Bali’s Süden
– Strandhopping und Fotoshootings auf der Halbinsel Bukit –

 

Mit dem Roller in den Süden
Nach einer spektakulären Nachtwanderung und einem wunderschönen Sonnenaufgang auf den Vulkan Batur, ließen wir uns am Nachmittag zurück nach Canggu bringen. Dort quartierten wir uns für eine Nacht im „Kampung Canggu“ ein und erholten uns an Strand und Pool vom nächtlichen Marsch. Am nächsten Morgen ging es dann aber auch schon wieder weiter: mit einem Roller, den wir über unsere Unterkunft gemietet hatten, fuhren wir nach Süden zur Halbinsel Bukit. Die Strecke bis zu unserer Unterkunft dort war zwar nur ca. 30 Kilometer lang, doch führte sie entlang der meistbefahrenen und dadurch allzeit verstopften Straßen rund um Kuta und den Flughafen. Anstatt uns einen halben Tag mit dem Taxi Meterweise vorzuschieben, sprangen wir also mit leichtem Gepäck aufs Zweirad und waren in Windeseile am Ziel. Die großen Rucksäcke konnten wir gegen ein kleines Entgelt in einem Schließfach in unserer Unterkunft in Canggu lassen. Perfekt. Unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte wurde das “Hill Dance Bali American Hotel”, eine kleine Anlage in praktischer Lage und mit ausgefallenem Bad-Design. 

 

 

Balangan Strand
Von unserer Unterkunft auf Bukit waren es nur wenige Minuten mit dem Roller zum nächsten Strand. Der Balangan Strand gewinnt zwar keinen Preis in der Kategorie “paradiesisch”, bietet mit seiner Steilküste dafür aber eine grandiose Aussicht über die Bucht. Das Fotografen-Auge lacht und der ein oder andere Balinese verdiente sich dort gerade sein Honorar mit Hochzeitsfotos.

 

 

Uluwatu Tempel
Das bekannteste Highlight der Halbinsel Bukit ist mit Sicherheit der Uluwatu-Tempel. Die riesige Anlage zieht sich entlang der atemberaubenden Steilküste und der Blick auf die gewaltige Brandung in der Tiefe stellt sogar die hübschen Tempelbauten in den Schatten. 

 

 

“Single Fin”
Beinahe genauso berühmt wie der Uluwatu-Tempel ist wohl auch die Bar “Single Fin”, die ebenfalls in schwindelerregender Höhe über dem Ozean thront. Wir kamen, sahen und gingen. Abgesehen von einem sagenhaften Blick bietet der Laden überteuertes Essen, fancy Getränke, dröhnende Bässe und Sitzgelegenheiten nur für den Adel (oder Menschen mit ganz viel Motivation zum Warten). Da schauten wir doch lieber im einfachen Warung nebenan, genossen einen ähnlich schönen Blick und konnten uns sogar noch ein Getränk dazu leisten. Und das sogar im Sitzen! 

 

 

Nyang Nyang Strand
Der zweite Tag auf der Halbinsel Bukit wurde zum chilligen Strandhopping. Mit dem Roller die südliche Küste entlang und hier und da mal abbiegen und schauen was es zu entdecken gibt. Und gleich der erste Stop (zugegebenermaßen ein Tipp meiner lieben Untermieterin Pia, die auf Bali studiert hat) erwies sich als absoluter Glücksgriff! Denn dieser Küstenabschnitt gewann definitiv den Preis für das Paradies! 
Nach einem kleinen Marsch hinab, erreichten wir einen schmalen aber absolut verlassenen Strand. Eine einsame Balinesin verkaufte uns am Strandaufgang frische Kokusnüsse und wir hatten nur noch die Qual der Wahl, an welchem Fleckchen wir uns für die nächsten Stunden niederlassen sollten. Bei einem kleinen Spaziergang entdeckten wir die vielleicht abgefahrenste Schlafmöglichkeit auf Bali: durchsichtige, aufblasbare Iglus – mitten in der Natur. Also quasi unter freiem Himmel, nur geschützt vor Wasser, Wind und was sonst noch so der Dekadenz entgegensteht.
Ich ziehe den echten Himmel ja meistens vor und kam ihm auf einer verlassenen Bambusschaukel mit Blick auf den knallblauen Ozean ziemlich nahe. Apropos Ozean: die Wellen kamen hier mit so einer Wucht herangepeitscht, dass der Strand von all den umherfliegenden Wassertröpfchen wie im Nebel lag. Eine wunderschöne und surreale Szenerie. Schwimmen sollte man dort allerdings besser nicht gehen. Der Sog hinaus aufs offene Meer ist so stark, dass man selbst im nur knöchelhohen Wasser droht, umgespült zu werden. Und danach kommt dann bis zur australischen Grenze erst mal lange nichts…

 

 

Melasti Strand
Ein ebenso einsamer, wenn auch landschaftlich völlig anderer Strand wartete einige Kilometer weiter östlich der südlichen Bukit-Küste auf uns. Eine schroffe Steinküste, wenig grün aber das gleiche, wunderschöne knallblaue Meer. Und an eben dieser Kulisse stand das wohl schönste Fortbewegungsmittel der Welt: ein hellblauer Bulli! Leider war er weder zum fahren noch zum campen gedacht (ich hätte ihn zu gern entführt…). Stattdessen – man kratzt sich verwundert am Kopf – dient er nebst anderen Requisiten als Fotokulisse für Pärchen-Shootings. Und nicht etwa für jene aus Europa, der Wiege des Bullis. Nein, tatsächlich saß eine Asiatin mit pastellgelben Petticoatkleid und farblich abgestimmten Göttergatten in und auf dem kleinen Hippiebus. Die Situation hatte eine gewisse Komik – man stelle sich einmal ein urbayrisches Pärchen in Geisha- und Samuraikostüm mit Papierschirmchen vor einem Teehaus vor… Aber warum nicht mal Klischees brechen? 

 

 

Der Osten der Halbinsel Bukit
Umso weiter wir in den Osten kamen, desto touristischer wurde es. Bereits am Pandawa Strand machten wir nur einen kurzen Boxenstopp, denn weder die großflächige Baustelle, noch die bunten Fähnchen und Schilder entsprachen unserer Vorstellung von schönem Strand. Auch die Statuen, die dort in großen Ausbuchtungen der Felswand stehen, scheinen lediglich Touristen-Zwecke zu erfüllen und keinen kulturellen Hintergrund zu haben.

Wir düsten weiter zur Ostküste von Bukit, Nusa Dua. Man kann es weniger als Stadt, sondern vielmehr als riesigen Vergnügungspark bezeichnen. Fein säuberlich angelegte Straßen, die Strände wie eine künstliche Lagune und überall warten irgendwelche Attraktionen. Dem ein oder anderen Besucher mag das gefallen, uns schreckte es ziemlich ab und wir machten uns auf den Rückweg zu unserer Unterkunft. 

 

 

Hochzeitsshooting am Tegal Wangi Strand
Eine Kleinigkeit habe ich noch: ich bin selbst mal wieder unter die Fotografen gegangen und hatte die Freude, ein frisch verheiratetes Paar aus Deutschland in ihren Flitterwochen zu fotografieren. Die beiden hatten über Facebook jemanden für ein After-Wedding-Shooting gesucht und wie das Glück es wollte, waren wir gleichzeitig dort. Geplant waren schöne Posen vor paradiesischer Kulisse und einem kitschigen Sonnenuntergang. Leider spielte das Wetter ausnahmsweise mal nicht mit sondern verrückt: Grauer Himmel, zwischendurch kleine Regentropfen und von Sonnenuntergang keine Spur. Die Kulisse teilten wir uns mit ca. 5-6 anderen Fotografen und Hochzeitspaaren (offenbar hatten wir DEN In-Spot schlechthin gefunden). Um an dem Spektakel teilnehmen zu dürfen mussten wir dann auch noch ca. 20 Euro zahlen (richtig, um Fotos in der Landschaft zu machen…). Die Szenerie wurde dann, ähnlich zum blauen Bulli, noch durch einen “typisch asiatischen”, knallroten Käfer ergänzt… 
Wir nahmen’s mit Humor – was blieb auch anderes übrig – und machten das Beste draus. Spaß hat es in jedem Fall gemacht und das Ergebnis sogar besser als befürchtet, auch wenn die Kulisse mehr nach deutscher Nordsee aussieht… 
Vielen Dank für Euer Vertrauen, Jenny und Benny! 

 

Tja, und das war’s dann auch mit unserem Urlaub auf Bali. Zurück ging’s nach Canggu und von dort aus, nach beinahe fünf Monaten Südostasien, mit einem langen Ritt zurück nach Deutschland. Doch das ist eine andere Geschichte…

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