, und wie bei jedem Klischee, steckt auch ein bisschen Wahrheit dahinter.

Beobachtungen in Thailands Alltag, Erlebnisse in Bangkoks Clubs und natürlich die Arbeit in der Deutschen Botschaft präsentierten mir einige Einblicke – von denen ich auf einige auch gern verzichtet hätte. Was steckt also dahinter?

Es ist wohl kaum abzustreiten, dass Thailand ein beliebtes Domizil für alleinstehende – nicht zwingend aber häufig – Männer im Rentneralter ist, die sich dort ihren Traum vom „perfekten Lebensabend“ erfüllen möchten. Vom dünnen Rentengeld leben wie der König und das alles am Strand bei schönstem Wetter. Klingt ja auch verlockend.

Doch so ein perfektes Leben möchte auch geteilt werden und man wünscht sich jemanden, der da ist, sich um einen kümmert, ein bisschen Aufmerksamkeit schenkt und womöglich noch den Haushalt schmeißt (Haushalt macht nämlich in Thailand genau so wenig Spaß wie in Deutschland). Dass man sich da über die Gesellschaft einer hübschen jungen Thailänderin freut, ist eigentlich logisch und nachvollziehbar.

Weniger nachvollziehbar erscheint da auf den ersten Blick, warum die Thailänderin diese Gesellschaft sucht. Mit romantischen Walt Disney-Vorstellungen dürfte das in den meisten Fällen wenig zu tun haben. Vielmehr stecken womöglich finanzielle Sicherheit oder die Aussicht auf ein Leben in Europa dahinter. Der Europäer, mit seinem Konto, seiner Krankenversicherung und dem Ausweis, mit dem er in ganz Europa leben und arbeiten könnte, ist da schon eine ganz gute Partie (vielleicht ist der Vergleich mit Walt Disney doch nicht so weit her geholt: Mädchen aus nicht nicht so guten Verhältnissen lacht sich reichen Prinzen an… Kindheitserinnerung adieu).

Dass so ein Rentengeld nun nicht gerade ein herrschaftliches Einkommen ist, ist vielen dabei vielleicht gar nicht so bewusst. Genauso wenig die Tatsache, dass Deutschland eben auch nicht gerade das Paradies schlechthin ist. Die ein oder andere Thailänderin fühlt sich am Ende gar nicht so wohl in Deutschland und kehrt dann irgendwann vielleicht sogar zurück nach Thailand.

Aber unabhängig von den langfristigen Vorstellungen – wie läuft das eigentlich ab? In Zeiten von Tinder & Co. natürlich alles kein Problem. Es gibt sogar richtige Portale, wo sich Thailänderinnen vorstellen – und ihre Vorstellungen gleich dazu. Vorstellungen übrigens nicht nur Geschlecht, Alter, Herkunft… Auch Preisvorstellungen werden mitunter genannt. Im Schnitt wird nämlich 200-400 Euro monatlicher Unterhalt gezahlt in der Kennlernphase. 

Zugegebenermaßen, zu Beginn meiner Zeit in Bangkok habe ich das ganze Thema mit ziemlich hoch gezogener Augenbraue beäugt. Über den ein oder anderen Mann den Kopf geschüttelt und die ein oder andere Frau mitleidig bedacht. Ich erinnere mich da spontan an eine  aufgeschnappte Unterhaltung zweier Expats, die darüber fachsimpelten, „dass es mit den Thaifrauen ja auch nicht gerade einfach sei“ und man es nun schon „mit der dritten versuche“…

Apropos „Thaifrau“: was bitte soll dieses Wort? Ich sage doch auch nicht „Deutschmann“. Dieser Begriff ist schon so feststehend, dass es überrascht, dass er es noch nicht in den Duden geschafft hat.

Aber es ist ja bekanntlich nicht alles schwarz oder weiß und mit der Zeit bekam ich auch die andere Seite der Medaille zu sehen. Irgendwann tat mir der ein oder andere Mann beinah mehr Leid. Da zahlte er seinen monatlichen “Unterhalt” in der Erwartung, dass die Auserkorene bald zu ihm kommen würde. Stattdessen zahlt er nach und nach für allerhand Kosten der Frau und Arztbesuche der Familienangehörigen. Am Ende steigt sie mit spendiertem Visum und Ticket ins Flugzeug, er wartet am Flughafen – sie aber ist auf und davon…

Unterm Strich kann man wohl festhalten: so seltsam die Konstellation für einen Außenstehenden vielleicht auch ist, irgendwie haben beide ihren Vorteil daraus. Man muss es nicht toll finden, aber verurteilen vielleicht auch nicht. Und man bedenke, auch hierzulande gibt’s die „Sugardaddys“ und „Perlenpaulas“ die sich ihren Partner nach der Farbe der Kreditkarte aussuchen. Aber wer weiß – vielleicht ist es manchmal dann ja doch der passende Deckel auf dem berühmten Topf… 

Weißheits-Wahn

Unsereins brutzelt in der Sonne, geht ins Solarium oder schmiert sich Bräunungscreme auf die Haut. Hauptsache weg von „Kalkleiste“ – hin zu braun gebrannt. In Thailand ist es genau andersherum: weiß ist das neue braun. Nicht nur raus aus der Sonne und Lichtschutzfaktor 90, sondern auch Cremes mit Bleichmittel und Pillen zum einnehmen. Hauptsache die Haut wird hell. Dass diese Mittelchen vielleicht nicht gerade gesund sind ist – wie immer wenn’s um die Schönheit geht – egal.

Die Werbung macht’s wie immer vor:
Junge hübsche Thailänderin läuft auf ein hübschen Thailänder zu, stolpert – aber fängt sie nicht auf. Warum? Sie ist nicht weiß genug. – Cut – Puh, nur geträumt. Madame schmiert sich die Bleichcreme ins Gesicht. Dann gleiche Situation, nur wird sie diesmal aufgefangen. Happy End.
Noch krasser zu diesem Thema ist übrigens diese chinesische Werbung.  (Zum Video)

Es ist daher gar nicht mal so leicht, Creme, Deo oder Duschgel zu finden, das nicht den „Whitening Effect“ hat. Also immer schön das Kleingedruckte lesen…

Warum das ganze? Ich glaube es hat tatsächlich mit den unterschiedlichen Versionen von Erfolg zu tun: Man braucht hier zu Lande gar nicht mal so weit zurück denken, als helle Haut bedeutete, dass man entweder einen gut bezahlten Job am Schreibtisch hat oder es sich leisten kann im Salon, statt auf de m Feld zu stehen. Es ist daher gar nicht mal so abwegig, dass in Thailand diese Idee im Unterbewusstsein immer noch verankert ist, denn einen „Schreibtisch-Job“ haben die wenigsten. Die Frage ist doch eher, was sich hierzulande geändert hat, dass nunmehr gebräunte Haut das Schönheitsideal schlechthin ist. Braun gebrannt bedeutet „frisch aus dem Urlaub“, also genug Geld zu haben um in warme Länder zu reisen oder es sich leisten zu können, in der Sonne zu liegen, anstatt im Büro zu versauern. Letztendlich also einfach nur ein anderes Bild für Erfolg…

Andere Länder – andere Sitten“

Darum geht es doch am Ende beim Reisen: eine fremde Kultur kennen zu lernen, sich vielleicht auch mal über das fremde zu wundern und dabei sogar die eigenen Skurrilitäten zu erkennen. Denn eins ist am Ende klar – eigenartige Verhaltensweisen gibt’s überall und nach 5 Monaten in Asien musste ich bei meiner Rückkehr nach Deutschland über so einige unserer Marotten lachen. Ich sage absichtlich Lachen und nicht Kopfschütteln. Denn das habe ich mir in Thailand abgeschaut und versuche es mir zu bewahren: immer mit einem Lächeln durch die Welt gehen.