Ubud
– Tempel, Reisterrassen und balinesischer Tanz – 

 

Von Canggu nach Ubud mit dem Taxi
Nach 2 Tagen am Meer in Canggu machten wir uns auf den Weg ins Inland. Das Ziel war Ubud, die kleine Stadt, die durch die Verfilmung des Buches „Eat, Pray, Love“ mit Julia Roberts weltweit bekannt wurde.

Die Strecke ist nicht sonderlich weit – gerade mal 30 Kilometer – grundsätzlich also machbar mit Roller. Da wir aber nicht nur Ubud selbst, sondern auch die Umgebung erkunden wollten, brauchten wir die großen Rucksäcke. Also Taxi.
Unser Gästehaus-Betreiber in Canggu empfahl uns, wir sollten am besten an der Hauptstraße ein Taxi anhalten, denn das ginge viel schneller, als eines zu rufen.

Gesagt, getan. Wir platzierten uns an der Straße und hielten Ausschau nach einem Bluebird-Taxi, dem wohl vertrauenswürdigsten Anbieter auf Bali. Schnell gesellte sich eine andere Deutsche dazu, die auch Ubud als Ziel hatte. So wirklich schnell ging es dann leider doch nicht. Nach sage und schreibe 20 Minuten kam das erste Mal ein Taxi vorbei – und natürlich kein Blue Bird, sondern die „Fake“-Version. Egal. Wir wollten nun endlich los. Ich weiß nicht ob es sich dann bewahrheitete, oder ob wir einfach Pech hatten, aber der Taxifahrer fuhr einen riesigen Umweg. Statt direkt nach nordosten zu fahren, schoben wir uns erst stundenlang durch den furchtbaren Verkehr Richtung Kuta, um dann auf der OST!-Seite Balis nach Norden zu fahren. Nach ca. 3,5 Stunden erreichten wir endlich Ubud.

 

D’Edge Ubud House / D’Tepi Ubud House
Wir hatten uns gegen eine Unterkunft im Zentrum entschieden, denn dort soll es ziemlich überfüllt sein. Stattdessen fanden wir ca. 2,5 Kilometer östlich einen Traum von Unterkunft. Preislich mit 20 Euro pro Nacht absolut in Ordnung, liegt das Haus direkt am Hang und bietet einen wahnsinnig schönen Blick auf den balinesischen Dschungel. Ein kleiner Fluss schlängelt sich hindurch und bei all der Ruhe, die dort herrscht, kann man das Plätschern bis hoch zum Balkon hören. Selbst von der Dusche aus kann man durch ein großes Fenster hinaus schauen und das Frühstück wird von der herzlichen Betreiberin morgens zum Balkon gebracht. Wir haben uns dort so wohl gefühlt, dass wir direkt noch eine Nacht verlängert haben.

Einen Roller konnten wir direkt über die Unterkunft mieten und erkundeten damit in den folgenden Tagen die nähere und weitere Umgebung. Das Zentrum von Ubud erreichten wir mit unserem Zweirad abends in Windeseile (zu Fuß wäre der steile Serpentinenweg nicht so ein Vergnügen gewesen).

 

Ubud’s Zentrum: Essen, Shoppen und balinesische Tanzshow
Ubud ist wirklich hübsch. Anders kann man das nicht sagen. Fast jedes Haus ist verziert wie ein balinesischer Tempel und nicht selten waren wir drauf und dran durch eines der typischen Toreingänge zu marschieren, im Irrglauben, dahinter befinde sich ein hinduistisches Heiligtum.

Doch so hübsch und auf den ersten Blick ursprünglich alles auch wirkt, ist es dann doch sehr touristisch. Ein Laden reiht sich an den nächsten und wird lediglich unterbrochen von einem der vielen Restaurants. Uns störte es nicht, immerhin waren wir den ganzen Tag in der Umgebung unterwegs und kamen nur für einen kleinen Bummel oder ein gemütliches Essen vorbei. Und dafür ist Ubud wirklich hervorragend.

 

Tagsüber sitzt es sich ganz wunderbar im Tropical View Café, mit herrlichem Blick auf saftig grüne Reisfelder und leckerem Essen.

 

Am Abend ist es im Warung River View sehr gemütlich, im Schneidersitz im hübsch beleuchteten und ruhigen Hinter-Garten zu lauschigem Fluss-Geplätscher.

 

Wer lieber drinnen sitzt, der wird sich bestimmt im Warung Bernadette wohl fühlen. Dort gibt es neben vorzüglichen Essen auch ganz viel zu gucken, denn das Restaurant sieht eigentlich mehr aus wie ein Laden für Handwerkskunst und überall hängen ausgefallene Kunstwerke.

 

Etwas ganz besonderes ist ein Abend im Café Lotus. Das eher gehobene Restaurant ist an einem großen Seerosenteich gelegen, der vor allem Abends wunderschön beleuchtet ist. Doch damit nicht genug, finden dort auch an manchen Abenden balinesische Tanzshows statt. Diese kann man aus weiter Entfernung beim Essen beobachten, oder man kauft eines der Tickets und genießt erst die Show und danach ein leckeres Essen im Restaurant.

Doch nur wer sich die Show von nah anschaut, wird die eigentliche Kunst des balinesischen Tanzes erkennen. Auch wenn man die Musik, mit ihren – für unsere westlichen Ohren – seltsamen Melodien und Harmonien nicht so ganz greifen kann, so versteht man doch mit der Zeit den Tanz. Anders als bei uns, wird dort nicht nur mit Händen und Füßen getanzt, sondern mit jedem Körperteil. Sogar mit den Augen! Es ist schon eigenartig, wie die Augäpfel der Tänzerinnen hin und her springen, während die Augenlider weit aufgerissen sind. Doch mindest genauso kompliziert muss die Hand- und Fingerhaltung sein, die teilweise in absurden Winkeln unter höchster Anspannung in verschiedene Richtungen zeigen. Man kann es nur schwer beschreiben, deshalb schaut es euch doch einfach selbst an! Am besten natürlich live, aber bis dahin zumindest in meinem kleinen Film.

 

 

Ubud’s Umgebung: Reisterrassen, Tempel und Kaffeeplantage
Ein Tagesausflug mit dem Roller führte uns zu Reisterrassen, Tempeln und einer Kaffeeplantage.
Aber hübsch der Reihe nach.

 

Tegalalang Reisterrassen
Wir starteten unsere Tour bei den wohl bekanntesten Reisterrassen Balis, den Tegalalang, ca. 10 Kilometer nördlich von Ubud.
Man kennt sie von zahlreichen Reiseführern und Instagram-Shots. Diese saftig grünen Stufen mitten im Dschungel.
Leider war die Realität dann nicht ganz so wie erwartet. Obwohl wir schon am frühen Morgen ankamen, war schon alles mit Touristenmassen übersät. Die Stufen waren ausgetreten und matschig und direkt an der Straße gelegen, war der erste Eindruck nicht so überwältigend. Aber ich muss zugeben, dass wir dann auch nicht weiter marschiert sind und den recht langen Weg hinunter und hinauf ausgelassen haben (mein liebster Reisebegleiter war gerade erst das Fieber los, da wollten wir es dann doch lieber ein bisschen entspannter angehen).
Ohne spoilern zu wollen: den nächsten Tag machten wir einen größeren Ausflug in das untouristischere Inland und entdeckten traumhaft schöne, grüne und verlassene Reisterrassen.

 

Pura Gunung Kawi Sebatu 
Nicht weit von den Reisterrassen erreichten wir den ersten Tempel des Tages. Der Pura Gunung Kawi Sebatu ist ein hinduistisches „Quellheiligtum“, dessen Wasser Geist und Seele von bösen Gedanken und Problemen reinigen soll. Doch unabhängig von seiner Wirkung, ist diese Tempelanlage auch einfach sehr idyllisch. Mit den kleinen Wasserbecken voller Fische, sprudelnden Wasserhähnen und altem Gemäuer mit kunstvollen Verzierungen möchte man dort gar nicht mehr weg. Ein balinesisches Paar dachte sich das wohl auch und hat sogar sein Hochzeits-Fotoshooting dorthin verlegt.

 

Pura Tirta Empul
Ein weiterer, sehr viel größerer und einer der wichtigsten Tempelanlagen Balis ist der Pura Tirta Empul. Der Tempel ist nicht ganz so idyllisch und sehr viel mehr besucht, allerdings kann man hier ganze Familien im Wasser beobachten, wie sie ihre Köpfe unter den Wasserstrahl halten. Auch einige Touristen haben sich dem Ritual angeschlossen. Ich weiß nicht, wie so etwas dort ankommt, aber ich halte mich lieber damit zurück, Rituale einer Religion mitzumachen, dessen Glaube man nicht teilt. Aber vielleicht stört es auch niemanden – wer weiß das schon?

 

Gunung Kawi Tampaksiring
Der letzte Tempel auf unserer Liste (immerhin hatten wir nach 5 Monaten Südostasien eine gewisse Tempelmüdigkeit) war der Gunung Kawi Tampaksiring. Die Anlage erreicht man über eine Treppe, vorbei an Reisterrassen, hinab in ein kleines Tal mit einem plätschernden Fluss. Dort warten insgesamt 10 Königsgräber in riesigen Felswänden. Angeblich soll ein Riese diese mit seinen Fingernägeln gekratzt haben. Also ich weiß ja nicht… Riese hin oder her, ist diese Anlage nochmal richtig schön gewesen.

 

Ein einfache Stärkung gibt’s übrigens ganz in der Nähe beim Warung Pondok Bali mit einem schönen Blick in die Reisfelder.

 

 

Bali Pulina
Am Ende unserer Tour gab es noch einen letzten spontanen Stop an der Kaffeeplantage Bali Pulina. Wir hatten gar nicht so recht eine Idee, was uns dort erwarten würde, aber bei Kaffee bin ich erstmal grundsätzlich dabei. Wir wurden dann gratis durch eine wunderschöne Anlage geführt und bekamen die einzelnen Schritte und Zutaten der verschiedenen Kaffees erklärt. Vor allem aber, denn darum dreht sich der ganze Zauber, zeigte man uns die Luwak-Katzen. Tiere, die die Kaffeebohnen fressen und später halbverdaut ausscheiden. Ihr könnt es euch denken: daraus wird dann Kaffee gemacht, der seinem Ruf nach, der beste Kaffee überhaupt sein soll.

Hierzu eine meiner Lieblings-Szenen aus dem hervorragenden Film „The Bucket List“, in dem Jack Nicholson als reicher Schnösel stets seinen hervorragenden „Kopi Luwak“ genießt, ohne zu wissen, was genau es eigentlich damit auf sich hat -bis Morgan Freeman es ihm eines Tages steckt. Selten hat mich ein Lachen so sehr angesteckt, wie dieses…

Aber zurück zur Plantage und dem Kaffee. Es ist wirklich nicht schön zu sehen, unter welchen Umständen die Tiere dort gehalten werden. In winzig kleinen Käfigen, in denen sie wahrscheinlich zwischendurch wahnsinnig im Kreis laufen, liegen sie zusammengekugelt und lassen die Touristenblicke über sich ergehen. Was bleibt ihnen auch anderes übrig? Vielleicht sollte man solche Plantagen daher boykottieren, werden nun einige denken. Aber andererseits stecken dort auch viele Arbeitsplätze hinter…

Undiskutabel schön ist allerdings die Aussicht in den Dschungel, ein Tal und mal wieder hübsche Reisterrassen (wobei sich das bald ändern dürfte, denn auf der anderen Seite wird ein großes Resort gebaut…). Wir konnten die Aussicht jedenfalls noch bei einer bunte Probier-Mischung aus Kaffees, Tees und Schokolade genießen.

 

Das waren nun aber nur die Sehenswürdigkeiten in Ubuds nächsten Umgebung. Wer ein bisschen weiter fahren möchte, der kann entlegene Reisterrassen, mächtige Wasserfälle, hübsche weiße Strände und einen Tempel am Bergsee entdecken. Und natürlich einen Vulkan. Aber das sind andere Geschichten… 

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  1. […] Agro„. Zwar wartete hier kein atemberaubender Blick auf Reisterrassen wie im „Bali Pulina„, dafür aber ein gemütliches Baumhaus mitten im Dschungel. Auf eine erneute Führung […]

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