Campingplatz-Tipps an der französischen Antlantikküste
– Schöne und günstige Plätze für dein Nachtlager –

Vorab: Wild Campen in Frankreich – insbesondere in Aquitanien ist nicht ein kompliziertes Unterfangen. Abgelegene Parkplätze in Strandnähe gibt es nicht wirklich – und an den meisten Parkplätzen, die in Laufweite zum Strand sind, besteht nicht nur ein Camping-Verbot – nein, der Franzose ist schlau und verbietet schlichtweg das Parken von 22 bis 6 Uhr. Das hat wohl damit zu tun, dass Camping in Frankreich eine Art Nationalsport ist. Leider bedeutet das jedoch nicht “back to the roots” – einfach nur leben in der Natur. Für den Franzosen müssen Pool, Animationsprogramm, Wellnessangebote und schicke Lobbies auch auf einem Campingplatz sein. So kommt es, dass man in der Region auch fast nur teure Plätze für ca. 40 Euro pro Nacht (für ein kleinen PKW-Stellplatz ohne Strom) bekommt. 
Ich war bei meiner Tour stets auf der Suche nach einem günstigen und einfachen Platz, da ich das viel schöner finde. Meine Empfehlungen habe ich dir hier zusammengestellt: 

Zentral-Frankreich
Wenn du die Strecke an den Atlantik nicht in einem Rutsch durchfahren willst, habe ich hier einen kleinen Tipp für einen einfachen Campingplatz in der Mitte Frankreichs: Camping Deneuvre in Chatel de Neuvre (http://www.camping-deneuvre.fr). Der Campingplatz ist ziemlich im Nirgendwo und sehr grün. Er liegt direkt an einem Fluss (es gibt sogar einige Stellplätze mit schönem Blick aufs Wasser) und ist daher ein beliebter Platz für Kanufahrer. Für Stellplatz und eine Person kostet es etwa 10 Euro pro Nacht. 

Carcans
Wenn du in der Umgebung von Lacanau etwas einfaches zum Schlafen suchst, dann kannst du für 6 Euro pro Nacht auf einem simplen Wohnwagen-Stellplatz (45°05’08.1″N 1°09’00.3″W) stehen. Empfehlen kann ich den allerdings nicht. Der Platz ist zwar unter Pinien, allerdings auch direkt an der Landstraße. Das Meer ist dagegen zu weit weg um zum Sonnenuntergang mal eben hinzulaufen. Als Sanitäreinrichtung gibt es zwei Dixi-Klos – Büsche eher Mangelware. Ist wohl eher eine Notlösung wenn man gar nichts anderes findet. Allerdings ist der Platz auch recht klein, so dass man am späten Abend dort mitunter gar keinen Platz mehr findet. Das macht es für eine Notlösung etwas unpraktisch. 

Arcachon
Wenn du gerne den Sonnenuntergang von der Düne von Pilat genießen möchtest, lohnt sich ein Campingplatz direkt an der Düne. Wild Campen ist dort aussichtslos, denn sämtliche Parkplätze in der Umgebung kosten horrende Summen pro Stunde. Die kannst du dir wenigstens sparen, wenn du vom Campingplatz aus direkt auf die Düne laufen kannst. Es gibt einige Plätze (verschiedener Preiskategorien) am Fuß der Düne. Ich war im “Camping de la Dune – Le Flots Bleus” (http://www.campingdeladune.fr/). Für 26 Euro bekam ich einen Zelt-Stellplatz direkt am Fuß der Düne. Diese Ausgabe hat sich meiner Meinung nach absolut gelohnt, denn mit Blick auf den Sand-Riesen zu Essen und zu Schlafen war schon ein besonderes Erlebnis. 

 

Biscarosse
In Biscarosse gibt es einen tollen großen Wohnwagen-Stellplatz mitten im Pinienwald “Mairie – poste de secours du Vivier“. Pro Nacht kostet ein Stellplatz für PKW 8 Euro und der Strand “Plage du Vivier” ist fußläufig erreichbar – je nachdem, wo man sein Lager aufschlägt etwas länger, denn der Platz ist recht groß. Aber durch die vielen Bäume kann man sein Lager trotzdem sehr gut abschotten und generell ist es dort sehr ruhig und schön. 

 

Mimizan
Am Strand in Mimizan gibt es direkt hinter der Düne einen simplen Wohnwagenstellplatz – allerdings auf Asphalt und dicht beieinander. Nicht zu empfehlen! 
Viel schöner kann man am nahegelegenen See Étang d’Aureilhan campieren. Richtig schön und mit 11 Euro pro Nacht auch ausgesprochen günstig ist der “Camping Municipal de Lac“. Ich habe einen kleinen Stellplatz in letzter Reihe und damit etwa 5 Meter vom Ufer entfernt bekommen. Die Sanitäranlagen sind in Ordnung und es ist ruhig und schön dort. Am Ufer gibt es einen kleinen Tretbootverleih und der See richtig schön. 

 

Biarritz
Am Ende meiner Tour musste ich feststellen: mit etwas Glück geht es doch, das wilde Campen. Den absolut schönsten Stellplatz meines Trips habe ich gratis einige Kilometer südlich von Biarritz entdeckt. Auf einem Parkplatz (43°24’47.3″N 1°37’32.7″W) mit Blick auf das Meer darf man offenbar Nachts stehen. Ich habe dort jedenfalls zwei Nächte hintereinander gestanden und war stets in Gesellschaft anderer Bus-Bewohner, die dort teilweise den ganzen Sommer über campieren. An dem Platz ist eine kleine Wiese, auf der aus einem alten Bus Getränke und Snacks verkauft werden und es herrscht eine entspannte und chillige Stimmung. Teilweise wird dort Abends auch Live-Musik gespielt. Einen kleinen Weg die Klippe hinab geht es zu einem recht einsamen kleinen Strand in einer Bucht. Hätte nicht gedacht, dass man sowas in Frankreich noch findet. 

Du warst auch schon an Frankreichs Atlantikküste und hast noch weitere Tipps zum Campen? Dann her damit und hinterlasse einen Kommentar :) 

Die Tour
– Die schönsten Plätze entlang der Route –

I. Bordeaux
Bordeaux ist eine hübsche Stadt kurz vor der Atlantikküste. Es gibt einige schöne alte Gebäude, eine tolle weitläufige Flusspromenade und ein quirlige Einkaufsstraße. Auf dem Weg zum Meer lohnt in jedem Fall ein kurzer Stop, auch wenn es nur für ein paar Stunden ist. Die folgende Route lässt sich durch einen gemütlichen Bummel innerhalb von ca. drei Stunden zurücklegen und führt an den Hauptsehenswürdigkeiten vorbei. 

1. Monument aux Girondins 
Die Säule mit dem schönen Brunnen erinnert an die Opfer während der Französischen Revolution. 


2. Opéra National de Bordeaux – Grand-Théâtre 
Ein schönes historisches Gebäude mit einer tollen Fassade.


3. Rue Sainte-Catherine und Promenade Sainte Catherine
Durch die quirlige Ladenzeile und das stylische Einkaufszentrum kann man sich gut treiben lassen und bei O Sorbet d’Amour einen riesigen Eisbecher mit ausgefallenen und sehr leckeren Sorten mitnehmen. 


4. Cathedrale Saint-André de Bordeaux und Tour Pey-Berlan 
Die beeindruckende Kathedrale ist Sitz des Erzbistums Bordeaux. Der Glockenturm steht isoliert gegenüber und kann (mit entsprechender Wartezeit) bestiegen werden. 


5. Mairie de Bordeaux
Die Fassade des Museums ist mit seinen Säulen sehr fotogen und lohnt in jedem Fall einen kurzen Blick.


6. Quai Richelieu 
Die wunderschöne Flusspromenade sollte man unbedingt entlang schlendern. Sie ist wunderschön und sehr großzügig angelegt und führt vorbei an vielen schönen historischen Fassaden.


7. Place de la Bourse und Le Miroir d’eau.
Läuft man die Promenade vom Porte de Bourgogne nach Norden, gelangt man auf Höhe des Stadtzentrums an den Börsenplatz. Das Gebäude an der Westseite des Platzes ist eines der schönsten in ganz Bordeaux. Ihm gegenüber ist ein großes “Wasserfeld” angelegt, das durch kleine Wassersprudel ca. 1 cm hoch unter Wasser steht. Die Kinder haben ihre Freude, darin herumzuhüpfen – und nach einem Fußmarsch durch die heiße Stadt erfreuen sich auch die Füße einer Abkühlung. 

 

 

II. Bucht von Arcachon
1. Cap Ferret 
Die Fahrt hinaus auf die Landzunge “Cap Ferret” and der Bucht von Arcachon ist wunderschön. Eine kleine Straße führt durch Pinienwälder bis zum Leuchtturm “Phare du Cap Ferret”. Ein Aufstieg lohnt sich – von oben hat man einen tollen Blick aufs Meer und die gesamte Bucht bis hin zur Düne von Pilat. 
Am Fuß des Leuchtturmes gibt es einen kleinen Strand “Plage du Mimbeau”, der durch eine kleine Sandbank von der Bucht geschützt ist. Das Wasser ist dort so flach, dass man einfach auf die Sandbank hinüber laufen kann und sich dort ein ruhiges Plätzchen suchen kann. Von dort lassen sich die vorbeifahrenden Segelboote und Yachten sehr schön beobachten. Besonders interessant sind dort auch die Austern-Zuchtbänke, die in vielen Reihen im flachen Wasser vor der Sandbank liegen. Wer hindurch watet, findet sicherlich die ein oder andere herabgefallene Muschel als Andenken. 


2. Port de Larros
Von Cap Ferret geht es dann um die Bucht von Arcachon herum in Richtung Arcachon (ca. 70 Kilometer und 1,5 Stunden). Auf dem Weg lohnt ein Zwischenstop in Port de Larros. Der Hafen ist zwar etwas heruntergekommen und kein Schmuckstück, dafür kann man hier ganz frische Austern aus der Bucht probieren. An der kleinen Hafenstraße “Esplanade des Ostreiculteurs” gibt es viele kleine Restaurants, alle mit einem sehr ähnlichen Angebot. Ich entschied mich für eines, dass durch seine vielen bunten Kissen und Schirme und hübscher Dekoration ins Auge sprang und bestellte dort für 9 € 6 Austern mit Brot und einem Weißwein. Da ich vorher noch nie Austern probiert hatte, habe ich keinen Vergleich was den Geschmack angeht, kann aber sagen, dass es auf jeden Fall eine schöne Erfahrung mit viel Flair war. 


3. Arcachon
Das kleine Städtchen, das der Bucht seinen Namen gibt, ist zwar ausgesprochen chic und sauber, jedoch auch sehr touristisch. Alles wirkt irgendwie künstlich. Der Strand ist eher langweilig, da die Bucht ein großes Planschbecken ohne Wellen ist. Aber für einen kleinen Spaziergang durch die schönen Sträßchen mit einem Eis in der Hand lohnt sich ein weiterer Zwischenstop. Fast noch schöner als das Stadtzentrum am Wasser sind jedoch die Wohngebiete auf dem Hügel. Beim Weg in die Stadt sollte man durch ein paar der Straßen cruisen und über die wunderschönen Lage der Anwesen dort ins Schwärmen geraten. 


4. Düne von Pilat
Das Highlight der Gegend um die Bucht von Arcachon ist allerdings die Düne von Pilat. Ein monströser Sandhaufen, der (variierend) bis zu 110 Meter hoch, 500 Meter breit und etwa 2,7 Kilometer lang ist. Man sollte es sich nicht entgehen lassen, einen Sonnenuntergang von dort oben zu genießen. Oft kann man dabei auch noch den Paraglidern zusehen, wie sie entlang der Dünenkante hinauf und herab schweben. 
Am praktischsten ist es, wenn man direkt an der Düne campiert. Ich hatte einen Platz direkt in letzter Reihe vor der Düne – was schlichtweg atemberaubend war. Sieh dir hierzu meine Campingtipps für Frankreich an. 

 

 

III. Biscarosse
Der kleine Ort Biscarosse bietet nicht sonderlich viel, wenn man auf Sightseeing-Tour ist, aber es gibt einige schöne Ecken.
Strände gibt es gleich drei. Der nördlichste “Plage du Vivier” liegt nahe eines tollen Campingplatzes und es lässt sich dort sehr gut surfen. Den südlichsten Strand fand ich persönlich nicht so schön. Die Umgebung ist eher karg bebaut aber betoniert und am Strand verbreiten die Bademeister mit ihren Trillerpfeifen eine ungemütliche Atmosphäre. 
Zum Schlendern ist der Hauptstrand in der Mitte schön, denn hier gibt es kleine Läden und es ist sehr hübsch angelegt. 
Ganz besonders lohnt in Biscarosse ein Abstecher zu den Seen. Auch davon gibt es gleich drei an der Zahl. Der schönste ist der kleinste in der Mitte “Petit Étang de Biscarosse”. Am Südufer des Sees (
44°23’52.3″N 1°10’58.4″W) ist eine sehr schöne große Wiese, auf die man mit einem PKW auch fahren darf. Die Einfahrt ist hierzu mit einer sehr schmalen Schranke begrenzt – aber bei geringem Tempo passt ein Kleinwagen dadurch. Das tolle an dem See ist, dass man (wenn überhaupt) nur wenigen Menschen dort begegnet, denn hier gibt es nichts außer Natur. Wenn man ein eigenes SUP oder Boot hat, kann man von hier aus über den See und durch die sehr idyllischen Kanäle zu den anderen großes Seen fahren. Unterwegs kann man neben schönen Pflanzen vor allem riesige blaue Libellen beobachten, die dich über der Wasseroberfläche herumflitzen. 

 

 

IV. Mimizan
Von Biscarosse ist es nur ein kurze Fahrt nach Mimizan, einem weiteren Strandort. Der Strand ist zwar sehr voll, allerdings kommen sich Surfer und Schwimmer dennoch nicht ins Gehege. Denn dem Strand ist noch eine kleine Sandbank vorgelagtert, die eine natürliche Grenze für Welle und Surfer ist. 
Auch in Mimizan gibt es einen schönen See “Étang d’Aureilhan”, der allerdings weitaus touristischer und überlaufener ist, als der kleine See in Biscarosse. Fast das gesamt Ufer besteht aus offiziellen Liegeplätzen mit teuren Parkplätzen oder ebenso überteuerten Campingplätzen.
Es gibt allerdings eine Ausnahme (siehe für Details den Beitrag zu Campingplätzen in Frankreich). Einen sehr einfachen und günstigen Campingplatz direkt am Ufer, der durch die natürliche Form des Sees und der angrenzenden Baumgruppen auch sehr abgeschottet von den großes Liegewiesen liegt. Von hier aus kann man wunderbar mit Boot oder SUP über das Wasser treiben und die Seele baumeln lassen. 

 

 

V. Contis Plage
Widerrum eine kurze Fahrt weiter befindet sich das kleine Nest Contis-Plage. Das kleine charmante Dorf ist noch relativ untouristisch und weniger überlaufen vergleichen mit den umliegenden Stranddörfern und lohnt einen kleinen Besuch. Mittwochs und Sonntags gibt es dort einen schönen kleinen Markt und auch die kleine Ladenzeile lohnt einen kleinen Bummel. Im Café “La Terrasse”  kann man sehr gemütlich einen großen Cappuccino trinken und auch der Strand selbst lohnt einen Spaziergang, da er sehr ruhig und weitläufig ist. 

 

VI. Biarritz
In Biarritz beginnt das Baskenland und auch die Natur ändert sich hier schlagartig. Die Pinienwälder und weitläufigen Strände werden hier abgelöst von schroffen Felsenformationen und hügeliger Landschaft. Biarritz selbst ist sehr chic und bietet genug zu sehen für einen längeren Aufenthalt. Das Stadtzentrum lebt von alten Jugendstilfassaden und kleinen Geschäften, die kleinen Gassen, die sich schlangenlienenförmig den Hügel hinaufziehen sind sehr hübsch und auffällig sauber. Die Strände sind allerdings alle sehr voll, da sie in sehr kleinen Buchten liegen. Die Bedingungen zum Surfen sind am südlichsten Strand “Plage de la Côtes des Basques” – gerade für Anfänger – sehr gut, allerdings ist es auch so voll, dass man sich sehr schnell ins Gehege kommt. Der zentrale Strand “Plage du Port Vieux” ist wirklich winzig, aber hier kann man toll entlang der schroffen Felsen schnorcheln, die aus dem Wasser herausragen.
Besonders schön ist der Küstenweg  zwischen dem kleinen zentralen Strand und dem Hauptrand im Norden “Grande Plage”. Von hier aus kann man die beeindruckenden Felsen im Meer und die daran zerschellenden Wellen beobachten. Einen tollen Blick auf die Stadt und die kleine Bucht hat man von dem kleinem Felsenriff “Rocher de la Vierge”, das durch eine Brücke aus der Feder Gustav Eiffels mit dem Küstenweg verbunden ist. Ein schönes Fotomotiv ist der “Bouche ouverte sur la mer”, ein großes rundes Loch in einem großes Felsbrocken, durch den man auf die nördliche Bucht der Stadt schaut. 
Einige Kilometer weiter nördlich steht noch ein schöner Leuchtturm, der sich sicherlich lohnt. Die Parksituation dort ist allerdings sehr kompliziert, so dass man hierfür vielleicht einen längeren Spaziergang einplant.

 

 

VII. Saint-Jean-de-Luz (Nord)
Südlich von Biarritz, auf halbem Weg Richtung der nächsten Stadt Saint-Jean-de-Luz habe ich meinen Lieblings-Platz gefunden. Oberhalb des “Plage de Lafitenia” liegt ein kostenloser Parkplatz mit einer kleinen Wiese. Von dort hat man einen wunderschönen Blick auf die Bucht und den angrenzenden kleinen Wald. Teilweise schweben Paraglider dicht über den Baumwipfeln. Auf der Wiese werden aus einem hübschen alten Surferbus Getränke und Snacks verkauft und abends finden sich dort mitunter Musiker ein, die entspannte Musik zum Besten geben. An dem Parkplatz selbst scheint das “Wild-Campen” geduldet zu sein und so gibt es einige Busse, die dort ihr Nachtlager aufschlagen. Auf diese Weise kommt man in den Genuss, einen wunderschönen Sonnenuntergang direkt vom Schlafplatz aus zu beobachten. Man kann natürlich auch zu dem schönen kleinen Strand hinunter gehen. Hier trifft man nur auf wenige Menschen und hat einen schönen Blick auf die ins Meer ragenden Felsen. Zum Surfen gibt es hier leider (meistens) nicht genug Wellen, aber eine Bucht weiter, in Bidart, kann man schon mehr Glück haben. Der Strand dort ist zwar nicht gerade feinsandig – hat aber durch die vielen großen und kleinen Steine seinen eigenen Reiz. Vor allem ist er aber kaum besucht und so hat man hier viel Platz und Ruhe zum Surfen oder zum in der Sonne liegen.

 

 

VIII. Donostia San-Sebastián
Die spanische Stadt ist noch Teil des Baskenlandes und lässt sich gut mit einer Frankreich-Tour verbinden. Dabei sollte man das Auto aber außerhalb der Stadt – am besten noch östlich des kleinen Flusses – parken, denn in der Stadt herrscht absolutes Verkehrschaos. Da kann es schonmal 1-2 Stunden dauern, bis man 2 Kilometer zurückgelegt hat und einmal drin, kommt man auch so leicht nicht mehr heraus. Am besten erkundet man die Stadt daher zu Fuß. 
Highlight der Stadt ist auf jeden Fall das “Castillo de La Mota” eine Burgruine auf einem recht hohen Hügel, von dem aus man einen atemberaubenden 360° Blick auf die Stadt, die entfernten Pyrenäen das Meer hat. Auf der Spitze der Burg steht eine große Jesus-Statue – ein bisschen wie in Rio de Janeiro, nur um einiges kleiner.
Aber auch die Stadt selbst ist sehr schön. Bei einem Streifzug durch die urigen engen Gassen rund um die “Iglesia de Santa Maria” und die “Iglesia San Vicente”, entdeckt man schöne alte Fassaden und viele kleine Läden laden zum Essen und Verweilen ein. Der große Park an der Ostseite der Bucht ist sehr schön angelegt und wird von vielen pompösen Gebäuden mit beeindruckenden Fassaden umgrenzt. Der Stadtstrand “Playa de la Concha” ist zwar alles andere als ruhig, aber man hat von dort einen schönen Blick auf die kleine Insel “Santa Clara” in der Mitte der Bucht und das offene Meer dahinter. 

 


Suchst du noch nach schönen und günstigen Campingplätzen auf deiner Route? Dann sieh dir meine Campingplatz-Tipps für Frankreich an. 
Wenn du mehr von meinen Erlebnissen vor Ort erfahren möchtest, dann stöber durch meine täglichen Blog-Einträge zur Frankreich-Tour. 

 

Inspiration für deine Reise
– Die schönsten Fotos und Videos meines Trips – 

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte:
Lass dich von der Schönheit Frankreichs mit deinen eigenen Augen überzeugen!

 

Fahr mit auf meinem Longboard durch Biscarosse:

 

Zurück nach Frankfurt
– 16 Stunden und 1400 Kilometer –

Die Nacht war erstaunlich ruhig. Ich schlafe in meinem Van tatsächlich besser als im Bett! Von meiner Busnachbarin (das Board war noch da) erfuhr ich, dass wohl noch ordentlich Rabatz in der Nacht war … ist mir entgangen. Ich frühstückte noch gemütlich im Bett mit Blick auf das Meer und fuhr dann zur nächsten Bucht für eine letzte Surf-Session. 

Leider war es den Wellen herzlich egal, dass ich nur noch eine Stunde Zeit hatte und dann das Meer hinter mir lassen müsste. So schwappten zwar Tonnen von Wasser unter meinem Board hindurch – eine surfbare Welle kam jedoch nicht. Ich machte das Beste daraus und genoss die letzte Stunde auch so im Wasser (so ein Board eignet sich ja auch einfach hervorragend um sich darauf treiben zu lassen und von den “Wellen” hin- und hergeschaukelt zu werden. Irgendwann tapste ich zurück zum Auto, verzurrte das Board auf dem Dach und startete meinen Heimweg gegen 11 Uhr. 

Der Start wurde dann nochmal kurz spannend, da während meiner Surf-Session eine “1,80m” Schranke aufgebaut wurde – diese dann auch noch am Hang. Ich war mir sicher, mein Auto (vor allem mit Board) wäre zu hoch… aber da es auch keinen Zuständigen dort gab und ich ja irgendwie raus musste, fuhr ich zentimeterweise (am Hang… vielen Dank Papa für das Training am Feldberg vor vielen Jahren) unter der Schranke durch. Immer wieder aussteigen – schauen ob es noch passt – nächster Zentimeter. Es funktionierte und das Board lebt auch noch.

Ich wollte diesmal schneller voran kommen (auf dem Heimweg hat man irgendwie weniger Motivation für gemütliche Feldwege…). Also Maut. Stück für Stück zogen mir die Franzosen noch meine letzten Kröten aus der Tasche, während die Tanknadel in einem rasanten Tempo nach unten fiel. So wechselten sich Maut-Stelle und Tankstelle regelmäßig ab, bis ich gegen 6 Uhr am Puy-de-Dome war. Da dies auf dem Hinweg aufgrund des anhaltenden Regens nicht geklappt hatte, wollte ich dies als Stop für den Rückweg nutzen. Ich malte mir aus, wie ich oben auf dem Gipfel des Vulkans stehen würde, während die Sonne unterging – vielleicht sogar dort schlafen könnte und am nächsten Morgen bei einem Kaffee dabei zuschauen würde, wie die Sonne durch den Nebel zwischen den Vulkanen der Auvergne aufgehen würde. 

Wie so oft waren meine Vorstellungen nicht so recht umsetzbar. Die Straße endete bereits auf halber Höhe zwischen Bäumen, so dass keinerlei Sicht war. Der Aufstieg auf den Gipfel würde ca. 45 Min. dauern. Klar, ich könnte nun da hochstapfen, aber den Sonnenuntergang könnte ich dort nicht entspannt beobachten, während ich noch nicht wüsste, wo ich danach campen würde. Mein Plan: Campingplatz suchen, einchecken und dann ab auf den Gipfel. 

Ergebnis: Den nächsten Campingplatz gab es nicht mehr… Der andere in der Gegend war ausgebucht. Tja… Ich fuhr weiter und durch Clermont-Ferrand durch. Gegen sieben Uhr machte ich kurz Pause um zu überlegen wie es weitergehen sollte. Die Campingplätze würden langsam alle schließen. In der Umgebung gab es nichts Ansprechendes, wo es cool wäre, die letzte Nacht zu verbringen. Es waren noch ca. 7,5 Stunden zurück nach Frankfurt. Ich fühlte mich noch recht fit. Ich fuhr los.


Bis zum Sonnenuntergang hatte ich eine wundervolle Fahrt. Die Sonne stand schräg vor mir, tauchte die gesamte Landschaft in ein wunderschönes Licht und immer mehr zeichneten sich die umliegenden Hügel und Berge nur noch als schwarze Silhouette vor einem blutroten Himmel ab. Irgendwann fuhr ich den Sternen entgegen und flog durch die Nacht, während der Soundtrack von Tron laut aus meiner Box dröhnte. 
Ab 23 Uhr wurde es dann langsam echt unangenehm. Ich wollte nur noch heim. Es war anstrengend. Ich wollte nicht mehr sitzen, hatte aber auch keine Lust mich an eine Raststätte zu legen um zu schlafen. Wenn schon nicht mehr am Meer, dann wollte ich jetzt einfach nur noch ins Bett. Irgendwie schaffte ich es. Nach einem Höllenritt von 16 Stunden und ca. 1400 km kam ich um 3 Uhr an und fiel dreckig wie ich war ins Bett. 

Heute morgen war ich dann allerdings froh um die Aktion. So konnte ich heute entspannt das Auto einmal komplett sauber machen, alles waschen und in Ruhe packen für meinen Umzug nach Hamburg morgen. (Und nach 4 Tagen das erste mal wieder duschen… meine Haare fühlten sich vor lauter Salz schon kaum mehr nach Haaren an – und meine Füße waren pechschwarz). 

Resümee dieses Trips: 
Eine großartige Reise und tolle Erfahrung. Auch wenn es noch nicht so richtig “wild” war (dafür muss ich dann wohl doch nach Skandinavien…), so kam es dem Feeling jedoch schon ein wenig nahe. Das alleine reisen ist einfacher als gedacht. Wenn man es möchte, kann man jederzeit Leute um sich haben und neue Menschen kennen lernen. Surfen ist ein Sport, für den man viel Geduld und eine hohe Frustrationsschwelle braucht. Das muss ich wohl noch lernen… 
Ich habe auf dieser Reise viel weniger fotografiert als sonst und versucht, mehr im Moment zu genießen. Natürlich sind es trotzdem einige Fotos geworden, wie ihr sehen könnt. 
Auch wenn der Frankreich-Trip nun vorbei ist, so war dies wohl nur der Auftakt für das Abenteuer. Am Montag geht mein Referendariat los (wenn das nicht schon abenteuerlich genug ist…). Ausgerüstet mit dem schönsten Van der Welt, werde ich mich wohl öfter an der Küste, als in meiner Wohnung in Hamburg aufhalten. Und in Dänemark ist man ja auch schnell….
Ich bin gespannt wie es weitergeht. 

St. Sebastian
– eine chaotische Stadt mit tollem Blick –

Heute morgen war der Himmel furchtbar grau. Das schwappte auf die Laune über und so half nicht mal mein hervorragender Kaffee, die Morgenmuffeligkeit zu vertreiben. Nachdem ich drei Abende hintereinander mit neuen Bekanntschaften verbracht hatte, brauchte ich etwas Ruhe. Auch wenn es tolle Abende waren – mir fehlte die Zeit zum Gedankenschweifenlassen.
Die Radler und meine gestrigen Nachbarn hatten alle von St. Sebastian geschwärmt, so dass dies mittlerweile auf meiner Route platziert war. Auf dem Weg dorthin wollte ich einen kleinen Abstecher in die Anfänge der Pyrenäen machen. Ein genaues Ziel hatte ich nicht, aber ich hoffte, wenn ich vom Meer wegfahren würde, sich der ein oder andere tolle Blick ergeben würde.

Ich fuhr also ziellos durch die Gegend und verwirrte meinen Mobilfunkanbieter mit meinem Grenzhopping zwischen Frankreich und Spanien. Da sich auf der Fahrt zwar schöne Landschaftsbilder mit grünen Bergen und schmalen Schluchten erahnen ließen – ein Anhalten oder gar Aussteigen, um den Blick zu genießen, jedoch unmöglich war, wollte ich mein Glück auf dem Berg “La Rhune” versuchen. Auf den Gipfel fährt eine alte Zahnradbahn, wie ich aus dem Reiseführer wusste. An deren Startpunkt angelangt, merkte ich schnell, dass das für mich heute nix werden würde. Offizielle Parkplätze schon alle belegt und eine ewige Schlange um allein das Ticket zu bekommen. Die Laufstrecke war dagegen mit 2-3 Stunden pro Weg zu lang für heute. Also schlug ich mir die Idee eines grandiosen Blicks vom Berg herab aus dem Kopf. Jedoch erst nach einem weiteren Versuch, in dem ich Tommy einen eher inoffiziellen, sehr steilen Schotterweg hochjagte. Nicht sicher ob er Spaß hatte oder sich beschwert hat…. aber zumindest einen schönen Blick konnten wir beide von dort aus kurz genießen.

Dann ging es über die Grenze nach St. Sebastian. Mich empfing ein Verkehrschaos ohnegleichen. Bevor ich überhaupt realisiert hatte, dass ich schon halb in der Stadt war, steckte ich fest. Das Straßensystem ist ein weiteres Hindernis: an schnelles Umdrehen und außerhalb parken war nicht zu denken. So spendete ich 1,5 Stunden meines letzten Tages am Meer mit Anfahren in einer heißen spanischen Stadt. Grandios.
Irgendwann hatte ich es satt und fuhr recht weit außerhalb in ein Parkhaus (5,50 Euro für die drei Stunden die ich dann noch unterwegs war).
Ich spazierte auf einen Hügel direkt am Meer, auf dem eine Burg und eine Jesus-Statue (Rio in klein) stehen. So kam ich dann doch noch zu meinem grandiosen Blick (wenn auch anders als gedacht…). 
Auf dem Rückweg zum Auto ließ ich mich noch durch die alten engen spanischen Gassen treiben und holte mir eine spanische Fanta (die viel besser schmeckt als die deutsche Version).

Gegen 17 Uhr verließ ich die Stadt nach Süden. Mein Nachbar vom Vorabend meinte, man könnte gut in Orio oder Zarautz surfen und dort auch auf dem Parkplatz campen. Ich fand den Parkplatz nicht. Die Campingplätze waren alle voll. Ich war genervt und merkte wie mein Urlaubsfeeling durch den einen Tag kaputt ging. Die Hektik und das Chaos, die Optik der Städte, der Mangel an Natur und noch größere Schwierigkeiten bei der Spotsuche. Mir wurde es zu bunt. Kurzentschlossen düste ich über die Autobahn gegen Maut zurück zum gestrigen Spot. Fürs Surfen war es leider schon zu spät. Aber ich ergatterte den gleichen Platz wie gestern.
Ich machte mir Essen, während auf der Wiese Live-Musik gespielt wurde. Zum Sonnenuntergang ging ich wieder an den Strand und lauschte den Wellen. Zurück im Auto konnte ich noch vom Bett aus, bei offener Hecktür, den roten Himmel und das Glitzern des Meeres genießen.

Nun sind alle Schotten dicht – inkl. Dach. Heute ist irgendein baskisches Volksfest, weswegen alle etwas durchdrehen, erklärte meine deutsche Busnachbarin. Wenn was ist, soll ich bei ihr klopfen. Und sie hat mein Board zu sich reingepackt, weil sie meint heute Nacht wäre es vielleicht nicht so gut es unter dem Auto liegen zu lassen. Ich bin gespannt auf die Nacht und ob sie morgen mit Board noch neben mir steht. Wir werden sehen… Morgen früh will ich nochmal surfen und dann muss ich mich auch schon auf die erste Etappe des Rückwegs begeben.

Wie es weiterging…

Biarritz
– Jugendstil und schroffe Felsformationen –

Gestern Abend haben sich dann noch meine Camping-Nachbarn zu mir gesellt. Ein Holländer und ein Deutscher, die mit den Fahrrädern unterwegs sind. Bei Wein, Baguette, Käse und Oliven saßen wir noch eine ganze Weile zusammen. Sie wollen auch am nächsten Tag nach Biarritz und meinten, es könne nicht angehen, dass ich bisher noch nicht wild gecampt habe. Sie schlafen auf ihrer Tour meistens im Zelt bzw. unter freiem Himmel, wo auch immer sie Abends vom Rad steigen. Als ich meine Bedenken bzgl. einer nächtlichen Polizeikontrolle äußerte, meinten sie wir sollten uns doch für den nächsten Abend zusammentun. Quasi in kleinen Schritten aus der Comfort-Zone heraus…

Ich schlief wieder (wie jede Nacht) unter dem Sternenhimmel bei offenem Dach ein. In der Nacht wurde ich dann noch von einer aufdringlichen Mücke geweckt, die mich auch partout nicht weiter schlafen lassen wollte. Der Klügere gibt ja nach (nur zur Klarstellung: das war ich…) und ich überließ ihr das Reich übergangsweise (sie führte den Titel Truchsess sicherlich mit Stolz) und tapste mit Kamera und Stativ zum See. Der Mond leuchtete hell und spiegelte sich wunderschön zwischen einigen Wolken auf der Wasseroberfläche.
Der Mücke war währenddessen wohl langweilig geworden und so konnte ich danach hervorragend weiterschlafen.

Heute morgen gab es eine große Kanne Kaffee für alle und nach der üblichen Stunde saubermachen, zusammmenpacken… (nur zur Klarstellung, bevor hier in Klischees gedacht wird: für Duschen und alles drum und dran brauche ich lediglich 5 Minuten). Man muss sich bei so einer Konstrukion des Campens immer ganz genau überlegen, was man nun aus welchem Fach braucht. Sonst ist man nur am Hoch- und Runterklappen – eine logistische Herausforderung.

Gegen 10 Uhr ging es dann los. Ich wollte eigentlich direkt nach Biarritz. Auf dem Weg entdeckte ich allerdings ein Schild nach Contis Plage und erinnerte mich, davon im Reiseführer gelesen zu haben. Also bog ich kurz entschlossen ab und bereute es nicht im geringsten. Ich saß eine Weile am noch recht leeren Strand und schlenderte durch die kleinen (gar nicht mal so touristischen) Lädchen und den hiesigen Markt. Dabei ergatterte ich noch 2 Körbe für den Camper, die ab sofort hervorragende Zwecke erfüllen.

Gegen 3 kam ich in Biarritz an. Ich war durchaus überrascht, hatte ich doch ein ähnliches Städtchen wie die bereits besuchten erwartet. Aber stattdessen erwartete mich einerseits eine Stadt mit alten und sehr beeindruckenden Gebäuden und andererseits eine komplette Veränderung der Natur (und Abwechslung hatte ich mir ja gewünscht). Die Pinienwälder wurden abgelöst durch Hügel und schroffe Felsformationen im Meer. Wunderschön!
Leider ist Biarritz auch wesentlich größer als gedacht und so wurde es nochmal etwas stressig bei der Parkplatzsuche. Ich hatte letztendlich aber riesen Glück, fand am zentralsten Spot ein Plätzchen und löste ein Ticket für 3 Stunden (zu 5 Euro…). Mit Board unterm Arm und diesmal nur im Bikini ging es 500 Meter (die Straße entlang) zum Strand.

Die Wellen waren zwar nicht sehr hoch, aber sehr anfängerfreundlich. Und so kam es, dass ich die erste Welle direkt erwischte und souverän auf dem Brett stehend Richtung Strand fuhr. Das Grinsen im Gesicht kann man sich vorstellen.
Tatsächlich ging es so auch weiter und ich hatte mein Board langsam sehr gut unter Kontrolle. Leider kann man dies nicht über die Masse an Surfschülern und Ausprobierenden sagen, die ohne um sich zu schauen versuchten zu surfen. Da es dermaßen voll war, dass man kaum eine Boardbreite Abstand zum nächsten hatte, kam es diverse Male zu kleinen Überschneidungen. Diese endeten wieder einmal mit blauen Flecken und Schrammen an meinen Gliedmaßen. Irgendwann wurde es mir zu bunt und ich surfte eine letzte Welle zum Strand zurück und schlenderte stattdessen noch ein Stündchen zu Fuß an der Küstenpromenade entlang. Auf dem Weg zurück zum Auto bummelte ich noch durch die Läden. Hier könnte man richtig arm werden: sämtliche Surfermarken sind ansässig und locken mit Angeboten. Die knappe Zeit bis zum Ablauf des Parkscheins rettete mich allerdings vor der Privatinsolvenz.

Da sich die Radler vom Abend zuvor noch nicht gemeldet hatten, machte ich mich sicherheitshalber auf die Campingplatzsuche. Ich fuhr 12 km raus aus Biarritz und fand 2 Campingplätze auf den Klippen mit Blick zum Meer. Einer war voll, der andere sollte mal wieder die üblichen 40 Euro kosten. Ich fuhr zurück zu einem großen Parkplatz, von dem aus man einen grandiosen Blick auf die Bucht hatte. Ein Mädel saß gerade in ihrem VW-Bus mit deutschem Kennzeichen und ich fragte sie, ob man hier stehen dürfe. Man durfte!

Glücklich räumte ich mein Lager zurecht und ging dann mit Kamera und Bier ausgestattet zum Strand. Pünktlich zum Sonnenuntergang kamen dann doch noch die Radler dazu. Gemeinsam beobachteten wir eine riesig rote Sonne dabei, wie sie zwischen den Felsen im Meer verschwand. Später grillten wir oben an meinem Lager (ich hatte mir ein tolles Rindersteak gekauft, das ich auf den Punkt englisch briet). Nebenan ein deutsches Pärchen, das auch vor einem Bus saß und sich unserer Runde anschloss. So saßen wir noch eine ganze Weile zusammen und hatten einen sehr witzigen Abend. Insgesamt ein sehr erfolgreicher Tag! 

Wie es weiterging…

Mimizan
– tolle Wellen und Campen am See –

Um ca. 10 Uhr waren wir zum Surfen verabredet. Ich wachte um 9 auf, frühstückte und machte alles schon abfahrbereit, damit ich nach dem Surfen direkt weiter fahren könnte. Zwischendurch kam dann doch noch ein Mitarbeiter des Stellplatzes und kassierte noch 8 Euro. Absolut in Ordnung im Vergleich zu dem was hier sonst so verlangt wird. Zum Surfen brachen wir dann erst so gegen 12 auf… also las ich noch ein bisschen – übrigens an dieser Stelle ein Buchtip für alle Reiseverrückten: Nina Sedano, “Die Ländersammlerin”.

Zum Surfen ging es heute das erste mal im Shorty, wobei ich mehr Sorge davor hatte, das Brett ungebremst gegen die Beine zu bekommen, als dass es zu kalt werden könnte. Tatsächlich ist es so warm, dass man es vielleicht sogar schon im Bikini aushalten könnte, wären da nicht die vielen blauen Flecken… Von diesen habe ich heute auch wieder eifrig gesammelt und noch einige Schrammen dem Kunstwerk hinzugefügt. Eigentlich klappte es heute schon besser. Ein paar mal klappte es dann auch endlich mal wieder mit dem Stehen… In der Mehrzahl der Fälle fuhr ich allerdings wieder Waschmaschine oder das Board rutschte unter mir nach vorn weg, weil ich (um die Waschmaschine im Schonprogramm zu fahren) dann zu weit hinten war. Höhepunkt war der Moment, als sich das Board (warum auch immer?! das erkläre mir mal bitte ein Physik-Genie) sich so umdrehte, dass die Finnen nach oben zeigten, ich allerdings noch darauf lag. Das Ergebnis war dann eine schöne Schramme (zum Glück kein Schnitt) von der Finne. Insgesamt aber trotzdem eine erfolgreiche Session.

Danach brach ich nach Mimizan auf, wobei ich noch unentschlossen darüber war, ob ich mehr Lust auf Stadt, See oder Meer hatte. Die Städte in der Region sind eigentlich alle ähnlich aufgebaut: Die Hauptstadt ein paar Kilometer landeinwärts, am Strand der dazugehörige Strand-Stadtteil und in vielen Fällen dann eben noch einen Stadtteil an einem See, der nahe der Küste liegt. Die Stadt selbst schien nicht so interessant, also fuhr ich einfach durch. Am Strand angelangt schaute ich von der Promenade bei einem Hühnchen-Panini den Surfern zu, wie sie sich in den meisten Fällen genauso zum Affen machten, wie ich es noch wenige Stunden zuvor getan hatte sowie den wenigen, die es wirklich gut konnten.


Auch hier gab es einen einfachen Camper-Stellplatz – sogar direkt am Strandaufgang, allerdings wie ein normaler Parkplatz – Wohnwagen neben Wohnwagen auf Asphalt. No Way. Da ich mittlerweile die Hoffnung aufgegeben hatte, einen coolen Spot am Meer zu finden, versuchte ich mein Glück bei den Campingplätzen am See. Die erste Anlaufstelle sah auch nach einem recht einfachem Parkplatz aus, dafür aber direkt am Ufer. Als sie für den PARKPLATZ 25 Euro haben wollte, entglitten mir (ein weiteres Mal) die Gesichtszüge. Ich fuhr weiter. An der anderen Seite des Sees ein weiterer Campingplatz. Dass dieser nur zwei Sterne hatte löste in mir das aus, was andere wohl empfinden, wenn sie in ihr Luxushotel einchecken. 2 Sterne, so hoffte ich, wird wohl ohne großes ChiChi sein. Keine Animation. Keine Karaoke. Vielleicht sogar ein bisschen Natur und Dreck. Und so kam es, dass ich für einen Platz DIREKT in erster Reihe zum See, nur 11 Euro gezahlt und bisher noch kein einziges XLR-Kabel entdeckt habe.
Da musste ich natürlich direkt noch mal aufs SUP springen und eine Runde in der Abendsonne drehen. Da das mit dem Stehen auf den Füßen mittlerweile ohne Wellen kein Problem mehr darstellt, entstand eins meiner obligatorischen Reise-Handstandbilder (so eine Sache zwischen mir und meinem Bruder: wer macht den coolsten Handstand während einer Reise?) diesmal auf dem Board. Gar nicht so einfach wie gedacht.

Nun sitze ich in meinem Sitzsack (übrigens viiiiiel bequemer als ein Camping-Klappstuhl) mit Blick zum See, die Abendsonne im Rücken und habe gerade einen Teller Nudeln verputzt. Den restlichen Abend werde ich der Planung meiner zweiten Reisehälfte widmen. Morgen geht es jedenfalls nach Biarritz zu einem weiteren Surf-Tag. Da mir hier aber mittlerweile etwas die Abwechslung in der Natur fehlt, überlege ich, danach das Meer zu verlassen und meiner Reiseroute noch etwas mehr Neues hinzuzufügen. Aber auch davon werde ich berichten. Habt alle einen schönen Abend und bis morgen. 

Wie es weiterging…

Biscarosse
– ruhige Seen und ein geselliger Abend – 

Gestern Abend war das Einschlafen bei offenem Dach schwer, denn auf dem Campingplatz herrschte Party. Von der Karaoke am anderen Ende abgesehen, war ein lautes Geschnatter und Gegacker bis nach 12 zu hören. Hierzu mal mein Obiter Dictum über die Camping-Lage in Frankreich: Die Franzosen lieben Campen. Offensichtlich. Denn auf den Plätzen tümmeln sich fast ausschließlich solche. Das hat den Vorteil, dass es hier Campingplätze wie Sand am Meer gibt. Der Nachteil ist, dass diese ca. 35-40 Euro pro Nacht für eine Person mit Auto kosten (mittlerweile musste ich feststellen dass dies tatsächlich der reguläre Preis ist) Zum Vergleich: Portugal, 2 Personen, großer Van, toller Platz, eigener Strandabschnitt: 20 Euro. Nun ist das Geld aber eben gar nicht mal das Hauptärgernis. Vielmehr die Art und Weise dieser Plätze. Da gibt es stylische Rezeptionen, Pool, Abendprogramm, Shops….. mal ehrlich liebe Franzosen, das hat nichts mit Camping zu tun. Wenn ihr das so machen wollt – meinetwegen. Aber dann erlaubt uns Naturfreunden doch bitte das wilde Campen…
Das Dach blieb jedenfalls trotzdem auf, denn der Blick war einmalig. Unterm Sternenhimmel einzuschlafen ist das Beste – vor allem wenn man Nachts kurz wach wird und der erste Blick die Sterne sind…

Heute morgen war der Blick dann leider eine weiße Wolkendecke. Macht ja nix, wollte ja sowieso surfen. Ich fuhr also nach Biscarosse Plage und schwang mich in die Wellen. Diese waren heute besser, auch wenn sie einen stetig in die Schwimmerzone trieben, woraufhin man pfeifend von den Aufsichtsleuten zurechtgewiesen wurde. Das Surfen klappte jedoch nur mäßig. Ich bin an das kleine Board noch nicht gewöhnt und so passierte bei der ersten Welle das, was am unangenehmsten ist. Ich lag zu weit vorn, wurde einmal nach vorn vom Board geschubst und fuhr eine Weile Waschmaschine, während mein Board mein Bein küsste (und sich damit zu dem Knutschfleck gesellte, der noch von Portugal Mitte April zu sehen ist….). Danach wurde ich dann viel zu vorsichtig und fragte mich irgendwann, ob ich die Wellen eigentlich noch versuchte zu bekommen oder mittlerweile vor ihnen davon schwamm. Nach 2 Stunden waren Motivation, Kraft und Lust am Ende und ich brauchte dringend Ruhe von dem ganzen Trubel.

Mit dem Plan, mir schon einmal einen Schlafplatz zu suchen, umfuhr ich den großen See von Biscarosse. Leider gleiches Problem wie sonst auch. Eine Touri-Hochburg. Stattdessen versuchte ich einen Weg zu dem kleinen See südlich davon zu finden. Ich wurde fündig: eine wunderschöne Picknick-Wiese direkt am Ufer. Und das Beste: nur eine Hand voll Autos, die sehr weit verstreut standen. Im See selbst kein Mensch. Letztes Hindernis: 2 Seitenbegrenzungen als Zufahrt, die sehr sehr schmal aussahen. Nie im Leben passt da mein Auto durch! Aber die anderen sind ja auch irgendwie da reingekommen – also los. Millimeterweise rückte ich vor. Mit eingeklappten Außenspiegeln funktionierte es gerade so. Ich war drin und ganz ohne eine Schramme.

Ich suchte mir einen Platz direkt am Ufer und machte erstmal einem Wrap zum Mittag. Während ich den Blick auf den See genoss rang ich sehr mit mir. Dies wäre ein perfekter Spot für die Nacht. Ich fragte die anwesenden Franzosen wie sie die Lage einschätzten. Sie rieten mir dringend davon ab, da eine Polizeikontrolle hier wohl sehr wahrscheinlich sei. Da ich weder Lust hatte, in der Nacht weggeschickt zu werden, noch die Srafgebühr zu zahlen, entschied ich schweren Herzens, den Nachmittag zu genießen und abends auf einen Campingplatz zu fahren. Ich fand tatsächlich einen gar nicht sooo teuren im Internet und reservierte.
Um die Zeit dort voll auszukosten pumpte ich schnell das StandUp-Paddle-Board auf und fuhr damit zwei Stunden den See und den Kanal zum nächsten ab. Diesmal stehend, was so ohne Wellen dann doch sehr gut ging. Wenigstens das. Es war unglaublich entspannend so völlig allein auf dem See vor sich hin zu paddeln und ganz hervorragend zum Gedanken schweifen lassen.

Als ich wieder zurück am Ufer war, packte ich fix zusammen um noch schnell durch Biscarosse zu schlendern und dann rechtzeitig am Campingplatz zu sein. Als sich Tommy gerade wieder durch die Schranke zwängen wollte, kam ein riesiger Camper angefahren und heraus hüpfte ein Mädel, das mich herauswinkte. Auf deutsch. Wir kamen ins Gespräch – sie war aus Süddeutschland und reiste mit 2 Freunden aus der Schweiz. Sie fragten ob ich mich nicht anschließen wolle. Sie hatten einen schönen Platz nördlich von Biscarosse gefunden. Ein reiner Wohnwagen-Stellplatz ohne TamTam und ChiChi unter Pinien. Ich war dabei und passte sogar durch die Autoschranke durch, so dass ich mir die 17 Euro sparen konnte. Ich konnte sogar direkt neben ihnen parken. Man muss auch mal Glück haben. 

Gemeinsam fuhren wir noch mit den Longboards zum Surfshop am Hauptstrand – tolle Fahrt! Danach grillten wir gemeinsam und leerten das ein oder andere Bier. Gegen 1 Uhr – völlig fasziniert von dem Sternenhimmel (und Sternschnuppen!) liefen wir noch an den Strand und warfen uns (nackt) in die Wellen. Durch den riesig leuchtenden Halbmond war das Meer in ein fluoreszierendes Licht getaucht und der Schaum der Wellen leuchtete wie unter Schwarzlicht. Das Faszinierendste waren die leuchtenden Wasserspritzer auf der Haut, die einen überall glitzern ließen (Nein es waren keine Drogen im Spiel…). Ein perfekter Abschluss eines tollen Tages!

Wie es weiterging…

Die Bucht von Arcachon
– Austern und ganz viel Sand –

Heute früh wurde ich vom Vogelgezwitscher wach und der erste Blick war auf die Baumkronen der Pinien über mir. Ich wurde also nicht von einem runtergefallenen Tannenzapfen erschlagen (das wäre irgendwie auch ein beschämender Abgang…). Der erste Gedanke war der übliche am Morgen: Kaffee! Gerade wollte ich schon das Wasser für die Frenchpress kochen, als ich mich kurzentschlossen umentschied und stattdessen auf den Fahrersitz hüpfte (im Schlafanzug) um schnell zum Strand zu kommen und mich endlich mit dem neuen Board in die Wellen zu stürzen. Ich fuhr die 10 Minuten zurück zum Campingplatz (dessen Platz für 40 Euro ich lächelnd abgelehnt hatte) und fand einen Parkplatz am Straßenrand nahe des Strandzugangs. Während ich mir dann endlich meinen Kaffee kochte (am Straßenrand) wachste ich das Board und zwängte mich in den Neo. Und dann endlich ab ins Meer. Entgegen dessen, wie ich es eigentlich gelernt hatte, ersparte ich mir den obligatorischen Gang zum Strand um die Wellenlage abzuchecken und nahm das Board direkt mit. Leider war da tatsächlich nicht viel mit Wellen. Nun war ich aber schon da und so probierte ich trotzdem mein Glück. Ich bin ein Dickkopf… Das Ende vom Lied war ca. 1 Stunde Rumgepaddel zusammen mit 3 anderen Surfern (oder welche, die es in diesem Moment gerne wären). Nicht eine Welle kam zur richtigen Zeit am richtigen Ort, so dass ich bald unverrichteter Dinge wieder zurück zum Auto tapste. Naja sind ja noch ein paar Tage und wenigstens bekam ich so ein ersten Gefühl für das unbekannte Board.

 

Weiter ging es dann nach Cap Ferret zum Leuchtturm, von wo aus ich einen wunderschönen Ausblick genoss. Mittlerweile war es Mittag und ich wollte unbedingt wieder ins Wasser. Nachdem das Surfboard heute morgen seine Chance hatte, war nun StandUp-Paddling in der Bucht von Arcachon dran. Nach 5 Minuten mühsamen Aufpumpens ging es endlich los. Dazu sei gesagt, ich stand noch nie auf so einem Ding. Sah ja eigentlich einfach aus. Erstmal auf Knien ging es entlang der angelegten Yachten und Motorboote raus auf die Bucht. Ich wollte an der Sandbank entlang fahren, die kurz vor dem Strand von Cap Ferret war. So könnte ich jederzeit an Land gehen und notfalls zurück laufen. Schnell gestand ich mir ein, dass das “StandUp” bei der Geschichte doch schwerer war als gedacht. Zumindest bei den doch recht großen Wellen, die durch die Boote entstanden (die Ironie hinter der Wellengröße im Vergleich zum Morgen muss ich nicht betonen denke ich… ?) Da ich dennoch meine Runde um die Sandbank drehen wollte, setzte ich mich kurzerhand im Schneidersitz aufs Board und funktionierte es somit als Kanu um. Das funktionierte dank langjähriger Paddel-Erfahrung auf der Lahn auch einwandfrei. Zwar schmunzelten einige der vorbeifahrenden Motorboote, aber ab morgen machen das alle so – wartet nur ab! Ziemlich schnell kam ich am Ende der Sandbank an. Zurückerinnert an eine Fahrradtour als Kind, die zunächst mit dem Wind und später gegen den Wind zurück erfolgte (ich musste damals auf dem Rückweg mit Keksen bestochen werden) ahnte ich, dass der Rückweg etwas länger dauern würde. Leider gab es diesmal nicht einmal Kekse… dafür jede Menge freundlicher Franzosen, die von ihren Booten aus fragten, ob ich Hilfe bräuchte. Tapfer paddelte ich gegen den Strom an. Aber nach der Hälfte ging es dann gar nicht mehr und ich paddelte nur noch auf der Stelle (ihr glaubt nicht wie blöd man sich dabei vorkommt….). Also kam mein Notfallplan ins Spiel, der sich rückblickend als gar nicht so schlecht erwies. Durch die Austern-Zucht-Bänke ging es an Land. Diese mal von Nahem zu sehen war es auf jeden Fall wert. Eine der Muscheln wurde auch eingepackt und thront nun auf dem Armaturenbrett. Der Marsch über die Sandbank war dann zwar so heiß, dass ich mir die Füße verbrannte, ging aber recht flott, so dass ich mit meiner dickköpfigen Idee im Ergebnis doch noch sehr zufrieden war.

Ich sattelte wieder die Pferde und fuhr um die Bucht herum in ein kleines Fischerdorf namens Port Larros, in dem Kostproben der Austern verkauft werden. Da ich noch nie Austern gegessen hatte, musste dies hier auf jeden Fall sein. Lauffaul schnappte ich mir mein Longboard und fuhr die Hafen-Straße entlang, auf der Suche nach einem netten Laden. Ich wurde fündig und genoss bei schöner Atmosphäre 6 Austern, mit Brot, Butter und Wein für nur 9 Euro. Zugegeben, es wird wohl nie vorkommen, dass ich mir Abends beim Kochen überlege: “ach Austern könnte man mal wieder essen”, aber lecker und in Kombi mit dem langsam entstehenden Urlaubsfeeling war es in jedem Fall. Einen weiteren kurzen Stop legte ich in Arcachon ein. Mit einem Litschi-Eis in der Hand, schlenderte ich durch die Straßen. Viel zu sagen gibt es nicht. Ein hübsches aber ziemlich touristisches Städtchen.

Nach diesem letzten Stop ging es zur Düne von Pilat. Ich wollte hier unbedingt den Sonnenuntergang sehen, so dass ich zwangsläufig in der Umgebung etwas zum Campen finden musste. Dass das hier mit Parken ein Ding der Unmöglichkeit würde, war schnell klar, da sogar die normalen Parkplätze für die Besucher der Düne horrende Preise verlangten. Ich fuhr also den ersten der beiden Campingplätze an. 40 Euro pro Nacht. Ich lehnte genauso lächelnd dankend ab wie am Vorabend und fuhr weiter. Beim nächsten waren es nur 26. Ich schaute mir den Platz kurz an und stellte fest, dass dieser DIREKT an der Düne lag. Großes Plus. Als ich dann lieb fragte, ob sie einen Spot direkt an der Düne für mich hätten, nahm der nette Mitarbeiter den Golfcaddy und fuhr mich zu einem freien Spot. Er war perfekt und wirklich direkt an der Düne. Ich musste ihn haben. Manko: der Spot war auf Sandboden. Der Mitarbeiter fragt, was für ein Auto ich hätte und meinte, dass es gut sein könnte dass ich stecken bleibe. Ich Dickkopf. Muss. Den. Platz. Haben. Nicht den nebendran. DIESEN. Als der Mitarbeiter versprach, er würde mich notfalls mit einem Traktor rausziehen, war die Sache geritzt. Ich fuhr mit Schwung rein. Soweit alles gut. Aber die Hecktür musste ja zur Düne ausgerichtet sein. Also drehte ich. Und das wars. Festgefahren im Sand, eine große Wurzel direkt hinter mir und die Hecke vor mir. Hervorragend. Ich war schon drauf und dran zerknirscht zur Rezeption zu laufen, als zwei Franzosen fragten, ob sie mir helfen könnten. Mit viel Lärm, Gestank, und Drücken stand Tommy irgendwann so wie er sollte. Hoffentlich geht’s ihm gut. Ich bedankte mich mit einem Bier und nahm das Versprechen entgegen, dass sie mich morgen auch rausschieben würden. Der Spot ist den Aufwand auf jeden Fall wert gewesen. Mit weniger als 50 Metern zu diesem 100 Meter hohen Koloss ein Bier zu trinken und dabei die Sonne zu beobachten, wie sie langsam dahinter verschwindet… beeindruckend. Zum Sonnenuntergang ging es auf die Düne. Wunderschön! Nun liege ich unterm Sternenhimmel (diesmal ohne Fliegennetz) und bin gerade ziemlich happy. 

Wie es weiterging…