Alle Reiseberichte zum Thema Campen und Vanlife

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Du planst gerade deine Machu Picchu Tour? Du denkst vielleicht sogar gerade darüber nach, auf dem Salkantay Trek dorthin zu wandern?

Dann hast du bestimmt noch eine Menge Fragen – mir ging es jedenfalls so. Vor unserer Reise habe ich das Internet nach Antworten auf meine Fragen durchsucht, bin aber oft nicht fündig geworden. Damit es dir nicht so geht findest du hier alle Antworten auf Fragen, die du dir vielleicht gerade stellst oder noch stellen wirst.

Und wenn du noch mehr Fragen hast, dann hinterlasse doch einfach einen Kommentar oder schreibe mir eine Mail. Und falls wir uns nicht mehr hören: schonmal viel Spaß auf deiner Wanderung zum Machu Picchu – es ist ein unglaubliches Erlebnis!

Auf einer Reise durch Peru steht Machu Picchu wahrscheinlich bei jedem ganz oben auf der Liste. Klassischerweise wandert man auf dem Inca-Trail dorthin. Doch wir haben uns für die Alternative entschieden: dem Salkantay Trek. 

Namensgeber ist der 6.264 Meter hohe Berg Salkantay, der in der Nähe der Ruinenstadt Machu Picchu liegt. Die Wanderung kann in 4 oder 5 Tagen bestritten werden, wobei die Hauptwandertage der erste und der zweite Tag  des Salkantay Treks sind. 

Der Vorteil des Salkantay Treks gegenüber dem Inca-Trail: Einerseits ist er nicht so überlaufen und lässt sich auch noch spontan buchen. Durch die vielen Besucher auf dem Inca-Trail wurde dieser nämlich auf 500 Personen beschränkt. Wer nicht mindestens ein halbes Jahr im Voraus bucht, wird wohl in die Röhre schauen. 

Andererseits soll der Salkantay Trek aber auch abwechslungsreicher und landschaftlich reizvoller sein. Während der Inca-Trail auf gepflasterten Pfaden und Stufen und vorbei an kleineren Ruinen zum Machu Picchu führt, wandert man auf dem Salkantay Trek durch die wunderschöne Anden-Landschaft. Hier ist alles dabei: schneebedeckte Berge, Wiesen, Wasserfälle und Pfade durch den Dschungel. 

Doch ich will dir nicht zu viel verraten: komm mit auf unseren 5-Tägigen Salkantay Trek: in 4 Etappen zum Machu Picchu. 

Vor einigen Jahren hatte St. Peter Ording noch den Ruf eines Rentner-Domizils. Doch spätestens seit Camping und “Vanlife” wieder an Beliebtheit gewonnen hat, hat sich auch das Publikum in St. Peter Ordings verändert: Wassersportler und Freizeit-Hippies wie ich, die sich ein entspanntes Wochenende im und vor ihrem Bus auf dem Strand machen.

Der Blick vom gut 100 Meter hohen Felsen ist atemberaubend! Von hier aus kann man sehr schön die benachbarten Felsvorsprünge und das schneeweiße Kalkgestein bestaunen. Unten entlang laufen (wie wir es bereits an der dänischen Variante der “Mons Klint” getan haben) ist verboten, seit vor einigen Jahren ein kleines Mädchen durch herabfallendes Gestein verunglückt ist.

Kopenhagen steht bei dem ein oder anderen auf der Liste für einen kleinen Wochenendtrip. Und das ist auch völlig berechtigt, denn die dänische Hauptstadt ist wirklich sehr schön. Aber die Gegend rund um die Ostsee von Dänemark hat noch viel mehr zu bieten.

Auf dem Weg dorthin gibt es aber auch noch ein paar tolle Highlights wie Kreidefelsen, schöne Strände, verlassene Seen und idyllische Fjorde. Es lohnt ich daher, anstatt mit dem Flugzeug mit dem Auto nach Kopenhagen zu reisen.

Dänemark ist mittlerweile fast schon mein zweites Zuhause. Mehrmals im Jahr bin ich für einige Tag in unserem nahen Nachbarland – meistens mit meinem Van an der Nordsee zum Surfen. Aber wer regelmäßig nach Dänemark reist, muss auch mal Kopenhagen besucht haben!

In diesem Artikel zeige ich dir daher die schönsten Kopenhagen Sehenswürdigkeiten, wie die kleine Meerjungfrau, das Schloss und Kopenhagens Hafen. Außerdem bekommst du Kopenhagen Tipps vom Insider, meinem dänischen Kollegen Chris.

Hang En Cave Camp im Phong Nha Nationalpark
– Dschungeltrekking und zelten am Höhlen-See –

Bei der Reiseplanung war ich auf einer Instagram-Seite Vietnams auf ein Bild gestoßen, das kleine Iglu-Zelte in einer Höhle an einem unterirdischen See zeigte. Völlig angefixt von dem Foto fand ich auch schnell heraus, dass es sich um eine Tour im Phong Nha Nationalpark handelte, der zwischen Hanoi und Hue liegt. Nach einer kurzen Recherche war klar: nur ein einziger Anbieter (Oxalis) hat offenbar die Lizenz für diese außergewöhnliche Tour und lässt sich diese auch ziemlich gut bezahlen. Das Bild hatte sich aber auf der inneren Festplatte festgebrannt – es half nix: Wir mussten dahin.
Also verkniffen wir uns dafür die Ballonfahrt in Bagan (die tatsächlich noch teurer gewesen wäre…) und investierten in zwei Tage Dschungel-Trekking und Höhlen-Campen. Da die Touren nicht täglich angeboten werden und recht schnell ausgebucht sind, war es auch das einzige (neben unseren Flügen), das wir im Voraus buchten und unsere Reise entsprechend daran ausrichteten. Um wenigstens zwei Tage in Hanoi zu haben, entschieden wir uns für eine Busfahrt in der Nacht vor der Tour. Blöde Idee. Ganz, ganz blöde Idee…

 

Nachtbusfahrt von Hanoi nach Phong Nha
Auf den ersten Blick war ich mir sicher, dass ich in dem Bus, der an den „Fahrenden Ritter“ aus Harry Potter erinnerte, hervorragend schlafen würde. In drei Reihen und auf zwei Etagen standen schmale Liegen, die zwar nicht flach, aber zumindest 45 Grad schräg und mit einer gewinkelten Beinfläche geformt waren. Klingt erstmal ganz gut – nur blöd, wenn man Seitenschläfer ist. Ich rollte mich in jeder erdenkbaren Position zusammen – an der Stelle, wo man sitzt und irgendwann halb im Fußraum. Ich wurde immer kreativer mit meinen Verrenkungen und lag irgendwann wie ein Fakir im (in die Luft gerichteten) Schneidersitz und versuchte bei den extremen Schwankungen nicht aus meiner oberen Etage zu purzeln. Aus dem Bett ist übrigens, wie ein gefällter Baum, ein sternhagel-voller Mitreisender gefallen, der sich danach über eine Stunde lang auf der Bord-Toilette einschloss. Er reagierte weder auf besorgtes Klopfen von Mitreisenden, die Sorge hatten, er könne dort womöglich bewusstlos geworden sein, noch auf den weniger besorgten Bus-Steward. Irgendwann kam er aber doch halbwegs lebendig zurück aus seinem Kabuff und saß dann die restliche Fahrt ziemlich apathisch im Gang. Wenigstens behielt er den Alkohol an Ort und Stelle….

Trotz all meiner verzweifelten Versuche: mehr als eine Stunde leichtes Dösen kam dabei nicht herum und so war ich ziemlich gerädert (und sah wahrscheinlich nicht viel besser aus als der alkoholisierte Mitfahrer), als wir am frühen Morgen gegen 5 Uhr das Dorf Phong Nha erreichten. Abgesetzt wurden wir vor dem Easy Tiger Hotel, wo wir drei Stunden später von einem Oxalis-Pick-Up abgeholt werden sollten. Drei Stunden, die wir irgendwie (ohne Bett) herumbekommen mussten, so wie die ca. anderen 30 Mann, die ähnliches Schicksal teilten. Ich entschied mich gegen ein Nickerchen auf dem Fußboden und für Kaffee. Zum Glück konnten wir die kreativ gestalteten Duschen im Garten nutzen und auch zwei leckere Schokoladen-Pfannkuchen gönnten wir uns noch vor unserer Abholung durch Oxalis.

 


Vorbereitungen für den Dschungel
‘In der Oxalis-Station in Phon Nha angekommen, gab es erstmal eine kurze Einführung von unserem Tour-Guide Ken, einem ausgesprochen gut Englisch sprechenden Vietnamesen. Er erklärte uns den Ablauf der bevorstehenden zwei Tage und wies uns auf „Gefahren“ wie Poison Ivy und Leeches hin. Auch die Toiletten-Situation im Camp wurde anschaulich anhand eines Fotos erklärt und für derartige Probleme unterwegs die Codewörter „Fischen gehen“ und „Blumen pflücken“ aufgestellt.

Das eigentliche Problem folgte dann aber erst: Schuhe. Zur Wahl standen die eigenen, extra dafür mitgebrachten Walkingschuhe oder die einfachen Army-Treter (eine Art hohe Chucks mit dicker Profilsohle). Bequeme Schuhe mit der Gefahr ständig auszurutschen oder guter Gripp mit der Gefahr sich Blasen zu laufen… Während die Männer sich ziemlich flott für die Army-Boots entschieden, überlegten und fachsimpelten wir Frauen natürlich ewig hin und her. Probierten sämtliche Größen an, entschieden uns fünfmal um und entschieden uns dann letztendlich alle für die sicherste Lösung: wir nahmen einfach beide mit (Klischees sind doch dazu da, eingehalten zu werden – und warum auch nicht mit drei Paar Schuhen (inklusive Flip Flops) auf eine zweitägige Höhlen-Tour gehen?). An dieser Stelle sei kurz noch (mit einer angemessenen Portion beschämenden Kopfschüttelns) angemerkt, dass sämtliche Dinge, die wir erst am Abend im Camp benötigten von Portern getragen wurden…

 

 

Aufbruch zum Dschungel
Gegen 10 ging es endlich los: mit einem Bus wurden wir zum Ausgangspunkt unserer Tour gebracht. Die 45-minütige Fahrt durch den Nationalpark war bereits wunderschön und gab uns einen kleinen Vorgeschmack auf die folgenden Stunden. Vorbei an dicht bewachsenen Bergen fuhren wir eine Serpentinenstraße hinauf und genossen die Aussicht auf die Landschaft während einer obligatorischen Vorstellungsrunde. Neben uns mit an Bord: eine Deutsche, die als Privatlehrerin eine Familie ein Jahr lang auf Weltreise begleitete (mein neuer Traumjob), jeweils ein Paar aus der Schweiz, New York und Canada, eine Vierergruppe Amis, die sich noch aus der Schulzeit kannten, zwei Inder und eine Kanadierin, die für eine Alkohol-orientierte Reiseseite (vor allem über Festivals und Craftbeer) schreibt.

 

Erste Etappe: Zum Doong Dorf mitten im Dschungel
In langen Hosen, Hemden und Fleecepulli traten wir unseren Marsch an. Die ersten zwei Stunden ging es dann durch dicke Matschschichten steil bergab. Wurzeln wurden als Treppen genutzt, Baumstämme als Geländer und ich war heilfroh mich doch noch für die Army-Boots entschieden zu haben. Zur Mittagszeit wurde es flacher und wir erreichten das Doong Village, ein kleines Dorf inmitten von hohen Bergen mitten im Dschungel. Die Kids spielten gerade mit einem Ball, doch wir marschierten recht flott hindurch und machten Mittagspause im Gebäude des Dorfältesten – ohne dessen Anwesenheit, dafür mit einer Ladung leckerer Summerrolls, die wir uns mit Reispfannkuchen, Gemüse und Fleisch selbst rollten. Nach einer kleinen Unterrichtsstunde in den Basics der vietnamesischen Sprache in der kleinen Dorfschule durch unseren Guide Ken (der sich zunehmend als Animateur und Klassenclown der Gruppe herauskristallisierte), traten wir die zweite Hälfte unseres Trekking-Pfades an.

 

 

Zweite Etappe: Durch Flüsse zur Hang En Höhle
Statt bergab ging es nun über weite Ebenen mit wunderschöner Natur, vorbei an Wasserbüffeln und durch glasklare Flüsse mit teils starker Strömung Richtung Hang En, der wohl drittgrößten Höhle der Welt. Schon von weitem konnten wir den weit oben im Fels gelegenen Schlund erkennen, durch den die Höhle ihr weniges Tageslicht erlangt.


Dort hinaufklettern muss (bzw. darf) man leider nicht – stattdessen befindet sich der Eingang zur Hang En einige Minuten weiter in einem schmalen Durchgang unter dem Felsen. In der Dunkelheit watet man durch einen unterirdischen Fluss und klettert dann einige große Felsen hinauf. Was einen dann – ganz plötzlich aus dem Nichts – erwartet, verschlägt einem den Atem: Eine riesige Halle, so hoch, dass man kaum die Decke ausmachen kann, am Fuße der großen Felsbrocken ein Türkis schimmernder kleiner See und an seinem Ufer ein großer heller Sandstrand. Auf diesem – hübsch und fotogen aufgereiht – eine Gruppe bunter kleiner Zelte, wie man sie als Kind von IKEA hatte. Staunend kletterten wir die letzten Meter hinab, über eine schmale wacklige Planke überquerten wir den See und sicherten uns eins der Zelte in erster Reihe. Die Sonne fiel schräg durch den Schlund hinein und tauchte die Höhle in ein schummriges Licht. Über unseren Köpfen kreisten hunderte Schwalben und das Geräusch ihrer Flügel und ihres Zwitscherns würden wir die nächsten knapp 18 Stunden als Dauerschleife hören.

 

 

Unser Camp in der Hang En Höhle
Nach einer kleinen Kaffeepause im Camp am See traten wir den letzten Marsch des Tages an: durch die Höhle ans andere Ende. Wieder geht es durch Dunkelheit und Flüsse, einen steilen Pfad hinauf und dann öffnet sich Hang En mit einem großen Loch dem Dschungel. Von einer Anhöhe blickt man aus der Höhle hinaus und genießt einen atemberaubenden Blick. Natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen genau hier das obligatorische Handstandbild der Reise aufzunehmen (ich bin gespannt, mit welchem Handstandbild aus Norwegen mein Bruder demnächst dagegen anstänkern wird).

Zurück in unserem Camp angelangt, nehmen wir dieses erstmal genauer in Augenschein. Die Toiletten-Situation ist tatsächlich besser als gedacht: In hohen schmalen Zelten (abseits des Haupt-Camps) steht ein großer Bottich, der mit einer Art Hasenstreu gefüllt wird, darüber ein Metallgestänge, auf das sogar tatsächlich ein Toilettensitz gelegt wurde. Doch bei all dem Luxus ist ein kurzer Taschenlampen-Check dennoch empfehlenswert, denn mitunter verirrt sich eine Riesenspinne ans stille Örtchen (und mit riesig meine ich riesig!). Ich zog es in diesem Fall vor, mich höflich bei dem Achtbeiner zu entschuldigen und ihm sein Reich zu überlassen. Es gibt ja auch noch andere schöne Orte… (zum Glück gab es noch ein zweites Toiletten-Zelt).
Nach einer kleinen Schwimmsession in dem kühlen dunklen See (ein bisschen unheimlich war es schon…) gab es dann auch schon Abendessen – wobei das Wort „Tafel“ es wohl besser trifft. Die Porter und Köche hatten undenkbares fertiggebracht und mit Campingkochern ein Essen aus fast einem Dutzend verschiedener Gerichte gezaubert – eines leckerer als das andere. Als „Verteiler“ gab es Reiswein, eine vietnamesische Spezialität, die ähnlich wie ein Kümmel mehr aus Prinzip als dem Geschmack wegen getrunken wird. Mit vollen Bäuchen kraxelten wir noch einen kleinen Felshügel hinauf um die beleuchteten Zelte mit Langzeitbelichtung fotografisch festzuhalten. Leider fiel mir erst oben auf, dass ich noch mein Weitwinkelobjektiv drauf hatte und dieses aufgrund der Entfernung völlig ungeeignet war. Naja – ich habe dann einen zweiten Anlauf vom Strand aus gestartet, der deutlich erfolgreicher war.

Ohne Zeitgefühl fielen wir alle (meiner Vermutung nach) sehr früh ins Bett und ich für meinen Teil schlief tief und fest wie ein Baby. Am nächsten Morgen wurden wir vom hineinfallenden Licht geweckt und mit hervorragenden Pancakes und French Toast mit Früchten, Honig und Schokoladensoße empfangen. Angeblich (nach Aussage unseres leicht überdrehten Guides Ken) werden sämtliche Eier, einzeln eingewickelt in Papier, in die Höhle getragen um den Teig dort frisch zuzubereiten. Das nenne ich mal Liebe zum Essen!

 

 

Etappe 3: Auf zur “Cold Cave”
Danach hieß es: zurück in die nassen Klamotten und Schuhe und den Rückweg antreten. Doch ein Stopp stand für den Tag noch auf dem Programm: die kalte Höhle “Cold Cave”. Diese schmale aber sehr lange Höhle kann nur über einen unterirdischen Gang, der halb unter Wasser steht erreicht werden. Es heißt also: hineinschwimmen, wobei der Name der Höhle nicht viel Hoffnung auf die Wassertemperatur lässt. Mit Schwimmwesten und Helmen kletterten wir einen kleinen Pfad hinab und durch ein kleines Loch hinein in die Höhle. Nach einem weiteren Schritt stand uns das Wasser bis zur Brust und wir schwammen los durch die Dunkelheit. Die kleinen Lichtkegel unserer Helme rückten bizarre Felsformen und glitzernde Gesteine in unsere Blickfelder und in den von Wellen verwaschenen Wänden konnten wir schöne filigrane Fossilien entdecken. Je tiefer in der Höhle, desto niedriger wurde das Wasser, bis es bald nur noch kleine flache Bäche waren, die über Tropfsteinformationen hinwegplätscherten und kleine Wasserfälle bildeten. Am Ende unseres Marschs schalteten wir für eine Minute unsere Lampen aus und spürten wie die Dunkelheit uns umhüllte so dass man nicht mal mehr die Hand vor Augen erkennen konnte.

 

 

Wie Alice durchs Wunderland
Von hier aus traten wir den Rückweg an (obwohl die Höhle noch um einiges länger ist) und wurden im Lager erstmal mit heißem Kaffee (und einem Schuss Reiswein) empfangen. Nach einer großen Portion heißer Pho und scharfen Frühlingsrollen waren wir wieder halbwegs aufgewärmt und machten uns in noch triefend nassen Klamotten auf den Heimweg. Unsere Route führte uns entlang von kleinen Flüssen und leuchtend grünen Palmen und zahlreichen riesen große bunte Schmetterlinge flatterten an uns vorbei (ich habe vergeblichst versucht einen der zarten Falter fotografisch festzuhalten – beim Marschieren in der Gruppe allerdings ein aussichtsloses Unterfangen). Wie Alice im Wunderland spazierte ich verträumt durch die Landschaft, in der alles viel größer war – als hätte ein Zauber Pflanzen und Schmetterlinge wachsen lassen. Doch nicht nur die hübschen Dinge des Dschungels – auch Grashüpfer und Spinnen nahmen eine beängstigende Größe an. Ein tiefschwarzes hatte sich bei einer letzten Snack-Pause direkt neben uns niedergelassen und war drauf und dran in unseren Klamotten Dschungel-Taxi zu fahren. Die restliche Pause verlief nach dieser Entdeckung dann doch eher stehend.

 

 

Die letzte Etappe: Steil bergauf und tropische Hitze
Die letzte Etappe unseres Dschungel-Treks hatte es dann nochmal ordentlich in sich. Durch die mittlerweile schwüle Hitze ging es einen schmalen Trampelpfad steil hinauf. Uns lief der Schweiß in Bächen hinab und auch die Palmenblätter, die wir als Fächer benutzten, konnten dagegen kaum etwas ausrichten. Irgendwann kramte einer der Guides, der das Schlusslicht bildete, eine Machete aus seinem Rucksack. Unsere fragenden Blicke kommentierte er schlicht mit einem „For the tiger“. Ich gebe ehrlich zu: auch wenn mein Verstand sich recht sicher war, dass er uns auf den Arm nahm (denn ansonsten hätten sie uns doch davon in der Einführung erzählt, anstatt 5 Minuten über juckende Blätter und knabbernde Würmchen aufzuklären) ein ganz bisschen unheimlich war der Gedanke dann doch, dass sich irgendein großes Tier aus dem dichten Dschungel heranschleichen könnte. Es hat jedenfalls dabei geholfen, flott und ohne lange Pausen den Berg hinauf zu marschieren und irgendwann – als wir schon dachten wir gehen im Kreis – kamen wir ziemlich fertig aber stolz an der Straße an, wo bereits der Bus mit kühlem Bier auf uns wartete. Wir genossen einen letzten schönen Blick auf den Dschungel und ließen uns dann eine knappe Stunde lang vom Bus zurück zur Oxalis-Station kutschieren.

 

 

Weiter nach Dong Hoi
Mit dem Pärchen aus New York teilten wir uns einen Transfer nach Dong Hoi, der nächstgrößeren Stadt. Bei leckeren Burgern und einer Partie Billard in unserem Hostel entschieden wir, dass wir beide einen Chill-Tag gebrauchen könnten. Da Dong Hoi ja am Meer liegt würden wir am nächsten Tag mit Sicherheit einen netten Strand finden und dort nochmal Energie für weiteres Sightseeing auftanken können. 
Unser Plan ging leider nicht so ganz auf. Das Wetter war ziemlich bewölkt und frischer Wind wehte uns um die Ohren, während wir durch das (nicht gerade hübsche) Dong Hoi spazierten – auf der Suche nach dem Strand. Auf einer vorgelagerten Halbinsel wurden wir zwar fündig was Sand und Meer anging, allerdings war der Strand (und die gesamte Umgebung) derart ausgestorben, dass man nicht einmal etwas zu trinken hätte finden können.

Also nahmen wir ein Taxi zu einer etwas außerhalb gelegenen Hostel-Empfehlung aus dem Lonely Planet, das wohl direkt am Strand liegen sollte. Vielleicht könnten wir ja dort gemütlich sitzen, essen und uns entspannen. Das Hostel war zu. Auch hier war die gesamte Gegend wie leergefegt. Als wir gerade schon aufgeben wollten, kam uns ein Vietnamese entgegen, der uns zu einem Hostel verwies, das tatsächlich noch offen hatte. Es war kein Traumstrand, aber die Sessel gemütlich und der Blick aufs Meer trotz Wind und Wolken sehr entspannend.

 

 

Mal was anderes: “Blind Massage” in Dong Hoi
Die ultimative Entspannung suchten wir dann noch spontan in einer Massage. Die Zeit bis zu unserem Zug nach Hue war zwar knapp, aber eine Stunde sollte noch gerade so drin sein. Der Empfehlung unseres Hostels folgend, gingen wir in eine kleine Gasse und fanden dort auch ein Schild mit der Aufschrift „Blind Massage“. Wir gingen in das ziemlich heruntergekommene Gebäude mit dem Namen „Quôc Nhân“ und wurden von einigen blinden Männern empfangen, die uns den Weg in den Massageraum – ein „schlichtes“ Zimmer mit nicht mehr als zwei einfachen Bänken im Dachgeschoss. Ohne meinen liebsten Reisebegleiter wäre ich wahrscheinlich wieder gegangen… Doch unabhängig von der etwas unheimlichen Atmosphäre erhielten wir eine sensationell gute Massage – und das für 3,50 € pro Stunde. Was die beiden Herren ohne Sehvermögen und in einem Fall sogar mit verkrüppelter Hand fertigbrachten, war beeindruckend und so langsam löste sich der Muskelkater unseres Dschungel-Trekkings. Doch da wir offenbar (wie in unserer Familie kürzlich angemerkt wurde) nicht ohne unsere tägliche Ration Adrenalin auskommen, wurde es dann doch noch stressig. Denn die super lieben und bemühten Herren hielten sich nicht an die Stunde. Im Gegensatz zum Rest der Welt ließen sie nicht auf die Sekunde alles stehen und liegen, sondern massierten einfach weiter. Als wir 5 Minuten über der Zeit waren, versuchten wir das erste Mal ihnen zu bedeuten, dass wir losmüssten. Doch die beiden wollten uns wohl nicht gehen lassen, bevor nicht jeder Muskel weich war und massierten weiter. Nach weiteren 5 Minuten half dann aber nichts mehr. Wir hatten nur noch knapp 20 Minuten bis zur Abfahrt unseres Zuges, der mit dem Taxi eine viertel Stunde vom Hostel entfernt lag (und wir mussten ja noch unser Gepäck vom Hostel holen). Eindringlich und vehement versuchten wir den beiden Vietnamesen die Situation zu erklären. Doch die beiden konnten kein Wort Englisch und Zeichensprache war ganz offensichtlich auch keine Möglichkeit sich zu verständigen. Letztendlich mussten wir uns mehr oder weniger aus ihren Griffen befreien und die völlig verdatterten Herren mit ganz vielen „Sorrys“ und einem ordentlichen Trinkgeld stehen lassen. Es tat uns so leid, denn ich glaube sie haben wirklich nicht verstanden warum wir so plötzlich weggerannt sind. Hoffentlich glauben sie nicht, dass es an der Massage lag, denn die war wirklich hervorragend.

Bei unserem Sprint zurück zum Hostel gab’s dann auf einmal noch einen lauten Knall. Als ich mich im Rennen umdreht musste ich mit Schrecken feststellen, dass meine Spiegelreflex (ohne Hülle) zu Boden gegangen war. Sie war irgendwie aus dem Rucksack gefallen…
Ich nehme mal das Ende vorweg: Wir haben mit Ach und Krach nach einer wilden Taxifahrt noch unseren Zug nach Hue erwischt und der Kamera geht es vorerst gut. Ob sie nicht doch irgendwas abbekommen hat, wird die Zeit zeigen…

 

Fazit zu unserem Dschungel-Abenteuer:
Die Tour mit Oxalis war der Hammer und absolut ihr Geld wert. Die Nacht in der Höhle war eine ganz besondere Erfahrung und der Marsch durch den beeindruckenden Nationalpark ein tolles Erlebnis. Alles war hervorragend organisiert und sehr professionell. Und das Essen! Das Essen war herausragend lecker. 
Einen Stopp in Dong Hoi kann man sich sparen, denn die Stadt hat wirklich nichts Schönes zu bieten. Für uns war es okay, da wir einen Tag Paus brauchten, aber vielleicht ist es schöner in Phong Nha selbst zu bleiben, denn dort hat man zwar nicht das Meer, dafür aber schöne Natur. 
Die faszinierende Landschaft und beeindruckenden Höhlen wirken natürlich am besten in live! Doch bis du selbst dorthin fährst gibt’s jetzt noch einen kleinen Vorgeschmack in bewegten Bildern. 

Campingplatz-Tipps an der französischen Antlantikküste
– Schöne und günstige Plätze für dein Nachtlager –

Vorab: Wild Campen in Frankreich – insbesondere in Aquitanien ist nicht ein kompliziertes Unterfangen. Abgelegene Parkplätze in Strandnähe gibt es nicht wirklich – und an den meisten Parkplätzen, die in Laufweite zum Strand sind, besteht nicht nur ein Camping-Verbot – nein, der Franzose ist schlau und verbietet schlichtweg das Parken von 22 bis 6 Uhr. Das hat wohl damit zu tun, dass Camping in Frankreich eine Art Nationalsport ist. Leider bedeutet das jedoch nicht “back to the roots” – einfach nur leben in der Natur. Für den Franzosen müssen Pool, Animationsprogramm, Wellnessangebote und schicke Lobbies auch auf einem Campingplatz sein. So kommt es, dass man in der Region auch fast nur teure Plätze für ca. 40 Euro pro Nacht (für ein kleinen PKW-Stellplatz ohne Strom) bekommt. 
Ich war bei meiner Tour stets auf der Suche nach einem günstigen und einfachen Platz, da ich das viel schöner finde. Meine Empfehlungen habe ich dir hier zusammengestellt: 

Zentral-Frankreich
Wenn du die Strecke an den Atlantik nicht in einem Rutsch durchfahren willst, habe ich hier einen kleinen Tipp für einen einfachen Campingplatz in der Mitte Frankreichs: Camping Deneuvre in Chatel de Neuvre (http://www.camping-deneuvre.fr). Der Campingplatz ist ziemlich im Nirgendwo und sehr grün. Er liegt direkt an einem Fluss (es gibt sogar einige Stellplätze mit schönem Blick aufs Wasser) und ist daher ein beliebter Platz für Kanufahrer. Für Stellplatz und eine Person kostet es etwa 10 Euro pro Nacht. 

Carcans
Wenn du in der Umgebung von Lacanau etwas einfaches zum Schlafen suchst, dann kannst du für 6 Euro pro Nacht auf einem simplen Wohnwagen-Stellplatz (45°05’08.1″N 1°09’00.3″W) stehen. Empfehlen kann ich den allerdings nicht. Der Platz ist zwar unter Pinien, allerdings auch direkt an der Landstraße. Das Meer ist dagegen zu weit weg um zum Sonnenuntergang mal eben hinzulaufen. Als Sanitäreinrichtung gibt es zwei Dixi-Klos – Büsche eher Mangelware. Ist wohl eher eine Notlösung wenn man gar nichts anderes findet. Allerdings ist der Platz auch recht klein, so dass man am späten Abend dort mitunter gar keinen Platz mehr findet. Das macht es für eine Notlösung etwas unpraktisch. 

Arcachon
Wenn du gerne den Sonnenuntergang von der Düne von Pilat genießen möchtest, lohnt sich ein Campingplatz direkt an der Düne. Wild Campen ist dort aussichtslos, denn sämtliche Parkplätze in der Umgebung kosten horrende Summen pro Stunde. Die kannst du dir wenigstens sparen, wenn du vom Campingplatz aus direkt auf die Düne laufen kannst. Es gibt einige Plätze (verschiedener Preiskategorien) am Fuß der Düne. Ich war im “Camping de la Dune – Le Flots Bleus” (http://www.campingdeladune.fr/). Für 26 Euro bekam ich einen Zelt-Stellplatz direkt am Fuß der Düne. Diese Ausgabe hat sich meiner Meinung nach absolut gelohnt, denn mit Blick auf den Sand-Riesen zu Essen und zu Schlafen war schon ein besonderes Erlebnis. 

 

Biscarosse
In Biscarosse gibt es einen tollen großen Wohnwagen-Stellplatz mitten im Pinienwald “Mairie – poste de secours du Vivier“. Pro Nacht kostet ein Stellplatz für PKW 8 Euro und der Strand “Plage du Vivier” ist fußläufig erreichbar – je nachdem, wo man sein Lager aufschlägt etwas länger, denn der Platz ist recht groß. Aber durch die vielen Bäume kann man sein Lager trotzdem sehr gut abschotten und generell ist es dort sehr ruhig und schön. 

 

Mimizan
Am Strand in Mimizan gibt es direkt hinter der Düne einen simplen Wohnwagenstellplatz – allerdings auf Asphalt und dicht beieinander. Nicht zu empfehlen! 
Viel schöner kann man am nahegelegenen See Étang d’Aureilhan campieren. Richtig schön und mit 11 Euro pro Nacht auch ausgesprochen günstig ist der “Camping Municipal de Lac“. Ich habe einen kleinen Stellplatz in letzter Reihe und damit etwa 5 Meter vom Ufer entfernt bekommen. Die Sanitäranlagen sind in Ordnung und es ist ruhig und schön dort. Am Ufer gibt es einen kleinen Tretbootverleih und der See richtig schön. 

 

Biarritz
Am Ende meiner Tour musste ich feststellen: mit etwas Glück geht es doch, das wilde Campen. Den absolut schönsten Stellplatz meines Trips habe ich gratis einige Kilometer südlich von Biarritz entdeckt. Auf einem Parkplatz (43°24’47.3″N 1°37’32.7″W) mit Blick auf das Meer darf man offenbar Nachts stehen. Ich habe dort jedenfalls zwei Nächte hintereinander gestanden und war stets in Gesellschaft anderer Bus-Bewohner, die dort teilweise den ganzen Sommer über campieren. An dem Platz ist eine kleine Wiese, auf der aus einem alten Bus Getränke und Snacks verkauft werden und es herrscht eine entspannte und chillige Stimmung. Teilweise wird dort Abends auch Live-Musik gespielt. Einen kleinen Weg die Klippe hinab geht es zu einem recht einsamen kleinen Strand in einer Bucht. Hätte nicht gedacht, dass man sowas in Frankreich noch findet. 

Du warst auch schon an Frankreichs Atlantikküste und hast noch weitere Tipps zum Campen? Dann her damit und hinterlasse einen Kommentar :) 

Die Tour
– Die schönsten Plätze entlang der Route –

I. Bordeaux
Bordeaux ist eine hübsche Stadt kurz vor der Atlantikküste. Es gibt einige schöne alte Gebäude, eine tolle weitläufige Flusspromenade und ein quirlige Einkaufsstraße. Auf dem Weg zum Meer lohnt in jedem Fall ein kurzer Stop, auch wenn es nur für ein paar Stunden ist. Die folgende Route lässt sich durch einen gemütlichen Bummel innerhalb von ca. drei Stunden zurücklegen und führt an den Hauptsehenswürdigkeiten vorbei. 

1. Monument aux Girondins 
Die Säule mit dem schönen Brunnen erinnert an die Opfer während der Französischen Revolution. 


2. Opéra National de Bordeaux – Grand-Théâtre 
Ein schönes historisches Gebäude mit einer tollen Fassade.


3. Rue Sainte-Catherine und Promenade Sainte Catherine
Durch die quirlige Ladenzeile und das stylische Einkaufszentrum kann man sich gut treiben lassen und bei O Sorbet d’Amour einen riesigen Eisbecher mit ausgefallenen und sehr leckeren Sorten mitnehmen. 


4. Cathedrale Saint-André de Bordeaux und Tour Pey-Berlan 
Die beeindruckende Kathedrale ist Sitz des Erzbistums Bordeaux. Der Glockenturm steht isoliert gegenüber und kann (mit entsprechender Wartezeit) bestiegen werden. 


5. Mairie de Bordeaux
Die Fassade des Museums ist mit seinen Säulen sehr fotogen und lohnt in jedem Fall einen kurzen Blick.


6. Quai Richelieu 
Die wunderschöne Flusspromenade sollte man unbedingt entlang schlendern. Sie ist wunderschön und sehr großzügig angelegt und führt vorbei an vielen schönen historischen Fassaden.


7. Place de la Bourse und Le Miroir d’eau.
Läuft man die Promenade vom Porte de Bourgogne nach Norden, gelangt man auf Höhe des Stadtzentrums an den Börsenplatz. Das Gebäude an der Westseite des Platzes ist eines der schönsten in ganz Bordeaux. Ihm gegenüber ist ein großes “Wasserfeld” angelegt, das durch kleine Wassersprudel ca. 1 cm hoch unter Wasser steht. Die Kinder haben ihre Freude, darin herumzuhüpfen – und nach einem Fußmarsch durch die heiße Stadt erfreuen sich auch die Füße einer Abkühlung. 

 

 

II. Bucht von Arcachon
1. Cap Ferret 
Die Fahrt hinaus auf die Landzunge “Cap Ferret” and der Bucht von Arcachon ist wunderschön. Eine kleine Straße führt durch Pinienwälder bis zum Leuchtturm “Phare du Cap Ferret”. Ein Aufstieg lohnt sich – von oben hat man einen tollen Blick aufs Meer und die gesamte Bucht bis hin zur Düne von Pilat. 
Am Fuß des Leuchtturmes gibt es einen kleinen Strand “Plage du Mimbeau”, der durch eine kleine Sandbank von der Bucht geschützt ist. Das Wasser ist dort so flach, dass man einfach auf die Sandbank hinüber laufen kann und sich dort ein ruhiges Plätzchen suchen kann. Von dort lassen sich die vorbeifahrenden Segelboote und Yachten sehr schön beobachten. Besonders interessant sind dort auch die Austern-Zuchtbänke, die in vielen Reihen im flachen Wasser vor der Sandbank liegen. Wer hindurch watet, findet sicherlich die ein oder andere herabgefallene Muschel als Andenken. 


2. Port de Larros
Von Cap Ferret geht es dann um die Bucht von Arcachon herum in Richtung Arcachon (ca. 70 Kilometer und 1,5 Stunden). Auf dem Weg lohnt ein Zwischenstop in Port de Larros. Der Hafen ist zwar etwas heruntergekommen und kein Schmuckstück, dafür kann man hier ganz frische Austern aus der Bucht probieren. An der kleinen Hafenstraße “Esplanade des Ostreiculteurs” gibt es viele kleine Restaurants, alle mit einem sehr ähnlichen Angebot. Ich entschied mich für eines, dass durch seine vielen bunten Kissen und Schirme und hübscher Dekoration ins Auge sprang und bestellte dort für 9 € 6 Austern mit Brot und einem Weißwein. Da ich vorher noch nie Austern probiert hatte, habe ich keinen Vergleich was den Geschmack angeht, kann aber sagen, dass es auf jeden Fall eine schöne Erfahrung mit viel Flair war. 


3. Arcachon
Das kleine Städtchen, das der Bucht seinen Namen gibt, ist zwar ausgesprochen chic und sauber, jedoch auch sehr touristisch. Alles wirkt irgendwie künstlich. Der Strand ist eher langweilig, da die Bucht ein großes Planschbecken ohne Wellen ist. Aber für einen kleinen Spaziergang durch die schönen Sträßchen mit einem Eis in der Hand lohnt sich ein weiterer Zwischenstop. Fast noch schöner als das Stadtzentrum am Wasser sind jedoch die Wohngebiete auf dem Hügel. Beim Weg in die Stadt sollte man durch ein paar der Straßen cruisen und über die wunderschönen Lage der Anwesen dort ins Schwärmen geraten. 


4. Düne von Pilat
Das Highlight der Gegend um die Bucht von Arcachon ist allerdings die Düne von Pilat. Ein monströser Sandhaufen, der (variierend) bis zu 110 Meter hoch, 500 Meter breit und etwa 2,7 Kilometer lang ist. Man sollte es sich nicht entgehen lassen, einen Sonnenuntergang von dort oben zu genießen. Oft kann man dabei auch noch den Paraglidern zusehen, wie sie entlang der Dünenkante hinauf und herab schweben. 
Am praktischsten ist es, wenn man direkt an der Düne campiert. Ich hatte einen Platz direkt in letzter Reihe vor der Düne – was schlichtweg atemberaubend war. Sieh dir hierzu meine Campingtipps für Frankreich an. 

 

 

III. Biscarosse
Der kleine Ort Biscarosse bietet nicht sonderlich viel, wenn man auf Sightseeing-Tour ist, aber es gibt einige schöne Ecken.
Strände gibt es gleich drei. Der nördlichste “Plage du Vivier” liegt nahe eines tollen Campingplatzes und es lässt sich dort sehr gut surfen. Den südlichsten Strand fand ich persönlich nicht so schön. Die Umgebung ist eher karg bebaut aber betoniert und am Strand verbreiten die Bademeister mit ihren Trillerpfeifen eine ungemütliche Atmosphäre. 
Zum Schlendern ist der Hauptstrand in der Mitte schön, denn hier gibt es kleine Läden und es ist sehr hübsch angelegt. 
Ganz besonders lohnt in Biscarosse ein Abstecher zu den Seen. Auch davon gibt es gleich drei an der Zahl. Der schönste ist der kleinste in der Mitte “Petit Étang de Biscarosse”. Am Südufer des Sees (
44°23’52.3″N 1°10’58.4″W) ist eine sehr schöne große Wiese, auf die man mit einem PKW auch fahren darf. Die Einfahrt ist hierzu mit einer sehr schmalen Schranke begrenzt – aber bei geringem Tempo passt ein Kleinwagen dadurch. Das tolle an dem See ist, dass man (wenn überhaupt) nur wenigen Menschen dort begegnet, denn hier gibt es nichts außer Natur. Wenn man ein eigenes SUP oder Boot hat, kann man von hier aus über den See und durch die sehr idyllischen Kanäle zu den anderen großes Seen fahren. Unterwegs kann man neben schönen Pflanzen vor allem riesige blaue Libellen beobachten, die dich über der Wasseroberfläche herumflitzen. 

 

 

IV. Mimizan
Von Biscarosse ist es nur ein kurze Fahrt nach Mimizan, einem weiteren Strandort. Der Strand ist zwar sehr voll, allerdings kommen sich Surfer und Schwimmer dennoch nicht ins Gehege. Denn dem Strand ist noch eine kleine Sandbank vorgelagtert, die eine natürliche Grenze für Welle und Surfer ist. 
Auch in Mimizan gibt es einen schönen See “Étang d’Aureilhan”, der allerdings weitaus touristischer und überlaufener ist, als der kleine See in Biscarosse. Fast das gesamt Ufer besteht aus offiziellen Liegeplätzen mit teuren Parkplätzen oder ebenso überteuerten Campingplätzen.
Es gibt allerdings eine Ausnahme (siehe für Details den Beitrag zu Campingplätzen in Frankreich). Einen sehr einfachen und günstigen Campingplatz direkt am Ufer, der durch die natürliche Form des Sees und der angrenzenden Baumgruppen auch sehr abgeschottet von den großes Liegewiesen liegt. Von hier aus kann man wunderbar mit Boot oder SUP über das Wasser treiben und die Seele baumeln lassen. 

 

 

V. Contis Plage
Widerrum eine kurze Fahrt weiter befindet sich das kleine Nest Contis-Plage. Das kleine charmante Dorf ist noch relativ untouristisch und weniger überlaufen vergleichen mit den umliegenden Stranddörfern und lohnt einen kleinen Besuch. Mittwochs und Sonntags gibt es dort einen schönen kleinen Markt und auch die kleine Ladenzeile lohnt einen kleinen Bummel. Im Café “La Terrasse”  kann man sehr gemütlich einen großen Cappuccino trinken und auch der Strand selbst lohnt einen Spaziergang, da er sehr ruhig und weitläufig ist. 

 

VI. Biarritz
In Biarritz beginnt das Baskenland und auch die Natur ändert sich hier schlagartig. Die Pinienwälder und weitläufigen Strände werden hier abgelöst von schroffen Felsenformationen und hügeliger Landschaft. Biarritz selbst ist sehr chic und bietet genug zu sehen für einen längeren Aufenthalt. Das Stadtzentrum lebt von alten Jugendstilfassaden und kleinen Geschäften, die kleinen Gassen, die sich schlangenlienenförmig den Hügel hinaufziehen sind sehr hübsch und auffällig sauber. Die Strände sind allerdings alle sehr voll, da sie in sehr kleinen Buchten liegen. Die Bedingungen zum Surfen sind am südlichsten Strand “Plage de la Côtes des Basques” – gerade für Anfänger – sehr gut, allerdings ist es auch so voll, dass man sich sehr schnell ins Gehege kommt. Der zentrale Strand “Plage du Port Vieux” ist wirklich winzig, aber hier kann man toll entlang der schroffen Felsen schnorcheln, die aus dem Wasser herausragen.
Besonders schön ist der Küstenweg  zwischen dem kleinen zentralen Strand und dem Hauptrand im Norden “Grande Plage”. Von hier aus kann man die beeindruckenden Felsen im Meer und die daran zerschellenden Wellen beobachten. Einen tollen Blick auf die Stadt und die kleine Bucht hat man von dem kleinem Felsenriff “Rocher de la Vierge”, das durch eine Brücke aus der Feder Gustav Eiffels mit dem Küstenweg verbunden ist. Ein schönes Fotomotiv ist der “Bouche ouverte sur la mer”, ein großes rundes Loch in einem großes Felsbrocken, durch den man auf die nördliche Bucht der Stadt schaut. 
Einige Kilometer weiter nördlich steht noch ein schöner Leuchtturm, der sich sicherlich lohnt. Die Parksituation dort ist allerdings sehr kompliziert, so dass man hierfür vielleicht einen längeren Spaziergang einplant.

 

 

VII. Saint-Jean-de-Luz (Nord)
Südlich von Biarritz, auf halbem Weg Richtung der nächsten Stadt Saint-Jean-de-Luz habe ich meinen Lieblings-Platz gefunden. Oberhalb des “Plage de Lafitenia” liegt ein kostenloser Parkplatz mit einer kleinen Wiese. Von dort hat man einen wunderschönen Blick auf die Bucht und den angrenzenden kleinen Wald. Teilweise schweben Paraglider dicht über den Baumwipfeln. Auf der Wiese werden aus einem hübschen alten Surferbus Getränke und Snacks verkauft und abends finden sich dort mitunter Musiker ein, die entspannte Musik zum Besten geben. An dem Parkplatz selbst scheint das “Wild-Campen” geduldet zu sein und so gibt es einige Busse, die dort ihr Nachtlager aufschlagen. Auf diese Weise kommt man in den Genuss, einen wunderschönen Sonnenuntergang direkt vom Schlafplatz aus zu beobachten. Man kann natürlich auch zu dem schönen kleinen Strand hinunter gehen. Hier trifft man nur auf wenige Menschen und hat einen schönen Blick auf die ins Meer ragenden Felsen. Zum Surfen gibt es hier leider (meistens) nicht genug Wellen, aber eine Bucht weiter, in Bidart, kann man schon mehr Glück haben. Der Strand dort ist zwar nicht gerade feinsandig – hat aber durch die vielen großen und kleinen Steine seinen eigenen Reiz. Vor allem ist er aber kaum besucht und so hat man hier viel Platz und Ruhe zum Surfen oder zum in der Sonne liegen.

 

 

VIII. Donostia San-Sebastián
Die spanische Stadt ist noch Teil des Baskenlandes und lässt sich gut mit einer Frankreich-Tour verbinden. Dabei sollte man das Auto aber außerhalb der Stadt – am besten noch östlich des kleinen Flusses – parken, denn in der Stadt herrscht absolutes Verkehrschaos. Da kann es schonmal 1-2 Stunden dauern, bis man 2 Kilometer zurückgelegt hat und einmal drin, kommt man auch so leicht nicht mehr heraus. Am besten erkundet man die Stadt daher zu Fuß. 
Highlight der Stadt ist auf jeden Fall das “Castillo de La Mota” eine Burgruine auf einem recht hohen Hügel, von dem aus man einen atemberaubenden 360° Blick auf die Stadt, die entfernten Pyrenäen das Meer hat. Auf der Spitze der Burg steht eine große Jesus-Statue – ein bisschen wie in Rio de Janeiro, nur um einiges kleiner.
Aber auch die Stadt selbst ist sehr schön. Bei einem Streifzug durch die urigen engen Gassen rund um die “Iglesia de Santa Maria” und die “Iglesia San Vicente”, entdeckt man schöne alte Fassaden und viele kleine Läden laden zum Essen und Verweilen ein. Der große Park an der Ostseite der Bucht ist sehr schön angelegt und wird von vielen pompösen Gebäuden mit beeindruckenden Fassaden umgrenzt. Der Stadtstrand “Playa de la Concha” ist zwar alles andere als ruhig, aber man hat von dort einen schönen Blick auf die kleine Insel “Santa Clara” in der Mitte der Bucht und das offene Meer dahinter. 

 


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