Yangon Sehenswürdigkeiten

die schönsten Pagoden von Yangon

Yangon Sehenswürdigkeiten
Yangon Sehenswürdigkeiten

Mit dem Nachtbus von Bagan nach Yangon

Nach einer abenteuerlichen Rückfahrt aus Bagans Pagodenfeld schaffen wir dann doch noch gerade so unseren Nachtbus nach Yangon. Die Sitze dort sind erstaunlich breit und weich und lassen sich auch relativ schräg stellen. Jeder Sitz ist mit einer frisch zusammengerollten Fleecedecke und einem Kissen ausgestattet und bei unserer Abfahrt – pünktlich auf die Minute – werden von der Bus-Stewardess Wasserflaschen und ein kleiner Snack verteilt.

Die ersten Stunden geht es zunächst die Art von Huckelpiste zurück, die wir bereits von unserer Anfahrt nach Bagan kennen, doch noch vor Mitternacht erreichen wir die Auffahrt des Speedways, der Mandalay und Yangon miteinander verbindet.

Dort erleben wir eine Raststätte, wie ich sie noch in keinem anderen Land gesehen habe. Da gefühlt jeder Bus Myanmars den Weg über den Speedway nimmt, gleicht die Raststätte einem riesigen Volksfest. Es gibt zahlreiche Marktstände mit Essen oder Kleidung und eine riesige Massenabfertigungshalle für Bratnudeln und Reisgerichte.

Das System nicht so ganz verstehend, versuchen wir am Tresen zu bestellen – aufgrund sprachlicher Barrieren sind wir uns allerdings einige Minuten später nicht so ganz sicher, ob wir tatsächlich ein Gericht bestellt hatten. Wenige Minuten vor Abfahrt kommt dann aber doch noch eine riesige Portion Reis mit Hähnchen, das wir in Rekordzeit verputzen und mit prall gefüllten Hamsterbacken zurück zum Bus eilen um unsere restliche Fahrt nach Yangon anzutreten.

Ankunft Busbahnhof Yangon: mit dem Taxi ins Zentrum von Yangon

Die Fahrt geht relativ fix und ruckelfrei vorbei und man kann sogar ein bisschen dösen. Um 6 Uhr erreichen wir die Umgebung von Yangon und werden mit einer Fernsehshow geweckt, die ein bisschen an den ZDF-Fernsehgarten (vor 40 Jahren) erinnert. Männliche aalglatte Asiaten singen zu einer Dudelmusik, mit immergleicher Musik. Dazu tanzen eine Reihe Frauen – wobei sie meist nicht mehr als ihre Arme bewegen. Ob es sich bei der Art Musik um modernen Pop oder doch altbackener Volksmusik handelt, bleibt für uns allerdings ein Geheimnis… 

Kaum stehen wir auf der ersten Stufe des Busses, werden wir bereits regelrecht überfallen: Taxifahrer, die uns in das Zentrum von Yangon fahren wollen. Natürlich zu völlig anderen Preisen, als die, die ich zuvor im Internet gelesen hatte. (Tipp: solche Preise als Richtwerte notieren und griffbereit haben. Die Verhandlungsposition ist deutlich besser, wenn man sich auf Infos aus dem Netz beruft…).

Wir schaffen es dann tatsächlich recht schnell auf den notierten Preis hinunter zu handeln und werden ca. eine Stunde später in der Chinatown von Yangon vor unserem Hotel abgesetzt. Die unglaublich zuvorkommenden und freundlichen Mitarbeiter des Hotels lassen uns bereits in unser Zimmer, das wir ja erst für die folgende Nacht gebucht hatten und ein Frühstück auf der traumhaften Dachterrasse gibt es auch noch für uns!

Tickets für den Zug von Yangon nach Bago

Gegen Mittag quälen wir uns dann irgendwann aus dem gemütlichen Bett heraus auf die schwül-heißen Straßen von Yangon. Bevor wir uns Yangons Sehenswürdigkeiten ansehen, müssen allerdings noch Zugtickets für den folgenden Tag nach Bago organisiert werden.

Der Weg zum Bahnhof zieht sich bei der Hitze sehr und unterwegs legen wir zwei kurze Stopps im bekannten „Scott Market“ (Bogyoke Aung San Zei) ein. Bis auf ein paar farbenfrohe Leinwände mit coolen Motiven kann ich dem Markt allerdings nicht viel abgewinnen. Er mutet eher wie ein Flohmarkt für viel Ramsch an. Aber vielleicht hatten wir auch einfach die falschen Gänge in dem riesigen Komplex gewählt.

Einen zweiten Stopp legen wir (ich muss es beschämt zugeben) im riesigen KFC ein und gönnen uns Chickenburger, Eiskaffee und Klimaanlage sowie einen netten Blick vom Balkon.

Irgendwann kommen wir dann auch endlich am Bahnhof an – nur um zu erfahren, dass wir die gewünschten Tickets dort nicht kaufen können. Der Ticketverkauf liegt dann wieder weitere 15 Minuten zurück in die andere Richtung. Doch dann endlich – nach insgesamt eineinhalb Stunden des Herumirrens – halten wir endlich unsere zwei Zugtickets nach Bago für den folgenden Tag (für ca. 80 Cent pro Person, inkl. Lebensversicherung) in den Händen und beginnen unsere Tour zu den Yangon-Sehenswürdigkeiten. 

Kolonialviertel und Sule Pagode: enttäuschendste Yangon Sehenswürdigkeiten

Das Kolonialviertel soll eine der tollsten der Yangon Sehenswürdigkeiten sein. Wir schlendern die (vom Reiseführer) empfohlene Route durch das Kolonialviertel entlang und sind auf der Suche nach alten Prachtbauten mit schönen Säulen und verzierten Fassaden. Doch bis auf ein paar wenige Gebäude rings herum um die Sule Pagode, sind die alten Gebäude dermaßen verfallen und vor allem bedeckt mit bunten Werbeplakaten, dass der alte Charme kaum mehr zu erahnen ist.

Also ab in die Sule Pagode, eine der bekanntesten Yangon Sehenswürdigkeiten. Das besondere an der Sule Pagode: sie steht mitten in einem Kreisverkehr. Nachdem wir in Mandalay und Sagaing schon so einige grandiose goldene Stupas gesehen hatten, hält sich unsere Begeisterung für diese kleine Alltagspagode Yangons allerdings etwas in Grenzen.

Den daran angrenzenden kleinen Park Maha Bandoola Garden finden wir mit seinem kleinen Springbrunnen-Teich und dem weißen Obelisken dagegen wirklich hübsch und perfekt um sich im Schatten eines Baumes von der Tour zu Yangon Sehenswürdigkeiten etwas auszuruhen.

Botatataung Pagode: Sehenswürdigkeit mit vielen Details

Doch die nächste Yangon-Sehenswürdigkeit wartet bereits auf uns und so nehmen wir ein Taxi zur Botatataung Pagode. Eigentlich hatten wir gehofft einen schönen Weg am Flussufer zu finden – Fehlanzeige.

Bei der Botatataung Pagode gibt es auf einmal ein ziemliches Brimbamborium um den Eintritt (inklusive Foto auf dem Ticket) und ein viermal so hohes Eintrittsgeld, als ich es mir notiert hatte. Die knapp 6 Euro investierten wir trotzdem.

Wir umrunden einen weiteren Stupa. Allerdings ist dieser hier gar nicht Hauptattraktion. Denn um ihn herum gibt es ganz viele skurrile Dinge zu entdecken. Viele kleine Buddhastatuen um einen Baum, ein Schildkrötenteich und kleine Schreine mit lebensgroßen Puppen inmitten von bemalten Kokosnüssen als Opfergaben. Besonders beeindruckend ist ein kleiner sternenförmiger Gang, komplett aus Goldvertäfelungen, in dem sich auch eine Haar-Reliquie Buddhas befindet. Insgesamt eine Sehenswürdigkeit in Yangon, die sich absolut gelohnt hat.

Shwedagon Pagode – Yangon’s schönste Sehenswürdigkeit

Platt von der Hitze und den Yangon Sehenswürdigkeiten, erholen wir uns im Schatten eines Baumes am Seeufer im Bogyoke Aung San Park. Von dort aus bildet sich in der Zeit vor dem Sonnenuntergang eine Art Pilgerwanderung zur Shwedagon Pagode, deren Hauptstupa schon von weitem zu sehen ist.

Wir steigen die vielen Treppenstufen zum Hügel hinauf, wo uns eine Sehenswürdigkeit erwartet, die uns trotz unserer einsetzenden Tempelmüdigkeit doch noch richtig von den Socken haut. Das Areal um den monströsen Stupa ist riesig und man kann sich dort sicherlich Stundenlang aufhalten und immer noch etwas Neues entdecken.

Dabei sollte man aber nicht vor lauter Staunen blind durch Gegend laufen (so wie ich es auf Reisen leider regelmäßig mache) und dann (so wie ich) in die Reihe fegender Gläubiger stolpern, die durchs Reinigen des Bodens Karma-Punkte sammeln.

Wenn die Pagode bei Tageslicht oder schräg stehender Sonne bereits absolut beeindruckend ist, so wird sie zur „blauen Stunde“ zu einem optischen Meisterwerk. Sie bringt mit Sicherheit regelmäßig Fotografen zum Weinen, wenn sie sich in ihrer goldenen Pracht vor einem azurblauen Himmel abzeichnet.

Die Atmosphäre erreicht dann ihren absoluten Höhepunkt, wenn man der Menge gläubiger Buddhisten dabei zusieht, wie sie ein Räucherstäbchen oder eine Kerze entzünden und in deren Schein und Nebel niederknien um zu beten.

Chinatown

Nach diesem großartigen Abschluss einer eher mäßigen Tour zu Yangon Sehenswürdigkeiten, machen wir auf dem Rückweg noch einen Stopp in der 19th Street, der Fressgasse von Chinatown.

Bei wuseliger Atmosphäre lassen wir uns vor einem der Restaurants scharfe Hühnchengerichte mit Reis schmecken und beobachteten das rege Treiben von Touristen und Einheimischen.

Die Müdigkeit von der Nachtbusfahrt steckt uns allerdings noch sehr in den Knochen und so entscheiden wir uns gegen ein Erkunden von Chinatown und Little India und kippen stattdessen früh in unser Bett.

Unterkunft in Yangon: meine Empfehlung

Unser Hotel, das Cozy Guesthouse (Chinatown) kann ich absolut empfehlen. Es sind vielleicht keine besonders schönen Zimmer, dafür ist der Essensbereich und die Dachterrasse super gemütlich und mit tollem Blick! Die Lage ist super, ganz in der Nähe des Streetfoods von Chinatown. Am meisten sticht aber das super zuvorkommende und nette Personal hervor. 

Fazit zu Yangon

Wie man wohl schon zwischen den Zeilen erkennt, war Yangon nicht so ganz meine Stadt. Sie ist einfach zu groß um sie in kurzer Zeit zu überblicken und alles verliert sich irgendwie. Für mich fehlte eine Art Zentrum, das Herz der Stadt. An dem einen Tag, den wir dort verbrachten, konnte ich es jedenfalls nicht entdecken.

Viele Sehenswürdigkeiten gibt es in Yangon nicht. Doch die Shwedagon Pagode ist schlichtweg so beeindruckend, dass ein Zwischenstopp in Yangon bereits ihretwillen lohnt.

Einige Tage später waren wir nochmal für eine Übernachtung in Yangon, da wir von dort aus weiter nach Vietnam reisten. Ursprünglich hatten wir geplant noch ein bisschen durch Chinatown und Little India zu schlendern. Doch auf der tollen Dachterrasse unseres Hotels empfing uns ein sensationeller Sonnenuntergang und wir verquatschten uns bei kühlem Bier und schönem Blick. 

Praktisches und Nützliches

  • Taxi

    vom Busbahnhof ins Zentrum: 5000-6000 Kyat (ca. 3 Euro)

  • Zug nach Bago

    Ticket “Upper Class”: 1.000 Kyat (ca. 60 Cents)

  • Eintrittspreise

    Sule Pagode: 
    4.000 Kyat

    Botataung Pagode:
    Eintritt 3.500 Kyat plus Gebühr für Foto- (200 Kyat) oder Videokamera (300 Kyat)  (insgesamt ca. 2 Euro)

    Shwedagon Pagode:
    10.000 Kyatt(knapp 6 Euro) (seit 2018)