Elefanten-Camp bei Chiang-Mai: Ein wunderschöner Tag hautnah mit wundervollen Tieren!

Ein Tag mit den Elis
– Ein Traum wird wahr – 

Der Elefant ist das Nationaltier Thailands. In fast jedem Tempel kann man eine Nachbildung des Tieres entdecken. Mal in seiner natürlichen Form, mal als zweibeiniger Wächter oder aber in der Form des dreiköpfigen mythischen Elefanten Erawan. Sogar eines der populärsten Biere Thailands wurde nach dem Tier benannt: “Chang”, das thailändische Wort für Elefant. 
Doch unabhängig von der nationalen Bedeutung sind Elefanten meine unangefochtenen Lieblingstiere und so erfüllte ich mir zu meinem diesjährigen Geburtstag einen Traum: hautnah mit den Elis! 

 

Elefanten, ja! Aber wie?
Doch wohin? Welches Camp? Welche sind gut, welche soll man meiden? 

Natürlich gibt es in Südostasien zahlreiche Möglichkeiten mit Elefanten in Kontakt zu kommen, doch die meisten dieser Angebote sind alles andere als tierfreundlich. Gerade das Elefantenreiten, zu zweit im Korb auf dem Rücken des Dickhäuters, ist zum einen schädlich für die Wirbelsäulen der Tiere (so dickhäutig sind sie dann doch nicht) und zum anderen wurden diese Elefanten vorher Jahre lang unter quälenden Methoden “dressiert”.
Es gibt mittlerweile aber genug Camps, die die Elefanten abkaufen und ihnen ein neues Zuhause schenken, in dem sie tiergerecht leben können. Nach viel Recherche entschieden wir uns für denElephant Freedom – Single Day beim Elephant Nature Park.


Auf zu den Elefanten
Im typischen Van wurden wir morgens an unserer Unterkunft abgeholt und gemeinsam mit unserer ca. zehnköpfigen Gruppe zum kleinen Camp eine gute Stunde außerhalb Chiang Mai’s gefahren. Unterwegs gab es auf dem großen Bildschirm im Bus bereits ein kleines Willkommensvideo des Elephant Nature Parks mit den Do’s and Don’ts und einer tollen Kurzreportage über Elefanten. Die Aufnahmen der verschreckten Tiere, wie sie durch südostasiatische Großstädte zum Betteln am Straßenrand entlang geführt werden, waren wirklich traurig. Umso schöner war es zu sehen, wie rührend sich einige Campbetreiber und ihre Mahouts, die menschliche Bezugsperson eines Elefanten, um die Tiere kümmern. 

Im Camp angekommen bekamen wir alle “Uniformen”, weite Hose und Hemden aus groben Baumwollstoff, denn es würde “dreckig” werden. Und kaum standen wir da in Reih und Glied auf der Camp-Veranda, war auch erstmal Arbeit angesagt. Kiloweise Bananen und Kürbisse mussten gewaschen und grob mit dem Beil zerkleinert werden. Doch nachdem wir ein paar große Körbe gefüllt hatten ging es los zur Fütterung.

 

 

Fütterung der Elefanten
Die Elefanten erwarteten uns schon freudig am Zaun der großes Camp-Wiese. “Daddy, Mummy, Nanny, ein Teenager UND ein zehnmonatiges Baby warteten darauf, dass wir Ihnen Bananen und Kürbisse in den Rüssel legten. Es ist wirklich erstaunlich wieviel Muskelkraft so ein Rüssel hat! Wenn man die Hand ganz verträumt etwas zu lange am Rüssel verharren lässt um die Haut zu erfühlen, zieht der dickhäutige Freund auch ganz gern mal die ganze Hand zu sich heran (Hauptsache der Kürbis landet im Mund). Der Baby-Elefant bekam als einziger noch die “Hipp-Glässchen”-Version, kleine gelbe Bananen, die wir ihm sogar schälten. Wenn dieser kleine süße Rüssel vorsichtig nach dem Futter greift, kann sich glaube ich keiner ein breites Grinsen von einem Ohr zum anderen verkneifen. 
Nach dem Essen gab es noch eine ordentliche Ladung Wasser direkt aus dem Gartenschlauch und dann war die Elefanten-Gang bereit für einen kleinen Verdauungsspaziergang. 

 

 

Elefanten-Marsch
Wie im Dschungelbuch zogen wir los, Big Daddy mit einem kleinen “Snack” für unterwegs – eine große Ladung Gestrüpp, mit dem er uns fast vom Weg fegte. Schnell wurde uns bewusst: so furchtbar süß diese Tiere auch sind – sie sind richtig groß und schwer! Da möchte man echt nicht aus Versehen im Weg herumstehen. Für mich kleinen Träumer war das eine Herausforderung und ich fotografierte ab diesem Zeitpunkt nur noch mit zwei geöffneten Augen.
Ein bisschen wurden wir tatsächlich auch schon vorgewarnt: Big Daddy ist zwar groß aber total gemütlich – den bringt nichts aus der Ruhe. Mama ist meistens gechillt, es sei denn ihr Kleiner wird bedrängt. Bei der Nanny sollte man allerdings ein bisschen vorsichtig sein, denn sie hat die traumatische Zeit vor dem Camp wohl noch nicht überwunden und Vorsicht war auch beim Teeny geboten, der sich ganz gern mit jedem kabbelt.
Natürlich war das Baby meistens im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, wie er verspielt um seinen Mahout herumtollte und neugierig mit seinem Rüssel auf uns zu tapste. Manchmal wurde es den Ladies wohl zuviel und mit einem lauten Töröö drängten sie sich einen Augenblick um den kleinen Elefanten um ihn in Schutz zu nehmen. Dort verharrten sie ein paar Minuten, gaben Geräusche wie eine Dampflok von sich und trotteten nach ein paar beruhigenden Worten der Mahouts wieder weiter.
Apropos trotten: obwohl so groß und schwer, hört man die Schritten der Elefanten nicht. Ihr Füße sehen beinahe aus wie große Kissen, die ihre Schritte dämpfen. Doch ich habe später am Tag mal eine Fußsohle in Augenschein genommen und gestreichelt: die sind allerdings gar nicht weich – sondern steinhart und durchfurcht wie eine Canyonlandschaft. Irre.
Genauso irre ist, dass die riesigen Tiere es fertigbringen auf steilen Hängen herum zu spazieren wie Bergziegen. Wir haben uns trotzdem lieber nicht in die Schusslinie gestellt… man weiß ja nie.

Nachdem sich die Elefanten mit Dreck beworfen hatten (das kühlt), der Teeny ein bisschen mit Big Daddy gerangelt hat und das Baby die ganzen Awwwws und Ohhhhhs über hatte, war Mittagspause angesagt. Die Tiere brauchten wohl mal Ruhe von uns und wir bekamen ein kleines Mittagessen (das wir diesmal zwar nicht selbst zubereiten mussten – gefüttert wurden wir allerdings auch nicht).

 

 

 

Schwimmen mit Elefanten
Das Highlight für Mensch und Tier folgte am Nachmittag: auf zum Wasserloch! Die Elis trabten munter voran durch die schöne Landschaft, vorbei an Bergen, über weite Felder und durch ein trockenes Flussbett bis hin zum kleinen Fluss, in dem die Tiere gebadet werden sollten. Die Mahouts und ihre Zöglinge marschierten direkt durch ins kühle (und dreckige) Nass und fütterten die Tiere eine weitere Ladung Bananen und Kürbisse. Wir wurden derweil ausgestattet mit Töpfen und rauen Bürsten und dann ging es los. Hinein ins Wasser, in das unsere lieben vierbeinigen Freunde gerade Kiloweise verwertetes Frühstück versenkt hatten. Doch beim Anblick der Dickhäuter, wie sie sich wohlig im Wasser suhlen und darauf warten, geduscht und geschrubbt zu werden, waren die hygienischen Umstände (und Ratschläge des Familien-Arztes) vergessen. Unsere Badesession artete schnelle in eine riesige Wasserschlacht aus und wir kamen den Elefanten dort noch viel näher als zuvor. Solange sie neben einem im Wasser liegen vergisst auch mal schnell wieder die unglaubliche Kraft, die dahinter steht. Wir kraulten die Köpfe der Tiere, die vorher in unerreichbarer Höhe waren und schrubbten ihre Rücken und Bäuche. Doch plötzlich, wenn sich Big Daddy und Mama direkt neben einem aus dem Wasser erheben, hofft man schon sehr, dass sie einen dort auch sehen…
Aber Highlight war dann ehrlich gesagt wirklich das kleine Elefanten-Baby, das super verspielt und verschmust durch die Gegend sprang und ohne Scheu auf uns zu kam um gekrault und verhätschelt zu werden. Der Moment, als er auf mich zukam, sich an mich schmuste und sich dann (halb mit mir) ins Wasser plumpsen ließ um zu toben, war so besonders, dass man ihn nicht mit Worten beschreiben kann. Es war eines der schönsten Reiseerlebnisse, die ich bisher sammeln durfte und ich habe gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd. 

 

Damit ihr es euch ansatzweise vorstellen könnt (auch wenn man so etwas mit Sicherheit selbst erleben muss um es nachempfinden zu können) gibt’s einen kleinen Film unserer Wasserschlacht:

 

Photobombe
Am Ende gab es für uns noch ein kleines Erinnerungsfoto inmitten der Elefanten. Der Kleine hatte uns wohl so sehr ins Herz geschlossen, dass er plötzlich von hinten angelaufen kam, und mit einer perfekten Photobombe ins Bild platzte und uns beinahe umwarf! Der krönender Abschluss eines wunderschönen Tages!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.