Vanlife

Unterwegs in einem Kastenwagen

Vanlife

Wie ich mir spontan ein Auto kaufte und es zum mobilen Zuhause umbaute

“Irgendwann werde ich mir auch mal einen Van ausbauen und damit durch die Welt fahren”.

Gesagt – nicht daran geglaubt, es tatsächlich irgendwann mal zu tun – und schneller getan als gedacht. 

Meine Vanlife-Geschichte beginnt im Sommer 2016. Nachdem ich mein erstes Examen in der Tasche hatte, arbeitete ich für ein paar Monate in Frankfurt. Vollends vergraben in juristischer Arbeit, bekam ich von Frankfurt nicht mehr mit, als das Innere des Büros. Aus einer verrückten Laune heraus – in Kombination mit Fernweh und Abenteuerlust – kaufte ich ein Auto um durch Europa zu reisen und das Vanlife zu genießen. 

Der Traum vom Vanlife

Die Idee eines ausgebauten Busses trug ich schon eine Weile mit mir herum. Genau genommen sind meine Eltern Schuld. Sie selbst sind in ihrem Zwanzigern mit einem klapprigen R4 und Matratzen auf der Rückbank durch Frankreich gereist. Ca. 20 Jahre später unternahmen sie mit uns die erste große Reise: vier Wochen mit dem Wohnmobil durch Australien. Danach waren wir mit dem Vanlife-Virus infiziert.

Nochmal gute 10 Jahre später bin ich bei einem spontanen Surftrip nach Dänemark im VW Bus dabei. Nunmehr restlos angefixt ließ mich der Gedanke dann auch nicht mehr los. Aber die Vernunft setzte sich dann doch durch. Vorerst.

Aus Traum wird Realität: ich kaufe einen Van

Um das Flair zumindest ein bisschen wieder zu spüren, ging es für 2 Wochen mit einem gemieteten Van nach Portugal. Dort traf man natürlich auf so einige ausgebauten Busse. Und ich erwischte mich immer wieder dabei, dass ich Ihnen wehleidig  hinterherschaute. Jedesmal verwarf ich die Tagträumerei mit dem Gedanken “Das machst du eh nie”. Wie sehr man sich doch selbst noch überraschen kann. 

Aber plötzlich war da diese Aufbruchsstimmung. Fern von der Heimat Hamburg, ohne Wohnung mit nicht mehr als zwei Koffern. Also tat ich das einzig Sinnvolle und setzte meinen Traum einfach um. Ziemlich schnell hatte ich mich auf einen Renault Kangoo eingeschossen. Er gefiel mir irgendwie, hatte die perfekte Größe und ist viel günstiger zu bekommen, als ein VW. Außerdem wäre er dann zumindest auch alltagstauglich. Die folgenden Tage durchstöberte ich daraufhin sämtliche Inserate in ganz Deutschland.

Und dann – gerade als ich frühmorgens nach einem Spontan-Trip in Barcelona am Flughafen stehe – finde ich ihn. Er ist türkis. Er passt von den Rahmenbedingungen. UND er hat ein faltbares Dacht. Als wir in Frankfurt landeten hatte ich ihn in meinen Gedanken bereits komplett umgebaut. Also rief ich an.

Die Verkäufer waren aus Norddeutschland – eine Besichtigung wäre für mich erst am nächsten Wochenende möglich. Die Wahrscheinlichkeit, dass er dann bereits verkauft wäre, war hoch. Also tat ich wieder das einzig Sinnvolle: Ich kaufte ihn ohne ihn jemals gesehen oder gefahren zu haben und zahlte dazu bereits 2/3 vom Kaufpreis an.

Natürlich war das absolut verrückt. Die Juristin in mir lachte mich aus. Aber die verträumte Abenteurerin sprang durch die Luft und jubelte. 

Umsetzung: Vanausbau in drei Tagen und drei Nächten

Drei Wochen später holte ich ihn ab. Man muss auch mal Glück haben: alles war in Ordnung. In den folgenden Tagen arbeitete ich im Akkord im Garten meiner Frankfurter Großeltern. Barfuß auf Schrauben und Sägespänen bei fast 40 Grad. Die Rückbank flog raus, stattdessen eine Unterkonstruktion aus Holz hinein. Matratzen rauf und eine Wandverkleidung aus Laminat. Hier und da noch ein bisschen Schnick-Schnack und fertig war er. Nach drei Arbeitstagen war es soweit: Tommy war fertig und besser gelungen, als ich es mir erträumt hatte. 

Zusammen fuhren wir durch Frankreich – dem Ozean entgegen. 

Vanausbau im Zeitraffer

Making of Tommy

Touren mit meinem Campervan

Man muss nicht immer weit weg fliegen um ein Abenteuer zu erleben:
Manchmal reicht es auch schon 100 Kilometer bis an den nächsten Strand zu fahren.

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