St. Sebastian
– eine chaotische Stadt mit tollem Blick –

Heute morgen war der Himmel furchtbar grau. Das schwappte auf die Laune über und so half nicht mal mein hervorragender Kaffee, die Morgenmuffeligkeit zu vertreiben. Nachdem ich drei Abende hintereinander mit neuen Bekanntschaften verbracht hatte, brauchte ich etwas Ruhe. Auch wenn es tolle Abende waren – mir fehlte die Zeit zum Gedankenschweifenlassen.
Die Radler und meine gestrigen Nachbarn hatten alle von St. Sebastian geschwärmt, so dass dies mittlerweile auf meiner Route platziert war. Auf dem Weg dorthin wollte ich einen kleinen Abstecher in die Anfänge der Pyrenäen machen. Ein genaues Ziel hatte ich nicht, aber ich hoffte, wenn ich vom Meer wegfahren würde, sich der ein oder andere tolle Blick ergeben würde.

Ich fuhr also ziellos durch die Gegend und verwirrte meinen Mobilfunkanbieter mit meinem Grenzhopping zwischen Frankreich und Spanien. Da sich auf der Fahrt zwar schöne Landschaftsbilder mit grünen Bergen und schmalen Schluchten erahnen ließen – ein Anhalten oder gar Aussteigen, um den Blick zu genießen, jedoch unmöglich war, wollte ich mein Glück auf dem Berg “La Rhune” versuchen. Auf den Gipfel fährt eine alte Zahnradbahn, wie ich aus dem Reiseführer wusste. An deren Startpunkt angelangt, merkte ich schnell, dass das für mich heute nix werden würde. Offizielle Parkplätze schon alle belegt und eine ewige Schlange um allein das Ticket zu bekommen. Die Laufstrecke war dagegen mit 2-3 Stunden pro Weg zu lang für heute. Also schlug ich mir die Idee eines grandiosen Blicks vom Berg herab aus dem Kopf. Jedoch erst nach einem weiteren Versuch, in dem ich Tommy einen eher inoffiziellen, sehr steilen Schotterweg hochjagte. Nicht sicher ob er Spaß hatte oder sich beschwert hat…. aber zumindest einen schönen Blick konnten wir beide von dort aus kurz genießen.

Dann ging es über die Grenze nach St. Sebastian. Mich empfing ein Verkehrschaos ohnegleichen. Bevor ich überhaupt realisiert hatte, dass ich schon halb in der Stadt war, steckte ich fest. Das Straßensystem ist ein weiteres Hindernis: an schnelles Umdrehen und außerhalb parken war nicht zu denken. So spendete ich 1,5 Stunden meines letzten Tages am Meer mit Anfahren in einer heißen spanischen Stadt. Grandios.
Irgendwann hatte ich es satt und fuhr recht weit außerhalb in ein Parkhaus (5,50 Euro für die drei Stunden die ich dann noch unterwegs war).
Ich spazierte auf einen Hügel direkt am Meer, auf dem eine Burg und eine Jesus-Statue (Rio in klein) stehen. So kam ich dann doch noch zu meinem grandiosen Blick (wenn auch anders als gedacht…). 
Auf dem Rückweg zum Auto ließ ich mich noch durch die alten engen spanischen Gassen treiben und holte mir eine spanische Fanta (die viel besser schmeckt als die deutsche Version).

Gegen 17 Uhr verließ ich die Stadt nach Süden. Mein Nachbar vom Vorabend meinte, man könnte gut in Orio oder Zarautz surfen und dort auch auf dem Parkplatz campen. Ich fand den Parkplatz nicht. Die Campingplätze waren alle voll. Ich war genervt und merkte wie mein Urlaubsfeeling durch den einen Tag kaputt ging. Die Hektik und das Chaos, die Optik der Städte, der Mangel an Natur und noch größere Schwierigkeiten bei der Spotsuche. Mir wurde es zu bunt. Kurzentschlossen düste ich über die Autobahn gegen Maut zurück zum gestrigen Spot. Fürs Surfen war es leider schon zu spät. Aber ich ergatterte den gleichen Platz wie gestern.
Ich machte mir Essen, während auf der Wiese Live-Musik gespielt wurde. Zum Sonnenuntergang ging ich wieder an den Strand und lauschte den Wellen. Zurück im Auto konnte ich noch vom Bett aus, bei offener Hecktür, den roten Himmel und das Glitzern des Meeres genießen.

Nun sind alle Schotten dicht – inkl. Dach. Heute ist irgendein baskisches Volksfest, weswegen alle etwas durchdrehen, erklärte meine deutsche Busnachbarin. Wenn was ist, soll ich bei ihr klopfen. Und sie hat mein Board zu sich reingepackt, weil sie meint heute Nacht wäre es vielleicht nicht so gut es unter dem Auto liegen zu lassen. Ich bin gespannt auf die Nacht und ob sie morgen mit Board noch neben mir steht. Wir werden sehen… Morgen früh will ich nochmal surfen und dann muss ich mich auch schon auf die erste Etappe des Rückwegs begeben.

Wie es weiterging…

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